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Alle Nachrichten auf Dinosaurier-Interesse seit dem Jahr 2000


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Nachrichten aus dem Jahr 2016


29.12.2016

Ornithopoden-Trittsiegel auf der Isle of Skye beschädigt
KURZNACHRICHT:

Laut Polizeiaussage hat auf der schottischen Isle of Skye in der Nähe von Staffin jemand zwei der 165 Millionen Jahre alten Fußabdrücke von Ornithopoden zerstört, indem er dort Gips eingefüllt hat.

Die Polizei sucht nun nach einem Mann mit einem Wohnmobil (Campervan).

Die zuständigen Behörden sind über die Beschädigung entsetzt, da sie eine wichtige Touristenattraktionen sind / waren.

22.12.2016

Limusaurus: Entwicklung vom Jungtier zum erwachsenen Tier gibt möglicherweise Hinweis auf Evolution des Vogelschnabels
KURZNACHRICHT:

Seit 2001 werden in der chinesischen Xinjiang Provinz immer wieder Überreste von einer Dinosaurier-Art gefunden: Limusaurus inextricabilis aus der Gruppe der Ceratosauria, bisher 19 Exemplare unterschiedlichen Alters. Der jüngste Limusaurus war kaum ein Jahr alt, der älteste mehr als zehn Jahre.

Limusaurus lebte von vor 161 bis 156 Millionen Jahren, ging wie die meisten Theropoden, zu denen die Ceratosauria gezählt werden, auf zwei Beinen, besaß kurze Arme und einen langen Schwanz.

Anhand der 19 Funde konnten die Forscher die Entwicklung vom Küken zum Erwachsenentier gut dokumentieren und sind nun auf eine Ausnahmeerscheinung innerhalb der großen Gruppe der Dinosaurier gestoßen:

Während die Jungtiere noch Zähne in ihrem Maul besaßen und die Isotopenanalyse der Knochen für Allesfresser sprach, hatten die erwachsenen Exemplare zahnlose Schnäbel und ernährten sich wohl ausschließlich von Pflanzen.

Zunächst vermuteten die Forscher daher, dass sie auf zwei verschiedene Arten von Dinosaurier gestoßen waren und hatten auch schon begonnen, diese als zwei Arten zu beschreiben, mussten dann aber bei einem genauern Abgleich feststellen, dass sie sich hauptsächlich in der Anzahl der Zähne unterschieden.

Daher nehmen die Forscher an, dass Limusaurus als Jungtier Fleisch- oder zumindest Allesfresser war, im Laufe der weiteren Entwicklung dann aber immer mehr Zähne verlor, bis er schließlich im Erwachsenenalter gar keine Zähne mehr besaß und seine Nahrung auf pflanzliche Kost umstellte.

Als Grund dieser außergewöhnlichen Entwicklung vermuten die Forscher, dass die Jungtiere durch ihr breites Nahrungsspektrum mehr Überlebenschancen hatten und, indem die Erwachsenen die Nahrung umstellten, ein Konkurenzkampf zwischen Jungtieren und Alttieren vermieden wurde.

Die Forscher hoffen, durch ihre Entdeckung weitere Erkenntnisse zur Evolution des Vogelschnabels beitragen zu können.

09.12.2016

In Bernstein eingeschlossener Dinosaurierschwanz mit Federn aus der mittleren Kreidezeit entdeckt
KURZNACHRICHT:

Auf einem Bernsteinmarkt in Myanmar ist eine Forscherin auf den knapp 3,5 Zentimeter großen Einschluss eines gefiederten Dinosaurier-Schwanzes gestoßen, deren Analyseergebnisse nun veröffentlicht wurden.

Demnach handelt es sich bei dem Fundstück eindeutig um den flexiblen Schwanz eines wahrscheinlich zweibeinig laufenden Dinosaurierjungtiers aus der mittleren Kreidezeit, möglicherweise von einem basalen Maniraptora (Coelurosaurier), zu denen Oviraptorosaurier und Therizinosaurier gehörten. Anhand der nicht verschmolzenen acht Wirbel konnte ein Vogel ausgeschlossen werden.

Dieser Fund gilt bislang als einzigartig, da er erstmals eindeutig einem Dinosaurier zugeordnet werden konnte. Alle bisherigen Federeinschlüsse konnten nur vermutungsweise Vögeln oder Dinosauriern zugeordnet werden. Doch dieses Mal sind auch Knochen mit erhalten geblieben, die eine eindeutige Zuordnung zulassen.

Die Federn, die dieser Dinosaurier trug, der vor 99 Millionen Jahren gelebt hat, waren auf der Oberseite kastanienbraun und auf der Unterseit hell gefärbt. Einen kräftigen Schaft besaßen die Federstukturen noch nicht.

Der Federaufbau lässt darauf schließen, dass der Dinosaurier nicht fliegen konnte. Möglicherweise dienten die Federn zur Wärmeregulierung oder hatten eine Signalwirkung.



14.11.2016

Besaß Triceratops aufblasbare Nüstern?
KURZNACHRICHT:

Der Paläontologe Darren Naish hat sich näher mit den Nasen der Ceratopsia befasst, die vor Jahren schon einmal im so genannten "DinoNose Project" untersucht wurden, bei dem u.a. der Paläontologe Lawrence Witmer mitgearbeitet hatte. (vgl. Nachricht vom Aug. 2001)

Aktuell wundert sich Naish über die überdimensionale Größe der Nasenhöhlen im Ceratopsia-Schädel, die viel mehr Platz böten, als für Nasenlöcher typisch sei. Witmer hatte schon 2001 betont, dass trotz der riesigen Nasenöffnungen, die Nasenlöcher weiter vorne an der Schnauze gesessen hätten und nicht wie bis dato oft dargestellt, weiter höher gelegen, näher an den Augen.

Naish betont nun, dass im vorderen Teil der riesigen Nasenlöcher verschiedene knöcherne Strukturen identifiziert werden konnten, die wahrscheinlich auch noch von diversen Knorpeln verstärkt wurden. Bei den Chasmosaurinen (die Gruppe, zu denen u.a. auch Triceratops gezählt wird) seien diese Knochenstrukturen wesentlich komplexer gewesen als bei den Centrosaurinen.

Was diese knöchernen Strukturen für eine Aufgabe hatten, kann nur vermutet werden, da bislang kein Hinweis auf Weichteile gefunden wurde. Da sie keine Ansatzfläche für Muskelstränge aufweisen, geht Naish davon aus, dass diese dafür nicht ausgelegt waren.

Möglicherweise - und das ist bislang auch die populärste Theorie - beherbergten die riesigen Nasenlöcher gut durchblutete Schleimhäute, die der Wärmeregulierung im Dinosaurierkörper dienten.

Allerdings erklärt dies, laut Naish, noch nicht diese überdimensionale Größe der Nasenöffnungen im Schädel. Naish spekuliert, ob in den riesigen Höhlen möglicherweise komplexe und vielleicht anschwellende Luftsäcke saßen, die sie bei passender Gelegenheit aufbliesen - ähnlich der Luftsäcke, die den Hadrosauriern zugeschrieben wurden.

Allerdings erklärt Naish sofort, dass dies nur eine Möglichkeit der Erklärung sei, die nicht von jedem geteilt werden müsse.

Zu Naishs Theorie ist auch schon ein entsprechendes Bild eines Triceratops entworfen worden: New Look Triceratops?

13.11.2016

Buriolestes, Ixalerpeton: Dinosaurier und Lagerpetidae lebten eine zeitlang gemeinsam nebeneinander
KURZNACHRICHT:

Im Süden Brasiliens haben Forscher einen interessanten Fund gemacht:

Sie entdeckten in einer Schicht, die auf ein Alter von 230 Millionen Jahren datiert wird, sowohl die Überreste eines Tieres aus der Gruppe der sogenannten Lagerpetidae - die keine echten Dinosaurier waren, sondern sich in einem anderen Zweig aus den direkten Dinosaurier-Vorfahren entwickelt haben - als auch die eines sehr frühen Dinosauriers, den sie der Gruppe der Sauropodomorpha zuordnen, obwohl es sich bei diesem Dinosaurier um einen relativ kleinen, zweibeinig laufenden Fleischfresser handelt.

Beide Exemplare gehören bislang unbekannten Spezies an.

Der Lagerpetidae erhielt den Namen Ixalerpeton polesinensis, war ca. einen halben Meter lang und Fleischfresser. Von ihm wurden Teile des Schädels, Teile der Vordergliedmaßen und einige Wirbel gefunden.

Der Sauropodomorpha erhielt den Namen Buriolestes schultzi und war rund 1,5 Meter lang. Obwohl sämtliche seiner Nachfahren, die riesigen vierbeinig laufenden Sauropoden, zu denen Diplodocus und Brachiosaurus gehörten, Pflanzenfresser waren, verweisen die gefundenen Zähne eindeutig darauf, dass es sich bei diesem frühen Dinosaurier um einen Fleischfresser handelt.

Nach Aussage der Forscher wurden zum ersten Mal Tiere dieser beiden Gruppen (Lagerpetidae und Dinosaurier) zusammen entdeckt, was bedeutet, dass beide zumindest eine Zeitlang zusammen existierten, bevor die Dinosaurier die andere Gruppe soweit zurückdrängte, dass die Vertreter dieser Gruppe ausstarben.

10.11.2016

Tongtianlong: Im Schlamm verendeter Oviraptorosaurier in China entdeckt
KURZNACHRICHT:

Die nahezu vollständigen Überreste eines nur 70 Zentimeter langen Oviraptorosauriers wurden im Süden Chinas in der Nähe der Stadt Ganzhou beim Bau einer neuen Schule entdeckt.

Da das Tier auf dem Bauch liegend mit ausgestreckten Gliedmaßen und erhobenem Kopf gefunden wurde, erhielt es den Namen Tongtianlong limosus (übersetzt etwa: "Schlammiger Drache auf dem Weg in den Himmel").

Die Forscher vermuten, dass Tongtianlong vor rund 70 Millionen Jahren am Ende der Kreidezeit hier im Schlamm stecken blieb und verendete.

09.11.2016

Japanischer Milliardär plant Dinopark mir animatronischen Dinosauriern
KURZNACHRICHT:

Nachdem im Jahr 2013 schon ein Multimillionär in Queensland einen Dinosaurierpark mit "echten Dinosauriern" (vorläufig animatronisch, auf Dauer aber mit geklonten Tieren geplant) eröffnet hatte, der zwei Jahre später wieder schloss...

... und im Januar von einem chinesischen Milliardär berichtet wurde, der vor der australischen Küste einen weiteren Dinosaurierpark mit "echten Dinosauriern" (ausschließlich animatronische Tiere) bauen wollte...

... kam nun auch die Nachricht von einem japanischen Investor, der einen animatronischen Dinosaurier-Park, basierend auf echten Fossilien, mit dem Namen "Dino-A-Live" eröffnen will. Die ersten Modelle wurden jetzt in einem Hotel in Tokio vorgestellt, bei deren Vorstellung schon ein Mitarbeiter spielerisch von einem Tyrannosaurus angegriffen wurde.

09.11.2016

Citipati: Auch Dinosaurier besaßen Krallenhülsen wie heutige Vögel
KURZNACHRICHT:

Bei einem bereits im Jahr 1995 gefunden fossilen Exemplar eines Citipati osmolskae, das damals in brütender Stellung auf seinem Nest gefunden wurde, haben Forscher nun auch Klauenhülsen entdeckt, ähnlich denjenigen, die die Klauen heutiger Vögel wie Fingernägel schützen.

Das rund 75 Millionen Jahre alte Fossil wies eine dünne Linse weißen Materials auf, dass über die knöchernen Klauen des Tieres hinausragte und sich farblich wie auch strukturell von dem umgebenden Stein und dem darunterliegenden Knochen unterschied.

Das nahm eine Wissenschaftlerin zum Anlass, weiter nachzuforschern und fand Proteine, die auch in den Vogel-Krallenhülsen vorkommen.

09.11.2016

Zwei gut erhaltene Pachycephalosaurier-Schädelfunde geben Hinweis auf Entwicklungsursprung im Süden Laramidias und späterer Auswanderung in den Norden
KURZNACHRICHT:

Gleich zwei nahezu vollständige fossile Schädelfunde von Pachycephalosauriern geben Einblicke in die Evolution dieser Dinosauriergruppe.

Der eine rund 76,5 Millionen Jahre alte Schädel wurde im US-Bundesstaat Utah gefunden, der andere, der auf ein Alter von 73,5 Millionen Jahren datiert wird, in New Mexico. Somit stammen beide aus dem in der Kreidezeit existierenden südlichen Laramidia, was diese Funde für die Wissenschaft bedeutsam macht.

In der Kreidezeit bestand Nordamerika aus zwei Teilen, die von Norden nach Süden durch ein Meer getrennt wurden, dem Western Interior Seaway. Der westliche Teil Nordamerikas wird Laramidia, der östliche Teil Apalachia genannt.

Bislang waren Pachycephalosaurier-Funde fast ausschließlich aus dem Norden Laramidias bekannt, aus Alberta und den Nordstaaten der USA. Zwar gab es auch schon Funde in der Höhe von Texas, allerdings waren diese Funde eher von geringer Qualität und nur selten vollständig.

Die beiden neuen, gut erhaltenen Funde stammen von kleinen Pachycephalosauriern, deren Größe etwa mit der deutscher Schäferhunde vergleichbar ist - wobei das Exemplar aus Utah rund 20 Prozent größer war als das aus New Mexico.

Auffällig an beiden Schädeln waren einzigartige knöcherne Beulen am hinteren Teil, die von anderen Pachycephalosaurier-Funden bislang nicht bekannt sind. Daher vermuten die Forscher, dass es sich bei diesen Funden um bisher unbekannte Pachycephalosauriergattungen handelt.

Die Forscher nehmen an, dass diese knöchernen Beulen Verzierungen sind, die es den Tieren ermöglichten, verschiedene Arten zu unterscheiden. Zudem könnten sie bei der Partnerwerbung eine Rolle gespielt haben.

Das südliche Fundgebiet dieser Fossilien veranlasst die Forscher zu der Vermutung, dass sich die Pachycephalosaurier im Süden Laramidias entwickelten, dort eine gewissen Artenvielfalt hervorbrachten und später nach Norden auswanderten.

Die Pachycephalosaurier waren jedoch nicht die einzige Dinosauriergruppe die von Süden nach Norden wanderte. Ähnliche Wanderbewegungen sind auch von Tyrannosauriern und Ankylosauriern bekannt. Den Grund für diese Wanderbewegungen können die Forscher noch nicht benennen. Eine Theorie geht jedoch davon aus, dass sich der Western Interior Seaway weiter ausdehnte und somit die Dinosaurier zwang, ihr Land zu verlassen und in neue Gebiete abzuwandern.

08.11.2016

Noch im Oberjura gabe es Schildkröten mit Zähnen
KURZNACHRICHT:

Forscher haben in Wucaiwan, im westlichen China die fossilen Überreste einer bislang unbekannten Schildkrötengattung gefunden, die noch Reste von Zähnen im Maul hatte.

Während die heutigen Schildkröten sämtlich ohne Zähne auskommen und ihre Nahrung mit ihren harten Kieferleisten bearbeiten, trugen die frühen Vorfahren von ihnen noch Zähne im Maul.

Allerdings stammten die bis dato jüngsten gefundenen Zahn-Schildkröten aus dem Unterjura und waren rund 190 Millionen Jahre alt. Das neu entdeckte Fossil stammt mit einem Alter von 160 Millionen Jahren hingegen aus dem Oberjura.

Somit überlebten Zahn-Schildkröten länger als bislang angenommen.

07.11.2016

Kaikaifilu: Überreste des bislang größten Mosasauriers der Antarktis entdeckt
KURZNACHRICHT:

Schon im Jahr 2010 wurden auf der Insel Seymour (Antarktis) die ersten Überreste einer neuen Meeresechsenart entdeckt, die nun der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Es handelt sich um einen schätzungsweise 10 Meter langen Mosasaurier mit einer Schädellänge von 1,2 Metern. Damit dürfte er größer als der bisherige Größenrekordhalter Taniwhasaurus antarcticus sein, dessen Schädel eine Länge von 70 Zentimetern aufwies.

Der neu entdeckte Mosasaurier lebte vor 66 Millionen Jahren und erhielt den Namen Kaikaifilu hervei, benannt nach der bei den Mapuche (Eingeborene Südchiles und Argentiniens) bekannten Mythengestalt Kai-Kai FILU, die laut Sage die Meere beherrschte und mit Treng-Treng FILU, dem Herrscher des Landes, im ständigen Kampf lebte und so Erdbeben, Vulkanausbrüche und Tsunamis auslöste.

Auffällig sind die vielen verschiedenen Arten von Zähnen, die in seinem Maul saßen. Nach Aussage der Forscher gibt dieser Fund Anlass zu der Vermutung, dass möglicherweise gar nicht so viele verschiedene Mosasaurierarten in der Antarktis lebten, wie bislang aufgrund der vielen verschiedenen Einzelzahnfunde erwartet werden konnte.

Wahrscheinlich ernährte sich Kaikaifilu von Plesiosauriern, die hier, in der heutigen Antarktis, die damals ein wesentlich wärmeres Klima aufwies, sehr zahlreich gelebt haben.

07.11.2016

Insektenbestand erholte sich nach dem Massensterben vor 66 Mio. Jahren auf der südlichen Halbkugel schneller als nahe des Chicxulubkraters
KURZNACHRICHT:

Ein internationales Forscherteam hat sich mit fossilen Blättern beschäftigt, die Insektenfraß aufweisen, um so herauszufinden, wie schnell sich der Insektenbestand nach dem Massensterben am Ende der Kreidezeit wieder erholte.

Da bislang ähnliche Studien hauptsächlich auf das Gebiet nahe des Chicxulub-Einschlagkraters bezogen waren, hat die neue Studie 3646 Fossilien untersucht, die aus Patagonien (Südamerika) stammen.

Dabei haben die Forscher festgestellt, dass anders als in den USA, wo sich die Insektenpopulation erst nach neun Millionen Jahren wieder erholt hatte, in Patagonien schon nach vier Millionen Jahren wieder eine ähnliche Insektenvielfalt vorherrschte wie vor dem Massensterben.

Zunächst vermutete das Team, dass die Insekten so weit von dem Einschlagsereignis entfernt, überlebt haben könnten. Doch in der Gesteinsschicht, die dem Zeitpunkt des Impakts zugerechnet wird, fanden die Forscher keine Anzeichen für das Vorhandensein von Insekten. Zudem fanden sie neue Arten von blattfressenden Insekten vor als solche, die vor dem Einschlag hier ihre Spuren hinterließen. Insofern kann davon ausgegangen werden, dass auch hier ein massenhaftes Artensterben unter den Insekten stattgefunden hat, doch scheint sich die Insektenpopulation in den weiter entfernt liegenden Gebieten eher erholt zu haben als in den Gebieten, die in der Nähe des Einschlags lagen.

04.11.2016

Studie: Pflanzenfressende Dinosaurier hatten entweder keinen größeren Brust-Bauch-Raum als Fleischfresser oder die Rekonstruktionen sind fehlerhaft
KURZNACHRICHT:

Schweizer Forscher haben den Brust-Bauch-Raum bei diversen Tetrapoden mithilfe von Computermodellen vermessen und festgestellt, dass bei den pflanzenfressenden Säugetieren der Brust-Bauch-Raum im Durchschnitt rund doppelt so groß ist wie der bei den fleischfressenden Säugetieren ähnlicher Größe. Das führen die Forscher darauf zurück, dass der Darm bei Pflanzenfressern wesentlich mehr Platz benötigt als der Darm von Fleischfressern.

Dieser Unterschied ist nach der Erkenntnis der Wissenschaftler aber ein Alleinstellungsmerkmal bei den Säugeiteren. Weder bei Dinosauriern, noch bei Vögeln und Krokodilen konnte ein Unterschied zwischen Fleisch- und Pflanzenfressern nachgewiesen werden. (Anm. von mir: Vögel hätte ich spontan jetzt nicht zu den Vierbeinern gerechnet...)

Dieser Befund könnte zwei Gründe haben:
Zum einen, so meinen die Forscher, könnte sich die Morphologie der Säugetiere grundlegend von der anderer Tiergruppen unterscheiden, so dass man keinesfalls von heutigen Säugetieren auf ausgestorbene Dinosaurier schließen könne.
Zum anderen könne es aber auch bedeuten, dass die Rekonstruktionen der Dinosaurierskelette bisher noch fehlerhaft seien.

27.10.2016

Erster fossiler Nachweis eines Hadrosaurier-Gehirns zeigt Nähe zu Krokodilen und Vögeln
KURZNACHRICHT:

Im Jahr 2004 machte ein Hobbypaläontologe einen bislang weltweit einzigartigen Fund: Er fand einen unscheinbaren braunen Klumpen, der sich nach intensiver Analyse als die fossilen Überreste eines Hadrosaurier-Gehirns entpuppte.

Da sich Hirnmasse beim Verwesen sehr schnell zersetzt, ist der Fund eine Sensation.

Die Forscher gehen davon aus, dass der Hadrosaurier vor 133 Millionen Jahren in einer sumpfigen Landschaft verendete und mit seinem Kopf in ein stehendes Gewässer fiel. Wie bei einer Moorleiche wurde der Kopf durch das saure Sediment konserviert, und die Hirnmasse, die in dieser sauren Umgebung mit der Zeit aushärtete, blieb erhalten.

Bei der Untersuchung mit Elektronenmikroskop und Computertomograph fanden die Forscher Strukturen der Hirnhaut, sowie Blutgefäße und Kollagenfasern. Zudem scheint das Gehirn direkt an der Schädelwand gesessen zu haben, obwohl dies auch eine Folge der Fossilierung sein könnte. Falls jedoch tatsächlich die für Reptilien typischen Gewebstrukturen, die zwischen Gehirn und Schädelknochen sitzen, fehlten, könnte das Dinosaurierhirn größer gewesen sein, als die Forscher bislang vermuteten. Allerdings lässt sich dies nicht mit Sicherheit von dem vorliegenden Fossil ableiten.

Und noch eine Erkenntnis zogen die Wissenschaflter aus der Analyse dieses Hadrosauriergehirns: Wie zu vermuten war, weist es am meisten Ähnlichkeit mit den Gehirnen von Vögeln und Krokodilen auf, den nächsten Verwandten der Dinosaurier.

Einen kurzen Film zu dieser Entdeckung gibt es auf FAZ.net: Forscher untersuchen erstmals Dinosaurierhirn

20.10.2016

Schlangen hatten ursprünglich mal Beine
KURZNACHRICHT:

Die heutigen Schlangen haben sich vor rund 100 Millionen Jahren aus Vorfahren mit Beinen entwickelt. Diese schon bekannte Erkenntnis stützt nun eine amerikanische Forschung.

Demnach geht das beinlose Dasein der Schlangen auf drei Genmutationen zurück, die das Ausbilden von Beinen unterdrücken. Durch diese Genmutationen wird das so genannte Sonic-Hedgehog-Gen (SHH) quasi ausgeschaltet.

Die genetische Anlage für Beine ist vorhanden, wie Python-Embryos belegen: Bei ihnen sind Beine mit Füßen und Zehen zu erkennen. Allerdings werden sie nicht weiter entwickelt.

Die Genmutationen wirkt bei allen Schlangen nicht gleich stark: So besitzen z.B. männliche Pythons oder Boas so genannte Aftersporne, die auf rudimentäre hintere Gliedmaße zurückgehen, während Kobras und Vipern keinerlei Zeichen für Gliedmaße zeigen.

20.10.2016

Nahezu vollständiges Skelett eines Savannasaurus und Schädel eines Diamantinasaurus in Australien gefunden
KURZNACHRICHT:

Im westlichen Queensland (Australien) wurden im Jahr 2005 die ersten Knochen einer neuen Sauropodenart gefunden, die jetzt vorgestellt wurde:

Demnach handelt es sich um einen Titanosaurier, der den Namen Savannasaurus elliottorum erhielt. Benannt wurde er nach dem im Queensland vorherrschenden Savannenland und dem Ehepaar Elliot, das maßgeblich am Finden und Ausgraben der Überreste beteiligt war.

Nach dem Herauslösen der Knochen aus dem umgebenden Stein wurde erkennbar, dass es sich bei diesem Exemplar mit 20 bis 25 Prozent der Knochen um eines der am vollständigsten erhaltenen Sauropodenskelette Australiens handelt.

Savannasaurus war ein eher mittelgroßer Titanosaurier mit langem Hals und eher kurzem Schwanz. Er lebte vor etwa 95 Millionen Jahren. Seine Länge wird mit 14 Metern angegeben. Er besaß starke Stampferbeine; der Humrus (Oberarmknochen) brachte allein schon 100 Kilogramm auf die Waage. Die waren auch notwendig, denn durch seine 1,5 Meter breite Hüfte und seinem riesigen, fassartigen Brustkorb gehörte Savannasaurus wohl zu den rundesten Titanosauriern.

Der führende Paläontologe beschrieb ihn als ein "wandelnden, gährenden Bottich", der seine Nahrung bis zu zwei Wochen im Darm behielt, um die Nährwerte der Nahrung ausreichend herauszulösen. Er verglich ihn mit einem langhalsigen und langschwänzigen Nilpferd mit sehr kleinem Kopf.

Neben dem Savannasaurus wurde zudem der erste Sauropodenschädel Australiens und ein teilweise erhaltenes Skelett eines Diamantinasaurus matildae vorgestellt. Der Diamantinasaurus ist seit 2009 bekannt, konnte durch das Auffinden des Schädels nun aber genauer in den Sauropodenstammbaum eingeordnet werden.

19.10.2016

Fossiler Knochenfund im Denali Nationalpark (Alaska)
KURZNACHRICHT:

Obwohl seit 2005 im Denali Nationalpark (Alaska) immer wieder Dinosaurierspuren gefunden wurden, machten sich fossile Überreste bislang ziemlich rar. Die Paläontologen waren aufgrund der dort vorhandenen sauren Sedimente auch recht pessimistisch, dort jemals welche zu finden.

Doch jetzt ist einem Forschungsteam überraschenderweise der Fund von vier kleinen Knochenfragmenten gelungen. Die Forscher sind begeistert, auch wenn die Stücke nicht größer als fünf Zentimeter sind.

Selbst diese kleinen Fragmente können durch die molekulare Struktur und die enthaltenen Wachstumsringe schon Informationen über die physikalischen Eigenschaften dieser vor langer Zeit existierten Tiere geben, so einer der Forscher.

12.10.2016

Kein Syrinx (Laute erzeugendes Organ bei Vögeln) bei Dinosauriern - konnten also keine Vogellaute erzeugen
KURZNACHRICHT:

Bei einem 66 Millionen Jahre alten Vogelfossil aus der Gruppe der Entenvögel, genannt Vegavis iaai, haben Forscher erstmals Hinweise auf einen so genannten Syrinx gefunden. Das sind die aus starren Knorpelringen bestehenden und mit dünner Membran bespannten Organe in der Nähe des Herzens, mit denen heutige Vögel ihre Laute erzeugen.

Der bislang älteste gefundene Syrinx hat ein Alter von 2,5 Millionen Jahren. Somit kommt dem neu entdeckten Syrinx vom Ende der Kreidezeit, der eine Größe von nur einem Zentimeter aufweist, eine besonders spektakuläre Bedeutung zu, da die Forscher aus diesem Fund schließen, dass zumindest schon zum Ende der Dinosaurierzeit ähnliche Laute, wie sie heute von Enten und Gänsen verursacht werden, durch die Luft schallten.

Gefunden wurde der Syrinx schon im Jahr 1992 auf der Vega-Insel in der Antarktis. Zwei Jahre lang untersuchten und forschten die Wissenschaftler auch bei den Dinosaurier-Fossilien nach einem Syrinx, sind aber nicht fündig geworden.

Die Forscher vermuten daher, dass sich der Syrinx im Gegensatz zu den Federn und der Flugfähigkeit erst recht spät in der Vogelevolution entwickelt hat und sich ausschließlich auf die echten Vögel beschränkt. Die Dinosaurier konnten nach den Ergebnissen zu urteilen - anders als die im Juli aufgekommene Vermutung - keine Vogellaute von sich geben.


30.09.2016

Drepanosaurus: 200 Millionen Jahre alter Protosaurier mit besonders starken Vorderarmen
KURZNACHRICHT:

In New Mexiko wurden neue Fossilien der 50 Zentimeter langen, auf Bäumen lebenden Protorosauria-Gattung Drepanosaurus gefunden, die eine Besonderheit dieses Reptils offenbarten: Demnach besaß der im Unterjura lebende Drepanosaurus Vorderarme, die es ihm erlaubten, in Bäumen oder anderen harten Materialien nach Insekten und anderer Beute zu suchen.

Normalerweise besitzen alle Wirbeltiere trotz unterschiedlicher Lebensräume ähnlich aufgebaute Vordergliedmaße: Elle und Speiche liegen parallel nebeneinander und enden am Handgelenk vor den kleinen Karpalknochen.

Drepanosaurus, der vor 200 Millionen Jahren gelebt hat, machte hierbei jedoch eine Ausnahme: Die Elle saß nicht parallel zur Speiche, sondern war schaufelartig verbreitert und gekrümmt. Im nahezu starren, unbeweglichen Ellenbogen saß dieser breite Knochen fast senkrecht zur kleineren, dünnen Speiche. Zudem waren die Karpalknochen deutlich verlängert.

Durch die Verbreiterung bot die Elle Ansatzflächen für mächtige Muskeln, die es dem Tier ermöglichten, selbst harte Materialien auseinander zu reißen. Unterstützt wurde dies noch durch große Krallen an den Fingern, vor allem durch eine extrem lange, gebogene Klaue am zweiten Finger.

Die Hände von Drepanosaurus hatten Ähnlichkeit mit den Vorderfüßen von heutigen Ameisenbären, obwohl rund 150 Millionen Jahre Evolutionsgeschichte zwischen diesen beiden Tierarten liegen. Dennoch leiten die Forscher aus dieser Ähnlichkeit ab, dass auch Drepanosaurus Jagd auf Insekten gemacht haben könnte - nur eben nicht am Boden in irgendwelchen Substraten, sondern auf den Bäumen im Holz.

30.09.2016

Titanosaurier-Fußabdruck in der Wüste Gobi ist über einen Meter lang
KURZNACHRICHT:

In der Wüste Gobi haben Wissenschaftler einen sehr gut erhaltenen Fußabdruck eines Titanosauriers gefunden, bei dem man auch noch gut die Klauen erkennen kann.

Insgesamt ist dieser Fußabdruck, der auf ein Alter von 70 bis 90 Millionen Jahren datiert wird, 106 Zentimeter lang und 77 Zentimeter breit.

Der verursachende Titanosaurier wird auf eine Länge von 30 Metern und einer Höhe von 20 Metern geschätzt und soll einen sehr langen Hals gehabt haben.

15.09.2016

Psittacosaurus: farblich getarnt für ein Waldleben mit Federn zum Imponieren
KURZNACHRICHT:

Ein Forscherteam aus Bristol hat Melaninrückstände in rund 130 Millionen Jahre alten fossilen Hautresten eines aus China stammenden Psittacosaurus gefunden und konnte somit nachweisen, dass diese Dinosauriergattung einen dunkel gefärbten Rücken und einen hellen Bauch besaß.

Nach einem Computermodell zu urteilen war diese Farbverteilung besonders in geschlossenen Waldgebieten von Vorteil, um nicht gesehen zu werden. Daher vermuten die Forscher, dass dies der bevorzugte Lebensraum des Psittacosaurus war.

Auch mit den Schwanzborsten des Psittacosaurus hat sich ein Team Wissenschaftler beschäftigt und konnte nachweisen, dass es sich bei diesen Schwanzanhängseln um ursprüngliche Federn handelt. Da diese Borsten allerdings keine große wärmende Funktion gehabt haben dürften, dienten sie vermutlich eher dem Imponiergehabe.

