07. September 2005

Ähnelte das Atmungssystem der Dinosaurier dem der Vögel?


Ein Forscherteam um Professor Dr. Stevens Perry von der Universität Bonn untersucht das Atmungssystem der zweibeinig laufenden Theropoden. Da bislang jedoch keine Funde von fossilem Lungengewebe gemacht wurden, konzentriert sich das Team vor allem auf die Untersuchung von Wirbel- und Rippenstrukturen.

Da Teile des Atmungssystems an den Rippen angewachsen waren, bewegte sich bei jeder Regung des Dinosaurier, bei der sich auch die Rippen bewegten, auch die Atemluft in den Atmungsorganen. Dies bedeutete für die riesigen Fleischfresser eine enorme Energieersparnis.

Obendrein konnten bei einigen Theropoden so genannte Hakenfortsätze an den Rückenwirbeln festgestellt werden, die laut eines Mitarbeiters des Teams, Dr. Jonathan Codd, die Atemkraft zusätzlich unterstützten.

Dieses Modell der Dinosaurieratmung ähnelt sehr dem Atmungsmodell moderner Vögel, da auch diese sowohl an den Rippen angewachsenes Lungengewebe als auch Hakenfortsätze an den Rückenwirbeln besitzen.

Möglicherweise besaßen daher die Dinosaurier wie die heutigen Vögel auch sowohl die Lunge für den Gasaustausch als auch mehrere Luftsäcke, in denen sie die eingeatmete Luft speichern konnten, um sie dann zur optimalen Ausnutzung mehrmals durch das Gasaustauschgewebe der Lungen zu pumpen.

Die Forscher hoffen nun, dass neue Computermodelle ihnen helfen, ihre Theorie zu bestätigen. Sollte diese Theorie zutreffen, müsste man bei vielen Theropoden davon ausgehen, dass sie wesentlich leichter waren als bislang angenommen, denn sie hätten viele Hohlräume zur Luftspeicherung in ihrem Rumpf und vermutlich auch in ihrem Hals besessen.



weitere Informationen unter:

  • Scinexx:
    Dinosaurier als Leichtbaukünstler



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    2005 Dinosaurier-Interesse