01. April 2010

Mögliche Erklärung für das "Junge-Sonne-Paradoxon"


Obwohl in der Frühzeit der Erde bis vor 2,5 Milliarden Jahren die Sonne nur rund 70 Prozent der heutigen Strahlkraft besaß − was unter heutigen Bedingungen bedeuten würde, dass die Durchschnittstemperatur um etwa 23 Grad sinken würde −, war die Erde nicht vereist, wie anzunehmen wäre, sondern hatte Ozeane mit flüssigem Wasser. Dies wird in der Wissenschaft "Junge-Sonne-Paradoxon" genannt.

Lange Zeit glaubten die Wissenschaftler, dass ein frühzeitlicher Treibhauseffekt dafür verantwortlich gewesen sei, also große Mengen Kohlendioxid in der Luft. Nachgewiesen konnte diese Theorie bisher aber nicht.

Nun hat ein Forscherteam um Minik Rosing von der Universität von Kopenhagen in 3,8 Milliarden Jahre altem Gestein in Grönland Eisenoxide und Eisenkarbonate, sogenannte Magnetite und Siderite gefunden − Mineralien, die sich nur bilden, wenn sich wenig Kohlendioxid in der Umwelt befindet.

Somit kann der Treibhauseffekt die ungewöhnlich warme Erde nicht verursacht haben.

Mithilfe von Computersimulationen fand Rosings Team nun eine andere Erklärung für das "Junge-Sonne-Paradoxon": Seinen Berechnungen zufolge waren wesentlich mehr Landmassen von Wasser bedeckt als heute, so dass insgesamt weniger Strahlung durch die Kontinente reflektiert wurde. Da bis vor 2,5 Milliarden Jahren auch noch kaum Algen und andere Pflanzen vorhanden waren, die Gase hätten ausstoßen können, konnten sich zudem auch nur wenige Wolken bilden, so dass die Sonne trotz ihrer geringeren Kraft ungehindert auf die Erde scheinen konnte.

Dadurch konnte sich die Durchschnittstemperatur auf der Erde im Archaikum auf einem ähnlichen Niveau halten wie heute.



weitere Informationen unter:

  • Spiegel Online:
    Junge Erde schmorte unter wolkenlosem Himmel



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