05.09.2016

Das "Monster vom Storr Lochs" war ein vier Meter langer Ichthyosaurier, der vor 170 Millionen Jahren gelebt hat
KURZNACHRICHT:

Bereits vor 50 Jahren wurde ein Fischsaurier-Fossil am Strand der Insel Skye in Schottland entdeckt und geborgen, das erst jetzt präpariert werden konnte.

Danach habe sich herausgestellt, so der Paläontologe Steve Brusatte, dass es sich bei dem 170 Millionen Jahre alten und vier Meter langen Ichthyosaurus-Skelett um "das vollständigste Fossil eines Seereptils" handelt, das jemals in Schottland gefunden wurde.

Mit seinen hunderten von spitzen Zähnen sei dieses "Monster vom Storr Lochs" wesentlich spektakulärer als "Nessie", das weltberühmte fiktive Monster vom Loch Ness, so Brusatte.

02.09.2016

Das "Monster von Minden" ist ein Raubsaurier names Wiehenvenator
KURZNACHRICHT:

Die ersten Knochen des "Monsters von Minden" wurden im Jahr 1999 in einem still gelegten Steinbruch in der Nähe von Minden entdeckt. Nun hat ein Forscherteam um Oliver Rauhut von der LMU München erste Ergebnisse vorgelegt.

Bei dem "Monster" handelt es sich um eine bis dato unbekannte Dinosaurier-Gattung, die den Namen Wiehenvenator albati erhielt. Wiehenvenator lebte vor etwa 163 Millionen Jahren im mittleren Jura. Er lief auf zwei Beinen und besaß kurze Arme.

Da bislang nur einzelne Knochen und gut erhaltene Zähne dieses neuen Raubsauriers vorliegen, können die Forscher bislang nur Größe und Gewicht schätzen und kommen zu dem Schluss, dass Wiehenvenator vermutlich acht bis zehn Meter lang war und mehr als zwei Tonnen gewogen hat.

Seine Zähne waren nach hinten gekrümmt und rund 20 Zentimeter lang.

Da Deutschland in der Jurazeit größtenteils von Wasser bedeckt war, gehen die Forscher davon aus, dass Wiehenvenator mit anderen Megalosauriern auf kleinen Inseln gelebt hat.


31.08.2016

77 Millionen Jahre alte Überreste eines Mini-Flugsaurier aus der Gruppe der Azhdarchoidea in Kanada entdeckt
KURZNACHRICHT:

In Kanada hat ein Hobbysammler auf Hornby Island vor British Columbia zehn fossile Knochen eines kleinen Flugsauriers aus der späten Kreidezeit gefunden.

Nach der Analyse der rund 77 Millionen Jahre alten Knochen, u.a. eines vollständigen Oberarmknochens, kamen die Forscher zum Schluss, dass es sich um eine Gattung aus der Gruppe der Azhdarchoidea handelt, einer Kurzschwanz-Flugsaurier-Gruppe, die in der späten Kreidezeit weit verbreitet war.

Aus der Länge des Oberarms schloss das Team, dass dieser Flugsaurier eine Flügelspannweite von knapp 1,50 Metern hatte, was in etwa der Flügelspannweite einer Silbermöwe entspricht.

Die Knochenstruktur weise daraufhin, dass es sich bei dem Exemplar um die Skelettteile eines ausgewachsenen Tieres handelt und nicht um ein kleines Jungtier, so die Forscher.

Demnach ist dies der bislang kleinste Flugsaurier aus der Kreidezeit, der jemals gefunden wurde - zumal die Flugsaurier der Kreidezeit eher für ihre enorme Größe bekannt waren, wie z.B. der Quetzalcoatlus, der eine Flügelspannweite von bis zu 13 Metern aufwies.

Dass bislang noch keine Fossilien von kleinen Flugsauriern gefunden wurden, wird wahrscheinlich damit zusammenhängen, dass die Knochen - wie die von Vögeln - hohl waren und sehr zerbrechlich. Je kleiner eine Spezies war, desto geringer war die Chance, dass die Knochen erhalten blieben, erklärten die Forscher.

29.08.2016

Neues Erdzeitalter soll eingeführt werden: Das "Anthropozän" (= "Menschenzeitalter")
KURZNACHRICHT:

Eine 35-köpfige Arbeitsgruppe hat mit überwältigender Mehrheit (34 ja-Stimmen, eine Enthaltung) auf der auf dem Internationalen Geologischen Kongress im südafrikanischen Kapstadt dafür gestimmt, ein neues Erdezeitalter einzuläuten: das "Anthropozän" (übersetzt: "Menschenzeitalter").

Nach Aussage der Fachleute ist der Einfluss des Menschen auf die Umwelt nicht mehr zu übersehen und auch nicht mehr rückgängig zu machen. Darunter fallen der Klimawandel, Verbreitung von Plastik, Aluminium, Betonteilchen und Flugasche, die globale Verbreitung von Tier- und Pflanzenarten und nicht zuletzt der radioaktive Fallout.

Inoffiziell wird der Begriff des "Anthropozän" schon länger verwendet, ist aber noch nicht offiziell eingeführt worden, was sich aber jetzt ändern soll. Während über die Einführung des Begriffs weitgehend Einigung herrscht, ist der Zeitpunkt, wann das "Holozän" aufhört und das "Anthropozän" anfängt, noch Anlass zu Streitigkeiten.

Einige Wissenschaftler würden gerne die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus als Startpunkt nehmen, andere wiederum den Beginn der industriellen Revolution. 28 der 35 Fachleute haben sich jedoch für die Mitte des 20. Jahrhunderts ausgesprochen, genauer gesagt der Tag des ersten Atombombentests am 16. Juli 1945.

In den nächsten zwei bis drei Jahren soll nun geklärt werden, welche Ablagerungen in den Erdschichten als Referenzstoffe für das neue Erdzeitalter dienen sollen. Danach wird der Vorschlag der Arbeitsgruppe noch einige weitere Instanzen durchlaufen, bis das "Anthropozän" schließlich von der International Union of Geological Sciences offiziell eingeführt wird.

18.08.2016

Ältestes Archaeopteryx-Fossil kommt in den Dinopark im Altmühltal
KURZNACHRICHT:

Bereits im Jahr 2010 wurde ein gut erhaltenes Archaeopteryx-Fossil in den Steinbrüchen von Solnhofen gefunden, das mit einem Alter von 153 Millionen Jahren als das älteste gefundene Archaeopteryx-Exemplar gilt.

Der Wert dieses erst zwölfte Archaeopteryx-Fossils wird auf eine sechsstellige Summe geschätzt.

Nun wird dieses Fossil in dem neu eröffneten Dinosaurier-Park im Altmühltal, der nur knapp zehn Kilometer von der Fundstelle entfernt liegt, ausgestellt.

18.08.2016

Neues T.rex-Fossil in Montana entdeckt
KURZNACHRICHT:

In der Hell Creek Formation in Montana (USA) ist ein neues Fossil eines Tyrannosaurus rex gefunden worden. Bislang hat man einen relativ vollständigen Schädel mit Teilen des Unterkiefers, einigen Rippen, Wirbeln und Becken gefunden.

Der Kopf misst eine Länge von über 1,30 Meter, daher vermuten die Wissenschaftler, dass der T.rex rund 85 Prozent von der Größe ausmacht, die der größte bislang gefundene T.rex misst. Wahrscheinlich lebte er am Ende der Kreidezeit vor 66,3 Millionen Jahren und ist im Alter von 15 Jahren gestorben, so die Forscher.

Zwei freiwillige Unterstützer des Ausgrabungsteams, das hier nach Hinweisen zum Aussterben der Dinosaurier suchten, entdeckten den ersten Knochen dieses Dinosauriers, der aus einem Hügel ragte. Die beiden Freiwilligen heißen Jason Love und Luke Tufts. Aus diesem Grund erhielt der neu gefundene Tyrannosaurus den Spitznamen "Tufts-Love Rex".

Bislang sind die bis jetzt gefundenen Knochen noch in einen Transport-Gipsmantel gehüllt und sollen demnächst aus dem sie umgebenden Gestein gelöst werden. Im nächsten Jahr werden weitere Grabungen durchgeführt in der Hoffnung, weitere Überreste dieses oder anderer Dinosaurier zu finden.

05.08.2016

Konnten Dinosaurier besonders gut Rottöne unterscheiden?
KURZNACHRICHT:

Vögel besitzen ein rotes Pigmentöl in ihrer Augennetzhaut, was sie befähigt, weitaus mehr Rottöne zu unterscheiden als wir Menschen. Wissenschaftler haben dieses rote Pigmentöl nun auch bei Schildkröten entdeckt, wohingegen es bei Eidechsen, Schlangen und Krokodilen nicht auftritt.

Die Forscher vermuten, dass die gemeinsamen Vorfahren von Schildkröten und Vögeln dieses rote Pigmentöl ausgebildet haben und dieses somit auch bei den Dinosauriern vorkam. Somit könnten auch die Dinosaurier besonders sensibel für Rottöne gewesen seien, was auch die Funde von diversen Pigmentrückständen, die auf ein unerwartet buntes Aussehen schließen lassen, erklären könnte.

Dass bei Schlangen und Eidechsen kein entsprechendes Pigmentöl gefunden wurde, verwundert die Wissenschaftler nicht, da sie sich zu einem früheren Zeitpunkt von den Vögeln und Schildkröten abspalteten. Warum die Krokodile dieses Pigmentöl nicht aufweisen, können sich die Forscher nur dadurch erklären, dass sie es im Laufe der Evolution wieder verloren haben.

03.08.2016

Hadrosaurier-Armknochen weisen auf Arthritis hin
KURZNACHRICHT:

An der Ostküste der USA haben Forscher die fossilen Armknochen eines Hadrosauriers entdeckt, die eindeutige Anzeichen von Arthritis aufwiesen. Die Knochen werden auf ein Alter von 70 Millionen Jahren datiert. Da nicht mehr als diese beiden Armknochen gefunden wurden, ist weder die genaue Art festzustellen, noch zu sagen, ob mehr Körperteile von Arthritis befallen waren.

Die Forscher vermuten, dass über eine Wunde am Ellenbogen Bakterien in den Arm eindringen konnten und so eine bakterielle Entzündung verursachten, die zu einer septischen Arthritis bei diesem Dinosaurier führte.


21.07.2016

Murusraptor: 80 Millionen Jahre alter "Großer Räuber" in Patagonien entdeckt
KURZNACHRICHT:

In Patagonien (Argentinien) wurden die rund 80 Millionen Jahre alten Überreste einer bislang unbekannten Theropodenart gefunden, die den Namen Murusraptor barrosaensis (benannt nach dem Fundort in der Sierra Barrosa) erhielt.

Ob Murusraptor den Coelurosauriern oder den Allosauriern zugeordnet werden muss, wissen die Forscher bislang noch nicht. Allerdings erhoffen sie sich Informationen über die Anfänge der großen Raubsaurier.

Bei dem Fossil ist die Hirnschale vollständig erhalten. Auch die ungewöhnlichen Hüftknochen von Murusraptor wurden gefunden.

18.07.2016

Eunotosaurus: Teilpanzer gibt Hinweis auf Unterstützung von Grabetätigkeit bei Urschildkröten
KURZNACHRICHT:

Vor 260 Millionen Jahren waren die Umweltbedingungen im heutigen Südafrika scheinbar so ungemütlich, dass sich die Schildkröten-Vorfahren zum Schutz Höhlen gruben. Darauf deutet ein neu entdecktes Fossil der Urschildkröte Eunotosaurus africanus mit einem teilweise ausgeprägten Panzer hin.

Das fossile, etwa 15 Zentimeter große Exemplar ist so gut erhalten, dass sowohl die Gliedmaße als auch die Rippenbögen gut zu erkennen sind.

Die Urschildkröte besaß noch keinen ausgeprägten Außenpanzer wie die heutigen Schildkröten, sondern nur stark geweitete, breite Rippen und breite, spatenförmige Finger an den Vorderfüßen wie man sie von heutigen Tieren kennt, die in der Erde wühlen.

Die Forscher gehen davon aus, dass Eunotosaurus seine Vorderbeine in erster Linie zum Graben benutzte und die verbreiterten Rippen das Graben unterstützen sollten, indem sie den Brustkorb starrer werden ließen und den Körper bei der Fortbewegung unter der Erde schützten.

Obwohl durch den verbreiterten Brustkorb die Bewegung und die Atmung eingeschränkt wurden, scheinen die Vorteile, die diese Abänderung der Anatomie mit sich brachte die negativen Folgen aufgewogen zu haben.

Im Laufe der Evolution traten die Rippen dann nach außen und bildeten den heute bekannten Panzer der Schildkröten.

14.07.2016

Hat der Chicxulub-Meteorit ein Ölfeld getroffen, so dass 1,5 Mrd. Tonnen Ruß das Massensterben verursacht haben?
KURZNACHRICHT:

Japanische Wissenschaftler haben eine neue Theorie zum Massenaussterben am Ende der Kreidezeit aufgestellt:

Demnach könnte der Meteorit, der vor 66 Millionen Jahren auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan eingeschlagen ist, ein Ölfeld getroffen, dieses in Brand gesteckt und somit dazu geführt haben, dass sich Ruß bis in die Stratosphäre und über den ganzen Erdball verbreitet hat.

Bodenproben aus Haiti und Spanien, die Hinweise auf verbranntes Erdöl gegeben hätten, sollen diese Theorie untermauern.

Mithilfe von Computersimulationen wollen die Forscher heraus gefunden haben, dass 1,5 Milliarden Tonnen Ruß bei diesem Szenario entstanden sind. Bei einer kleineren Menge hätten die Dinosaurier vermutlich überlebt, bei einer größeren Menge wären auch die Tiere gestorben, die das Massensterben überlebt haben, so die Forscher.

Das Wisschenschaftlerteam schließt die weitverbreitete Theorie aus, dass eine weltweite Finsternis aufgrund von Schwefelsäure in der Atmosphäre zur Einstellung der Photosynthese geführt hat, da so sämtliche Tiere hätten eingehen müssen. Daher sei ein von Ruß bedeckter Himmel wahrscheinlicher, da so die Photosynthese trotz einer gewissen Dunkelheit weitergegangen wäre.

14.07.2016

Gualicho: Raubsaurier mit kurzen Armen und Zwei-Finger-Händen war nur entfernt mit T.rex verwandt
KURZNACHRICHT:

In Patagonien (Argentinien) wurden die Überreste eines sechs bis acht Meter langen, schätzungsweise 450 Kilogramm schweren, auf zwei Beinen laufenden Raubsauriers gefunden, der nur etwa 60 Zentimeter lange Arme besaß, die in zwei mit Klauen besetzten Fingern endeten.

Obwohl die kurzen Arme an einen Tyrannosaurus rex erinnern, war dieser neu entdeckte, Gualicho shinyae genannte Raubsaurier, der vor 90 Millionen Jahren gelebt hat, nur entfernt mit diesem verwandt.

An welcher Stelle im Kladogramm Gualicho einzuordnen ist, wissen die Forscher noch nicht. Die Forscher sprechen von einem "Mosaik-Saurier", weil er von diversen Gruppen Körpermerkmale aufweist. Es könnte sich durchaus um eine ganz neue Abstammungslinie handeln, von der die Wissenschaft bisher nichts wusste.

Die ersten Überreste wurden schon im Jahr 2007 entdeckt, doch war die Bergung durch diverse Schwierigkeiten gekennzeichnet, was zum Namen des neu entdeckten Raubsauriers führte: "Gualicho" ist der Name eines bösen Geistes aus der Mythologie des in Patagonien ansässigen Volkes der Tehuelche, was die Paläontologen veranlasste bei dem Fund scherzhaft vom "Fluch von Gualicho" zu sprechen. Der Artenname "shinyae" bezieht sich auf den Chef-Fossilienpräparator Akiko Shinya am Chicago Field Museum, der Teile des neuen Raubsauriers entdeckt hatte.

11.07.2016

Konnten Dinosaurier brüllen? Oder gurrten sie eher?
KURZNACHRICHT:

Amerikanische Forscher haben nun die These aufgestellt, dass Dinosaurier ähnliche Laute von sich gegeben haben wie ihre heutigen Nachfahren, die Vögel.

Während kleine Vögel in der Regel zwitschern, erzeugen größere Vögel, wie Tauben oder Strauße, ihre Laute bei geschlossenem Schnabel durch Vibrationen über ihrem Kehlsack.

Da auch Krokodile - Verwandte der Dinosaurier - ihre Laute so produzieren, gehen die Forscher davon aus, dass zumindest ein Teil der Dinosaurier ebenfalls die Laute über dem Kehlsack bildeten - und somit eher gurrten und nicht brüllten, wie in den Jurassic-Park-Filmen dargestellt wird.

07.07.2016

In Norddeutschland lebten zur Zeit des Jura große Raubsaurier: frühe Tyrannosaurier, Megalosaurier und Allsoaurus-Verwandte
KURZNACHRICHT:

Nachdem vor einigen Jahren der Fund des Minisauropoden Europasaurus holgeri im Harz für Aufsehen sorgte, erklärt nun eine unter der Leitung des Paläontologen Oliver Wings durchgeführte Studie, dass im jurassischen Norden Deutschlands metergroße Raubsaurier wie frühe Tyrannosaurier, Megalosaurier oder Verwandte von Allosaurus existierten.

Zu diesem Ergebnis gelanten die Forscher anhand der Analyse diverser, teilweise mikroskopisch kleiner Zahnüberreste, die in den vergangenen 200 Jahren in Steinbrüchen gefunden wurden.

Vor rund 150 Millionen Jahren lag der Norden Deutschlands größtenteils unter einem flachen Meer mit vereinzelten Inseln.

Vermutlich wurden die Zähne und auch vereinzelte Knochen bisweilen von den verschiedenen Inseln an bestimmte Sammelstellen gespült. Zusammenhängenden Skelett-Teile wurden bislang trotz intensiver Suche nicht gefunden, so die Forscher.

Aufgrund der Ähnlichkeit zu Funden aus dieser Zeit auf anderen Landmassen schließen die Forscher nicht aus, dass sich immer mal wieder kurzzeitige Landbrücken zwischen den Gebieten des heutigen Deutschlands, Portugals und Nordamerikas bildeten, über die die Dinosaurier in neue Gebiete einwandern konnten.

05.07.2016

Untersuchung an fossilen Muscheln spricht für Doppelschlag am Ende der Kreidezeit: erst Vulkanismus, dann Meteoriteneinschlag
KURZNACHRICHT:

Eine Forschergruppe hat mit einer neuen Methode 29 sehr gut erhaltene fossile Muschelschalen, die aus dem Gebiet der antarktischen Seymour-Inseln stammen, untersucht, um Rückschlüsse auf die Temperaturen ziehen zu können, die während des Massesterbens vor 66 Millionen Jahren vorherrschten.

Dabei haben die Forscher festgestellt, dass die Meerestemperatur von durchschnittlich 8 Grad Celsius binnen kurzer Zeit auf 16 Grad angestiegen ist und 150.000 Jahre später nochmal anstieg, allerdings nicht mehr in diesen Ausmaßen.

Nach Aussage der Forscher spreche dies dafür, dass zunächst der starke Vulkanismus in Indien eine so radikale Klimaerwärmung hervorgerufen hätte, die den Pflanzen und Tieren mächtig zusetzte, und dass dann der Meteoriteneinschlag den ohnehin schon angeschlagenen Pflanzen und Tieren den Garaus machte.

05.07.2016

Gutartiger Gesichtstumor an einem Telmatosaurus-Schädel gefunden
KURZNACHRICHT:

An dem vor zehn Jahren in Rumänien entdeckten fossilen Schädel eines jungen Telmatosaurus transsylvanicus (Hadrosaurier-Art) wurde ein Ameloblastom entdeckt, ein meist gutartiger Gesichtstumor, der von zahnschmelzbildenden Zellen ausgeht.

Da der Telmatosaurus noch nicht ausgewachsen und auch der Tumor noch recht klein war, vermuten die Forscher, dass die "Kieferbeule" den Dinosaurier nicht sonderlich behindert hat.

Woran der junge Telmatosaurus letztendlich gestorben ist, können die Forscher anhand des Fundes nicht sagen.

Allerdings sei dieser Fund der erste eines eindeutig identifizierten Ameloblastom bei einem Dinosaurier, so die Forscher.

Telmatosaurier lebten vor ca. 69 bis 67 Millionen Jahren im heutigen Rumänien und wurden bis zu fünf Meter lang.


29.06.2016

Enantiornithes: Flügel von Nestflüchtern in 99 Millionen Jahren alten Bernstein entdeckt
KURZNACHRICHT:

Im Nordosten Myanmars wurden zwei kleine Bernsteinklumpen gefunden, die jeweils einen winzigen Flügel einschließen, deren Knochenstruktur noch nicht vollständig ausgeprägt ist, deren Federkleid hingegen aber schon voll ausgebildet ist.

Der Fund wird auf ein Alter von 99 Millionen Jahren geschätzt und stammt somit aus der mittleren Kreidezeit.

Aufgrund der Knochen- und Federstruktur gehen die Forscher davon aus, dass die Federn von Nestflüchtern stammen, vermutlich aus der Gruppe der Enantiornithes, einer in der Kreidezeit weit verbreiteten Vorgelgruppe, die am Ende der Kreidezeit ausstarb.

Gut zu erkennen sind am Ende der zwei bis drei Zentimeter langen Flügel die drei langen Finger, die mit Krallen besetzt waren. Das lässt darauf schließen, so die Forscher, dass es sich bei den Vögeln und Baumkletterer gehandelt hätte.

Insgesamt glichen die Flügel denen von Kolibris, hätten auf der Feder-Oberseite helle Flecken besessen und wären an deren Unterseite hell gefärbt gewesen, erklären die Wissenschaftler.

08.06.2016

Säugetiere traf das Massensterben am Ende der Kreidezeit härter als bislang angenommen
KURZNACHRICHT:

Laut einer neuen Studie, die sich mit dem Übergang von der Kreide zum Paläogen befasst und in erster Linie die Evolution der Säugetiere im Blick hat, gab es vor dem Massensterben vor 66 Millionen Jahren eine schon beträchtliche Diversivität unter den Säugern - und ebenso am Wendepunkt eine massive Aussterbewelle dieser Tiergruppe.

Die Forscher gehen davon aus, dass rund 93 Prozent aller Säuger am Ende des Mesozoikums ausstarben, wobei in dieser Tiergruppe in erster Linie die Tiere überlebten, die eine Länge von einem Meter nicht überschritten. Dies sei möglicherweise darauf zurückzuführen, dass mit dem Aussterben der meisten Tier- und Pflanzenarten nur noch wenig Nahrung insgesamt zur Verfügung stand und somit auch nur kleine Tiere, die weniger Nahrung benötigten, überleben konnten. Insofern kam es den Säugern zugute, dass sie im Schatten der mächtigen Dinosaurier eher klein blieben.

Allerdings war nach Aussage der Forscher die Aussterbequote unter den Säugertieren sogar höher als unter den Eidechsen, Schildkröten und Krokodilen. Die Säuger erwiesen sich jedoch als wesentlich anpassungsfähiger, so dass sie sich von dem Schlag schneller erholten, als bislang angenommen. In nur 300.000 Jahren hatten sie nicht nur ihre vorherige Artenvielfalt wieder erreicht, sondern diese verdoppelt. Daher, so die Forscher, war man bislang davon ausgegangen, dass die Aussterberate unter den Säugern nicht so hoch gewesen sei.


29.05.2016

Zahnschmelzfund beim T.rex verweist auf Lippen
KURZNACHRICHT:

Kanadische Forscher sind davon überzeugt, dass Tyrannosaurus rex und auch andere Theropoden Lippen besaßen. Das schließen sie aus dem Fund einer dünnen Schicht Zahnschmelz.

Zahnschmelz benötigt eine feuchte, minesralienhaltige Umgebung, die die Zähne vor Säure und Bakterien schützt. Krokodile benötigen, weil sie hauptsächlich im Wasser leben, keine Lippen, da ihre Zähne fast ständig von Feuchtigkeit umgeben sind.

Landtiere hingegen, die Zähne besitzen, müssen den Schmelz vor dem Austrocknen und anderen schädlichen Einflüssen schützen. Daher sind sie auf Lippen angewiesen, die die Feuchtigkeit an den Zähnen bewahrt.

Insofern werden auch sämtliche an Land lebende Tiere - zumindest dünne - Lippen besessen haben.

Außerdem, so ergänzen die Forscher, werden die Zähne des T.rex bei einem lebenden Exemplar eher kleiner ausgesehen haben, als bei den ausgestellten Skeletten, da die Zähne zum Teil im Zahnfleisch steckten, welches naturgemäß bei den Skelettrekonstruktionen fehlt. Trotz der scheinbar geringeren Größe der Zähne wird T.rex dennoch ein beeindruckender Räuber seiner Zeit gewesen sein, so die Forscher weiter.

27.05.2016

Auch die Pole waren vom Massensterben am Ende der Kreidezeit betroffen
KURZNACHRICHT:

Bislang wurde unter Forschern die Meinung vertreten, dass die Ökosysteme an den Polen möglicherweise von der Aussterbewelle am Ende der Kreidezeit weniger stark betroffen waren, da im Zuge der saisonalen Schwankungen die Tiere besser auf veränderte Umweltbedingungen hätten reagieren können. Zudem meinten einige Forscher, dass die Regionen an den Polen zu weit entfernt waren, um einen ernsthaften Schaden zu erleiden.

Eine neue Studie ist allerdings zu dem Schluss gekommen, dass diese Theorie so nicht stimmt.

Nach Auswertung von 6000 Meeresfossilien aus der Zeit von vor 69 Millionen bis vor 65 Millionen Jahren, die eine Palette von Meeresschnecken bis hin zu den großen Meeresreptilien umfasst, konnten die Forscher nachweisen, dass sich die biologische Vielfalt um 65 bis 70 Prozent verringert hatte.

27.05.2016

Fünf neue Saurier-Briefmarken in Kanada
KURZNACHRICHT:

Kanada hat eine neue Briefmarken-Serie mit fünf Saurier-Abbildungen herausgegegeben. Das Besondere daran ist, dass die dargestellten Saurier als Reflexion in den Augen der Angreifer oder der Beute dargestellt sind

Die Motive stammen aus dem kanadischen Urzeit und zeigen folgende Saurier:

  • Acrotholus audeti (eine Pachycephalosauus-Gattung, die vor 85 Mio. Jahren die Küstenebenen des heutigen Albertas bevölkert hat),
  • "Comox Valley elasmosaur" (diesem Meeresreptil wurde noch kein wissenschaftlicher Name gegeben, es lebte vor 83 Mio Jahren im heutigen Comox Valley),
  • Cypretherium coarctatum (eine Säugetier-Gattung, die vor 35 Mio. Jahren an den Flussauen des heutigen Saskatchewan gelebt hat),
  • Dimetrodon borealis (ein säugetierähnliches Reptil, das vor 270 Mio. auf den heutigen Prince Edward Island gelebt hat),
  • Troodon inequalis (ein flinker Raubsaurier, der vor 75 Mio. Jahren in den Küstenniederungen des heutigen Albertas gelebt hat).

  • 20.05.2016

    Stegosaurus hatte ein stärkeres Gebiss als bislang gedacht
    KURZNACHRICHT:

    Britische Wissenschaftler haben mithilfe von Computermodellen festgestellt, dass Stegosaurus - entgegen bisheriger Annahmen - einen relativ starken Biss besaß und somit vermutlich ein breiteres Spektrum an pflanzlicher Nahrung zur Verfügung hatte, als bislang angenommen.

    In der Studie haben Forscher die Schädel und Kiefer von drei Dinosauriergattungen untersucht, die zwar zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten gelebt haben und unterschiedliche Körperformen besaßen, deren Schädelformen aber durchaus vergleichbar waren: Stegosaurus, Plateosaurus und Erlikosaurus.

    Diese drei Dinosauriergattungen besaßen Schädel mit großen niedrigen Schnauzen, eher schwachen Zähnen in Zapfenform und Kiefern, die sich wie Scheren nur auf und abbewegen konnten.

    Da diese drei Dinosauriergattungen ähnlich geabaute Kiefer besaßen, gingen die Forscher bislang davon aus, dass sie auch eine ähnliche Nahrung bevorzugten und eine ähnliche Bisskraft aufwiesen.

    Aufgrund der Computersimulation konnten die Forscher jedoch nachweisen, dass Stegosaurus einen erheblich festeren Biss hatte, der mit heutigen Kühen und Schafen vergleichbar ist. Das wiederum bedeutet, dass er auf ein wesentlich weiteres Spektrum an Nahrungspflanzen zurückgreifen konnte, als die anderen beiden Dinosauriergattungen.

    Daraus könnte sich auch eine neue Bedeutung des Stegosaurus innerhalb seiner ökologischen Nische ergeben: Möglichweise trug Stegosaurus u.a. dazu bei, dass sich die Samen von Palmfarnen verbreiteten, so die Forscher.

    19.05.2016

    Spiclypeus: Ceratopsia mit nach außen gerichteten Hörnern und Anzeichen für Arthritis gefunden
    KURZNACHRICHT:

    In Montana am Judith River wurden die Überreste eines bislang unbekannten Ceratopsier gefunden, der den Namen Spiclypeus shipporum erhielt. Gefunden wurden eine Schädelhälfte, Teile der Beine, der Hüfte und der Wirbelsäule.

    Auffällig an dem Dreihorn-Gesicht waren die außergewöhnlich nach außen gerichteten Hörner über den Augen und die sowohl nach vorne als auch nach hinten gerichteten Zacken an der Außenkante des Nackenschildes.

    Die Forscher vermuten aufgrund der Zackenstellungen, dass es sich bei Spiclypeus, der vor ca. 76 Millionen Jahren gelebt hat, um eine Art Übergangsform zwischen den primitiven Ceratopsia, deren Nackenschildzacken nach außen zeigten und den moderneren Formen, bei denen die Zacken nach innen gedreht waren, handeln könnte.

    Zudem fand man im linken Vorderbein von Spiclypeus Hinweise darauf, dass dieses Tier unter Arthritis und einer Entzündung des Knochenmarks litt. Obwohl dieser Spiclypeus also womöglich durch die Gegend humpelte, wurde er mit einem Alter von über zehn Jahren dennoch relativ alt.

    19.05.2016

    Saskatchewans Lieblingsfossil ist ein Tyrannosaurus-Skelett namens "Scotty"
    KURZNACHRICHT:

    In einer Abstimmung, an der sich 14.208 Menschen beteiligten, wurde das 65 Millionen Jahre alte Tyrannosaurus-rex-Skelett mit dem Spitznamen "Scotty", dessen erste Überreste 1991 in Eastend (Saskatchewan, Kanada) entdeckt wurden, mit 4923 Stimmen (35 Prozent) zum beliebtesten Fossil Saskatchewans gewählt und ist nun offiziell zum fossilen Wahrzeichen dieser kanadischen Provinz gekürt worden.

    18.05.2016

    Mehrzelliges Leben rund eine Milliarde älter als bislang vermutet?
    KURZNACHRICHT:

    In China sind 167 verschiende, acht bis 30 Zentimeter große Wabenabdrücke gefunden worden, die auf ein Alter von 1,56 Milliarden Jahre datiert werden und möglicherweise von mehrzelligen Lebewesen stammen. Sollte das der Fall sein, müsste die Erdgeschichte neu geschrieben werden, da bislang das Ediacarium (von vor 635 bis vor 541 Millionen Jahre) als das Zeitalter gilt, in dem erstmals große mehrzellige Lebewesen auftraten.

