27. Mai 2010

Neue Einordnung des Kopffüßers Nectocaris


Die beiden kanadischen Forscher Martin Smith und Jean-Bernard Caron von der Universität von Toronto haben neue Funde aus der Burgess-Shale-Formation in den kanadischen Rockies untersucht und sind zu dem Schluss gekommen, dass die bereits in den 1930er Jahren erstmals entdeckten und erst 1979 beschriebenen Überreste von Nectocaris pteryx, der vor rund 500 Millionen Jahren gelebt hat, ein urtümlicher Kopffüßer war und bei den Vorfahren der heutigen Tintenfische und Kraken eingeordnet werden muss − nicht wie vermutet bei den Vorfahren der Krebse oder der Wirbeltiere.

Anders als seine Nachkommen besaß Nectocaris jedoch nicht acht, sondern nur zwei flache, biegsame Arme. Sein fünf bis sieben Zentimeter langer Körper war eher flunderartig und besaß keine Schale. An seinem Kopf wuchsen zwei kurze Stielaugen.

Was ihn als Kopffüßer auszeichnet ist seine Körperhöhle und eine Art beweglicher Schlauch, der in die Körperhöhle hineinführte. Möglicherweise benutzte Nectocaris auch schon das Rückstoßprinzip, mit dem sich heutige Tintenfische vorwärtsbewegen.

Die ursprünglichen Vermutung, dass die Kopffüßer sich aus am Meeresboden lebenden Schnecken entwickelt hatten, bei denen eine Veränderung an den Schalen dazu führte, dass sie vom Boden abheben konnten, muss revidiert werden, da die ältesten bislang gefunden Kopffüßer mit Schalen rund 10 bis 15 Millionen Jahre später als Nectocaris lebten.

"Nectocaris zeigt uns, dass die ersten Kopffüßer bereits schwimmen konnten ohne Hilfe der gasgefüllten Schalen", erklärt Smith. "Die entwickelten sich erst viel später, vielleicht aufgrund der Konkurrenz und der Gefahr durch Räuber im späten Kambrium."



weitere Informationen unter:

  • Süddeutsche Zeitung:
    Kambrisches Krakenrätsel
  • Spiegel Online:
    Urzeit-Krake hatte nur zwei Arme



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