    Da die Abdrücke auf regelmäßige Formen schließen lassen und eine spezielle Anordnung aufweisen, vermuten die Forscher, dass es sich bei den Abdrücken nicht um bakterielle Matten handelt, sondern um primitive mehrzellige Eukaryonten (Lebewesen mit einem Zellkern). Möglicherweise könnten diese frühen Eukaryoten auch schon fotosynthetisch aktiv gewesen sein, spekulieren die Wissenschaftler.

    Allerdings sind nicht alle Forscher mit der Interpretation dieser Abdrücke einverstanden. So gibt es Stimmen, die trotz allem vermuten, dass die Abdrücke Kolonien von Bakterien widerspiegeln und andere, die sagen, dass man für eindeutige Beweise der Mehrzelligkeit echtes Gewebe finden müsse.

    18.05.2016

    Machairoceratops: Centrosaurinae mit gekrümmten Hörnern am Ende des Nackenschilds in Utah entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Im US-Bundesstaat Utah wurden die Überreste einer neuen Ceratopsia-Gattung gefunden, die den Namen Machairoceratops cronusi erhielt.

    Machairoceratops lebte vor etwa 77 Millionen Jahren in der späten Kreidezeit, wird zu den Centrosaurinae gezählt und konnte bei einem geschätzten Gewicht von ein bis zwei Tonnen ca. sechs bis acht Meter lang werden.

    Die Teile des Schädels, die gefunden wurden, weisen Ähnlichkeiten mit einem anderen Centrosaurinae auf, der in einem ähnlichen Gebiet gefunden wurde: Diabloceratops.

    Allerdings zeigt der Nackenschild des Machairoceratops eine Eigenschaft auf, die ihn vom Diabloceratops grundlegend unterscheidet: Machairoceratops besaß am Ende seiner Halskrause zwei lange nach vorne gebogene Hörner, die eine eigentümliche Rille von der Basis bis zur Spitze aufweisen. Welche Funktion diese Rille hatte, können sich die Forscher bislang nicht erklären.

    Der Fund des neuen Centrosaurinaes unterstützt die These, dass die Ceratopsia zwei getrennte Gebiete besiedelten, in denen sie sich getrennt entwickelten.

    18.05.2016

    Eotyrannus: Zahnfund auf der Isle of Wight weist auf 6 Meter Größe hin
    KURZNACHRICHT:

    Eine Paläontologie-Studentin hat am Strand auf der Isle of Wight einen besonders großen Zahn des Eotyrannus lengii entdeckt, der vermuten lässt, dass Eotyrannus größer war, als bislang angenommen.

    Bisher ist nur ein einziges unvollständiges Skelett dieses T.rex-Verwandten bekannt, der vor 125 Millionen Jahren in der frühen Kreidezeit im heutigen Südengland gelebt hat. Aufgrund des ersten Fundes wurde die Größe des Eotyrannus mit 4 Metern angegeben.

    Der nun gefundene Zahn spricht jedoch dafür, dass Eotyrannus auch größer werden konnte, möglicherweise mehr als 6 Meter.

    18.05.2016

    In der Dinosaurierevolution kam es häufiger zu Federnausbildung
    KURZNACHRICHT:

    In einer Studie, die sich mit der Hautstruktur bei 75 Dinosauriergattungen befasst hat, wurde festgestellt, dass das Ausbilden von Federn keine einmal stattgefunden "Erfindung" war, die dann von Generation zu Generation bis hin zu den Vögeln weitergegeben wurde. Vielmehr wurden die Vorläufer der Feder immer wieder neu erfunden und später wieder verworfen.

    Die Studienautoren meinen, dass die Verallgemeinerung vieler Paläontologen, dass sie aus mehreren Funden einzelner federtragender Dinosaurier gleich auf eine ganze Gruppe von federtragenden Dinosauriern schließen, ziemlich übertrieben und auch oft fehlt am Platze ist. In der Studie wurde festgestellt, dass die meisten der untersuchten Dinosaurier eindeutig eine schuppige Haut besessen hätten und oft nur einzelne Federn oder nur wenige Federn.

    Man sollte bei der Erforschung federtragender Dinosauriern die späteren Nachkommen, die Vögel, ganz aus den Überlegungen ausschließen und statt dessen fragen: Welchen Vorteil bot ein Federkleid oder welchen boten einzelne Federn.

    Die gängigste Antwort lautet: dem Imponiergehabe. Es werden aber auch Meinungen geäußert, die von einer Ausweitung der Sensorik sprechen, so wie Katzen ihre Schnurrhaare an den Kopfseiten einsetzen. Es ist nicht ganz auszuschließen, dass seitlich am Körper sitzende Dornen, Haare oder Federn eine ähnliche Funktion einnahmen wie die Schnurrhaare bei einer Katze.

    15.05.2016

    Sehr guter Fußabduck von Isochirotherium in Spanien entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In Katalonien (Spanien), in der Nähe von Barcelona, wurde ein außergewöhnlich gut erhaltener Fußabdruck eines Isochirotherium gefunden, an dem man Krallen und Hautabdrücke sehen kann. Der Abdruck wird auf ein Alter von 230 Millionen Jahren geschätzt und entstand somit in der mittleren Trias.

    Spuren von Isochirotherium und dessen Verwandten Chirotherium sind aus mehreren Teilen der Welt bekannt. So wurden ebenfalls Spuren in Argentinien, China und Deutschland gefunden.

    Der Begriff Isochirotherium bedeutet "Hand-Tier", da der Fußabdruck einem menschlichen Handabdruck gleicht: Ein Zeh streckt sich ähnlich vom Fuß ab, wie der Daumen von der menschlichen Hand.

    Allerdings vermuten die Forscher, dass dieser abgespreizte Zeh lediglich dem Stand im Schlamm Stabilität verleihen sollte und nicht wie der menschliche Daumen den anderen Fingern gegenübergestellt werden konnte.

    Da vom Isochirotherium bislang nur Fußabdrücke bekannt sind, können die Forscher nur vermuten, wie das Tier ausgesehen haben könnte. Sie nehmen jedoch an, dass es zu der Gruppe der Prestosuchidae oder der Rauisuchidae gehörte und somit ein Verwandter der Krokodilvorfahren war. Sehr wahrscheinlich handelt es sich bei Isochirotherium um einen Raubsaurer.

    Ein Gipsabdruck dieses sehr gut erhaltenen Fußstapfens ist an regionale Archäologie- und Paläontologie-Einrichtungen geschickt worden zur näheren Untersuchung.

    10.05.2016

    Salisbury berichtet von 71 Millionen Jahre alten Dinosaurierfunden in der Antarktis
    KURZNACHRICHT:

    In einer Pressemitteilung, die Dr. Steve Salisbury von der University von Queensland herausgegeben hat, berichtet er von einigen Funden in der Antarktis, die er während der Expedition mit seinem zwölfköpfigen Team im Februar/März dieses Jahres gemacht hat.

    Demnach haben die Forscher auf James Ross Island Fossilien gefunden, die ca. 71 Millionen Jahre alt sind. Es handelt sich sowohl um die Überreste von Plesiosauriern und Mosasauriern als auch um Dinosaurier-Fossilien.

    Allerdings, so räumt Salisbury ein, wird es vermutlich noch einige Jahre dauern, bis die Fossilien so gut präpariert sind, dass weitere Forschungen an ihnen durchgeführt werden können.

    10.05.2016

    Erdatmosphäre vor 2,7 Milliarden Jahren war dünner als heute
    KURZNACHRICHT:

    Eine neue Studie verweist darauf, dass die Erdatmosphäre vor 2,7 Milliarden Jahren wesentlich dünner war als bislang angenommen:

    Um herauszufinden, wie hoch der Atmosphärendruck war, als lediglich Einzeller die Erde beherrschten, es noch keinen Sauerstoff auf der Erde gab und das Sonnenlicht rund ein Fünftel schwächer schien als heute, untersuchten Forscher die Größe von eingeschlossenen Blasen in erkaltetem Lavagestein aus jener fernen Zeitepoche.

    Da es zu jener Zeit relativ warm auf der Erde war, galt bis jetzt die Annahme, dass die Atmosphäre dichter gewesen sein muss als heute, da nur so die geringe Wärmeeinstrahlung die Erde warm gehalten haben könnte.

    Bei ihren Untersuchungen stellten die Forscher nun aber überrascht fest, dass die Blasen auf einen nur geringen Atmosphärendruck hinweisen. Nicht nur, dass er nicht dichter war als heute - er scheint sogar noch niedriger als heute gewesen zu sein.

    Daher muss die Wärme auf der damaligen Erde andere Ursachen gehabt haben. Die Forscher vermuten, dass vor 2,7 Milliarden Jahren mehr Methan und Kohlendioxid auf der Erde vorherrschten und weniger Stickstoff, so dass durch die Treibhausgase die Wärme gehalten werden konnte.

    Das wiederum führt zu der Vermutung, dass auch die Stickstoffkonzentration in der Atmosphäre im Laufe der Erdgeschichte weit mehr geschwankt haben muss als bislang angenommen.

    06.05.2016

    Waren Mosasaurier warmblütig?
    KURZNACHRICHT:

    Mithilfe einer Sauerstoffisotopenanalyse bei Mosasaurier-Fossilien und dem Vergleich mit entsprechenden Werten von Fischen und Schildkröten aus der Zeit des Mesozoikums sowie mit denen von Vögeln, konnten Forscher in den USA Hinweise darauf finden, dass Mosasaurier wahrscheinlich warmblütig waren.

    Die Werte der Analyse bei den Mosasauriern lagen näher an denen der warmblütigen Vögel als an denen der wechselwarmen Fische und Schildkröten.

    Zwar gab es kleine Unterschiede bei den Werten zwischen einzelnen Mosasaurier-Gattungen, doch zeigten sich diese unabhängig von der Größe der Spezies. Dies wurde als Indiz dafür gewertet, dass keine Gigantothermie - also Warmblütigkeit aufgrund der Körpermasse - vorliegt.

    Insofern waren Mosasaurier wahrscheinlich nicht abhängig von der umgebenden Wassertemperatur und hielten selbstständig ihre relativ hohe Körpertemperatur.

    06.05.2016

    Minisauripus: Kleinste Dinosaurier-Fährte bestätigt
    KURZNACHRICHT:

    Vor zwei Jahren wurden in China die weltweit kleinsten Dinosaurier-Spuren gefunden. Das bestätigte jetzt ein internationales Forscherteam.

    Die Fußspuren sind ungefähr zwei Zentimeter lang, stammen aus der Unterkreide und wurden in der Provinz Sichuan entdeckt. Sie werden als Minisauripus bezeichnet.

    06.05.2016

    Atopodentatus: Pflanzenfressendes Meeresreptil besaß ein Maul ähnlich einem Hammerhaikopf
    KURZNACHRICHT:

    Als vor zwei Jahren die Überreste eines bis dato unbekannten Meeresreptils im Süden Chinas gefunden wurden, fehlten noch entscheidende Teile des Schädels. Es war lediglich erkennbar, dass es lange dünne Zähne besaß. Die Forscher vermuteten damals, dass das neu entdeckte Reptil, das vor rund 242 Millionen Jahren in der mittleren Trias lebte, kleine Krebstiere aus dem Wasser filterte. Aufgrund der Zähne erhielt das Meeresreptil den Namen Atopodentatus unicus (übersetzt: "einzigartig und ungewöhnlich Bezahnter").

    Nun wurden zwei weitere Fossilien dieses Meeresreptils gefunden einschließlich eines nahezu kompletten Schädels. Jetzt erst zeigte sich, wie außergewöhnlich Atopodentatus wirklich war: Sein Maul war im vorderen Teil so breit gezogen wie der Kopf eines Hammerhais. Während im breiten Teil des Kiefers eine Reihe meißelartiger, langer Zähne saß, wuchsen ihm im hinteren, schmaleren Bereich viele nadelspitze Zähne.

    Die Forscher gehen nun davon aus, dass Atopodentatus kein Fleischfresser war, sondern sich von Pflanzen ernährte, die er mit den vorderen Zähnen vom Boden des Meeres abschabte und einsaugte. Danach wird er das mit eingesaugte Wasser wieder herausgepresst haben, während die Zähne im hinteren Bereich die gefressenen Pflanzenstückchen festhielten.

    Nach den Ergebnissen zu schließen, ist Atopodentatus der bislang älteste bekannte Pflanzen-Filtrierer unter den Meeresreptilien.


    28.04.2016

    Dinosaurierschlaf durchlief wahrscheinlich ebenso REM- und Slow-Wave-Phasen wie bei Säugern und Vögeln
    KURZNACHRICHT:

    In einer Studie haben Forscher mit Überraschung festgestellt, dass Eidechsen wie wir Menschen ebenfalls einen Schlaf haben, der aus einem Zyklus aus REM und dem so genannten Slow-Wave-Muster besteht. Zu diesem Zweck hatten sie fünf australischen Bartagamen neu entwickelte Sonden ins Gehirn implantiert, mit denen sie die Hirntätigkeiten der Tiere während des Schlafes überwachen konnten.

    Bislang waren die Forscher davon ausgegangen, dass lediglich die Säugetiere und Vögel diese Schafzyklen durchlebten und sich diese Zyklen erst in der Zeit entwickelten, als die ersten Vögel und Säuger auftraten.

    Nach den Ergebnissen der Studie zu schließen, muss die Entwicklung des REM und Slow-Wave-Musters während des Schlafes aber schon viel früher stattgefunden haben - möglicherweise schon zu Beginn der Wirbeltier-Evolution - zumindest aber schon bei den gemeinsamen Vorfahren von Säugern, Vögeln und Echsen vor rund 300 Millionen Jahren.

    Das bedeutet, dass wahrscheinlich auch die Dinosaurier einen Schlaf aus abwechselnden Phasen zwischen REM und Slow-Wave-Mustern aufwiesen.

    Allerdings, so betonen die Forscher, sind die Schlafrhythmen bei Menschen, Reptilien und Vögeln sehr unterschiedlich: Zum einen dauern die einzelnen Zyklen bei den verschiedenen Tieren sehr unterschiedlich lange und sind zum anderen auch unterschiedlich verteilt:

    Beim Menschen dauert der Zyklus zwischen 60 und 90 Minuten, bei einer Katze rund 30 Minuten und bei einer Bartagame ca. 80 Sekunden.

    Während beim Menschen die REM-Phase für gewöhnlich aber viel kürzer ist als der Slow-Wave-Schlaf, dauern bei der Eidechse die Phasen scheinbar gleich lange und sind bei Vögeln absolut unregelmäßig verteilt.

    27.04.2016

    Sarmientosaurus: Titanosaurier konnte vermutlich sehr gut sehen, vorzugsweise tiefe Töne hören und fraß niedrig wachsende Pflanzen
    KURZNACHRICHT:

    In Zentral Patagonien (Argentinien) wurde der außergewöhnlich gut erhalten gebliebene Schädel samt eines Halsfossils eines Titanosauriers gefunden, der den Namen Sarmientosaurus musacchioi erhielt.

    Benannt wurde dieser Titanosaurier nach der Stadt Sarmiento, in dessen Nähe die Fossilien gefunden wurden sowie nach einem verstorbenen Paläontologen-Kollegen und Freund des Ausgrabungs-Teams, Eduardo Musacchio, der an der Nationalen Universität von Patagonien San Juan Bosc tätig war.

    Gelebt hat Sarmientosaurus vor rund 95 Millionen Jahren in der Oberkreide.

    Der gefundene fossile Schädel ist so gut erhalten, dass der Ausguss und ein Computerscan deutliche Hinweise auf gewisse sensorische Fähigkeiten geben: Demnach besaß Sarmientosaurus zwar ein sehr kleines Gehirn, allerdings große Augäpfel und vermutlich eine gute Sehfähigkeit. Sein Innenohr deutet darauf hin, dass sein Hörsinn eher auf niedirgfrequentierte Schallwellen ausgelegt war. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass dieser Titanosaurier seinen Kopf meist mit der Schnauze nach unten getragen hat. Das führt die Forscher zur Vermutung, dass er sich überwiegend von niedrig wachsenen Pflanzen ernährt hat.

    26.04.2016

    Dinosaurier wanderten in der Mittelkreide aus Europa aus, aber nicht hinein
    KURZNACHRICHT:

    Eine Studie, die auf sämtlichen dokumentierten Dinosauriernachweisen sämtlicher Kontinente fußt, zeigt, dass auch nach dem Auseinanderbrechen des Superkontinents Pangäa eine Wanderbewegung der Dinosaurier zwischen den Kontinenten stattfand.

    Die Forscher vermuten, dass sich durch Kontinentalbewegungen noch lange Zeit nach dem Auseinanderbrechen des Superkontinents immer mal wieder Landbrücken zwischen den Kontinenten auftaten, über die die Dinosaurier von einem Kontinent zum anderen gelangten.

    Die dokumentierten Dinosaurierfunde scheinen allerdings anzuzeigen, dass während der mittleren Kreidezeit von vor 125 Millionen bis vor 100 Millionen Jahren viele Dinosaurier von Europa aus auf andere Kontinente auswanderten, aber keine Migration nach Europa hinein stattfand.

    Dieses Ergebnis verwundert die Forscher. Allerdings, so geben sie zu bedenken, wäre es durchaus möglich, dass die bislang dokumentierten Funde durch das Fehlen entsprechender Fossilien auch ein falsches Bild vermitteln.

    22.04.2016

    Samenfressende Schnabelträger unter den Dinosauriern waren beim Massensterben am Ende der Kreidezeit im Vorteil
    KURZNACHRICHT:

    Forscher haben eine neue Theorie veröffentlicht, nach der die Vögel vermutlich deshalb das Massensterben am Ende der Kreidezeit überstanden, weil sie sich mit ihren zahnlosen Schnäbeln auf Samen als Nahrungsquelle spezialisiert hatten.

    Zu dieser Schlussfolgerung kamen die Forscher nach der Untersuchung von rund 3000 Maniraptora-Zähnen (Raubsaurier-Zähnen von vogelähnlichen Dinosauriern) unterschiedlicher Dinosaurier-Gattungen. Ihren Ergebnissen zufolge blieb die Anzahl der Zahnträger während der letzten 18 Millionen Jahre der Kreidezeit gleich stabil. Daher muss es einen sehr plötzlichen Klimaumschwung gegeben haben, der zur Benachteiligung und dem raschen Aussterben der zahntragenden Maniraptora geführt hat. Dies kann nach Meinung der Forscher nur durch einen Meteoriteneinschlag erklärt werden.

    Da infolge des Einschlags die Pflanzen unter den veränderten Klimabedingungen zu leiden hatten, während deren Samen Jahre lang unbeschadet im Boden überleben konnten, waren die Samenfressern den Pflanzenfressern gegenüber im Vorteil.

    22.04.2016

    Rapetosaurus-Babys besaßen kein Kindchenschema - möglicherweise Hinweis auf fehlendes Brutfürsorge-Verhalten
    KURZNACHRICHT:

    Ein Zufallsfund von Suropoden-Baby-Knochen in einem Museum liefert neue Erkenntnisse über die Entwicklung von Sauropoden:

    Schon im Jahr 2012 entdeckte eine Forscherin in einem Museum zwischen diveresen Krokodilknochen kleine Sauropodenknochen, die sie dem Titanosaurier Rapetosaurus krausei zuordnen konnte. Es waren Knochen, die von einem noch sehr jungen Tier stammten, das vermutlich zwischen 39 und 77 Tage alt gewesen war. Die Untersuchung der Knochen zeigt, dass es wahrscheinlich verhungerte.

    Das Erstaunliche an diesem Fund jedoch waren die Körperproportionen. Denn dieses Jungtier wies kein erkennbares Kindchenschema auf.

    Normalerweise sind die Proportionen bei einem neugeborenen Tier (und auch beim Menschen) anders als die bei einem ausgewachsenen Individuum: verhältnismäßig kurze Arme und Beine, großer Kopf, große Augen, kurze Schnauze, wenig ausgebildeter "Körperschmuck" (wie z.B. Geweihe, Hörner, Halskrausen...).

    Der kleine Rapetosaurus hingegen, der zum Zeitpunkt seines Todes eine Hüfthöhe von ungefähr 35 Zentimeter und ein geschätztes Gewicht von 40 Kilogramm gehabt haben dürfte, zeigte fast die gleichen Proportionen wie ein erwachsenes Exemplar, das bis zu 15 Meter lang, 4 Meter hoch und 10 Tonnen schwer werden konnte.

    Aus diesem Befund schließen die Forscher, dass Rapetosaurus keine Nestfürsorge betrieb und dass die frisch geschlüpften Sauropoden direkt auf sich selbst gestellt waren. Außerdem zeigten die Jungtiere ein erstaunlich schnelles Wachstum: Bei der Geburt schätzungsweise 3,5 Kilogramm schwer, verzehntfachten sie ihr Gewicht schon innerhalb der ersten zwei bis drei Monate.

    18.04.2016

    Hatte die Artenvielfalt unter den Dinosauriern schon vor dem Meteoriteneinschlag deutlich abgenommen?
    KURZNACHRICHT:

    Es gibt eine neue Studie, die sich mit dem Aussterben der Dinosaurier befasst:

    Demnach hat die Aussterberate bei den meisten Dinosauriern am Ende der Kreidezeit zugenommen, so dass diese eh schon vom Aussterben bedroht waren. Der Meteoriteneinschlag hätte das Aussterben nur noch beschleunigt, da die Dinosaurier nicht mehr in der Lage gewesen seien, sich an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen. Die Forscher stellten ein Abnehmen der Artenbildungsrate spätestens 24 Millionen Jahre vor dem Meteroriteneinschlag fest, bei einzelnen Gruppen schon wesentlich früher: rund 50 Millionen Jahre vor dem Impakt.

    Insbesondere bei den Sauropoden fanden die Forscher, dass das Aussterben einzelner Arten wesentlich schneller vonstatten ging als das Hervorbringen neuer Arten. Bei Theropoden war der Prozess eher schleichender. Hingegen sei die Artenbildungsrate bei den Hadrosauriern und den Ceratopsidae noch sehr hoch gewesen.

    06.04.2016

    Bohrungen am Chicxulubkrater sollen Auskunft über die ersten Minuten nach dem Impakt geben
    KURZNACHRICHT:

    Im Golf von Mexiko soll eine intensive Untersuchung des Chicxulub-Kraters stattfinden, der nach Meinung vieler Wissenschaftler den Einschlagsort des Meteoriten darstellt, der vor 66 Millionen Jahren zum Aussterben der Dinosaurier und vieler ander Tier- und Pflanzenarten geführt haben soll.

    An dem mehr als 10 Millionen Euro teuren Projekt, das rund 10 Jahre lang vorbereitet wurde, beteiligen sich insgesamt 30 Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen aus 12 Nationen, darunter Geologen, Geochemiker, Geophysiker und Paläontologen.

    Das Forscherteam will Bohrkerne bis zu 1,5 Kilometer Tiefe aus dem Ring des Kraters entnehmen, die in Bremen zwischengelagert werden. Die Bohrkerne werden in der Regel schon auf dem Schiff gespalten. Auf dem aktuellen Schiff ist jedoch kein Platz, daher bleiben sie in diesem Fall intakt und werden nur kühl gelagert.

    Einige wenige Untersuchungen der Bohrkerne werden allerdings schon an Bord des Schiffes durchgeführt, so z.B. die Feststellung der physikalischen Eigenschaften wie Dichte und Gammastrahlung. Die Außenseite der Kerne wird ebenfalls schon visuell analysiert und erkennbare Änderungen im Aufbau markiert.

    Im Herbst wollen sich die Forscher dann zu einer vierwöchigen Klausur in Bremen treffen, um u.a. die Bohrkerne zu spalten. Während die eine Hälfte unter den Wissenschaftlern aufgeteilt wird, soll die zweite Hälfte für spätere Untersuchungen verwahrt werden.

    Die Forscher hoffen sich durch die Analyse der Bohrkerne Antworten auf die Fragen, was in den ersten Minuten nach dem Impakt geschehen ist.

    Im ersten Jahr stehen die Bohrkerne nur den an dem Forschungsprojekt beteiligten Wissenschaftlern zur Verfügung, später sollen sich auch andere Forscher mit ihnen beschäftigen dürfen.

    Die ersten Untersuchungs- und Interpretationsergebnisse dieser Expedition werden schon im kommenden Jahr erwartet, nachdem sämtliche Forscher in ihren Disziplinen die Bohrkerne untersucht haben.

    05.04.2016

    Lystrosaurus: Kleineres Körperwachstum und schnellere Geschlechtsreife halfen beim Überstehen vom Massensterben am Ende des Perm
    KURZNACHRICHT:

    Forscher, die sich mit dem Massensterben am Ende des Perm vor 262 Millionen Jahren beschäftigt haben, haben entdeckt, dass die Lystrosaurier, die sowohl vor als auch nach dem Massensterben existierten, eine eigene Strategie entwickelten, um das Massensterben zu überstehen: Ihre Arten wurden kleiner und lebten kürzer, was darauf schließen lässt, dass auch ihre Fortpflanzungsfähigkeit früher einsetzte.

    Lystrosaurier gehörten zu den säugetierähnlichen Reptilien, die während des späten Perm und der frühen Trias lebten.

    Vor der Katastrophe lag das Durchschnittsalter der Lystrosaurier bei 13 bis 14 Jahren, nach der Katastrophe bei 2 bis 3 Jahren.

    Diesen Effekt haben Wissenschaftler auch bei heutigen Tieren festgestellt, wie z.B. beim Kabeljau. Im vergangenen Jahrhundert sind die Tiere wesentlich kleiner geworden und früher geschlechtsreif. Daraus schließen die Forscher, dass wir uns zur Zeit mitten im sechsten großen Massensterben befinden, das allerdings anders als bei früheren Massensterben nicht durch Umwelteinflüsse sondern durch das Wirken der Menschen hervorgerufen wurde.

    Einige Forscher vermuten, dass die Hälfte der Säugetierarten bis zum Ende des nächsten Jahrhunderts ausgestorben sind, falls es so weitergeht wie bisher.


    29.03.2016

    Sauropoden entwickelten sich im Laufe der Evolution immer in eine Richtung: längerer Hals, größerer Brustkorb, stärkere Vorderbeine
    KURZNACHRICHT:

    Ein Forscherteam hat sich genauer mit der Evolutionsgeschichte der Sauropoden auseinandergesetzt und mithilfe von Computermodellen einen Trend in der körperlichen Entwicklung dieser Dinosauriergruppe festgestellt:

    Die frühesten Dinosaurier, die sich zu Sauropoden entwickelten, liefen noch zweibeinig und hatten den Schwerpunkt über der Hüfte, damit sie ihr Gleichgewicht halten konnten. Sie waren noch eher klein, hatten eine schmale Brust, kurze und schwache Vorderbeine und einen relativ kurzen Hals. Zu diesen frühen Sauropoden zählt u.a. der aus der Obertrias stammende Plateosaurus.

    Nach Aussage des Teams fand dann aber eine Entwicklung hin zu einem massigeren Brustkorb, stärkeren Vorderbeinen und einer Verlängerung des Halses statt. So wurden aus den hinterlastigen Zweibeinern mit der Zeit vorderlastige Vierbeiner, wie z.B. die aus dem Oberjura stammenden Apatosaurus und Diplodocus.

    Allerdings war mit dem Erreichen dieser Körperform die Evolution noch nicht beendet. Der Trend hielt weiterhin an. So entwickelten sich in der Kreidezeit die Titanosaurier, zu denen u.a. der mächtige Argentinosaurus und der ebenso mächtige Dreadnoughtus zählen. Diese Dinosaurier gehörten zu den schwersten und größten Sauropoden, die jemals die Erde bevölkerten, und lebten in der oberen Kreidezeit. Bei ihnen setzte sich der Trend des nach vorne verschiebenden Schwerpunkts durch ein weiteres Anschwellen des Brustkorbes in Verbindung mit einem langen Hals weiter fort, was wiederum zu noch stärkeren Vorderbeinen führen musste.

    29.03.2016

    Litten auch schon die Dinosaurier unter einer Malaria-ähnlichen Krankheit?
    KURZNACHRICHT:

    Forscher der Oregon State University haben in einem rund 100 Millionen Jahre alten Bernstein aus Myanmar eine eingeschlossene Gnitze (Bartmücke) gefunden und in deren Hinterleib 35 Oozysten (frühe Entwicklungsstadien) des Parasiten "Paleohaemoproteus burmacis", der als Vorläufer heutiger Parasiten gilt, die eine Malaria-ähnliche Krankheit hervorrufen.

    Laut Nachrichtenquelle folgern die Forscher daraus, dass diese Gnitze auch die herrschenden Reptilien ihrer Zeit belästigt haben könnte - und somit möglicherweise auch die Dinosaurier bereits unter einer Malaria-ähnlichen Krankheit gelitten hätten.

    Der schriftführende Forscher hatte allerdings schon 2008 die These aufgestellt, dass die Dinosaurier entscheidend durch Insekten geschwächt worden wären, die sich in der Kreidezeit zu Überträgern von Mikroben und Krankheiten entwickelt hätten - was letztendlich zum Aussterben der Dinosaurier geführt hätte und von einem verstärkt auftretenden Vulkanismus oder einem Meteoriteneinschlag nur unterstützt worden wäre. (vgl Nachricht vom Jan. 2008)

    17.03.2016

    Bestätigung: Vorhandensein von Röhrenknochenmark bei Dinosaurierfossilien verweist eindeutig auf weibliches Individuum
    KURZNACHRICHT:

    Bereits im Jahr 2005 konnte ein Forscher-Team um die US-amerikanische Wissenschaftlerin Mary Higby Schweitzer im Oberschenkelknochen eines Tyrannosaurus-Skeletts Röhrenknochenmark nachweisen, das mit dem Röhrenknochenmark von heutigen Emus und Straußen große Ähnlichkeit aufwies, und eindeutige Rückschlüsse darauf zuließ, dass der untersuchte Tyrannosaurus weiblich war und kurz vor seinem Ableben Eier gelegt hatte.

    Nun haben weitere Tests diese Befunde bestätigt.

    Zwar könnte somit eine Geschlechteridentifizierung möglich sein, allerdings sei der Nachweis von Röhrenknochenmark bei vielen Fossilien nur schwer möglich, so die Forscher.

    16.03.2016

    Genetisches Experiment: Huhn mit Dinosaurier-Beinen
    KURZNACHRICHT:

    In Chile ist das nächste Hühner-Dinosaurier-Experiment gelaufen. Diesmal haben die Forscher das so genannte "Indian Hedghog Protein" manipuliert und so ein Huhn mit Dinosaurier-Bein erschaffen.

    Im letzten Jahr hatten US-amerikanische Forscher durch Genmanipulation Hühnerembryonen mit Dinosaurierschnauze und Dinosaurier-ähnlichem Rachenraum "erschaffen", die sie allerdings nicht schlüpfen ließen. (vgl. Nachricht vom Mai 2015)

    Ob die chilenischen "Dinosaurier-Hühner" zum Schlüpfen gebracht wurden, ist auf den deutschsprachigen Nachrichtenservern nicht vermerkt.

    16.03.2016

    Warum kam es zur "kambrischen Explosion"
    KURZNACHRICHT:

    Warum die so genannte "kambrische Explosion" vor rund 540 Millionen Jahren plötzlich so vielfältige komplexe Lebewesen hervorbrachte, nachdem es Milliarden von Jahren nur Einzeller und einfach gebaute Tiere und Pflanzen gab, ist nach wie vor ein Rätsel.

    Viele Theorien gehen davon aus, dass ein plötzlicher Sauerstoffanstieg in den Meeren dafür verantwortlich ist, obwohl signifikante Beweise dafür noch nicht gefunden worden sind.

    Es ist aber anzunehmen, dass im Kambrium erstmals sich bewegende Räuber auftraten, die die festsitzenden Tiere des Ediacariums (das Zeitalter unmittelbar vor dem Kambrium) zu einer Art "Aufrüstung" bei den Abwehrmechanismen zwangen - sei es durch das Bilden eines Außenskeletts oder durch eigene Beweglichkeit, die eine Flucht ermöglichte.

    Fossile Spuren zeigen, dass möglicherweise die ununterbrochenen mikrobiellen Matten, die im Ediacarium die Meeresböden bedeckten, aufgelockert wurden und sich einige Tiere begannen, vor den räuberischen Tieren zu verstecken.

    Auch die Flucht in höher gelegene Schichten des Meeres, die mehr Sauerstoff enthielten und somit mehr Energiezufuhr erlaubten, wäre eine Möglichkeit gewesen, den Räubern zu entkommen, so die Forscher.

    14.03.2016

    Timurlengia: Tyrannosaurier aus der Oberkreide war noch klein, aber vermutlich sehr intelligent
    KURZNACHRICHT:

    In Usbekistan wurden die Überreste einer bis dato unbekannten Tyrannosaurier-Gattung gefunden, die in der Zeit zwischen 1997 und 2006 ausgegraben wurde und den Namen Timurlengia euotica erhielt. Dieser neu entdeckte Tyrannosaurier lebte vor rund 90 Millionen Jahren im heutigen Asien und könnte eine noch klaffende Lücke im Tyrannosaurus-Stammbaum schließen.

    Bislang kannte man lediglich relativ kleine Tyrannosaurier aus dem Jura und der Unterkreide und die riesigen Tyrannosaurier vom Ende der Kreidzeit, zu denen u.a. auch Tyrannosaurus rex gehörte. Daher war bislang nicht bekannt, wie die Evolutionsgeschichte dieser Raubsaurier-Gruppe aussah.

    Der Fund von Timurlengia gibt nun darüber Auskunft: Selbst bis in den Anfang der Oberkreide hinein waren die Tyrannosaurier nicht größer als ein heutiges Pferd. Timurlengia brachte es nach Schätzung der Forscher auf keine drei Meter Länge und auf ein Gewicht von nur 250 Kilogramm. Allerdings besaß er lange Beine, was auf einen schnellen Jäger schließen lässt, und schmale, messerartige Zähne.

    Am auffälligsten bei Timurlengia war jedoch sein Schädel, denn die Proportionen und der Aufbau sprechen für eine hohe Intelligenz und scharfe Sinne. Demnach lässt sich darauf schließen, dass die Tyrannosaurier zunächst intelligent wurden und sich dann auch größenmäßig zu den Herrschern der Dinosaurier aufschwangen, so die Forscher.


    29.02.2016

    Wiedergefundener Abelisaurier-Knochen verrät Größe des Tiers
    KURZNACHRICHT:

    Ein lange Zeit in einer Museumsschublade vergessener, jetzt wieder entdeckter rund 95 Millionen Jahre alter, fossiler Oberschenkelknochen eines Abelisauriers half Forschern dabei, auf die Größe des lebenden Tieres zu schließen. Aufgrund der Narben und Beulen an diesem Knochen konnten die Forscher erkennen, wo die Muskeln und Sehnen für Oberschenkel und Schwanz ansetzten, und wie lang sowohl die Muskeln als auch die Sehnen waren. Daher vermuten die Forscher, dass dieser Abelisaurier neun Meter lang und ein bis zwei Tonnen schwer gewesen war. Trotz seiner kurzen Arme und möglicherweise auch seines flauschigen Federkleides, wird er einer der gefährlichsten Raubsaurier seiner Zeit gewesen sein.

    Der Knochen stammte ursprünglich aus den so genannten Kem Kem Beds Marokkos, die für ihre Fülle an Fossilen großer, räuberischer Dinosaurier bekannt sind und in denen noch andere Raubdinosaurier von mindestens fünf Gruppen gefunden wurden. Lange Zeit war es den Forschern ein Rätsel, wie so viele Raubsaurier zur gleichen Zeit am gleichen Platz existieren konnten, ohne sich gegenseitig zu vernichten.

    Die Forscher sind nun zu dem Schluss gekommen, dass die Kem Kem Beds durch geologische Umwälzungen bedingt nicht die chronologische Reihenfolge der Fossilien widerspiegeln. Vermutlich liegen, so die Forscher, zwischen den verschiedenen Raubsauriergruppen zeitliche und örtliche Unterschiede, die vom Gestein nicht gezeigt werden.

    26.02.2016

    Dilohosaurus-Skelett mit verheilten Wunden
    KURZNACHRICHT:

    Forscher haben an einem 1942 ausgegrabenen, rund 185 Millionen Jahre alten, fossilen Dilophosaurus-Skelett zahlreiche Knochenbrüche und andere Verletzungen entdeckt. Da die meisten Verletzungen Hinweise auf Heilungsprozesse geben, gehen die Forscher davon aus, dass Dilophosaurus noch mehrere Monate mit diesen Verletzungen gelebt hat.

    Neben den verschiedenen Knochenverletzungen, die sich u.a. am linken Schulterblatt, dem linken Unterarm und dem rechten Oberarm befinden, zeigt Dilophosaurus auch Beschädigungen aufgrund von Infektionen auf, wie z.B. an der linken Elle und dem Daumen der linke Hand. Auch abnormes Knochenwachstum konnte an zwei Stellen nachgewiesen werden.

    Die Forscher gehen davon aus, dass Dilophosaurus zum Schluss sehr starke Schmerzen gehabt haben muss und somit nicht mehr allzu erfolgreich auf Jagd gegangen sein kann.

    18.02.2016

    Alleinige Hinterfußstapfen von Sauropoden deuten auf unterschiedliche Gewichtsverteilung des Vorder- und Hinterteils, nicht auf Schwimmen hin
    KURZNACHRICHT:

    Es hat eine Neubewertung von Sauropodenfußspuren aus China, bei denen nur die Hinterstapfen erhalten geblieben sind, stattgefunden.

    Ursprünglich waren diese Fußspuren einem schwimmenden Dinosaurier zugeschrieben worden, da man sich nicht vorstellen konnte, dass ein großer, schwerer Sauropode auf zwei Beinen an Land herumgetorkelt wäre. Eine Neuanlyse hat aber nun ergeben, dass es sich eindeutig um Landspuren handelt, also kein schwimmender Dinosaurier unterwegs war.

    Die Paläontologen schließen aus den Fußabdrücken nun, dass ein Sauropode im Schlamm unterwegs war und sich die Hinterbeine wegen einer größeren Gewichtsbelastung tiefer in den Schlamm gedrückt haben als die Vorderbeine, so dass zwar die Hinterstapfen erhalten blieben, die Vorderstapfen aber nicht.

    Im Jahr 2003 wurde schon einmal über schwimmende Sauropoden berichtet. Diese Studien gingen auf Experimente mit Plastikdinosauriern und Computersimulationen zurück und führten zu dem Ergebnis, dass schwimmende Sauropoden vermutlich nur Vorderfußstapfen hinterließen, da beim Schwimmen das meiste Gewicht auf den Vordergliedmaßen lag und die Hinterbeine vom Wasser vermutlich angehoben wurden - falls Sauropoden überhaupt hätten schwimmen können. Denn dies wurde in dem damaligen Artikel teilweise bezweifelt. (vgl. Nachricht vom Okt. 2003)

    17.02.2016

    Überarbeitung des Tyrannosaurier-Stammbaums
    KURZNACHRICHT:

    Steve Brusatte, Thomas Carr und weitere Kollegen haben den Stammbaum der Tyrannosauroidea unter Berücksichtigung neuer Erkenntnisse genauer analysiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Vorfahren der Tyrannosauroidea anfänglich eher klein und weniger beeindruckend waren.

    Nach der Analyse unterteilen Brusatte und Carr die Tyrannosauroidea nun in eine Gruppe basaler Proceratosauroiden, zu denen Yutyrannus und Guanlong gehören, dann in eine Zwischengruppe von kleinen bis mittelgroßen Tieren - und schließlich in eine Gruppe, zu denen sie die großen Tyrannosauroidea wie T.rex und Tarbosaurus zählen.

    Die Entwicklung der Tyrannosauroidea ist relativ gut dokumentiert, allerdings fehlt noch eine Zeitspanne von rund 20 Millionen Jahren, kurz bevor der Western Interior Seaway einen Großteil Nordamerikas bedeckte.

    Immerhin, so schlussfolgern die Forscher, zeigt sich, dass die Entwicklung der Tyrannosauroiden hin zu den gigantischen Formen erst allmählich von statten ging und nicht explosionsartig erfolgte. Ebenso erhöhte sich die Beißkraft nur allmählich. Die ersten wirklich schweren und riesigen Tyrannosauroidea, deren Gewicht bei über 1,5 Tonnen und deren Größe bei über 10 Metern lag, erschienen frühestens vor 80 Millionen Jahren.

    Eine interessante Entdeckung machten Brusatte und Carr aber doch: Es scheint in der Oberkreide unter den Tyrannosauroiden mehrere Wanderbewegungen von Nordamerika nach Asien und zurück gegeben zu haben. Und so scheint der T.rex tatsächlich von Asien aus in Nordamerika eingewandert zu sein. Allerdings, so betonen die Forscher, könnte durch weitere Funde von Tyrannosauroiden diese Vermutung wieder gekippt werden.

    16.02.2016

    Hesperornis überlebt Plesiosaurus-Angriff
    KURZNACHRICHT:

    In South Dakota wurden Fossilien des Urvogels Hesperornis gefunden, die eindeutige Belege für einen Plesiosaurus-Angriff in seinen Jugendtagen aufweisen. Der Heserornis konnte diesem Angriff jedoch enttkommen und wuchs bis zum Erwachsenenalter heran.

    Hesperornis füllte als flugunfähiger Tauchvogel in der Oberkreide vermutlich eine ähnliche ökologische Nische aus wie heute die Pinguine. So wie die heutigen Pinguine von den heutigen Räubern der Meere angegriffen werden, wird auch Hesperornis den räuberischen Meeressauriern als Beute gedient haben.

    Da aufgrund des fragilen Skeletts Vogelfossilen nur selten Millionen von Jahren intakt überdauern, wird dieser Fund als sehr bedeutsam eingestuft, obwohl die Knochen des Hesperornis vergleichsweise robust sind. Schon im Jahr 2003 hatte man im Magen eines fossile Ichthyosauriers Vogelreste gefunden, was einer kleinen Sensation gleichkam, da man bis dahin vermutet hatte, dass sich die Fischsaurier in erster Linie von Belemniten ernährt hätten. (vgl. Nachricht vom Juli 2003)

    Nun konnte man aufgrund der Bissspuren an dem fossilen linken Hesperornis-Unterschenkelknochen erstmals nachweisen, dass auch Plesiosaurier auf die frühen Wasservögel Jagd machten, zumindest ein Vertreter aus der Gruppe der Polycotylidae, welche kurzhalsig und langschnäuzig waren. Die vernarbten Bissspuren am Hesperornis-Bein passten genau zum Gebiss des Policotylidae-Plesiosaurus KUVP 1300.

    11.02.2016

    Uralter Hüftknochen könnte neue Erkenntnisse zur Entstehung der Ceratopsier bringen
    KURZNACHRICHT:

    Forscher haben den ca. 10 Zentimeter langen Hüftknochen (Pubis) eines Ceratopsiers beschrieben, der bereits 1991 in der San Rafael Swell in Utah gefunden wurde und auf ein Alter von 98 Millionen Jahren geschätzt wird. Vermutlich stammte er von einem höher entwickelten Ceratopsier.

    Da dieser Fund somit mindestens acht Mio. Jahre älter ist als ein Fund aus Usbekistan, vermuten die Forscher, dass die Gruppe der Ceratopsier in Nordamerika entstanden und über eine alte Bering-Landbrücke auch nach Asien gewandert ist.

    Kenneth Carpenter, Direktor und Kurator der Paläontologie am Utah State University Eastern Prehistoric Museum erklärt, dass der Fund dieses Knochens, da er von einem höher entwickelten Ceratopsier stammt, in diesem alten Gestein vollkommen unerwartet kam und sagt: "Es ist so, als würde man eine Boing 747 in einer Zeichnung von Da Vinci finden."

    Somit gehen die Forscher davon aus, dass die Geschichte der Ceratopsier in Nordamerika länger zurückreicht, als bislang angenommen.

    09.02.2016

    Fund aus der mittleren Kreidezeit Idahos bringt Hinweise auf Oviraptorosaurier und drei neuen Tyrannosaurus-Arten
    KURZNACHRICHT:

    In Idaho (USA) haben Forscher die Überreste von mindestens drei neuen Arten von kleinen bis mittelgroßen Tyrannosauriern entdeckt. Die größte der Arten erreichte demnach die Größe eines Pferdes, die kleinste die Größe eines Retrievers (Hund). Wahrscheinlich lebten die neu entdeckten Dinosaurier vor rund 95 Millionen Jahren.

    Neben den Tyrannosaurier-Funden entdeckten die Forscher auch ein Paar Oviraptorosaurier-Eier, das von einer großen Oviraptorosaurierart stammt. Es ist nach Aussage der Forscher der erste Hinweis darauf, dass auch in dieser Gegend Oviraptorosaurier lebten.

    Die Forscher sind begeistert, da zum einen überhaupt ein neuer Fund aus Idaho kommt (in Idaho werden eher weniger Fossilien gefunden) - und zum anderen, dass der Fund aus der mittleren Kreidezeit stammt und somit einige Lücken in der zeitlichen Abfolge klären könnte.

    Die Forscher versuchen nun, anhand der spärlichen Überreste, die sie gefunden haben, die Dinosaurier zu identifizieren. Sie geben aber zu bedenken, dass mögliche Schlussfolgerungen, die sie zum jetzigen Zeitpunkt treffen können, später vielleicht revidiert werden müssen, wenn vollständigere Funde gemacht würden.

    03.02.2016

    Ischioceratops: Neue Ceratopsier-Art in China entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In der Provinz Shandong in China haben Forscher die Überreste einer neuen Ceratopsier-Art entdeckt, die sie in die Gruppe der Leptoceratopsidae einordnen und der sie den Namen Ischioceratops zhuchengensis gegeben haben.

    Obwohl der Schädel fehlt, sehen die Paläontologen so viele Unterschiede zu den bisher bekannten Leptoceratopsidae, die ausschließlich aus der Oberkreide des heutigen Asiens und des heutigen Westen von Nordamerika bekannt sind, dass sie der neu gefundenen Art einen eigenen Namen gaben.

    Aussagen zum vermuteten Aussehen, zur Größe oder zum Gewicht wurden in dem Artikel nicht gemacht.


    29.01.2016

    Scutarx: Neuer Aeotsaurier aus der Obertrias in den USA entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Im Petrified Forest National Park in Arizona (USA) haben Forscher die Überreste eines Aetosauriers entdeckt, der hier in der späten Triaszeit von vor 220 bis vor 217 Millionen Jahren gelebt hat und den Namen Scutarx deltatylus (übersetzt: "Schildfestung mit dreieckigem Knopf") erhielt.

    Der Name geht auf den Fundort zurück, der in der Nähe einer geographischen Besonderheit liegt, die "die Sandburg" genannt wird, und auf seine Rückenpanzerung, die zu Lebzeiten aus dreieckigen Platten bestand.

    Aetosaurier waren entfernte Verwandte heutiger Krokodile und Alligatoren, die sich allerdings - nach dem Aussehen ihrer Zähne zu schließen - von Pflanzen und Insekten ernährten.

    Mit dem Fund des Scutarx sind inzwischen schon sieben Arten von Aetosauriern im Petrified Forest National Park gefunden worden. Das zeige, so die Forscher, dass die Aetosaurier in der Triaszeit eine weit verzweigte Gruppe waren. Als Pflanzenfresser nahmen sie darüberhinaus auch einen wichtigen Platz im damaligen Ökosystem ein.

    Laut Aussage der Forscher waren die Aetosaurier bis zu ihrem Aussterben am Ende der Triaszeit die eigentlichen Herrscher an Land. Erst danach übernahmen die Dinosaurier die terrestrische Herrschaft.

    28.01.2016

    Antarktis-Expedition hofft auf bedeutende Dinosaurierfunde
    KURZNACHRICHT:

    Ein internationales Team von 12 Wissenschaftlern wird sich von Februar bis März aufmachen, um in der Antarktis nach Dinosaurierfossilien (und anderen Fossilien) vom Ende der Kreidezeit zu suchen.

    Die Forscher erhoffen sich Antworten auf die Frage, wie es den Dinosauriern gelang, sich über die ganze Welt auszubreiten.

    Die Antarktis und Australien waren lange Zeit miteinander verbunden - auch noch am Ende der Kreidezeit. Während die meisten Funde in Australien allerdings rund 100 Millionen Jahre alt sind, kann man in der Antarktis auch Fossilien finden, die ein Alter von 65 bis 80 Millionen Jahren aufweisen.

    Und so hoffen die Wissenschaftler, durch neue Funde in der Antarktis herauszufinden, wann Australien ein eigenständiger Kontinent wurde.

    Da das von dem Team angestrebte Gebiet rund um die James-Ross-Insel einem endlosen Zyklus von Einfrieren und Auftauen und somit einer hohen Erosionsrate ausgesetzt ist, hofft das Team, das schon einmal im Jahr 2009 hier gewesen war - allerdings nur für zwei Tage, weil die Wetterverhältnisse einen Strich durch die Planung von fünf Wochen gemacht haben - hier neue Funde zu tätigen, die früher noch vom Stein verborgen waren.

    Diese Expedition kann auch über Twitter verfolgt werden: AP3.

    27.01.2016

    War Nanotyrannus doch kein jugendlicher Tyrannosaurus rex?
    KURZNACHRICHT:

    Ein Forscher hat sich im Zuge seiner Doktorarbeit mit den Beinlängen der Raubsaurier beschäftigt und ist zu dem Schluss gekommen, dass der fünf Meter lange Nanotyrannus, der häufig als jugendlicher Tyrannosaurus rex gesehen wird, eine eigenständige Gattung gewesen sein muss - und vermutlich viel schneller als alle anderen Tyrannosaurier rennen konnte.

    Der Forscher erklärt seine Befunde: "In der Kreidezeit war der T.rex der Löwe unter den Dinosauriern und Nanotyrannus der Gepard."

    Aufgrund der einzigartig länglichen Glieder des Nanotyrannus hält dieser Forscher es für bewiesen, dass der Nanotyrannus eine eigene Gattung darstellt.

    22.01.2016

    Plesiosaurus-Fund wird dem Oxforder Naturkundemuseum geschenkt
    KURZNACHRICHT:

    Die Überreste eines rund 5,5 Meter langen Plesiosauriers, die bereits im Jahr 2014 in einem Steinbruch bei Peterborough (Großbritannien) entdeckt wurden, wurden nun dem Oxford University Museum of Natural History gespendet, um dort weiter untersucht zu werden.

    Über 600 Knochenstücke konnten damals geborgen werden.

    Der Plesiosaurier, der den Spitznamen "Eve" erhielt, hatte einen 2,5 Meter langen Hals und den für Plesiosaurier typischen tonnenförmigen Körper, vier Paddelflossen und einen kurzen Schwanz. Der Kopf des Plesiosauriers steckt noch im Gestein und muss noch herausgelöst werden.

    21.01.2016

    Eotrachodon: Fund eines frühen Hadrosauriers lässt Ursprung der Entenschnabel-Dinosaurier im Osten der USA vermuten
    KURZNACHRICHT:

    In Alabama hat eine Gruppe Hobby-Fossilienjäger die Überreste einer ursprünglichen Hadrosaurier-Art entdeckt, die hier vor 83 Millionen Jahren gelebt hat und die den Namen Eotrachodon orientalis (übersetzt: "Rauer Zahn der Morgenröte aus dem Osten") erhielt. Der Name soll an den ersten benannten Hadrosaurier erinnern, der 1856 als Trachodon in die Geschichte einging.

    Dieser Fund, so erklären die Forscher, weise darauf hin, dass die Hadrosaurier wahrscheinlich ursprünglich im Osten Nordamerikas entstanden und sich erst später über die ganze Welt verbreiteten.

    Vor 85 Millionen Jahren war Nordamerika in zwei Hälften geteilt, und ein riesiger Wasergraben verlief vom Arktischen Ozean bis zum Golf von Mexiko. Dieser 1000 Meilen breite Graben teilte Nordamerika in den Ostteil, der "Appalachen" genannt wird, und in den Westteil, "Lamidia" genannt. Die Tiere im Osten konnten diesen Graben nicht überwinden. Erst später, als der Graben zuwuchs und eine Landbrücke von Osten nach Westen freigab, kamen die Hadrosaurier von der Insel herunter und zerstreuten sich danach über die ganze Welt.

    Das gefundene Fossil gilt als das am besten erhaltene Skelett eines primitiven Hadrosauriers, das jemals im Osten der Vereinigten Staaten gefunden wurde. Neben dem vollständigen Schädel konnten auch Dutzende von Rückenwirbeln, ein teilweise erhaltener Hüftknochen und ein paar Beinknochen geborgen werden.

    Aufgrund der Knochen gehen die Forscher davon aus, dass der gefundene Eotrachodon noch nicht ausgewachsen war. Sie nehmen aber an, dass er im ausgewachsenen Zustand sieben bis zehn Meter lang werden konnte und in der Regel auf zwei Beinen lief, sich zum Grasen jedoch auf alle Viere niederlassen konnte. Wahrscheinlich hatte er eine schuppige Haut.

    Besonders auffällig an ihm ist ein großer Kamm auf der Nase, der einen der Forscher zur Aussage verleitete: "Dieses Ding hatte eine große hässliche Nase."

    21.01.2016

    Dracoraptor: Überreste eines der ältesten und am besten erhaltenen Raubsaurier Europas aus dem frühen Jura entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    An der Südostküste von Wales haben Forscher nach dem Abrutschen eines überhängenden Kliffs die Überreste eines jungen Raubsauriers gefunden, dem sie den Namen Dracoraptor hanigani (übersetzt: "Drachenräuber") gaben.

    Gelebt hat Dracoraptor, dessen Skelett samt Schädel zu 40 Prozent erhalten geblieben ist, vor 200 Jahren im unteren Jura.

    Er wurde rund zwei Meter lang und besaß eine Schulterhöhe von 70 Zentimetern, war aber - nach den Knochenenden und den nicht vollständig verschmolzenen Nähten zu urteilen - noch nicht ganz ausgewachsen.

    Seine Zähne glichen gekrümmten Dolchen, die an der Innenseite gezackt waren. Wie für Raubsaurier üblich, waren seine Hinterbeine länger als seine Vorderbeine, welche in dreifingrigen Händen endeten.

    Die Forscher sind begeistert, denn "dieser Fund repräsentiert einen der vollständigsten Theropoden aus dem frühen Jura in ganz Europa." (Zitat)

    15.01.2016

    Sirindhorna: Neue Iguanodonart aus Thailand nach Thailändischer Prinzessin benannt
    KURZNACHRICHT:

    In Thailand wurden die Überreste einer neuen Igaunodonart entdeckt, die seit 2007 geborgen und analysiert wurden. Diese neue Art erhielt den Namen Sirindhorna khoratensis benannt nach der Thailändischen Prinzessin Sirindhorn, die im Jahr 2015 60 Jahre alt geworden war und sich sehr für Paläontologie interessiert.

    Bislang wurden 19 Schädelteile, darunter Wangen- und Kieferknochen identifiziert. Möglicherweise wurde Sirindhorna an die sechs Meter lang, zwei Meter hoch und wog eine Tonne. Gelebt hat diese neue Iguanodonart vor rund 120 Millionen Jahren.

    14.01.2016

    Nackenschild eines Chasmosaurus-Babys zeigt deutliche Unterschiede zu dem eines adulten Tieres
    KURZNACHRICHT:

    Phil Currie und seine Kollegen untersuchten die fossilen Überreste eines im Jahr 2013 entdeckten Chasmosaurus-Babys und stellten dabei fest, dass der Nackenschild nicht nur kürzer als der eines ausgewachsenen Chasmosauriers war, sondern dass er erstens weniger breit und eckig war und nach hinten schmal zulief und zweitens auch viel krauser war und auf der Mitte ein Grat verlief. Damit hätten die Forscher nicht gerechnet, so Currie.

    Nun wollen die Forscher weitere Studien durchführen, um weitere Veränderungen zu finden, die während des Aufwachsens der Ceratopsier stattfanden. Dabei soll unter anderem auch das Gehirn des Baby-Chasmosauriers gescannt werden.

    13.01.2016

    Nackenschild beim Protoceratops diente der sexuellen Selektion oder den Rangkämpfen innerhalb der Gruppe
    KURZNACHRICHT:

    Lange Zeit haben sich Paläontologen gefragt, was der Zweck der vielfältigen Hörner, Halskrausen, Helme, Kämme und anderen ungewöhnlichen schmückenden Strukturen der Dinosaurier war. Nun belegt eine neue Studie, dass es sich dabei vermutlich hauptsächlich um Strukturen handelt, die bei der sexuellen Selektion oder bei Rangkämpfen untereinander eine Rolle spielten.

    In der Studie haben britische Forscher die Halskrausen des Protoceratops untersucht, von dem diverse Individuen unterschiedlichen Alters und Reife vorhanden sind. So gibt es eine Menge erwachsener Exemplare, einige fast ausgewachsene sowie jugendliche und auch gerade geschlüpfte Jungtiere.

    Die Forscher konnten feststellen, dass die Halskrause bei den Jungtieren im Verhältnis zum Schädel ähnlich lang war wie bei den adulten Tieren, allerdings noch nicht so breit. Erst in einem Alter, als Protoceratops der Geschlechtsreife nahe kam, wuchs der Nackenschild auch in der Breite.

    Dieser Umstand führt die Forscher zur Erkenntnis, dass der Nackenschild erst im Erwachsenenleben eine Rolle spielte und somit vermutlich erst bei der Partnerwerbung oder bei Rangkämpfen innerhalb der Gruppe wichtig wurde.

    Früher geäußerte Hypothesen, nach denen der Nackenschild auch als Abwehr gegen Raubsaurier diente, konnten damit widerlegt werden, so die Forscher, da ansonsten auch die Jungtiere einen entsprechend breiten Nackenschild gehabt hätten. Außerdem lebten im Gebiet des Protoceratops ähnlich große Raubsaurier wie Tyrannosaurus rex - und die hätte ein 50 Zentimeter langer Nackenschild nicht groß am Zubeißen gehindert.

    12.01.2016

    Machimosaurus: Überreste eines riesigen Krokodils in der tunesischen Wüste gefunden
    KURZNACHRICHT:

    Im tunesischen Tatouine sind Forscher auf die spärlichen Überreste eines Krokodils mit der Bezeichnung Machimosaurus rex gestoßen, das hier vor 120 Millionen Jahren gelebt hat. Zu Lebzeiten machte Machimosaurus das seichte Meer als Lauerjäger unsicher und konnte bis zu zehn Meter lang und bis zu drei Tonnen schwer werden.

    Das im Wüstensand gefundene Fossil besteht allerdings nur aus einem Schädelfragmet und einigen weiteren Fragmenten.

    Bislang waren die Forscher davon ausgegangen, dass die Gruppe, in die Machimosaurus eingeordnet wird, schon vor der Kreidezeit ausgestorben war. Da das gefundene Fossil allerdings "erst" 120 Millionen Jahre alt ist, muss man davon ausgehen, dass an einzelnen Orten diese Gruppe noch bis weit in die frühe Kreidezeit hinein überleben konnte.

    08.01.2016

    Chinesicher Milliardär plant einen echten "Jurassic Park" vor australiens Küste
    KURZNACHRICHT:

    Vor dreieinhalb Jahren wurde bekannt, dass ein australischer Milliardär auf einer Insel vor der australischen Küste einen "echten" Jurassic Park bauen wollte, in dem lebendige Dinosaurier gehalten werden sollten (vgl. Nachricht vom Aug. 2012).

    Nun äußerte ein chinesischer Wissenschaftler eine ähnliche Idee. Auch dieser von ihm gestaltete "Jurassic Park" soll vor der australischen Küste liegen. Allerdings wird bislang ausgeschlossen, dass in diesem Park jemals lebendige Dinosaurier unterwegs sein werden.

    07.01.2016

    Führten Theropoden Balztänze in Nistplatznähe auf?
    KURZNACHRICHT:

    Im US-Staat Colorado haben Forscher Kratzspuren entdeckt, die auf einen rituellen Paarungstanz von großen Theropoden der Kreidezeit schließen lassen.

    Die Anordnung der Kratzspuren deutet darauf hin, dass es sich nicht um einfache Laufspuren handelt, sondern eher um ein Scharrverhalten, das auch heute noch diverse am Boden brütende Vögel bei Balztänzen zeigen, so die Forscher.

    Da die heutigen Balztänze in der Regel in der Nähe des Nistplatzes stattfinden, gehen die Forscher davon aus, dass auch die großen Theropoden in der Nähe der gefundenen Kratzspuren ihre Nester bauten.

    Die unterschiedlich großen Kratzspuren lassen möglicherweise darauf schließen, das hier mehrere Theropodenarten ihr Balzritual durchführten, erklärten die Forscher.

    Bislang gab es durch gefundene Schmuckfedern oder anderen Körperschmuck nur indirekte Hinweise auf ein mögliches Balzverhalten bei den Dinosauriern. Die in den USA gefundenen Kratzspuren scheinen diese Vermutungen nun durch direkte fossile Spuren zu bestätigen.

    06.01.2016

    Saurichthys: Spiraldarm weist auf agiles Leben hin
    KURZNACHRICHT:

    Schweizer Paläontologen haben den fossilen Magen-Darmtrakt eines Saurichthys, eines Knochenfisches aus der Trias, untersucht und haben einen geraden Magen und einen spiralförmigen Darm entdeckt. Der Darm ähnele, so die Forscher, dem spialförmigen Darm der heutigen Haie und Rochen.

    Nach Aussage der Forscher deute der Spiraldarm auf einen sehr agilen Lebensstil hin, da durch die Spiralwindungen der Darm wesentlich mehr Länge hat und somit die Verdauungsfläche vergrößert wurde, was wiederum zu einer besseren Verwertung der Nahrung und einer erhöhten Energiegewinnung führte.



    Nachrichten aus dem Jahr 2015


    30.12.2015

    Waptia: Frühenster Nachweis von Brutfürsorge bei Gliedertieren
    KURZNACHRICHT:

    Kanadische Forscher haben bei 508 Millionen Jahre alten Gliedertierfossilien der Gattung Waptia fieldensis unter dem Panzer die Überreste von Eiern entdeckt. Gleich fünf dieser krebsähnlichen Wesen aus dem Kambrium trugen bis zu 24 fein nebeneinander angeordnete Eier unterschiedlicher Größe. Die Forscher vermuten daher, dass die Eier bis zum Schlüpfen der Jungtiere getragen wurden, um sie so vor Fressfeinden zu schützen und gleichzeitig intensiv mit Sauerstoff zu versorgen.

    Da bei Gliedertieren in der Regel die Weibchen die Brutfürsorge übernehmen, nehmen die Forscher an, dass es sich bei den Waptia-Exemplaren um Weibchen handelte.

    17.12.2015

    Plesiosaurier setzten zur Fortbewegung vermutlich nur Vorderflossen ein - Hinterflossen dienten lediglich der Steuerung
    KURZNACHRICHT:

    Britische Wissenschaftler haben sich mit der Fortbewegungsweise von Plesiosauriern befasst und mithilfe von Computersimulationen herausgefunden, dass diese vermutlich nur mit den paddelartigen Vorderflossen durch das Wasser "flogen", ähnlich wie heutige Pinguine, während das hintere Paddelpaar lediglich der Steuerung diente. Die Simulationen hatten ergeben, dass der Vorwärtsschub durch den Einsatz der Hinterflossen nur unwesentlich unterstützt wurde.

    14.12.2015

    "Tristan Otto" - das Originalskelett eines Tyrannosaurus rex im Berliner Naturkundemuseum bekommt einen künstlichen Schädel
    KURZNACHRICHT:

    "Tristan Otto", das 2012 in Montana gefundene Skelett eines Tyrannosaurus rex, das von einem Privatsammler dem Berliner Museum zu Studienzwecken zur Verfügung gestellt wird und am 17. Dezember dieses Jahres der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll, macht Probleme: Der Originalschädel ist zu schwer und würde bei einer Montage zum Bruch des Halses führen.

    Daher werden zur Zeit die Einzelteile des Schädels in einem 3D-Drucker nachgebaut, anschließend zu einem Schädel zusammengesetzt und dann dem Originalskelett aufgesetzt, während der Originalschädel in einer Vitrine neben dem Skelett liegen wird.

    Da die Herstellung aber schon bis zu 30 Stunden dauert und die Aushärtung der Teile nochmals mehrere Stunden in Anspruch nimmt, sind die Museumsangestellten ein wenig unter Zeitdruck geraten, sind aber zuversichtlich, dass sie es bis Donnerstag schaffen werden und alles zur Präsentation komplett ist.

    "Tristan Otto" ist dreieinhalb Meter hoch und zwölf Meter lang und das bislang einzige originale Skelett eines Tyrannosaurus rex, das in Europa gezeigt wird.

    Eine Dokumentation, wie der T.rex in das Berliner Naturkundemusum eingezeogen ist, kann in der ARD-Mediothek bis zum 15.12 2016 angesehen werden: T.Rex - Ein Dino erobert Berlin

    10.12.2015

    Möglicherweise ältestes Plesiosaurus-Fossil Deutschlands bei Warburg entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Vor zwei Jahren fand ein Fossiliensammler Überreste eines Tieres bei Warburg und verständigte Experten des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), die die Knochen bargen. Nach der Analyse stellte sich jetzt heraus, dass es sich um das nahezu vollständige Fossil eines Plesiosauriers handelt, der wahrscheinlich in der späten Trias gelebt hat. Somit könnten die über 200 Millionen Jahre alte Plesiosaurus-Überreste der bislang älteste Fund dieser Art in Deutschland sein.

    09.12.2015

    Phosphorosaurus: Kleiner Mosasaurier schwamm eher langsam, konnte dreidimensional sehen und jagte nachts aus dem Hinterhalt
    KURZNACHRICHT:

    Auf der japanischen Insel Hokkaido wurden die außergewöhnlich gut erhalten gebliebenen Überreste einer kleinen Mosasaurier-Art mit dem Namen Phosphorosaurus ponpetelegans gefunden, die es zuließen, dass der Schädel fast vollständig rekonstruiert werden konnte.

    Im Gegensatz zu seinen bis zu 15 Meter großen Verwandten, besaß der nur drei Meter lange Phosphorosaurus nach vorn gerichtete Augen, die ein dreidimensionales Sehen ermöglichten und die zudem so groß waren, dass er wahrscheinlich nachts auf Beutefang gehen konnte. Da der Körperbau allerdings darauf schließen lässt, dass er ein eher langsamer Schwimmer war, gehen die Forscher davon aus, dass sich Phosphorosaurus auf die Lauer legte und eher aus dem Hinterhalt seine Beute angriff - ebenfalls anders als seine großen Verwandten, die viel eher an ein schnelles Jagen angepasst waren.

    Die Forscher vermuten, dass diese Andersartigkeit Phosphorosaurus das Überleben in den Lebensräumen der großen Verwandten sicherte, die zu ihrer Zeit als die Beherrscher der Meere galten.

    09.12.2015

    Zwei Lufengosaurus-Fossilien in China entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In China sind bei Straßenbauarbeiten die 180 Millionen Jahre alten Überreste zweier Lufengosaurier-Arten entdeckt worden:

    Die Überreste des als Lufengosaurus magnus Young identifizierten Exemplars bestehen aus dreizehn Wirbeln, drei Kreuzbeinen, dem linken und dem rechten Darmbein, den gesamten Hinterbeinen sowie 22 Schwanzwirbeln und ergeben eine Gesamtlänge von 5,3 Metern. Zu Lebzeiten erreichte dieser Dinosaurier, nach Aussage der Forscher, wohl eine Länge von knapp neun Metern.

    Einen halben Kilometer entfernt fand man zwei Beinknochen, zwei Wirbel, drei Kreuzbeine und zwei Schwanzwirbel, die der Art Lufengosaurus huenei Young zugeordnet werden.

    Lufengosaurier waren Prosauropoden aus der Gruppe der Massospondylidae.

    02.12.2015

    Brachylophosaurus: Blutgefäßen nachgewiesen und sichtbar gemacht
    KURZNACHRICHT:

    Amerikanische Forscher, die einem eher neuen wissenschaftlichen Zweig, der Paläoproteomik, angehören und die sich mit der Erforschung von Fossilien auf molekularer Ebene beschäftigen, haben bei einem 80 Millionen Jahre alten, demineralisierten Knochen eines Brachylophosaurus canadensis zum ersten Mal Blutgefäße nachweisen und sichtbar machen können.

    02.12.2015

    Fährte in Schottland zeigt: Sauropoden lebten auch in Küstengebieten
    KURZNACHRICHT:

    Auf der schottischen Isle of Skye haben Forscher in rund 170 Millionen Jahre altem Gestein Hunderte von alten Dinosaurier-Spuren entdeckt, die sie einer rund 15 Meter langen und über 10 Tonnen schweren Sauropodenart zuschreiben. Da die Isle of Skye im Jura von seichten Meeren und Lagunen bedeckt war, schließen die Forscher aus dem Fund, dass sich Sauropoden, die bislang stets nur auf festem Land vermutet wurden, durchaus auch in Küstennähe aufhielten und ggf. im seichten Wasser nach Nahrung suchten.

    Die Fährten, die teilweise übereinander gelagert sind, lassen auf eine eher schmale Gangart schließen. Der einzelne Fußabdruck war bis zu 70 Zentimeter groß und zeigte eine Klaue am ersten Zeh.


    30.11.2015

    Theropoden-Nestfürsorge evolutionär vorteilhafter als die von Sauropoden und Hadrosauriern?
    KURZNACHRICHT:

    Forscher haben anhand der Porenstruktur fossiler Eierschalen, die von Dinosauriern stammten, darauf geschlossen, dass viele Dinosaurier, u.a. die Sauropoden und Hadrosaurier ihre Eier mit Sediment oder verrottenden Pflanzenmaterial bedeckten, mit deren Hilfe sie ihre Eier ausbrüten ließen, während einige Theropodenarten ihre Nester offen selbst bebrüteten. Die Forscher untersuchten hierfür die fossilen Gelege von 29 Dinosaurierarten und verglichen diese mit denen von 127 heute lebender Vogel- und Krokodilarten.

    Möglicherweise, so schließen die Forscher daraus, konnten die Theropoden ihre Eier an sicheren, für Räuber eher schwer zugänglichen Orten ausbrüten, was den Vogelvorfahren somit einen wichtigen evolutionären Vorteil verschaffte.

    26.11.2015

    Dinosaurier-Auktionen in Europa scheitern häufig - Jugendlicher Allosaurus nicht vekauft
    KURZNACHRICHT:

    Wieder einmal ist bei einer Fossilien-Auktion in Europa ein außergewöhnlich gut erhaltenes Dinosaurier-Skelett nicht unter den Hammer gekommen, weil das Mindestgebot nicht abgegeben wurde. Scheinbar sind die Europäer nicht so spendabel wie ihre amerikanischen Kollegen, die teilweise horrende Summen für ein Dinosaurier-Fossil hinblättern.

    Dieses Mal ging es um einen jugendlichen Allosaurus, genannt "Little Al", der im Vorfeld auf einen Preis von 300.000 bis 500.000 Pfund geschätzt wurde.

    Vor zwei Jahren sollte schon ein besonders gut erhaltenes Diplodocus-Skelett mit dem Spitznamen "Misty" versteigert werden - auch das scheiterte an den zu geringen Geboten - und so wurde dieses Fossil letztendlich zu einem "Schnäppchenpreis" von 483.000 Pfund verkauft.

    20.11.2015

    Auf Spitzbergen Überreste eines Tropenwaldes aus dem Devon entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Auf Spitzbergen haben Forscher die Überreste eines Urzeitwaldes bestehend aus Bärlappgewächsen aus dem späten Devon gefunden, dessen Bäume bis zu 20 Zentimeter dick und vier Meter hoch wurden. Dieser Wald stammt mit einem Alter von 380 Millionen Jahren aus einer Zeit, in der sich die Bäume gerade entwickelten.

    Während Spitzbergen heute im hohen, eisigen Norden liegt, der sechs Monate von Dunkelheit geprägt ist, lag es im Devon noch am Äquator und besaß ein tropisches, schwülwarmes Klima.

    Vermutlich lag der entdeckte Wald vor 380 Millionen Jahren in einem Sumpfgebiet mit einem großen See. Die Forscher vermuten, dass dieser See plötzlich umkippte und dem ehemals sauerstoffreichem Wasser der Sauerstoff entzogen wurde. Da der See vermutlich die Wurzeln der Bäume überschwemmte, wurden die Bäume ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen und starben ab.

    Überraschend für die Forscher ist die Tatsache, dass es, obwohl sich die Bäume gerade erst entwickelt hatten, schon zu diesem frühen Zeitpunkt eine erstaunlich große Vielfalt unter dieser neuen Pflanzensorte gegeben zu haben schieint, die sich geographisch stark unterschied. So hatte man kürzlich erst im US-Staat New York einen ähnlich alten Wald entdeckt, der jedoch kaum Bärlappgewächse aufwies.

    18.11.2015

    Theorie zur Entstehung der Urzelle: Aus einem Gemisch von Genmaterial tauschenden Zellen entstand die erste feste Zelle, die sich durch Teilung vermehrte
    KURZNACHRICHT:

    Deutsche Forscher haben sich anhand eines mathematischen Modells auf die Suche nach der Entstehung der Urzelle gemacht, die sich irgendwann vor dreieinhalb bis vier Milliarden Jahren gebildet hat, und sind zu folgedem Ergebnis gelangt:

    Vermutlich gab es schon vor dem ersten Einzeller eine gewisse Art von Leben, das sich nur noch nicht in festen Zellen stabilisiert hatte. Die Forscher gehen davon aus, dass es zwischen den ersten Zellvarianten noch große genetische Unterschiede gab und sich ein reger Gentausch zwischen diesen etabliert hatte. Dabei wurden immer wieder neue Gene miteinander gemischt und ausgetauscht.

    Möglicherweise fanden sich in einzelnen Zellen schon bestimmte Gene zusammen, die besonders gut miteinander korrespondierten, so dass diese noch vereinzelt auftretenden Zellen einen gewissen Vorteil gegenüber den durchmischten Zellen aufwiesen. Möglicherweise hinderte diese Zusammensetzung aber das leichte Weitergeben der Gene an eine benachbarte Zelle, so dass diese Zellen nicht mehr an dem regen Gentausch teilnehmen konnten und sich durch Zellteilung fortpflanzten. Da diese Zellen anfangs aber noch sehr vereinzelt in der durchmischten Masse auftraten, könnte es sein, dass sie sich trotz des Vorteils noch nicht durchsetzen konnten und möglicherweise teilweise wieder verschwanden.

    Mit der Zeit aber scheinen sich diese vorteilhaften, sich teilenden Zellen doch so stark vermehrt zu haben, dass die gentauschenden Zellvarianten immer weiter zurückgedrängt wurden und schließlich kaum mehr Tauschpartner fanden.

    Von diesen vermutlich auch unterschiedlichen "festen" Zellen wird sich dann wahrscheinlich eine Zellenvariante durchgesetzt haben, die schließlich zum Urzeller sämtlichen Lebens auf der Erde geworden ist.

    16.11.2015

    Nach einem Massensterben sind kleinere Tiere im Vorteil
    KURZNACHRICHT:

    Amerikanische Forscher haben sich das Massensterben am Ende des Devon näher angesehen und festgestellt, dass vor dem Massensterben viele sehr große Fische existierten, zum Beispiel ein Panzerfisch von der Größe eines Omnibusses, und nach dem Massersteben die kleineren Arten vorherherrschten.

    Daraus schließen die Forscher, dass zwar das so genannte "Copesche Gesetz" gilt, nach dem es im Tierreich eine grundsätzliche Tendenz zum Größenwachstum gibt, dieses aber im Falle eines Massensterbens außer Kraft gesetzt wird. Nach einem Massensterben können die kleinen Tiere mit einer schnellen Fortpflanzungsrate besser auf die sich verändernden Umweltbedingungen reagieren als die Tiere, die länger für Wachstum und Jungenaufzucht benötigen.

    04.11.2015

    Erlikosaurus, Allosaurus, Tyrannosaurus: In welchem Winkel war die Beißkraft am größten und wie weit konnten Theropoden das Maul aufreißen?
    KURZNACHRICHT:

    Britische Forscher haben in einer Studie die Kiefer von drei Theropoden daraufhin untersucht, wie weit das Maul aufgerissen werden konnte und bei welchem Schließwinkel die größte Beißkraft ausgeübt wurde.

    Der pflanzenfressende Erlikosaurus andrewsi konnte laut dieser Studie sein Maul maximal bis zu einem Winkel von 43,5 Grad weit öffnen, vergleichsweise gering.

    Allosaurus hingegen konnte sein Maul bis zu einem Winkel von 79 Grad aufreißen und entwickelte die stärkste Beißkraft bei einem Winkel von 30 Grad.

    Die stärkste Beißkraft beim Tyrannosaurus rex, die immerhin auf eine Kraft von 57 Kilonewton pro Quadratzentimeter kam und somit den Rekord beim Zubeißen unter den Dinosauriern bildete, war ebenfalls bei einem Winkel von 30 Grad anzusiedeln, allerdings konnte dieser Theropode seine Kiefer nur bis zu einem Winkel von 63,5 Grad aufreißen. Da der Schädel des Tyrannosaurus allerdings mit einer Länge von 1,5 Metern rund ein Drittel länger als der des Allosaurus war, konnte er auch bei dem kleineren Öffnungswinkel sein Maul in eine ähnlich große Beute schlagen wie der Allosaurus. Außerdem stellten die Forscher fest, dass der T.rex auch bei anderen Öffnungswinkeln schon einen enormen Beißdruck ausüben konnte.


    30.10.2015

    Tyrannosaurus-Knochen weist Nagespuren eines Tyrannosauriers auf - Hinweis auf Kanibalismus?
    KURZNACHRICHT:

    Im US-Bundesstaat Wyoming haben Forscher bei Grabungsarbeiten einen Tyrannosaurus-Knochen gefunden, der eindeutige Nagespuren aufweist. Aufgrund des Abstandes der Zähne und des hinterlassenen Zahnmusters gehen die Forscher davon aus, dass ein anderer Tyrannosaurus der Verursacher dieser Nagespuren war.

    Dies wird als weiterer Beleg dafür genommen, dass Tyrannosaurus kanibalistisch lebte und auch eigene Artgenossen nicht verschmähte. Ob Tyrannosaurus rex allerdings nur tote Artgenossen verzehrte oder diese auch zu Nahrungszwecken selbst tötete, kann aus diesem Knochen nicht abgelesen werden.

    29.10.2015

    Ornithomimus: Federkleid und Federart ähnelten dem heutiger Laufvögel
    KURZNACHRICHT:

    Ein Paläontologiestudent hat in der kanadischen Provinz Alberta die spektakulär gut erhaltenen Überreste eines Ornithomimus entdeckt, die Aufschluss über die Verteilung und die Art der Befiederung liefern.

    Demnach verteilte sich das Federkleid beim Ornithomimus ähnlich wie bei heutigen Laufvögeln mit nackten Unterschenkeln und dicht befiedertem Oberkörper. Selbst die chemische Zusammensetzung der Federn ähnelte der Federzusammensetzung heutiger Laufvögel.

    Da der Ornithomimus nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu dem Zweig der Theropoden gehört, zu dem die direkten Vorfahren der Vögel gezählt werden, sondern zu einer Schwesterngruppe, wird dieser Fund als ein weiteres wichtiges Indiz dafür gesehen, dass die Vögel tatsächlich eine Gruppe innerhalb der Dinosaurier bilden.

    27.10.2015

    Folgen des zur Zeit stattfindenden sechsten Massensterbens der Erdgeschichte
    KURZNACHRICHT:

    Ein internatiolales Foerscherteam hat sich mit dem zur Zeit stattfindenden sechsten Massensterben der Erdgeschichte beschäftigt und ist zu folgenden Mutmaßungen gelangt:

    Aufgrund der Erkenntnissen aus den vorangegangenen Massensterben, gehen die Forscher davon aus, dass es wieder zu einer Umwälzung der Ökosysteme kommen wird. Vermutlich werden aufgrund der Versauerung der Meere die Kalkschalenträger das Nachsehen haben - wie überhaupt viele der Meerestiere. Da sich bei vielen Meerestieren die Körpertemperatur nach dem umgebenden Wasser richtet, wird diese mit dem Ansteigen der Wassertemperatur ebenfalls ansteigen. Eine höhere Körpertemperatur benötigt allerdings auch mehr Sauerstoff - und der wird immer knapper in den Meeren, was zu einem doppelten Schlag für die Meerestiere führt.

    Wie nach den vorangegangenen Massensterben, werden vermutlich auch jetzt die Generalisten, die sich nicht auf eine Nahrungsquelle spezialisiert haben, und die beweglichen Arten, die auch längere Strecken überwinden können, um an Nahrung zu gelangen, zunehmen - ebenso aber auch die Aasfresser, die von dem Massensterben aufgrund der zunehmenden Sterberate profitieren. Möglicherweise werden die von Menschenhand eingeschleppten Tier- und Pflanzenarten die Gewinner dieses Massensterbens sein, da sie sich oft unkontrolliert ausbreiten und diverese Mutationen testen können, ohne gleich Schaden an der ganzen Gruppe zu nehmen. Vermutlich werden diese Tiere und Pflanzen am ehesten positive Mutationen hervorbringen, die sich an die neuen Umweltbedingungen hervorragend anpassen.

    Welche Tier- und Pflanzenarten letztendlich aber überleben und welche gänzlich aussterben, welche Gruppe von Tieren sich zur beherrschenden Tiergruppe aufschwingen wird, kann nicht vorausgesagt werden, da viele Faktoren und deren Wirkungen nicht vorhersagbar sind.

    27.10.2015

    Besaßen ursprünglich alle Landwirbeltiere die Fähigkeit, Beine und Schwänze nachwachsen zu lassen?
    KURZNACHRICHT:

    Bei der Untersuchung von Salamandern und ihren Vorfahren im Hinblick darauf, warum diese ihre Extremitäten nachwachsen lassen können, kamen die Forscher zu einem überraschenden Ergebnis:

    Die Entwicklung der Beine verläuft bei den Salamandern im Embryonalstadium völlig anders als bei fast allen anderen Wirbeltieren, daher lag die Vermutung nahe, dass es einen Zusammenhang zwischen dieser andersartigen Beinentwicklung und der Regenerationsmöglichkeit von Schwanz und Beinen gibt. So vermuteten die Forscher, dass die Salamander im Laufe der Evolution diese Fähigkeit entwickelten.

    In einer Studie, die sich mit fossilen Amphibien aus den Erdzeitaltern des oberen Karbon und unteren Perm befasste, stellte ein Forscherteam jetzt fest, dass diverse Amphibiengruppen diese Regenerationsfähigkeit besaßen - unabhängig von der embryonalen Beinentwicklung. Anscheinend war diese Regenerationsfähigkeit ursprünglich für Landwirbeltiere typisch und ging erst im Laufe der Evolution verloren.

    23.10.2015

    Dinosauriernasen dienten als Klimaanlagen
    KURZNACHRICHT:

    Amerikanische Forscher haben mithilfe der numerischen Strömungsmechanik die Beeinflussung der Luft durch das nasale Atmen bei den Dinosauriern untersucht und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Nase bei den Dinos quasi als Klimaanlage diente:

    Aufgrund des weichen, gut durchbluteten Gewebes in der Nasenhöhle konnte die eingeatmete Luft gut gewärmt in die Lungen gelangen und kühlte gleichzeitig das Blut soweit ab, dass das Hirn nicht durch Überhitzung geschädigt wurde.

    Allerdings ist die Theorie der "Nasenhöhlen-Klimaanlage" nicht wirklich neu. Bereits im Jahr 1999 stellte ein amerikanisches Forscherteam die These auf, dass der Triceratops über die Nasenschleimhaut überschüssige Wärme abgab. (vgl. Nachricht vom Nov. 1999)

    20.10.2015

    Gab es schon vor 4,1 Milliarden Jahren biologisches Leben auf der Erde?
    KURZNACHRICHT:

    Möglicherweise haben Forscher in Westaustralien Hinweise darauf gefunden, dass biologisches Leben auf der Erde schon länger als 4 Milliarden Jahre existiert.

    Ein Forscherteam hat Zirkonkristalle nach eingeschlossenen Kohlenstoffen untersucht und ist in einem auf einen Einschluss gestoßen, der ungewöhnlich wenig C-13-Isotope enthält. Die Forscher schließen aus, dass es sich dabei um den Einschluss eines winzigen Meteoritenfragments handelt und auch, dass dieser Kohlenstoff durch andere chemische Prozesse entstanden sein könnte, da beides sehr unwahrscheinlich für diese Gegend ist.

    Daher nehmen die Forscher an, dass der Einschluss von einem lebenden Organismus stammt. Dieser Zirkonkristall wird auf ein Alter von 4,1 Milliarden Jahre geschätzt, also muss der Einschluss auch mindestens so alt sein. Das würde, laut Forscher, bedeuten, dass es schon im Hadaikum biologische Prozesse gegeben hat - also rund 300 Millionen Jahre früher als bislang angenommen, zumal die ältesten Mikrofossilien, die bisher gefunden wurde, ein Alter von "nur" 3,5 Milliarden Jahren aufweisen.

    19.10.2015

    War Nanotyrannus doch nur ein juveniler Tyrannosaurus rex?
    KURZNACHRICHT:

    Eine bereits bestehende Theorie hat neue Nahrung erhalten - und könnte somit zum Verschwinden einer weiteren Art aus der Dinosaurier-Liste führen:

    Wie ein amerikanisches Forscheteam nun mithilfe eines 3-D-Computermodells festgestellt hat, scheint der bereits 1946 gefundene Schädel eines Tyrannosauriers, der 1988 erstmals als Nanotyrannus beschrieben wurde, tatsächlich von einem juvenilen Tyrannosaurus rex zu stammen.

    Das Forscherteam untersuchte dafür die Überreste eines zweiten Fundes dieser Dinosaurier-Art, die im Jahr 2002 entdeckt wurden, und konnte anhand von Wachstumsringen im Wadenbein nachweisen, dass dieser Nanotyrannus erst 11 Jahre alt war. Außerdem fanden sie Anzeichen dafür, dass das Wachstum des Raubsauriers noch nicht abgeschlossen war. Nach Aussage der Forscher könnte dieser Dinosaurier die noch bestehende Lücke in der Entwicklungsgeschichte des T.rex füllen.

    Allerdings sind nicht alle Paläontologen mit dieser Deutung der Ergebnisse einverstanden. So meldet auch der bekannte Paläontologe Robert Bakker Zweifel an dieser Theorie an und erklärt, das Team hätte die Überreste des bislang besterhaltenen Nanotyrannus, der im Jahr 2006 gefunden wurde und sich im Privatbesitz befindet, nicht untersuchen können, was möglicherweise weitere wichtige Informationen liefern könnte. (Bakker war an der Namensgebung des Nanotyrannus im Jahr 1988 beteiligt.)

    14.10.2015

    Spinolestes: Säuger aus der unteren Kreidezeit besaß Stacheln und eine besonders stabile Wirbelsäule
    KURZNACHRICHT:

    Ein internationales Forscherteam unter deutscher Beteiligung hat im Osten Spraniens die erstaunlich guten Überreste eines Ur-Säugers gefunden, die auf ein Alter von 125 Millionen Jahren geschätzt werden. Demnach hat dieses Tier zusammen mit den Dinosauriern in der unteren Kreidezeit gelebt.

    Das Fossil ist so gut erhalten, dass unter dem Raster-Elektronenmikroskop sogar Haarspitzen und Weichteile erkannt werden konnten.

    Dieses Tier, das den Namen Spinolestes xenarthrosus (übersetzt: "Stacheliger Räuber mit einer besonderen Wirbelsäule") erhielt, war zu Lebzeiten etwa 60 Gramm schwer und jagte vermutlich Insekten. Seine großen Ohrmuscheln lassen auf einen Jäger mit gutem Hörvermögen schließen.

    Auffällig an ihm war - und daher rührt der Name - seine am Rücken zu Stacheln verhärteten Haarbüschel sowie seine spezielle Wirbelsäule, die ihm eine unglaubliche Wendigkeit und Stabilität ermöglichte. Die Forscher vermuten, dass sich die Stacheln, sobald Spinolestes von einem Feind am Rücken gepackt wurden, vom Rücken lösten. So konnte das kleine Tier fliehen und dem Angreifer blieb nur ein Maul voller Stacheln.

    Möglicherweise war Spinolestes aber von einer Pilzkrankheit befallen, die auch heute noch Säuger befällt und die unter dem Namen "Dermatophytose" bekannt ist. Das schließen die Forscher aus dem Fund einzelner Hautpartien mit besonders kurzem Fell.

    Der neue Fund zeigt wieder einmal eindrucksvoll, dass die Säugetiere zu Lebzeiten der Dinosaurier zwar klein, aber keineswegs primitiv waren, sondern auch damals schon eine enorme Vielfalt in ihrer Anpassung aufwiesen.

    13.10.2015

    Eier-Analyse ergab: Die Körpertemperatur von Titanosauriern lag bei 38 Grad, die von Oviraptoren bei 32 Grad - Oviraptoren waren weder wechselwarm noch warmblütig
    KURZNACHRICHT:

    Ein internationales Forscherteam hat die fossilen Eierschalenreste von argentinischen Titanosauriern und mongolischen Oviraptoren untersucht und anhand der Isotopenverteilung darauf geschlossen, welche Körpertemperatur die Dinosaurierweibchen während der Eierproduktion in ihrem Körper aufwiesen:

    Demnach kam ein Titanosaurier-Weibchen auf eine Körpertemperatur von 38 Grad Celsius, das Oviraptor-Weibchen auf eine von 32 Grad Celsius.

    Da die mittlere Sommertemperatur in der heutigen Mongolei zur Zeiten des Oviraptors allerdings bei 26 Grad Celsius lag, vermuten die Forscher, dass Oviraptoren nicht wechselwarm waren, sondern ihre Körpertemperatur selbstständig regulieren konnten. Da ihre Körpertemperatur allerdings deutlich niedriger liegt als die der modernen Vögel, gehen die Forscher davon aus, dass die Dinosaurier eine Art Zwischenstadium zwischen Wechselwarm und Warmblütig aufwiesen.

    Die hohe Körpertemperatur der Titanosaurier führen die Forscher auf die Größe und Masse des Tieres zurück, da so große Tiere weniger sensibel auf Außentemperatur-Schwankungen reagieren.

    01.10.2015

    Meteoriteneinschlag vor 66 Millionen Jahre heizte Vulkanismus in Indien an
    KURZNACHRICHT:

    Ein amerikanisches Forscherteam vermutete schon länger, dass zum Massenaussterben vor 66 Millionen Jahren sowohl der Asteroideneinschlag als auch der verstärkte Vulkanismus beigetragen haben und nicht nur eines dieser beiden Ereignisse allein. Nun hat es in einer Studie neue Indizien für seine These gefunden:

    Demnach begann der Vulkanismus zwar schon mehrere hunderttausend Jahre vor dem Massensterben, bekam aber in einem Zeitfenster von nur 50.000 Jahren, in dem sowohl der Meteoriteneinschlag als auch das Massensterben datiert werden, plötzlich einen enormen Schub und verdoppelte die Eruptionsstärke.

    Daraus schließt das Team, dass möglicherweise die Schockwelle des Meteoriteneinschlags die Vulkanismustätigkeit in Indien, die schon längst begonnen hatte, weiter angeheizt haben könnte, so dass die Vulkane auch noch mehrere hunderttausend Jahre nach dem Massensterben brodelten bis sie sich schließlich wieder beruhigten und sich die Tier- und Pflanzenwelt wieder erholen und neu entfalten konnte.


    30.09.2015

    Kuriose Theorie: Flöhe trugen durch Übertragung von Pestbakterien zum Aussterben der Dinosaurier bei
    KURZNACHRICHT:

    Und wieder hat ein Forscher mit einer ganz neuen Theorie zum Aussterben der Dinosaurier zugeschlagen:

    Nachdem ein Forscher bei einem über 20 Millionen Jahre alten, in Bernstein eingeschlossenen Floh wahrscheinlich Pestbakterien nachweisen konnte, schließt er nicht mehr aus, dass diese Bakterien wesentlich älter als die Menschheit sind und möglicherweise schon zu Lebzeiten der Dinosaurier existiert haben. Seiner Meinung nach könnten diese Pestbakterien zur Schwächung der Dinosaurier-Population beigetragen haben, so dass sie dem Massensterben vor 65 Millionen Jahren nicht mehr viel entgegenzusetzen hatten.

    22.09.2015

    Ugrunaaluk: Hadrosaurier lebte nördlich des Polarkreises
    KURZNACHRICHT:

    Im hohen Norden Alaskas haben Forscher Unmengen an Dinosaurier-Fossilien gefunden, die einer bislang unbekannten Hadrosaurier-Gattung zugeordnet werden konnten und den Namen Ugrunaaluk kuukpikensis (übersetzt: "Altertümlicher Grasfresser") erhielt. Gefunden wurden hauptsächlich die Überreste von Jungtieren.

    Neben den Ugrunaaluk-Fossilien fanden die Forscher aber noch die Überreste von mindestens 13 weiteren Dinosaurier-Arten sowie die von Vögeln, kleinen Säugern und Fischen.

    Das Außergewöhnliche an diesem Fund ist die Tatsache, dass die Region zu den Lebzeiten der Dinosaurier, die auf eine Zeit vor rund 69 Millionen Jahren datiert wird, wesentlich weiter nördlich lag und somit von einer monatelangen Dunkelheit und (trozt milderem Klima als heute) von häufigen Schneefällen im Winter gekennzeichnet war. Dass dort dennoch Dinosaurier lebten, stellt die Forscher vor das Problem, dass viele vermeintlichen Erkenntnisse über Dinsoaurier mit dieser eher lebensfeindlichen Umgebung nicht zusammen passen.

    22.09.2015

    Aufruf zur Mithilfe bei der Fossiliensuche in Kenia am PC
    KURZNACHRICHT:

    Wer ein Auge für Fossilien hat oder sich immer schon einmal an einer Fossiliensuche beteiligen wollte, sich aber nicht so richtig dazu aufraffen konnte, dem steht nun eine weitere Möglichkeit offen, der Wissenschaft bei der Suche zu helfen.

    Eine Kooperation mehrerer Universitäten, gefördert von britischen Forschergeldern, bietet nun an, über den PC Fotos aus dem Turkana-Becken in Kenia im Hinblick auf mögliche Fossilien zu untersuchen. Anfang September ist dieses Projekt online gegangen und für alle Interessierten offen.

    Eine Anleitung, wie man auf den Bildern Fossilien entdeckt, ist unter folgendem Link zu finden:
    Search and discover fossils at Lake Turkana, Kenya

    21.09.2015

    Bunostegos: Ältestes Tier mit modernem Gang entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Im Niger wurden die Überreste einer bislang unbekannten Reptiliengattung aus der ausgestorbenen Gruppe der Pareiasauriden entdeckt, die vor rund 260 Millionen Jahren gelebt hat und den Namen Bunostegos akokanensis erhielt.

    Das Besondere an dieser Reptiliengattung ist der Umstand, dass diese Tiere nicht mehr auf den für die Zeit noch typischen seitlich abstehenden Beinen unterwegs waren, wie sie heute noch bei den Krokodilen vorkommen, sondern schon gerade Beine unterhalb des Körpers besaßen. Da das Forscherteam gleich mehrere Individuen dieser Spezies fand, kann es mit Sicherheit sagen, dass weder die Gelenke noch die Knochen einen abgespreizten Gang ermöglicht hätten.

    Damit handelt es sich bei Bunostegos um das bislang älteste bekannte Tier, dass die moderne Lauftechnik ausgebildet hatte. Die Forscher nehmen an, dass diese moderne Beinstellung für die Tiere überlebenswichtig war, da Bunostegos zur damaligen Zeit in einer trockenen Wüste lebte und weite Strecken zurücklegen musste, um von Wasserloch zu Wasserloch zu kommen. Dies wäre mit dem abgespreizten Gang nur unter großem Energieaufwand möglich gewesen. Der moderne Gang mit den geraden Beinen unterhalb des Körpers bedurfte hingegen viel weniger Energie.

    Das Aussehen von Bunostegos wird von den Forschern folgendermaßen beschrieben: "Stellen Sie sich ein kuhgroßes, pflanzenfressendes Reptil mit buckeligem Kopf und einem knochigen Schutzpanzer auf dem Rücken vor."

    18.09.2015

    Ava: Möglicherweise neue Ceratopsia-Gattung in den USA entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In den Rocky Mountains wurden die Überreste einer neuen Dinosaurier-Spezies gefunden, die große Ähnlichkeit mit dem Horndinosaurier Avaceratops aufweist, aber sich auch gleichzeitig so sehr von diesem unterscheidet, dass sie einen eigenen Namen bekam: Ava. Nun wird geprüft, ob es sich tatsächlich um einen bislang noch unbekannten Dinosaurier handelt.

    04.09.2015

    Eunotosaurus: Schildkröten sind Diapsida, keine Anapsida
    KURZNACHRICHT:

    Bereits im Jahr 1892 fanden Forscher in Südafrika ein Fossil, das aussah wie ein plattgedrückter Leguan und auf ein Alter von 260 Millionen Jahren geschätzt wurde. Das Fossil erhielt den Namen Eunotosaurus africanus.

    Seine Zuordung zu den Schildkröten war lange Zeit umstritten, da es sich vor allem durch seine Schädelform unterschied: Dieses Tier besaß einen Schädel, der es eindeutig in die Gruppe der Diapsida (Schädel mit zwei Knochenfenstern) einordnete, während die heutigen Schildkröten einen anapsiden Schädel (Schädel ohne Knochenfenster) besitzen.

    Neue Analysen, die jetzt durchgeführt wurden, zeigen aber, dass Eunotosaurus einen ähnlichen Körperbau besaß wie der im Sommer dieses Jahres in Deutschland gefundene "Schildkrötengroßvater" Pappochelys rosinae. Darüberhinaus besaßen beide Tiere diapside Schädelformen.

    Das führte die Forscher zu der Erklärung, dass die Schildkröten ursprünglich von "normalen" Echsen mit diapsiden Schädelformen abstammen, die Schädelfenster sich im Laufe der Evolution aber immer mehr schlossen, bis sie eine anapside Form zeigten. Somit wären Schildkröten "verdeckte Diapsida".

    01.09.2015

    Pentecopterus: Ältester und größter Seeskorpion des Ordiviziums entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In Iowa wurden die rund 460 Millionen Jahre alten, gut erhalten gebliebenen Überreste eines riesigen, bislang unbekannten Seeskorpions gefunden. Das Tier, das den Namen Pentecopterus decorahensis erhielt und als langgestreckt und grazil beschrieben wird, lebte im Ordovizium und erreichte eine Länge von 1,70 Metern. Damit handelt es sich um den bislang ältesten und größten Seeskorpion des Ordoviziums.

    Kennzeichnend für Pentecopterus waren seine vier Fangarme, die mit Stacheln besetzt waren und weniger der Fortbewegung dienten, sondern in erster Linie wohl zum Beutefang eingesetzt wurden, sowie sein bis über den Kopf ragender Rückenschild. Durch den guten Zustand des Fossils konnten die Forscher auch kurze Borsten an den Hinterbeinen ausmachen. Zudem waren seine Hinterbeine ähnlich wie Paddel geformt, so dass die Forscher vermuten, dass Pentecopterus damit hervorragend schwimmen oder graben konnte.

    Aufgrund dieses Fundes vermuten die Forscher, dass die Evolutionsgeschichte der Seeskorpione entweder länger zurückreicht als bislang vermutet, möglicherweise bis ins Kambrium, oder dass diese im Ordovizium eine sprungartige Entwicklung durchmachten.


    31.08.2015

    Ankylosauier: Erst kam der steife Schwanz, dann die Keule
    KURZNACHRICHT:

    Ankylosaurier sind eine ganz besondere Spezies von Dinosaurier: fest gepanzert mit einer dicken Keule am Schwanzende, mit der sich die Pflanzenfresser gegen die gefährlichen Fleischfresser ihrer Zeit wehren konnten. Allerdings weisen nur die späten Ankylosaurier diesen charakteristischen Keulenschwanz auf. Frühe Arten besaßen noch einen flexiblen und spitz zulaufenden Schwanz, obwohl die Körperpanzerung auch bei den frühen Arten schon auftrat.

    Um diesen Keulen-besetzten Schwanz zu entwickeln war es aber notwendig, dass der Schwanz seine Beweglichkeit verlor, damit zum einen genug Energie in den Keulenschlag gesetzt werden konnte, aber auch damit zum anderen keine Muskelrisse und Wirbelverschiebungen beim Schlag auftraten.

    Ein Forscherteam aus den USA hat nun die Fossilien diverser Ankylosaurus-Gattungen aus verschiedenen Erdaltern systematisch untersucht, um zu ermitteln, wie diese Dinosaurier zu dem typischen Keulen-besetzten Schwanz kamen.

    Drei Theorien standen dazu im Vorfeld im Raum: Erstens hätte das Schwanzende zunächst dicker werden können, und danach eine Versteifung der Wibel einsetzen können. Zweitens hätten sich zunächst die Wirbel versteifen und anschließend eine Keule ausbilden können. Und drittens hätte die Entwicklung dieser beiden Faktoren - also Verdickung des Schwanzendes und Versteifung der Wirbel - parallel stattfinden können.

    Nach den Ergebnissen der Analysen traf aber wahrscheinlich die zweite Theorie zu, wobei die Forscher nicht ausschließen, dass in Einzelfällen auch eine parallele Entwicklung stattfand. Allerdings zeigen schon frühere Ankylosaurier, die noch kein verdicktes Schwanzende aufwiesen, schon versteifte Wirbelknochen im Schwanz.

    28.08.2015

    Neue Datierungsmethode spricht für Vulkanismus als Ursache für das Massensterben vor 250 Millionen Jahren
    KURZNACHRICHT:

    Forscher vom Massachusetts Institute of Technology haben Gesteinsproben der Sibirischen Trapps mithilfe der Uran-Blei-Methode datiert und damit den Nachweis dafür erbracht, was bislang immer nur als sehr wahrscheinlich angenommen wurde, nämlich dass das Massensterben vor 250 Millionen Jahren, bei dem rund 90 Prozent allen damaligen Lebens ausgelöscht wurde, durch eine enorme Vulkantätigkeit verursacht wurde.

    Nach Aussage der Forscher begannen der verstärkte Vulkanismus schon rund 300.000 Jahre vor dem Massenaussterben und hielt bis zu 300.000 Jahre danach noch an.

    "Das Timing stimmte. Magmatismus und Massenaussterben verliefen synchron. Ein kausaler Zusammenhang ist deshalb möglich." schreiben die Forscher.

    Im Dezember des letzten Jahres wurden ähnliche Ergebnisse auch vom Vulkanismus in Indien vor 65 Millionen Jahren veröffentlicht: Demnach begann die verstärkte Vulkantätigkeit in Indien rund 250.000 Jahren vor dem Massensterben und hielt vermutlich noch 500.000 Jahre danach an. (vgl. Nachricht vom Dez. 2014)

    20.08.2015

    Fossile Raubsaurier-Zähne aus der Trias in den Allgäuer Alpen entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In den Allgäuer Alpen haben zwei Hobbygeologen die fossilen dolchartigen Schneidezähne einer Raubsaurierart entdeckt, die auf ein Alter von 210 Millionen Jahre geschätzt werden und von einem Tier aus der Trias stammen.

    Ähnliche Zähne wurden schon im schweizerischen Tessin gefunden, die einer Saurierart mit dem Namen Ticinosuchus zugeordnet wurden, welche wie ein stelzenbeiniges Krodili aussah und eine Länge von drei Metern erreichte.

    18.08.2015

    Über 50 Meter lange Sauropoden-Fährte mit 90-Grad-Kurve bei Münchehagen freigelegt
    KURZNACHRICHT:

    In einem Steinbruch in der Nähe des Dino-Park Münchehagen in Rehburg-Loccum sind erneut Dinosaurier-Spuren freigelegt worden, die ingesamt eine Fährte von über 50 Metern ausmachen. Das Besondere an dieser Fährte, die von einem vermutlich 25 bis 30 Tonnen schweren Sauropoden vor ungefähr 135 bis 145 Millionen Jahren verursacht wurde, ist eine 90-Grad-Kurve, die der Koloss gelaufen sein muss. Der Grund dafür ist bislang nicht bekannt.

    Insgesamt wurden bisher 90 Fußstapfen freigelegt, die einen Durchmesser von 1,20 Metern besitzen und bis zu 43 Zentimeter in den Boden hineinragen. Daraus schließen die Forscher, dass der Untergrund zur damaligen Zeit recht weich gewesen sein muss und der gewaltige Dinosaurier somit recht tief eingesunken ist.

    Die Forscher wollen diese Fährte nun vor Ort erhalten, zumal an dieser Stelle das Gestein nicht weiter abgebaut wird.

    11.08.2015

    Megalosauripus: Zwei Raubsaurierfährten aus Münchehagen analysiert
    KURZNACHRICHT:

    Eine dänische Biologin hat zwei 142 Millionen Jahre alte Raubsaurierfährten in Münchehagen bei Hannover näher analysiert und ist zu dem Schluss gekommen, dass diese beiden Raubsaurier, die einer Gruppe mit dem Namen Megalosauripus zugeordnet werden, welche lediglich durch Fußspuren bekannt ist, von unterschiedlicher Größe waren. Ihren Berechnungen zufolge hatte der größere der beiden Raubsaurier eine Hinterbeinlänge von 1,60 Metern, während die Hinterbeine des kleineren nur eine Länge von 1,10 Metern aufwiesen.

    Beide Raubsaurier waren wohl recht langsam unterwegs - auch hier ergaben die Untersuchungen unterschiedliche Geschwindigkeiten: Der größere lief in einem Tempo von 6,3 Kilometern pro Stunde, der kleinere in einem Tempo von 9,7 Kilometern pro Stunde. Beide Fährten deuten darauf hin, dass die Raubsaurier während ihres Ganges hin und wieder ausgerutscht waren, wobei der kleinere der beiden erheblich mehr Schwierigkeiten hatte, seine Spur zu halten. Die Forscherin sieht darin Indizien dafür, dass die Raubsaurier auf recht glitschigem Sand gelaufen sind, der ihnen dieses langsame Lauftempo aufzwang, da Raubsaurier für gewöhnlich wesentlich schneller unterwegs waren.

    Insbesondere die Fährte des kleineren Raubsauriers weist vermehrt Spuren von überkreuzenden Schritten auf. Möglicherweise, so die Forscherin, hat ein starker Wind dem kleinen Raubsaurier so arg zugesetzt, dass er sein Gleichgewicht nur durch das Überkreuzen der Beine halten konnte. Möglich wäre aber auch, dass der kleine hin und wieder in einen etwas schnelleren Trott verfallen musste, um mit dem großen Gefährten Schritt halten zu können, was bei den glitschigen Sand dann zu dem unsicheren Lauf geführt hat.

    Ob diese beiden Raubsaurier allerdings wirklich zusammen hier gelaufen sind, kann nur Spekulation bleiben. Möglicherweise liegen auch einige Jahre zwischen der Entstehung dieser beiden Fährten und die Spuren bilden nur zufällig eine parallel verlaufende Spur.

    Falls diese Fährten aber tatsächlich von zwei Raubsauriern stammen, die gemeinsam unterwegs waren, besteht eine nicht geringe Wahrscheinlichkeit, dass es sich dabei um ein Elternteil mit seinem Jungen handelte.

    06.08.2015

    Hausdurchsuchung in China: Ein Psittacosaurus-Skelett und über 200 fossile Dinosaurier-Eier beschlagnahmt
    KURZNACHRICHT:

    Von einer Baustelle in der Provinz Guangdong waren immer wieder fossile Dinosaurier-Eier verschwunden. Nun fanden Polizisten bei der Durchsuchung eines Hauses in Heyuan, ein Psittacosaurus-Skelett und 231 Eier, die auf ein Alter von 89 bis 65 Millionen Jahren geschätzt werden. In China ist der Besitz, der Erwerb und die Ausfuhr von Fossilien strengstens verboten.

    Das Museum der Stadt Heyuan ist seit November 2004 im Guinness-Buch der Rekorde mit der weltweit größten Sammlung an Dinosaurier-Eiern aus der späten Kreidezeit eingetragen. Damals betrug die Anzahl 10.008 Eier.

    03.08.2015

    Rangomorpha: Lebewesen aus dem Ediacarium mit doppelter Verbreitungsstrategie
    KURZNACHRICHT:

    Bei der Analyse von verschiedenen 565 Millionen Jahren alten Rangomorpha-Fossilien der Art Fractofusus auf Neufundland ist Forschern die Art der Verteilung dieser sesshaften, federartigen Lebewesen aufgefallen: Um zufällig verteilte große Lebewesen standen ringförmig mittelgroße Lebewesen, die wiederum von noch kleineren Lebewesen umringt waren. Daraus schließen die Forscher, dass diese uralten Lebewesen aus dem Ediacarium sich schon mithilfe einer Doppelstrategie vermehrten:

    Zum einen wurden vermutlich Sporen von den Mutter-Lebewesen entlassen, die sich in entfernteren Gebieten zufällig ansiedeln konnten. Zum anderen bildeten sie Ableger, so dass sie sich in der einmal angesiedelten Region ausbreiten konnten.

    Diese Fortpflanzungsstrategie zu diesem frühen Zeitpunkt in der Erdgeschichte sehen die Forscher als Erfolgsrezept für die starke Ausbreitung der Rangomorpha, die sich bis zum Beginn des Kambriums vor 541 Millionen Jahren behaupten konnten.


    31.07.2015

    Auch Dinosaurier und frühere Wirbeltiere litten schon unter Bandwürmern
    KURZNACHRICHT:

    Ein interantionales Forscherteam unter der Leitung der Universität Erlangen-Nürnberg hat divese Koprolithen (versteinerte Kothaufen) untersucht und sämtliche dokumentierte Vorkommen von Plattwürmern in der Erdgeschichte analysiert, um die Koexistenz zwischen Plattwurm- und Wirtstier-Evolution herauszufinden. Dabei hat es unter anderem festgestellt, dass kreidezeitliche Dinosaurier vor 126 Millionen Jahren auch schon unter Bandwürmern litten, wie Kothaufen aus der Zeit belegen.

    Die ältesten Belege von primitiven Plattwürmern sind 382 Millionen Jahre alt und ließen sich bei Fischen aus dem Devon nachweisen.

    Allerdings vermutet das Forscherteam, dass es schon vor 485 Millionen Jahren bei der Entstehung der Wirbeltiere Plattwürmer gab.

    Komplexere Plattwürmer konnten erstmals in 259 Millionen Jahre alten Hai-Koprolithen aus dem Perm nachgewiesen werden.

    Während einfache Plattwürmer sich noch auf wenige Tiere spezialisiert hatten, nutzten die komplexeren Würmer scheinbar mehrere verschiedene Tierarten, um sich zu verbreiten.

    28.07.2015

    Tyrannosaurus rex, Allosaurus, Gorgosaurus, Coelophysis: stahlharte Zähne schon als Jungtier
    KURZNACHRICHT:

    Nach Studien der Zähne von Tyrannosaurus rex, Allosaurus, Gorgosaurus und Coelophysis haben Forscher festgestellt, dass die Zähne dieser Dinosaurier nicht nur äußerlich wie Steakmesser aussahen, sondern auch eine einzigartige Struktur aufwiesen, die sie äußerst stabil machten.

    Obwohl die Zähne sämtlicher Tiere aus gleichen Bausteinen bestehen, scheint es auf die Zusammenstellung dieser Bausteine anzukommen, wie stabil die Zähne waren. Außer bei dem heute lebenden Komodowaran haben die Forscher bei keinem weiteren Tier Zähne gefunden, die die Stabilität der Zähne von T.rex und Co. aufwiesen.

    Das Aussehen und der stabile Aufbau zeugen nach Aussage der Forscher eindeutig davon, dass T.rex Knochen, Sehnen und Muskeln von Beutetieren ohne großen Kraftaufwand zerbeißen konnte. Somit wird T.rex durchaus in der Lage gewesen sein, erwachsene und große Tiere zu erbeuten.

    Selbst die Jungtiere besaßen schon diese außergewöhnliche Zahnstruktur, konnten die Forscher nachweisen, indem sie die noch nicht durchgebrochene Zähne im Kiefer junger Tiere untersuchten.

    26.07.2015

    Gab es Ähnlichkeiten bei den Paarungskämpfen zwischen heutigen Säugern und Synapsiden aus dem Perm?
    KURZNACHRICHT:

    Ein Forscherteam aus Südafrika ist nach der Analyse verschiedener Synapsiden (Säugetier-Vorfahren aus dem Perm) zu dem Schluss gekommen, dass sich diese möglicherweise in Paarungskämpfen ähnlich verhalten haben wie die häutigen Säuger.

    So haben anscheinend die Dinocephalia mit ihren verdickten Stirnknochen ähnliche Kopfkämpfe geführt wie die heutigen Schafe oder andere Paarhufer. Und die in Brasilien entdeckte Anomodontia-Art Tiarajudens eccentricus wird mit ihren langen Hauern möglicherweise ähnlich wie heutige Wasserrehe oder Moschustiere sich neben seinen Nebenbuhler gestellt und diesen mit seinen langen Zähnen verletzt haben.

    24.07.2015

    Tetrapodophis: Vierbeinige Urschlange in Brasilien gefunden
    KURZNACHRICHT:

    Ein Fossilfund aus Brasilien gibt neue Anhaltspunkte zur Entstehungsgeschichte der Schlangen: In 100 bis 145 Millionen Jahre alten Gesteinsschichten wurden die Überreste einer Urschlange gefunden, die entgegen aller bisheriger Funde, vier Gliedmaßen aufwies, die in fünffingrigen Händen endeten.

    Dies führt die Forscher zu der Annahme, dass sich die Schlangen wahrscheinlich an Land entwickelten und nicht, wie oft diskutiert, im Meer.

    Möglicherweise, so die Forscher, stammen die Schlangen von Tieren ab, die unter der Erde Höhlen gruben. Das würde auch den langgezogenen Körper mit dem abgeflachten Kopf und der kurzen Schnauze erklären.

    Die neu entdeckte Urschlange erhielt den Namen Tetrapodophis amplectus, was so viel bedeutet wie "vierbeinige Umarmende" - was auf ihr Naturell als Würgeschlange hinweisen soll.

    Die Forscher vermuten, dass Tetrapodophis ihre Beine zum Festhalten der Beute einsetzte - weniger zur Fortbewegung. Auch zum Graben waren diese Beine nicht wirklich geeignet, da sie zu schmal und nicht stark genug waren.

    Möglicherweise, so die Forscher, könnten die Beine auch dazu gedient haben, den Partner während des Paarungsaktes festzuhalten.

    16.07.2015

    Zhenyuanlong: Größter Dromaeosaurier mit deutlichem Federkleid entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In China haben Forscher die sehr gut erhaltenen Überreste eines engen Verwandten von Velociraptor gefunden, dem sie den Namen Zhenyuanlong suni gaben.

    Den Angaben der Forscher nach, handelt es sich bei diesem Dinosaurier um einen Vertreter aus der Gruppe der Dromaeosauridae. Er lebte vor rund 125 Millionen Jahren in der Unterkreide und wurde an die zwei Meter lang und 20 Kilogramm schwer.

    Das besondere dieses Fundes besteht aber in der Tatsache, dass man mit bloßem Auge an den Flügeln und dem Schwanz eine Befiederung erkennen kann, die aus hochentwickelten Federn bestand. Damit ist Zhenyuanlong der bislang größte Dinosaurier, der mit Hinweisen auf komplexe Federn entdeckt wurde. Sämtliche größere Dinosurier, bei denen ein Federkleid nachgewiesen werden konnten, besaßen primitive Federn, die eher an Haaren erinnerten.

    Allerdings besaß Zhenyuanlong zu kurze Arme, um mit seinen Flügeln fliegen zu können. Vermutlich, so die Forscher, wurden die Federn bei der Partnerwerbung eingesetzt oder um das Gelege vor zu viel Sonneneinstrahlung oder Kälte zu schützen.

    Bei Velociraptor selbst wurden bislang nur Ansatzstellen von Federn entdeckt, wie diese aber aussahen, konnte bisher nur vermutet werden. Nach dem Fund des Zhenyuanlong gehen die Forscher nun aber davon aus, dass auch Velociraptor schon moderne Federn besaß.

    09.07.2015

    Wendiceratops: Sechs Meter langer Ceratopsier in Alberta (Kanada) entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Vor fünf Jahren fand eine Fossiliensammlerin namens Wendy Sloboda in der kanadischen Provinz Alberta die Überreste eines bislang unbekannten Dinosauriers, der jetzt ihren Namen erhielt: Wendiceratops pinhornensis.

    Der neue Ceratopsier lebte vor 79 Millionen Jahren und wurde wahrscheinlich sechs Meter lang sowie ein bis zwei Tonnen schwer. Er hatte nach Aussage der Forscher an seinem Nackenschild knorrige, nach vorn zeigende Hörner, Hörner über den Augen und ein riesiges Nasenhorn. Ob das Nasenhorn allerdings spitz zulief oder eher knubbelig war, ob die Augenbrauenhörner länger oder kürzer als das Nasenhorn war, das ist aus den bislang gefundenen Fossilien nicht zu erkennen.

    Vermutlich lebte Wendiceratops in der Nähe der Küste, die damals wohl sehr begrünt gewesen sein muss.

    (Übrigens war die Finderin so begeistert von ihrer Entdeckung, dass sie sich den Namen des neuen Dinosauriers einschließlich eines entsprechenden Bildes auf ihren Unterarm tätowieren ließ.)

    02.07.2015

    Huanansaurus: Neuer Oviraptorosaurier in der Mongolei entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Im Süden Chinas, in der Provinz Jiangxi, bei Erdarbeiten für einen neuen Bahnhof in der südchinesischen Stadt Ganzhou, wurden die Überreste eines bisher unbekannten Oviraptorosauriers gefunden, der Ähnlichkeiten mit dem bereits bekannten Citipati osmolskae aus der Mongolei aufweist, sich aber im Aufbau des Kiefers unterscheidet.

    Die neu gefundene Oviraptorosaurierart erhielt den Namen Huanansaurus ganzhouensis und lebte hier in der späten Kreidezeit. Wie viele andere Oviraptorosauria besaß auch Huanansaurus einen auffälligen Knochenkamm auf dem Schädel.

    Gefunden wurden bislang nahezu der komplette Schädel, sieben Halswirbel, Teile der beiden Flügelarme sowie der Beine.

    01.07.2015

    Acht Meter großes Plateosaurus-Skelett in der Schweiz entdeckt und zwei weitere Dinosaurierfunde
    KURZNACHRICHT:

    Das Schweizer Sauriermuseum Frick ist für seine Plateosaurier berühmt. Jetzt wurden in der Tongrube Gruhalde in Frick, die als größte Ausgrabungsstätte der Schweiz gilt, sechs weitere Plateosaurier-Skelette entdeckt.

    Eines der Plateosaurier-Skelette ist mit acht Metern Länge das größte Exemplar, das jemals in der Schweiz gefunden wurde. Nach Aussage der Leiterin des Museums in Frick wurde nur in Süddeutschland ein mit neun Metern Länge größeres Exemplar dieser Dinosaurier-Gattung gefunden.

    Schon im Jahr 2006 wurde ein bislang unbekannter, rund zweieinhalb Meter hoher Raubsaurier und im Jahr 2013 ein weiterer bislang unbekannter Pflanzenfresser gefunden. Das Museum hofft, dass sie spätestens im nächsten Jahr den Raubsaurier vorstellen können und in den nächsten vier bis fünf Jahren auch ein Ergebnis zu dem bislang unbekannten Pflanzenfresser haben, der nun an der Universität untersucht wird.


    25.06.2015

    Oviraptoren legten möglicherweise blaugrüne Eier
    KURZNACHRICHT:

    Laut den Ergebnissen einer Bacherlor-Arbeit, sprechen viele Indizien dafür, dass Oviraptoren blaugrüne Eier legten, ähnlich den Eiern heutiger Emus. Dies wurde mit Hilfe pulverisierter und extrahierter fossiler Eierschalen und einer anschließenden Analyse der Schalenpigmente im Massenspektrometer herausgefunden.

    Da farbige Eier in der Vogelwelt mit komplexen Verhaltensweisen und verschiedenen Strategien einhergehen, dienten die farbigen Eier möglicherweise dazu, auch schon die Dinosaurier-Männchen zu einer intensiven Beteiligung am Brutvorgang und an der Brutpflege zu motivieren.

    25.06.2015

    Hallucigenia: Mariner Insekten-Vorfahr besaß Ring aus Zähnen, Stacheln am Rücken und Tentakel am Hals
    KURZNACHRICHT:

    Forscher haben 165 Fossilien des aus dem Kambrium stammenden Hallucigenia mit dem Elektronenmikroskop untersucht und festgestellt, dass die bisherige Darstellung dieses Insekten-Vorfahren falsch war: Das Teil, das zuvor als Kopf identifiziert wurde, stellte sich als eine Blase von Verwesungsflüssigkeiten heraus, die sich erst nach dem Tod des Tieres gebildet hatte. Die Stacheln, die zuvor als Beine angesehen wurden, waren in Wirklichkeit Rückendornen. Die Tentakeln, die aus dem Rücken wuchsen, waren die Beine.

    Darüberhinaus haben die Forscher noch zwei einfache Augen und - für die Forscher überraschend - sowohl einen Ring aus Zähnen rund um die Mundöffnung als auch weitere spitze Zähne im Rachenbereich entdeckt. Die Forscher vermuten, dass der vordere Zahnring dem ein bis fünf Zentimeter langen Tier, das vor 508 Millionen Jahren am Grunde des Meeres lebte, dabei half, sich fortzubewegen und Nahrung einzusaugen, und dass die Rachenzähnchen verhinderten, dass das eingesaugte Futter wieder herausrutschte.

    Auf dem Rücken trug Hallucigenia paarweise angeordnete Stacheln, dazu sieben Beinpaare mit kleinen Krallen an den Füßen und drei Paare Tentakeln am Hals.

    24.06.2015

    Pappochelys: "Großvaterschildkröte" bringt die Schildkröten stammbaummäßig in die Nähe von Krokodilen und Vögeln
    KURZNACHRICHT:

    Bei Schwäbisch Hall (Baden Württemberg) wurden die 240 Millionen Jahre alten Überreste der bislang ältesten Schildkröte gefunden, die den Namen Pappochelys (übersetzt: "Großvaterschildkröte") erhielt.

    Diese Urschildkröte besaß zwar kompakte Bauchrippen und am Rücken verbreiterte, T-förmige Rippen, doch waren sowohl der Bauch- als auch der Rückenpanzer noch nicht voll ausgebildet. Zudem trug Pappochelys noch Zähne im Kiefer. Das Überraschendste an diesem Fund waren jedoch die zwei Schläfenfenster im gut erhaltenen Schädel, die die Vorfahren der Schildkröten nicht in der Gruppe der Anapsida finden lassen - wie bislang angenommen -, sondern in der Gruppe der Diapsida - und somit in der gleichen Gruppe wie die Vorfahren der Krokodile und Vögel.

    Die Forscher vermuten, dass Pappochelys, in der Nähe eines Süßwassersees lebte und die schweren Bauchrippen ihr halfen, tiefer zu tauchen und länger im Wasser zu bleiben als andere Reptilien. Möglicherweise, so die Forscher, deute dies darauf hin, dass sich der Schildkrötenpanzer im Wasser entwickelte.

    19.06.2015

    Auf der Suche nach winzigen Knochen im T.rex-Schädel
    KURZNACHRICHT:

    Im CT in Fürth hat ein niederländisches Forscherteam den Schädel eines 2013 in Montana (USA) entdeckten Tyrannosaurus rex-Schädels scannen lassen, um vielleicht kleinste Knochenteile zu entdecken, die beim T.rex bislang nur vermutet aber noch nicht nachgewiesen werden konnten.

    Der Schädel stammt von einem 12 Meter langen, vier bis fünf Meter hohen und ca. 5000 Kilogramm schweren Tyrannosaurus-Weibchen, das vor rund 66 Millionen Jahren gelebt hat und bei seinem Tod etwa 30 Jahre alt gewesen ist. Das Fossil gehört zu den fünf besterhaltenen Tyrannosaurus rex-Skeletten weltweit. Lediglich ein Bein, die Krallen, Zähne und das Ende des Schwanzes würden fehlen, heißt es in der Nachricht.

    Außer den kleinen, bislang noch nicht entdeckten Miniknochen erhoffen sich die Forscher durch die Analyse des Scans auch Erkenntnisse zur Entwicklung des Gehirns und der Funktionsweise des Gleichgewichtssinns.

    18.06.2015

    Wurde Europasaurus durch Raubsaurier vernichtet, die vom Land auf die Insel kamen?
    KURZNACHRICHT:

    Der acht Meter lange Europsaurus, eine kleine langhalsige Dinosaurierart, der vor 154 Millionen Jahren auf kleinen tropischen Inseln im heutigen Harz lebte, könnte möglicherweise durch Raubsaurier vernichtet worden sein, die bei niedrigem Wasserstand vom Festland auf die Inseln gelangten, vermuten Bonner Forscher, nachdem sie eine Steinplatte bei Goslar analysiert haben, auf der sich 20 Fußabdrücke erhalten haben.

    15.06.2015

    Große Dinosaurier besiedelten den Äquatorgürtel erst später
    KURZNACHRICHT:

    Gesteinsproben und Fossilien aus New Mexico von vor 215 bis vor 205 Millionen Jahren zeigen, dass sich in der Trias am Äquator immer wieder Tropen- und Dürreperioden abwechselten, die zu häufigen Vegetrationsbränden führten. Das verhinderte scheinbar, dass sich dort frühzeitig größere Dinosaurier ansiedeln konnten, die auf eine stabile Vegetation angewiesen waren.

    Allerdings lassen sich aus dieser Zeit durchaus die Überreste anderer, klimatolerantere Urtiere finden, wie zum Beispiel einige krokodilähnliche Phytosaurier oder gepanzerte Sauropsiden wie Aetosaurier. Auch Überreste des kleinen Coelophysis konnten nachgewiesen werden.

    Die großen Pflanzenfresser fanden den Weg in den Äquatorgürtel erst 30 Millionen Jahre nach Entstehung der ersten Dinosaurier, als sich das Klima in der Äquatorregion stabilisiert hatte.

    11.06.2015

    Dreadnoughtus: Wissenschafler korrigieren das geschätzte Gewicht von 60 Tonnen runter auf 40 Tonnen
    KURZNACHRICHT:

    Im letzten Jahr wurden in Patagonien (Argentinien) die Überreste eines neuen Titanosauriers gefunden, der den Namen Dreadnoughtus schrani erhielt. Forscher schätzten damals das Gewicht dieses rund 26 Meter langen Dinosauriers, der zu 70 Prozent erhalten geblieben war, auf 60 Tonnen.

    Neue Modellrechnungen ergaben aber nun, dass das Dreadnoughtus-Jungtier, das vor 77 Millionen Jahren gelebt hat, wahrscheinlich nur 40 Tonnen wog.

    11.06.2015

    Erneut Funde von Kollagenfasern und Blutzellen in 75 Millionen Jahre alten Dinosaurierknochen
    KURZNACHRICHT:

    In den letzten zehn Jahren hat die amerikanische Forscherin Mary Schweitzer mehrmals Studien veröffentlicht, in denen sie von Kollagenfunden bei Dinosauriern berichtete: 2005 fand sie Röhrenknochenmark bei einem T.rex, der darauf hindeutete, dass es sich um ein weibliches Tier handelte; 2007 konnte das Team um Schweitzer das Eiweiß Kollagen isolieren und so die enge Verwandtschaft des T.rex zum Huhn nachweisen; 2009 entdeckten die Forscher dann auch intakte Bindegewebsproteine und Aminosäuren in den 80 Millionen Jahre alten Knochen eines Brachylophosaurus (Hadrosauriers), anhand der sie wiederum eine enge Verwandtschaft zu den Vögeln herstellen konnte.

    Allerdings fanden sich stets Forscher, die die Methoden und Ergebnisse kritisierten und häufig mit der Verunreinigung der Fossilien argumentierten.

    Nun allerdings hat erneut ein Forscherteam um Sergio Bertazzo vom Londoner Imperial College Kollagenfasern und Blutzellen in Dinosaurierknochen gefunden, obwohl es nicht damit gerechnet hatte.

    Die Forscher untersuchten acht nicht sehr gut erhaltene, 75 Millionen Jahre alte Dinosaurierknochen, die seit zehn Jahren im Natural History Museum in London lagen mit Hilfe eines Elektronenmikroskops und eines gebündelten Ionenstrahls, um in das Innere der Knochen zu schauen und fanden nicht die erwarteten kristallinen Knochenstrukturen, sondern die Überreste von Roten Blutkörperchen und Kollagengewebe, was durch eine zusätzliche Untersuchung mit dem Massenspektrometer bestätigt wurde. Insgesamt konnte bei den Überresten der Blutkörperchen eine große Ähnlichkeit zu dem Blut von Emus festgestellt werden.

    05.06.2015

    Regaliceratops: 68 Millionen Jahre alter Chasmosaurier mit langem Nasenhorn, kurzen Brauenhörnern und kronenförmigem Nackenschild
    KURZNACHRICHT:

    Vor zehn Jahren fand der Hobby-Fossiliensammler Peter Hews in der kanadischen Provinz Alberta den fast vollständigen Schädel einer neuen Ceratopsier-Art, die jetzt nach jahrelanger Präparation den Namen Regaliceratops peterhewsi erhielt (übersetzt: "Peter Hews königliches Horngesicht").

    Gelebt hat dieser neue Ceratopsier, der in die Gruppe der Chasmosaurier eingeordnet wird und schätzungsweise rund 1,5 Tonnen schwer war, vor 68 Millionen Jahren.

    Entgengen der meisten Chasmosaurier besaß Regaliceratops allerdings ein langes Nasenhorn und zwei kurze Hörner über den Augen. Sein Nackenschild war nach Angaben der Forscher wie eine Krone geformt, was dem Ceratopsier zu seinem Namen verhalf.

    02.06.2015

    Gefiederter Urvogel aus Gondwanaland mit seltsamen Schwanzfedern entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Forscher haben in Brasilien das bisher vollständigste Fossil eines aus der frühen Kreidezeit des Gondwanalands stammenden, rund sechs Zentimeter großen Vogels entdeckt, dessen Gefieder teilweise sehr gut erhalten geblieben ist. Dieser kolibrigroße Vogel lebte vor etwa 120 Millionen Jahren in einem heißen und feuchten Klima und war, nach seinem proportional riesigen Kopf und großen Augen sowie einigen noch nicht miteinander verwachsenen Extremitätenknochen zu schließen, vermutlich noch ein Jungvogel.

    Auffällig an diesem Fossil ist sein Schwanz, der von zwei steifen, fast nur aus Kiel bestehenden, rund acht Zentimeter langen Federn gebildet wurde, die nur am Ende eine kleine Fahne aus losen Härchen besaßen und möglicherweise bunt bepunktet waren.

    Zur Unterstützung des Fliegens taugten diese Schwanzfedern wohl nicht, so die Forscher, da sie zu wenig aerodynamisch geformt gewesen seien. Daher vermuten die Forscher, dass sie eher der Zurschaustellung oder der Arterkennung dienten. Möglicherweise besaßen aber auch nur die Männchen solche merkwürdigen Schwanzfedern.

    Bei den heutigen Vögeln entwickeln sich solche Schmuckfedern allerdings erst mit der Geschlechtsreife - daher könnte dieses fossile Vögelchen möglicherweise recht frühreif gewesen sein.


    19.05.2015

    Schlangen entwickelten sich vor 128 Millionen Jahren an Land
    KURZNACHRICHT:

    Nach der Analyse der Gene und Anatomie von 73 lebenden und ausgestorbenen Schnlangen- und Echsenarten kommen Forscher zu dem Schluss, dass der Ursprung der Schlangen in der Oberkreide liegt und sich die ersten Schlangen vor 128 Millionen Jahren an Land entwickelten.

    Vermutlich gingen sie aus vierbeinig laufenden, des Nachts in den warmen Wäldern Laurasias jagenden Reptilien hervor und besaßen anfangs selbst noch vier Beine mit Zehen. Allerdings, so die Forscher, werden diese Ur-Schlangen noch keine Tiere gejagt haben, die deutlich größer waren als sie selbst.

    14.05.2015

    Neue Art von Saurornitholestes identifiziert - konnte besonders gut riechen
    KURZNACHRICHT:

    Bei der näheren Untersuchung eines bereit im Jahr 1999 in Mexiko entdecktem, und der Art Saurornitholestes langstoni zugordneten Fossils sind Forscher auf Abweichungen beim Schädelaufbau gestoßen, die es erlauben, dem Tier eine eigene Artbezeichnung zu verpassen. So nannten sie dieses 75 Millionen Jahre alte Fossil Saurornitholestes sullivani.

    Der "neue" Saurornitholestes war insgesamt 1,8 Meter lang und lebte im damals westlichen Teil Nordamerikas, der "Laramidia" genannt wird.

    Im Gegensatz zu S.langstoni besaß S.sullivani vermutlich einen ausgeprägteren Geruchssinn, worauf die Oberfläche des Schädelteils hinweist, unter dem der Riechkolben des Gehirns lag.

    12.05.2015

    Forscher haben Vögel "rückgezüchtet" - allerdings nur ungeschlüpfte Embryos
    KURZNACHRICHT:

    US-amerikanische Forscher haben bei Hühnern das "Schnabel-Gen" ausgeschaltet und so Hühner mit einer Dinosaurier-Schnauze "erschaffen".

    Nach Aussage der Wissenschaftler diente dieses Experiment, bei dem die Wissenschaftler die so entstandenen Embryos jedoch nicht schlüpfen ließen, aber nicht dem Zweck, "Hühner-Dinos" zu kreieren, sondern die entsprechenden Schnabelgene zu identifizieren, um die Entwicklung des Schnabels nachvollziehen zu können.

    Allerdings hat sich bei den genveränderten Hühnern nicht nur die Schnauze geändert, sondern zugleich der ganze Rachenbereich, der Dinosaurier-ähnlich geworden sei, so die Forscher.

    06.05.2015

    Ottoia: Priapswurm kroch mithilfe der Zähne - neue Art identifiziert
    KURZNACHRICHT:

    Elektromikroskopische Aufnahmen der weniger als einen Millimeter langen Zähne des Priapswurms Ottoia, der vor 500 Millionen Jahren während des Kambriums gelebt hat, ergaben, dass diese Zähne nicht nur zum Fressen eingesetzt wurden, sondern auch nach außen gestülpt werden konnten, so dass sich der Wurm über den Boden des Meeres vorwärtsziehen konnte.

    Zudem fanden die Forscher Unterschiede zwischen den Zähnen verschiedener Priapswürmer, die alle unter dem Artnamen Ottoia prolifica liefen, so dass sie einige Würmer einer neuen Art zuordnen konnten, die aufgrund der dreieckigen Form der Zähne den Namen Ottoia tricuspida erhielt.

    05.05.2015

    Archaeornithura: Bisher ältester moderner Vogel war vermutlich ein Watvogel mit Punk-Frisur
    KURZNACHRICHT:

    Im Nordosten Chinas haben Forscher die 130 Millionen Jahre alten Überreste zweier amselgroßer Urvögel mit realtiv langen Beinen entdeckt, dessen Federkleid so gut erhalten blieb, dass die kurzen, schaftlosen Federn, die asymetrischen Schwungfedern an den Flügeln und der gefächerte Schwanz mit Afterschwingen erkennbar sind. Die Forscher nehmen an, dass dieser Vogel, der den Namen Archaeornithura meemannae erhielt, schon ein guter Flieger war.

    An den Unterschenkeln besaß Archaeornithura keine Federn, was die Forscher als Indiz dafür werten, dass es sich um einen Watvogel handelte, der im Wasser nach kleinen Fischen oder Wirbellosen jagte.

    Aufgrund des Alters der Fossilien gilt Archaeornithura als der bislang älteste bekannte Vertreter der Ornithuromorpha, der Gruppe, aus der sich alle modernen Vögel entwickel haben.


    29.04.2015

    Yi qi: Dinosaurier aus dem Oberjura mit Flügelmembran in China entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In China haben Forscher einen kleinen Dinosaurier gefunden, der scheinbar eine Flügelmembran ähnlich wie heutige Flughörnchen besaß. Diese neue Art erhielt den Namen Yi qi (übersetzt: "Merkwürdiger Flügel"), da bislang nicht klar ist, ob er mithilfe dieser Flügel fliegen oder gleiten konnte - ob er beides beherrschte oder gar nichts von beidem.

    Yi qi war etwa 380 Gramm schwer und lebte von vor 174 bis vor 145 Millionen Jahren. Er wird in die Gruppe der Scansoriopterygidae eingeordnet - einer Gruppe die zu den Theropoden zählt und eng mit den primitiven Vögeln verwandt ist. Die Scansoriopterygidae besaßen zwar ein Federkleid, waren aber nicht flugfähig. Ihre Hände wiesen drei Finger auf, von denen der dritte Finger stets länger als der zweite war.

    Was Yi qi darüberhinaus noch auszeichnet ist eine Knochendorn, der leicht gebogen und spitz zulaufend fast im rechten Winkel schwanzwärts aus dem Handgelenk herauswuchs und länger als die Elle wurde. An diesem Knochendorn sowie an den Fingerknochen wurden Überreste einer membranartigen Struktur gefunden, die vermuten lässt, dass sich eine Flügelhaut von diesem Dorn über die Finger zum Handgelenkt spannte.

    Ob Yi qi aber damit fliegen konnte, ist bislang nicht bekannt. Falls der neu entdeckte Dinosaurier, der nur zum Teil erhalten blieb, so ausgesehen hat, wie die Forscher ihn rekonstruiert haben, würde er sehr schwanzlastig in der Luft unterwegs gewesen sein. Federn besaß Yi qi ebenfalls, aber sie hatten eher eine faserige, pinselartige Struktur und waren zum Fliegen untauglich.

    27.04.2015

    Chilesaurus: Vegetarischer Theropode - das "Schnabeltier" unter den Dinosauriern
    KURZNACHRICHT:

    Im Süden Chiles sind die Überreste eines recht merkwürdigen Dinosauriers gefunden worden, der auch scherzhaft als "Schnabeltier-Saurus" bezeichnet wird. Er erhielt den unspektakulären Namen Chilesaurus diegosuarezi, benannt nach dem Fundland und einem Jungen, der im Alter von sieben Jahren, die ersten Knochen dieses Dinosauriers entdeckt hat: Diego Suárez.

    Bislang wird Chilesaurus in die Gruppe der Therapoda eingeordnet, war aber im Gegensatz zu seinen Verwandten Tyrannosaurus rex und Velociraptor kein Fleischfresser. Sein Gebiss weist ihn eindeutig als Pflanzenfresser aus. Zwar besaß er wohl die kurzen Arme, die viele seiner Verwandten kennzeichneten, und lief auf zwei Beinen, doch hatte er einen langen Hals und einen kleinen Kopf. Diese Zusammenstellung ist so merkwürdig, dass die Forscher zunächst vermuteten, die Überreste mehrerer Dinosaurierarten entdeckt zu haben, doch stellte sich dieses später als Trugschulss heraus, da noch weitere Exemplare dieser Spezies in Chile gefunden wurden.

    Chilesaurus lebte vor 150 Millionen Jahren im Oberjura und wurde drei Meter lang.

    23.04.2015

    Dinosaurier-Eier in China entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Bei Straßenarbeiten in der südchinesischen Stadt Heyuan wurden mitten im Stadtzentrum 43 fossile Dinosaurier-Eier entdeckt, von denen 19 nach Aussage des Kurators des örtlichen Dinosaurier-Museums noch unversehrt sind und das größte der gefundenen Eier einen Durchmesser von 13 Zentimetern besitzt.

    Wie alt diese Eier sind und von welchem Dinosaurier diese stammen, muss noch weiter untersucht werden, so der Kurator.

    22.04.2015

    Stegosaurus: Möglicherweise hatten Männchen größere Rückenplatten als Weibchen
    KURZNACHRICHT:

    Nach dem Fund von fünf fossilen Stegosaurier-Skeletten ist ein englischer Forscher zu dem Schluss gekommen, dass die Art Stegosaurus mjosi möglicherweise Geschlechts-Dimorphismus (Unterschiede in der Körpergestalt bei den Geschlechtern) aufwies, wobei wahrscheinlich die männlichen Exemplare größere und rundere Platten besaßen und die Weibchen länglichere und kleiner.

    Seinen Analysen zufolge kann es sich bei den verschieden großen und unterschiedlich geformten Platten weder um eine Altersvariation handeln noch um einen Unterschied zwischen zwei Arten. Da die gefundenen Skelette alle aus der Zeit vor rund 150 Millionen Jahren stammen und die Unversehrtheit der Knochen ausschließen lässt, dass irgendwelche Aasfresser die Knochen zusammengetragen oder ein Flussbett sie hier zusammengespült hat, müssen nach Aussage des Forschers diese Tier gemeinschaftlich gelebt haben.

    Die Ergebnisse des englischen Forschers sind jedoch nicht ganz unumstritten. So meint ein US-Paläontologe, dass anhand der Platten nicht wirklich gesichert nachgewiesen werden kann, dass alle Tiere schon ausgewachsen waren, wie der englische Forscher meint, und dass auch nicht ausgeschlossen werden kann, dass diese Spezies nicht beide Arten von Knochenplatten gleichzeitig auf ihrem Körper trug.

    15.04.2015

    Osedax-Würmer: Erst Meeressaurier, dann Schildkröten, jetzt Wale
    KURZNACHRICHT:

    Ein britisches Forscherteam konnte typische Fraßspuren von Osedax-Würmern in fossilen Knochen nachweisen und somit zeigen, dass diese Würmer schon in der Kreidezeit existierten.

    Osedax-Würmer wurden erst im Jahr 2004 entdeckt. Sie besitzen weder einen Mund noch einen Darm und auch keine Augen. Nahrung finden sie in den auf den Meeresgrund abgesunkene Walkadaver-Knochen, wobei der Kopf mit den Kiemenanhängen aus dem Knochen herausragt und der wurzelartig verzweigte Hinterleib im Knochen steckt.

    Die britischen Forscher konnten nun auch an einem fossilen Oberarmknochen eines Plesiosauriers, der vor 100 Millionen Jahren auf den Meeresboden sank, sowie an fossilen Rippenknochen und einem fossilen Panzer von Meeresschildkröten, die vor 60 Millionen Jahren verendet waren, typische Osedax-Fraßspuren nachweisen. Demnach hat es diese Würmer zumindest schon in der Kreidezeit gegeben.

    Auch das Massensterben von vor 65 Millionen Jahren müssen diese Würmer überlebt haben. Die Forscher gehen aufgrund der Funde nun davon aus, dass sie ursprünglich die Knochen von Meeresechsen als Nahrungsquelle nutzten, nach dessen Aussterben die Knochen von Schildkröten, und dass sie, als vor 45 Millionen Jahren die ersten Wale auftraten, schließlich auf die Säugetierknochen gewechselt sind.

    13.04.2015

    Mosasaurier brachten lebende Junge zur Welt
    KURZNACHRICHT:

    Ein internationales Forscherteam hat Fossilen erneut untersucht, die schon vor 100 Jahren gesammelt und als urzeitliche Meeresvögel klassifiziert worden waren. Dabei hat das Team festgestellt, dass es sich um neugeborende Mosasaurier-Junge handelt.

    Der Umstand, dass die Fossilien einer Region entstammen, die ursprünglich ein offenes Meer war, gibt deutliche Hinweise darauf, dass die Tiere nicht aus Eiern geschlüpft sind, die an Land abgelegt wurden bzw. dass der Geburtsort nicht in Küstennähe gelegen haben kann. Daraus schließen die Forscher, dass die Mosasaurier-Weibchen ihre Jungen auf hoher See lebend zur Welt brachten.

    Mosasaurier wären allerdings nicht die einzigen Meeresechsen, die lebende Junge zur Welt gebracht hätten - im letzten Jahr wurde ein Ichthyosaurus-Weibchen gefunden, das wohl im Moment des Gebährens umkam und direkt von Sediment bedeckt worden war, so dass dieser Vorgang für die Ewigkeit erhalten blieb. (s. Nachricht vom Feb. 2014)

    Mosasaurier sind Meeresechsen, die ursprünglich von an Land lebenden, vermutlich waranähnlichen Tieren abstammen und von vor 98 bis vor 65 Millionen Jahren in offenen Meeren lebten.

    10.04.2015

    Massensterben an der Perm-Trias-Grenze: Vulkanausbrüche führten zu sauren Ozeanen
    KURZNACHRICHT:

    Ein internationales Forscherteam hat nach Analysen von Gesteinsproben aus den Arabischen Emiraten Hinweise darauf gefunden, dass am Ende des Perms die gewaltigen Vulkanausbrüche zur Versauerung der Ozeane führte.

    Ihren Ergebnissen zufolge, gab es zwei Schübe von vermehrten Vulkantätigkeiten. Der erste Schub, der schon eine gewisse Versauerung mit sich brachte, konnte jedoch noch, da das Meer ausreichend alkalisch war, abgepuffert werden. Der zweite Schub gab dann aber den Lebewesen im Meer, vor allem solchen, die eine Kalkschale oder ein Kalkskelett besaßen, den Gnadenstoß.

    Die Analysen zeigten, dass der ph-Wert im Ozean um 0,7 Punkte zunahm - entsprechend dem heutigen Versauerungsfaktor der Meere - und rund 10.000 Jahre lang anhielt. Allerdings war der damalige CO2-Gesamtausstoß (noch) wesentlich höher als heute.

    09.04.2015

    Daspletosaurus: Möglicherweise häufige Rivalitätskämpfe bzw. Verzehr toter Artgenossen
    KURZNACHRICHT:

    Forscher aus England und Kanada haben an einem halbwüchsigen Daspletosaurus-Skelett Bissspuren gefunden, die wahrscheinlich von Artgenossen stammen. Vor allem am Schädel waren auffällige Bissspuren zu sehen. Die meisten Bissspuren waren allerdings wieder verheilt, also nicht tödlich. Eine Spur am Unterkiefer, die ebenfalls auf einen Artgenossen zurückgeführt wird, ist jedoch unverheilt und somit erst nach dessen Tod dem Tier zugefügt worden.

    Obwohl die Forscher aus diesen Spuren keine sicheren Erkenntnisse ableiten können, vermuten sie jedoch, dass Daspletosaurier häufig in Rivalitätskämpfe verwickelt waren und möglicherweise tote Artgenossen verzehrten.

    08.04.2015

    Nodosaurus hinterm Supermarkt
    KURZNACHRICHT:

    In den USA scheint man an den ungewöhnlichsten Plätzen Dinosaurier-Knochen zu finden...

    Nun haben ein Zoowärter und sein Sohn hinter einem Supermarkt in Texas die Überreste eines Dinosauriers entdeckt, der jetzt ausgegraben wird. Vermutlich handelt es sich dabei um einen rund 100 Millionen Jahre alten Nodosaurus, einen etwa ponygroßen Landsaurier, der zur Gruppe der Ankylosauria gehört.

    07.04.2015

    Brontosaurus ist zurück!
    KURZNACHRICHT:

    Brontosaurus ist rehabilitiert und in die Reihen der Dinosaurier wieder aufgenommen worden:

    Nachdem der Paläontologe Othniel Charles Marsh im Jahr 1879 die Überreste eines riesigen, kopflosen Sauropoden entdeckt hatte, nannte er ihn Brontosaurus. Allerdings fielen einigen Paläontologen im Jahr 1903 die Ähnlichkeiten zum im Jahr 1977 entdeckten, ebenfalls bis dato kopflosen Apatosaurus auf, so dass der später gefundene Brontosaurus als eigentlicher Apatosaurus identifiziert und die Gattungsbezeichnung Brontosaurus aus der Liste der Dinosaurier gestrichen wurde.

    Neue detailliertere Untersuchungen dieses ursprünglich als Brontosaurus bezeichneten Skeletts und weitere Funde von Apatosaurus haben aber jetzt gezeigt, dass es doch markante Unterschiede zu Apatosaurus-Skeletten gibt, dass eine eigene Bezeichnung durchaus gerechtfertigt ist.

    Insofern kehrt die "Donnerechse" nun in die inzwischen sehr umfangreiche Liste der Dinosauriergattungen zurück.


    25.03.2015

    Warburton-Krater: Wahrscheinlich entstanden durch auseinandergebrochenen Meteoriten - bislang größter bekannter Krater der Welt
    KURZNACHRICHT:

    Durch Zufall ist bei geothermischen Probebohrungen im australischen Queensland im Warburton-Becken ein riesiger Doppelkrater entdeckt worden, der vermutlich durch den Einschlag eines in zwei Hälften gebrochenen Meteoriten entstanden ist. Beide Gesteinsbrocken verursachten demnach jeweils einen Krater von rund 190 Kilomtern Durchmesser, zusammen umfassen sie ein Gebiet von 400 Kilometern. Damit ist der Warburton-Krater der bislang größte bekannte Krater auf der Erde, allerdings sind die Spuren dieses Kraters nicht mehr zu sehen.

    Bei den geothermischen Bohrungen. die jetzt durchgeführt wurden, tauchten im Bohrkern Quarzkristalle auf, die nur durch großen Druck oder übermäßige Hitze entstanden sein konnten, wie sie bei einem Meteoriteneinschlag oder einem Vulkanausbruch entstehen. In den beiden benachbarten Kratern wurden zudem Hinweise darauf gefunden, dass noch in 20 Kilometern Tiefe die Erdkruste gebrochen ist, was darauf schließen lässt, dass es sich um einen Meteoriteneinschlag handelt.

    Wann genau der auseinandergebrochene Meteorit auf der Erde einschlug, kann bisher nicht gesagt werden. Das Alter wird vorerst auf 300 bis 600 Millionen Jahre geschätzt. Ob ein Massensterben damit einherging, wie bei dem Meteoriteneinschlag vor 65 Millionen Jahren, bei dem u.a. die Dinosaurier ausstarben, ist bislang ebenfalls ungewiss.

    24.03.2015

    Metoposaurus: Riesensalamander der Trias machte Gewässer unsicher
    KURZNACHRICHT:

    In einem ausgetrockneten See im Süden Portugals sind Forscher auf die Überreste einer aus der Trias stammenden Salamanderart gestoßen, die den Namen Metoposaurus algarvensis erhielt.

    Metoposaurus war an die zwei Meter groß, lebte im Wasser und ernährte sich von Fischen. Möglicherweise, so die Forscher, könnten aber auch schon kleinere Dinosaurier zu seinem Nahrungsrepertoire gehört haben, wenn diese sich zu nah ans Wasser getraut haben.

    Besonders kennzeichnend für Metoposaurus ist sein großer, flacher Schädel mit hunderten spitzer Zähne. Andere fossile Tiere, die eng mit ihm verwandt waren, wurden in Nordamerika, Afrika, Europa und Indien entdeckt.

    19.03.2015

    Carnufex: Drei Meter langes Krokodil jagte in der Trias an Land auf zwei Beinen
    KURZNACHRICHT:

    In North Carolina (USA) haben Forscher die fossilen Überreste eines rund 230 Millionen Jahre alten Krokodil-Vorfahren entdeckt, der vermutlich drei Meter lang wurde und auf zwei Beinen an Land jagte. Die Forscher gaben dem Tier den Namen Carnufex carolinensis (übersetzt: "Schlächter von North Carolina").

    Zu der Zeit, als Carnufex lebte, begann der Riesenkontinent Pangäa gerade auseinanderzubrechen. Auf der Südhalbkugel erschienen die ersten Dinosaurier; auf der Nordhalbkugel, so erklären die Forscher, könnte der für damalige Verhältnisse riesige Carnufex an der Spitze der Nahrungskette gestanden haben.

    Bislang hat man von diesem Ur-Krokodil allerdings nur Fragmente des Schädels, Teile der Wirbelsäule sowie der Oberschenkel gefunden. Der Schädel war kräftig gebaut, mit Wülsten überzogen und maß mehr als 50 Zentimeter.

    Möglicherweise machte Carnufex u.a. Jagd auf gepanzerte Echsen und frühe Säugetiervorfahren, so die Forscher.

    19.03.2015

    Ausstellung März bis Mai: Rock Fossils - Fossilen bennant nach Heavy-Megal-Stars
    KURZNACHRICHT:

    Vom 18.03 bis 31.05.2015 findet im Naturhistorischen Museum in Bern eine Ausstellung statt, die "Rock Fossils" heißt. Da es scheinbar diverse Paläontologen gibt, die ihre Vorliebe für Rock in den Namen gefundener Fossilien einfließen lassen, sind 36 Fossilien dieser Art zusammengekommen.

    So z.B.: der Raubsaurier Masiakasaurus knopfleri, benannt nach dem Gitarristen Mark Knopfler - oder der 160 Millionen Jahre alter Stachelhäuter Paracidaris eluveitie, benannt nach der Schweizer Band Eluveitie - oder der zwei Meter lange Trilobit Arcticalymene viciousi, benannt nach dem 1979 an einer Heroin-Überdosis gestorbenen Punkrocker Sid Vicious - oder der fossile Ringelwurm aus der Gruppe der Vielborster Kingnites diamondi, benannt nach der dänischen Metal-Legende King Diamond - oder der ebenfalls fossile Ringelwurm Kalloprion kilmisteri, benannt nach Lemmy Kilmister, Sänger und Bassist von Motörhead.

    Link zur Seite der Ausstellung: Rock Fossils

    11.03.2015

    Aegirocassis: Einer der größten Anomalocarididen aus dem Ordovizium filtrierte das Meer auf der Suche nach Plankton
    KURZNACHRICHT:

    In Marokko wurde das fast vollständige Fossil eines vor rund 480 Millionen Jahren im Ordovizium lebenden Anomalocarididen gefunden, der den Namen Aegirocassis benmoulae erhielt und mit zwei Metern Länge der größte Vertreter dieser Gruppe war, der bisher gefunden wurde. Er gehört zu den frühen Verwandten der heutigen Gliederfüßer, zu denen Insekten und Spinnentiere zählen.

    Auffällig an Aegirocassis war, dass er − obwohl zu einer Gruppe von Jägern gehörend − das Wasser nur filtrierte, ähnlich wie es heute der Blauwal oder der Walhai tun. Daher wird es als interessante Begebenheit gesehen, dass wie in der Wal- und Haigruppe auch bei den Anomalcariden die größten Vertreter nicht aktiv jagten, sondern das Wasser nach Kleinstlebewesen durchsiebten.

    Zu diesem Zweck hing unter seinem Kopf eine Art Fangkorb aus feinen Filterrippen, mit denen Aegirocassis kleine Planktonteile aus dem Meer fischte. Sein Hinterleib bestand aus mehreren Segmenten. An jedem Segment hingen links und rechts Doppellappen, von denen der untere Lappen ähnlich aufgebaut war wie die beinähnlichen Fortsätzen anderer Anomalcoriden.

    10.03.2015

    150 Millionen Jahre alte, fossile Krabbenlarve zeigt unterschiedliche Evolution in verschiedenen Entwicklungsstadien der Krabbe
    KURZNACHRICHT:

    In den Solnhofener Plattenkalken des Fränkischen Jura hat ein Privatsammler eine fossile, 150 Millionen Jahre alte Krabbenlarve der Gattung Megalopa entdeckt. Bislang sind nur zwei Funde von fossilen Krabbenlarven bekannt; dieser Fund ist älter und besser erhalten als der andere.

    Die Larve ähnelt sehr den heutigen Larven, so zwei deutsche Zoologen. Die adulten Tiere in der Zeit glichen aber noch eher urtürmlichen Tieren. Somit scheint es, dass die Entwicklungsstadien der Krabbe unterschiedlichen Evolutionsverläufen folgten. Nach Aussage der Zoologen könnte es daran liegen, dass sich die Larven als Räuber und Aasfresser spezialisiert und ihre Morphologie angepasst haben, während die adulten Tiere noch in ihrer urtümlichen Lebensweise verharrten und somit ihre "alte" Morphologie beibehielten.


    20.02.2015

    Massensterben durch Dunkle Materie ausgelöst?
    KURZNACHRICHT:

    Ein US-Geologe stellte die Theorie auf, dass das wiederkehrende Massensterben damit zu tun hat, dass die Erde beim Umkreisen der Milchstraße (was sie einmal in 225 bis 250 Millionen Jahren schafft) immer mal wieder eine Scheibe von dunkler Materie passiert, die dafür verantwortlich ist, dass Kometen aus der Oort'schen Wolke auf die Erde gelenkt werden. Da die dunkle Materie auch mit dem Erdkern in Wechselwirkung tritt, könnten so auch die wiederkehrenden Vulkanausbrüche erklärt werden.

    Bislang gilt die Dunkle Materie aber nur in der Theorie - nachgewiesen wurde sie bisher nicht. Daher sind viele Wissenschaftler gegenüber dieser These, dass das Massensterben auf der Erde durch dunkle Materie ausgelöst werden soll, sehr skeptisch.

    20.02.2015

    Evolutions-Studie: Größere Tiere bringen eine größere Artenvielfalt hervor als kleinere
    KURZNACHRICHT:

    Bereits im 19 Jahrhundert formulierte der Paläontologe Edward Drinker Cope eine Regel, die beinhaltete, dass alle Tiere im Laufe der Evolution größer wurden. Diese Regel war nicht ganz unumstritten, da die Vögel eher kleiner als größer wurden.

    Im Februar diesen Jahres wurde die Regel in einer umfassenden Studie getestet, bei der nach Aussage der Forscher "fast 75 Prozent der ausgestorbenen marinen Gattungen und knapp 60 Prozent aller Tiergattungen, die jemals gelebt haben, [...] in dem Datensatz erhalten" sind.

    Seit dem Kambrium, so stellten die Forscher fest, sind die Tiere im Durchschnitt 150-mal größer geworden. Allerdings folgten nicht alle Tiere einem stetigen Größenwachstum.

    Was allerdings auffiel, ist die Tatsache, dass vergleichsweise große Tiere eine größere Artenvielfalt hervorriefen, sich also mit der Zeit in mehrere Arten und Unterarten aufspalteten als kleinere Tiere.

    Woran das liegt, können die Forscher nur vermuten und geben als mögliche Gründe an, dass größere Tiere eher vor Fressfeinden fliehen, tiefere Höhlen graben und größere Beute jagen können.

    16.02.2015

    Grashalm mit Pilz könnte kleinen Dinosauriern einen Rausch beschert haben
    KURZNACHRICHT:

    Das vorläufige Ergebnis einer Analyse bzgl. eines in einem Berstein eingeschlossenen Grashalms wurde veröffentlicht: An der Spitze dieses in Myanmar gefundenen Grashalms entdeckten Forscher einen Pilz - die Urform des Mutterkorns. Da dieser Grashalm 100 Millionen Jahre alt ist, können die Paläontologen nicht ausschließen, dass möglicherweise pflanzenfressende Dinosaurier Gräser mit diesem Pilz zu sich genommen haben.

    Das Mutterkorn ist die Grundlage für LSD - insofern könnte es sein, dass bei ausreichender Menge an Pilzaufnahme der ein oder andere Dinosaurier einen Rausch erlebte. Allerdings erklärt der Paläontologe George Poinar von der Oregon State University: "Wir können nicht genau sagen, welchen Effekt der Pilz auf die Sauropoden hatte." Ausschließen kann er den Rausch aber auch nicht.

    13.02.2015

    Agilodocodon und Docofossor: Funde aus dem Jura verweisen auf große Vielfalt unter den Ursäugern
    KURZNACHRICHT:

    Im Nordosten Chinas wurden die Überreste von zwei Ursäugern entdeckt, die hier vor rund 160 Millionen Jahren gelebt haben. Das eine Tier war einer der ältesten Baumbewohner, das andere einer der ältesten Tunnelgräber. Dieser Fund wird als Beweis dafür gesehen, dass auch schon die frühen Säuger so vielfältig waren wie heute.

    Agilodocodon scansorius, so der Name des Baumbewohners, war 14 Zentimeter lang und 27 Gramm schwer. Er zeichnete sich durch gekrümmte spitze Klauen und bewegliche Gelenke aus und besaß vorstehende Zähne, ähnlich denen heutiger Säuger, die sich von Baumharzen ernähren. Sein Äußeres erinnerte vermutlich an einen heutigen kleinen Marder.

    Docofossor brachydactylus hingegen war viel mehr an ein Leben unter der Erde angepasst: Er war nur neun Zentimeter lang und 17 Gramm schwer und besaß schaufelartige Hände mit kurzen, breiten Fingern. Auffällig waren die abgespreizten Gliedmaße. Sein Äußeres dürfte dem eines Goldmulls oder Maulwurfs geähnelt haben.

    Beide Tiere werden zu den Docodonta - einer in der Kreidezeit ausgestorbenen Gruppe von Säugetiervorfahren gerechnet.

    06.02.2015

    Neue Polycotylus-Art entdeckt - 70 Millionen Jahre alt, vier bis sieben Meter lang
    KURZNACHRICHT:

    Bereits im Jahr 2012 haben Kinder in der Region Orenburg in Russland die Überreste eines 70 Millionen Jahre alten Wassersauriers gefunden, die nun beschrieben wurden. Demnach handelt es sich um eine neue Polycotylus-Art, die den Namen "P.sopotsko" erhielt - benannt nach der Leiterin des Geologen-Vereins Galina Sopotsko, dessen Mitglieder die Fossilien geborgen haben.

    Die neue Polycotylus-Art wird auf eine Länge von vier bis sieben Metern geschätzt und besaß einen kräftigen Hals mit einem großen Kopf.

    02.02.2015

    Qijianglong: 160 Millionen Jahre alter Mamenchisaurus mit sehr langem Hals
    KURZNACHRICHT:

    Bereits im Jahr 2006 wurden die ersten Überreste einer bislang unbekannten Mamenchisaurus-Art entdeckt, die Anfang des Jahres erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde und den Namen Qijianglong (übersetzt: "Drache von Qijiang") erhielt.

    Gelebt hat Qijianglong vor rund 160 Millionen Jahren und erreichte eine Länge von ca. 15 Metern. Der Hals machte dabei ungefähr die Hälfte der Gesamtlänge aus und konnte vermutlich besser hoch und runter bewegt werden als zur Seite.


    27.01.2015

    Geht die Entwicklung der Schlagen bis in den Jura zurück?
    KURZNACHRICHT:

    Der Fund von fossilen Schlangen in Portugal, Großbritannien und den USA, die auf ein Alter von 143 Millionen bis 167 Millionen geschätzt werden, verschiebt den Ursprung der Schlangen bis in den Jura hinein.

    Gefunden wurden hauptsächlich Bruchstücke von Kiefern und einige Wirbel, die aber eine eindeutige Zuordnung in die Gruppe der Schlagen erlauben. Über Körperlänge und -aufbau lässt sich aufgrund der Fossilien allerdings keine Aussagen treffen.

    Bisher konnten die Schlagen nur bis zu einem Alter von 100 Millionen Jahren zurückdatiert werden. Forscher vermuteten den Ursprung der Schlangen irgendwann vor 140 Millionen Jahren in der Unterkreide. Die neuen Funde zeigen aber eindeutig, dass es schon früher Schlagen gegeben haben muss.

    Ob die Schlangen allerdings von Vorfahren an Land oder von Tieren aus dem Meer abstammen, kann bislang nicht geklärt werden. Fest steht nur, dass sie von Reptilien mit vier Extremitäten abstammen, zumal diverse Funde fossilisierter Urschlangen noch Ansätze von Hinterbeinen besaßen.

    20.01.2015

    Philydrosauras: Jurassisches Meeresreptil aus China betrieb wahrscheinlich Brutfürsorge
    KURZNACHRICHT:

    Ein vor vier Jahren im Westen der chinesischen Provinz Liaoning gefundenes Fossil zeigt wahrscheinlich ein 160 Millionen Jahre altes Elterntier mit sechs Nachkommen aus der wasserlebenden Reptilgattung Philydrosauras.

    Da auf der Steinplatte die Knochenreste von einem erwachsenen und sechs ähnlich großen und etwa gleichaltrigen Jungtieren identifiziert werden konnten, gehen die Wissenschaftler davon aus, dass hier ein Elternteil bei seinem Nachwuchs blieb, um es vor Fressfeinden zu schützen.

    "Dieses Fossil repräsentiert unseres Wissens nach den ältesten Beleg für elterliche Fürsorge bei diapsiden Reptilien", erklärt Charles Deeming von der University of Lincoln.

    15.01.2015

    Europas Dinosaurier wurden ebenfalls plötzlich ausgelöscht
    KURZNACHRICHT:

    Nach der Analyse sämtlicher Fossilfunde der letzten 25 Jahre, die aus der späten Kreidezeit Europas stammen, sehen Wissenschaftler die Theorie bestätigt, dass die Dinosaurier gegen Ende des Mesozoikums keineswegs wie häufig behauptet, dem Niedergang geweiht waren, sondern dass sie plötzlich einem unvorhergesehenen Ereignis zum Opfer fielen und bis dahin munter florierten.

    Da in der Kreidezeit unser heutiges Europa eine sich ständig verändernde Insellandschaft war, konnten sich hier nicht so viele Fossilien erhalten wie in Nordamerika. Für das heutige Nordamerika konnte längst gezeigt werden, dass der Meteoriteneinschlag die Dinosaurier in der Blüte ihres Daseins erwischte.

    Nun liegt ein ähnliches Ergebnis auch für die europäische Region vor. "Das ist ein starkes Indiz dafür, dass der Impakt die Dinosaurier tatsächlich in ihrer Blütezeit vernichtete – und das in der ganzen Welt auf einmal", erklärt Stephen Brusatte von der University of Edinburgh.

    06.01.2015

    Verspätete Sauerstoffbildung auf der Erde aufgrund von Eisenfreisetzung während Meereskustenbildung
    KURZNACHRICHT:

    Cyanobakterien sind zum großen Teil dafür verantwortlich, dass sich die Uratmosphäre mit Sauerstoff anreicherte und das pflanzliche und tierische Leben auf der Erde erst ermöglichte.

    Cyanobakterien existieren vermutlich schon seit 3,5 Milliarden Jahren auf der Erde - die sauerstoffhaltige Atmosphäre bildete sich aber erst mit dem sogenannten Great Oxydation Event (GOE) vor rund 2,4 Milliarden Jahren. Den Grund für die über eine Milliarde Jahre Verspätung sehen deutsche Wissenschaftler nach Laborexperimenten in der exessiven Freisetzung von zweiwertigem Eisen, das während der Bildung der Meereskruste in Form von Vulkanausbrüchen immer wieder ins Meer gespült wurde.

    Diese Theorie wird auch von Ergebnissen anderer Forscher gestützt, die an verschiedenen heißen und kalten Quellen festgestellt haben, dass, wenn zu viel zweiwertiges Eisen im Wasser ist, die Cyanobakterien fehlen.

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    Nachrichten aus dem Jahr 2014


    15.12.2014

    Massenaussterben vor 65 Millionen Jahren: Vulkanismus oder Meteoriteneinschlag - oder vielleicht beides?
    KURZNACHRICHT:

    Nach Studien eines Forschers der Universität Princeton sollen die Dekkan-Trapps in Indien durch verstärkte Vulkantätigkeiten entstanden sein, die rund 250.000 Jahre vor dem Massensterben vor 65 Millionen Jahren, bei dem u.a. auch die Dinosaurier ausgestorben sind, eingesetzt und bis zu 500.000 Jahren nach dem Massensterben angehalten haben. Allerdings geht der Wissenschaftler davon aus, dass dieser verstärkte Vulkanismus nur gemeinsam mit einem Meteoriteneinschlag einen so großen Einfluss gehabt haben kann, dass es zum Aussterben von 70 Prozent allen damaligen Lebens führte - und nicht ein Ereignis alleine.

    Die bekannteste Vulkanismus-Befürworterin Gerta Keller hingegen deutet die Ergebnisse aus Princeton dahin, dass sie belegen, dass der Vulkanismus die Hauptursache für das Massensterben war.

    Anders einige Impact-Befürworter, die aus dem Ergebnis schließen, dass der verstärkte Vulkanismus eigentlich gar keine Rolle beim Aussterben gespielt haben kann.

    11.12.2014

    Vogelstammbaum enhüllt Zahnverlust vor 160 Millionen Jahren, Genom-Verlust vor 65 Millionen Jahren beim Massensterben
    KURZNACHRICHT:

    In einer vierjährigen groß angelegten Studie, die aus 29 Einzelstudien bestand, an der sich hunderte von Wissenschaftlern aus 80 Institutionen weltweit beteiligten, wurde nun ein Stammbaum der Vögel entwickelt, der in 20 Aufsätzen in verschiedenen Magazinen vorgestellt wurde.

    Unter anderem fanden die Wissenschaftler durch den Vergleich der Genome heraus, dass Krokodile näher mit Vögeln verwandt sind als mit anderen Reptilien (was aufgrund der Zugehörigkeit zu den Archosauriern nicht weiter verwunderlich sein dürfte).

    Außerdem konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass die Vorfahren der heutigen Vögel vor rund 160 Millionen Jahren durch Mutation ihre Gene für die Ausbildung von Zähnen verloren.

    Darüberhinaus sind vor 65 Millionen Jahren der größte Teil der bis dato existierenden Vögel ausgestorben und nur wenige Entwicklungslinien blieben erhalten, aus denen explosionsartig die über 10.000 heute existierenden Arten entstanden sind, die viele der frei gewordenen ökologischen Nischen besetzten.

    Vermutlich verloren die Vögel beim Massensterben auch einen Großteil ihrer Gene, denn sie zeichnen sich durch ein ungewöhnlich kurzes Genom aus, das häufig nur ein Drittel so groß ist, wie das der Säugetiere und weniger Gene enthält. Die Forscher vermuten, dass gerade dieses kurze Genom dafür verantwortlich ist, dass sich das Artenspektrum der Vögel so schnell ausbreiten konnte und nicht etwa Mutationen oder Genzuwächse. Vermutlich - so die Forscher - ist die Genomzusammenstellung verantwortlich für die Gestalt und das Aussehen eines Vogels.

    10.12.2014

    Aquilops: Sehr früher, kleiner Neoceratopsier aus den USA war enger mit asiatischen Vertretern verwandt als mit nordamerikanischen
    KURZNACHRICHT:

    Im US-Bundesstaat Montana haben Forscher den gut erhaltenen fossilen Schädel eines sehr frühen Ceratopsiers gefunden. Der Schädel hat eine Länge von nur 8,4 Zentimetern, besaß aber schon die spitzen, nach hinten zeigenden Wangenknochen, die an einen krummen Hornschnabel erinnernde Schnauze sowie den knöchernen Nackenschild. Gelebt hat dieser vermutlich krähengroße Neoceratopsier vor etwa 105 Millionen Jahren am Ende der frühen Kreidezeit. Da er wahrscheinlich zu einer der ersten Neoceratopsiern gehörte, die von Asien aus nach Nordamerka kamen, erhielt er den Namen Aquilops americanus (übersetzt: "amerikanisches Adlergesicht").

    Überraschend für die Forscher war jedoch, dass Aquilops enger verwandt mit den zur gleichen Zeit lebenden asiatischen Verwandten war als mit den später in Nordamerika lebenden Neoceratopsiern. Daher vermuten die Forscher, dass es mehrere Wellen der Ceratopsier-Einwanderung gab. Die erste datieren die Forscher auf eine Zeit von vor 113 bis vor 105 Millionen Jahren, möglicherweise schon vor 125 Millionen Jahren. Allerdings, so scheint es, konnten sich die ersten Neoceratopsier in Nordamerika nicht behaupten und starben recht schnell wieder aus. Erst die später eingewanderten Ceratopsier konnten sich ausbreiten und entwickelten schließlich am Ende der Kreidezeit so große Spezies wie den neuen Meter langen Triceratops.

    27.11.2014

    Pentaceratops: Neue Art "aquilonius" im Museum entdeckt - stammt aus Kanada
    KURZNACHRICHT:

    Der in Großbritannien unterrichtende US-amerikanische Paläontologe Nick Longrich hat im kanadischen Naturkundemuseum in Ottawa die Überreste einer neuen Pentaceratops-Art entdeckt, die hier seit 75 Jahren lagerte.

    Bislang war der Pentaceratops ausschließlich aus dem Südwesten der USA bekannt. Die von Longrich wiederentdeckten Fossilien stammen aber aus der kanadischen Provinz Alberta.

    Während Longrich an dem typischen Halskrause-Knochen erkannte, dass es sich um einen Pentaceratops handeln musste, konnte er aber auch Unterschiede zu den bisher bekannten Überresten dieses Dinosauriers aufzeigen. Insofern erhielt diese neu entdeckte Pentaceratops-Art den Namen "P.aquilonius" (übersetzt: "nördiches Fünfhorngesicht").

    Gelebt hat der Pentaceratops in der späten Kreidezeit vor 75 Millionen Jahren.

    06.11.2014

    Cartorhynchus: Sehr früher Fischsaurier konnte sich möglicherweise noch an Land fortbewegen
    KURZNACHRICHT:

    Im Nordosten Chinas haben Forscher die Überreste einer sehr frühen Fischsaurierart entdeckt, die Cartorhynchus lenticarpus genannt wird und die vor 248 Millionen Jahren in der frühen Tiras gelebt hat. Insgesamt war Cartorhynchus nur 40 Zentimeter lang, besaß eine kurze Schnauze und einen kurzen Rumpf sowie vehältnismäßig große Flossen. Seine Augen scheinen noch nicht an ein gutes Sehen unter Wasser angepasst gewesen zu sein. Aufgrund der anatomischen Merkmale gehen die Forscher davon aus, dass dieser frühe Ichtyhosaurier sich noch an Land fortbewegen konnte.

    Spätere Ichthyosaurier lebten ausschließlich im Wasser und hatten eine ähnliche Körperform wie heutige Delfine. Da über die Abstammung der Fischsaurier aber nur wenig bekannt ist, kommt diesem Fund eine große Bedeutung zu.

    05.11.2014

    Riesenwuchs bei Wirbellosen keine besondere Ursache durch Umweltfaktoren
    KURZNACHRICHT:

    Ein internationales Forscherteam hat untersucht, ob Umweltfaktoren wie z.B. Temperaturunterschiede, Sauerstoffintensitäten oder Meeresspiegelschwankungen Einfluss haben auf das in der Erdgeschichte wiederholt auftretende Riesenwachstum der wirbellosen Meerestiere und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass diese Umweltfaktoren eher keine Rolle spielten.

    Vielmehr, so stellten die Forscher fest, trat das Riesenwachstum immer dann auf (im Ordovizium und Devon), wenn allgemein ein enormer Anstieg der Artenvielfalt auszumachen war. Außerdem fand es bis vor 300 Millionen Jahren verstärkt in Polnähe statt - so wie auch heute bei Säugetieren in Polnähe größere Spezies anzutreffen sind als in südlicheren Breiten.

    05.11.2014

    Vintana: Kreidezeitlicher Ur-Säuger mit ausgeprägten Sinnen
    KURZNACHRICHT:

    Auf Madagaskar ist ein 12,4 Zentimeter großer Säugetier-Schädel aus der Kreidezeit gefunden worden, deren Vertreter zwar schon zu einer bekannten Gruppe gehörte, die bislang aber nur durch ein paar Zähne und Kiefernfragmenten bekannt war. Da dieser Schädel so gut erhalten blieb, dass nun auch auf einige Details bezüglich seines Aussehens und seiner Lebensweise geschlossen werden kann, die sowohl typische Säugetiermerkmale aufweist als auch auffällige Besonderheiten, wurde der Fund einer neuen Gattung zugeordnet, die Vintana sertichi genannt wird. (Vintana = Glück, was sich auf den glücklichen Fund bezieht).

    Das Tier lebte vor rund 70 Millionen Jahren, gehört in die Gruppe der Gondwanatheria (also ein Säugetier auf der damaligen Landmasse Gondwana) und besaß scheinbar gute Sinne: Unter anderem aufgrund der drei Zentimeter großen Augenhöhlen schließen die Forscher auf große Augen, mit denen Vintana in der Dämmerung gut sehen konnte. Die Hirnanatomie sowie die großen Nasenhöhlen weisen auf einen ausgeprägten Geruchssinn hin. Die kräftigen Kiefer und die kräftigen Backenzähne deuten auf eine Nahrung hin, die wahrscheinlich aus Nüssen, Wurzeln und anderen harten Pflanzenteilen bestand. Die Anatomie des Innnenohrs wiederum liefert Hinweise darauf, dass Vintana einen guten Gleichgewichtssinn besaß und auch bei schnellen, wendigen Bewegungen die Balance halten konnte.

    04.11.2014

    Plattentektonik Auslöser für kambrische Explosion?
    KURZNACHRICHT:

    Ein US-Geologe vermutet, dass sich mit dem Auseinanderbrechens Gondwanas vor rund 530 Millionen Jahren die Geochemie des Meeres gewandelt hat, was zu einem Motor der Evolution führte und somit letztendlich die so genannte kambrische Explosion des Lebens ausgelöst hat.

    Bislang gingen die Forscher davon aus, dass zur Zeit der kambrischen Explosion der Urkontinent Laurentia schon längst vom Riesenkontinent Gondwana getrennt war, der besagte US-Geologe meint aber Indizien dafür entdeckt zu haben, dass noch Teile Laurentias mit Gondwana zusammenhingen und die vollständige Trennung erst vor 530 Millionen Jahren stattfand. Dadurch - so vermutet der Forscher - hob sich der Meeresspiegel, bildete überall neue Flachmeere und bot somit neue Lebensräume für Lebewesen.

    Durch das Aufbrechen der Kontinente wurden auch phosphorhaltige Verbindungen ins Wasser geschwemmt, was wiederum Algen wertvolle Nährstoffe lieferte und somit die Sauerstoffproduktion ansteigen ließ. Alles in allem wurde dadurch also eine lebensfreundlichere Umgebung geschaffen, die es der Tierwelt ermöglichte, sich weiter zu entwickeln, so der Forscher.

    Allerdings, so räumt der Wissenschaftler ein, ist seine Überlegung nicht "die ultimative Erklärung für die kambrische Explosion [...] Aber es könnte sehr wohl helfen zu erklären, was damals passierte."


    24.10.2014

    Breite Federn hatten wahrscheinlich primär Signalwirkung und dienten nur sekundär der Wärmeisolation
    KURZNACHRICHT:

    Neue Erkenntnisse zur Entstehung der Feder liefern nun Wissenschaftler aus Göttingen und Bonn.

    Aufgrund des großen Farbenspektrums, dass sowohl Vögel als auch Krokodile wahrnehmen können, gehen die Forscher davon aus, dass sich die breiten, flachten Federn in erster Linie wegen ihrer Signalgebung entwickelt haben und weniger wegen ihrer Wärmeisolation, denn diese Funktion hätten auch schon die Federvorläufer erfüllt.

    Da Säuger zu Beginn ihrer Entwicklung hauptsächlich nachtaktiv waren, haben sie bis heute nur ein eingeschränktes wahrnehmbares Farbenspektrum zur Verfügung und können mithilfe ihres Fells nur geringe Farbvarianten und -muster ausbilden. Für Vögel und Krokodile ist die Welt aber wesentlich bunter, weil sie nicht nur über die drei Farbrezeptoren für Blau, Rot und Grün verfügen, sondern auch noch extrem kurzwelliges und ultraviolettes Licht sehen können.

    Im Gegensatz zum Fell und den frühen Protofedern können die breiten, flachen Federn eine wesentlich größere Bandbreite von Farben darstellen und wesentlich stärkere optische Signale aussenden. Daher gehen die Forscher davon aus, dass die bunten Federn einen großen Einfluss auf Partnerwerbung und Fortpflanzungserfolg hatten.

    22.10.2014

    Allosaurus vermutlich durch Kampf mit Stegosaurus verendet
    KURZNACHRICHT:

    Der Paläontologe Robert Bakker und seine Kollegen haben bei der Untersuchung eines Allosaurus-Skeletts eine Wunde am Hüftknochen gefunden, die wahrscheinlich auf einen Kampf mit einem Dornen- oder Horn-tragenden Dinosaurier zurückzuführen ist.

    Bakker und seine Kollegen kommen nach der Analyse zu dem Schluss, dass die Wunde vermutlich vom Schwanz eines Stegosaurus stammt, der mit einer solchen Wucht zugeschlagen haben muss, dass der Stachel des Schwanzes nicht nur durch das Fleisch sondern bis in den Knochen gedrungen ist. Anschließend hat sich die Wunde infiziert und den Knochen zersetzt, was letztendlich zum Tod des Raubsauriers führte.

    Der Schwanz des Stegosaurus war anders als bei vielen anderen Dinosauriern sehr beweglich und besaß bis in die Schwanzspitze hinein massive Muskelpakete, die eine präzise und kraftvolle Bewegung ermöglichten.

    22.10.2014

    Deinocheirus: kräftig gebauter, buckliger Allesfresser mit großen Füßen
    KURZNACHRICHT:

    Forscher haben in der Wüste Gobi zwei nahezu vollständige Deinocheirus-Skelette gefunden, die auf ein Alter von 69 bis 76 Millionen Jahre geschätzt wurden. Demnach war Deinocheirus, der bislang eher schlank dargestellt wurde, eher gedrungen, und war mit ca. 11 Metern Länge und 6 Tonnen Gewicht einer der größten Ornithomimosaurier. Er hatte eher breite Hüften, kräftige Beine und große Füße.

    Überraschend sind die zahnlose, lange Schnauze, die entfernt einem Entenschnabel ähnelt, und ein buckliger Rücken, was ihn von anderen Ornitnomimosauriern unterscheidet.

    Im Magen entdeckten die Forscher sowohl Fisch- als auch Pflanzenüberreste und vermuten daher, dass Deinocheirus wohl ein Allesfresser war.

    Aufgrund der Magenfunde und der Anatomie gehen die Wissenschaftler davon aus, dass Deinocheirus in der Nähe von Flüssen lebte.

    19.10.2014

    Plattentektonik ermöglichte erst lebensfreundliche Atmosphäre
    KURZNACHRICHT:

    Durch Vulkanismus werden Stickstoff und Edelgase freigesetzt, die sich in der Atmosphäre anreichern. In der Urzeit fand dieses sowohl auf der Erde als auch auf dem Mars und der Venus statt. Dennoch unterscheidet sich der Anteil an Stickstoff in der Atmosphäre der Erde gewaltig von dem Anteil auf Mars und Venus. Warum das so ist, darüber rätselte die Wissenschaft lange Zeit.

    Nun jedoch äußern zwei US-amerikanise Forscher die Überlegung, dass dieser Umstand mit der Plattentektonik zusammenhängt. Durch das Zusammendrücken der Platten wird Gestein in die Tiefe gedrück und aufgeschmolzen. Dadurch entstehen Bedingungen, die die Entstehung von molekularem Stickstoff ermöglichen.

    Anders als auf der Erde findet auf Mars und Venus keine Kontinentaldrift statt. Somit ließe sich der Unterschied des Stickstoffs in der Atmosphäre von Erde, Mars und Venus erklären.

    Letztendlich führte demnach also die Plattentektonik erst dazu, dass sich auf der Erde eine lebensfreundliche Atmosphäre ausbilden konnte, so die Forscher.

    19.10.2014

    Microbrachius: Die äußere Befruchtung bei Fischen entwickelte sich vermutlich erst nach der inneren Befruchtung
    KURZNACHRICHT:

    Ein australisches Forscherteam hat an den Überresten der Antiarchi-Art (Panzerfischen aus dem Devon) Microbrachius dicki Hinweise auf Klaspern gefunden.

    Klaspern sind Begattungsorgane, die heute noch bei männlichen Knorpelfischen zu finden sind und die bei der Befruchtung in das bei den Weibchen in der Kloake befindliche Geschlechtsorgan eingeführt werden.

    Während bei den heutigen Knorpelfischen - und wie es den Anschein hat auch bei den primitiven Panzerfischen vor über 400 Millionenen Jahren - die Befruchtung im Innern des weiblichen Körpers stattfindet bzw. stattfand, befruchten die heutigen Knochenfische die Eier außerhalb des Körpers, indem die Weibchen Laich absetzen, der dann von den Männchen besamt wird.

    Dieser Befund ist für die Forscher überraschend, da sie bisher stets davon ausgegangen sind, dass die äußere Befruchtung sich vor der inneren entwickelt hat. Die Funde des australischen Forscherteams weisen jedoch darauf hin, dass die innere Befruchtung schon vor der äußeren Befruchtung existiert hat. Möglicherweise stellten sich aber auch die ersten Versuche der inneren Befruchtung als Sackgasse der Evolution heraus, und entwickelte sich später aus der äußeren Befruchtung erneut.

    18.10.2014

    Tachiraptor: 1,5 Meter langer Raubsaurier im Südwesten Venezuelas entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Ein internationales Forscherteam aus Brasilien, Venezuela, den Vereinigten Staaten und Deutschland, zu dem u.a. auch der Paläontologe Oliver Rauhut zählte, hat im Südwesten Venezuelas die Überreste eines 1,5 Meter langen Theropoden entdeckt, der vor 201 Millionen Jahren gelebt hat. Er wurde nach dem Bundesstaat Tachira benannt, in dem die Überreste gefunden wurden: Tachiraptor admirabilis.

    15.10.2014

    Machimosaurus: Im späten Jura lebten vier Arten von Meereskrokodilen im Gebiet des heutigen Europa und Äthiopien
    KURZNACHRICHT:

    Ein englisches Forscherteam hat die diversen Machimosaurus-Überreste (Überreste von Meereskrokodilen) aus dem späten Jura-Zeitalter analysiert, die sich in verschiedenen europäischen Museen befinden und hat festgestellt, dass es in Europa wahrscheinlich drei Arten gab, im heutigen Äthiopien eine vierte.

    Während die kleinst Art (M.buffetauti) nur 6 Meter lang wurde - sie lebte im Gebiet des heutigen Deutschlands und Frankreichs, ggf. auch in England und Polen -, erreichte die längste Art (M.hugii) eine Länge von 9 Metern - sie lebte im Gebiet der heutigen Schweiz, des heutigen Portugals und Spaniens.

    Vermutlich ernährten sich die Machimosaurier u.a. von Meeresschildkröten, worauf Bissspuren an versteinerten Panzern hinweisen.


    16.09.2014

    Das Massensterben vor 65 Millionen Jahren veränderte auch die Baumwelt
    KURZNACHRICHT:

    Im Zeitalter der Dinosaurier gab es überwiegend immergrüne Bäume, die nicht - wie heute die meisten Bäume in unserer Hemisphäre - die Blätter zum Winter hin abwarfen. Diese Bäume waren sehr langsam-wachsend und besaßen dicke Blätter, weil zur Entwicklung des dichten und dicken Laubwerks viel Energie notwendig war.

    Nach dem Meteoriteneinschlag, bei dem vermutlich sämtliche Pflanzen in Mitleidenschaft gezogen waren - so hat ein US-Forscherteam festgestellt -, erholten sich die schnellwachsenden, nur sommergrünen Bäume recht schnell und eroberten die meisten ökologischen Nischen, da das Klima nach dem Impact ihnen weniger zu schaffen machte als den langsamwachsenden Bäumen mit den dicken, haltbaren Blättern. Diese schnellwachsenden Bäume, deren Nachfolger heute noch existieren, besitzen dünne, stark geäderte Blätter und benötigen, da sie die Blätter zum Winter hin abwerfen, weniger Energie.

    "Wenn man sich heute die Wälder auf der Erde anschaut, sieht man nur wenige, die von immergrünen Blütenpflanzen dominiert sind. Stattdessen herrschen sommergrüne Arten vor, Bäume, die zu bestimmten Jahreszeiten ihr Laub abwerfen", erklärt Forschungsleiter Benjamin Blonder von der University of Arizona in Tucson.

    11.09.2014

    Spinosaurus: Neue Erkenntnisse - semiaquatische Lebensweise, anders geformtes Rückensegel, vierbeiniger Gang
    KURZNACHRICHT:

    Überraschende Erkenntnisse zum Spinosaurus aegyptiacus hat nun ein internationales Forscherteam vorgelegt, das ein neu entdecktes Fossil aus Marokko analysiert hatte:
    Demnach bevorzugte der Spinosaurus, von dem schon länger bekannt ist, dass er sich von Fischen ernährte, wahrscheinlich eine semiaquatische Lebensweise, ähnlich der von heutigen Krokodilen.

    Anders als die meisten anderen Theropoden war er an Land wohl nicht fähig, auf zwei Beinen zu laufen, da diese nicht kräftig genug gebaut waren. Im Wasser, vermuten die Forscher, habe er sich aber halb watend, halb schwimmend vorwärts bewegt, unterstützt von einem seitlich schlangenden Schwanz.

    Wahrscheinlich kehrte dieser Dinosaurier im Laufe seiner Evolution ins Wasser zurück.

    Eine Erklärung für das auffällige Rückensegel konnten die Forscher jedoch nicht liefern. Für das Schwimmen scheint es keine besondere Funktion besessen zu haben. Daher wird angenommen, dass es zur Kommunikation innerhalb der Gruppe diente.

    Das neue Spinosaurus-Fossil stammt aus dem Osten Marokkos und wird auf ein Alter von 97 Millionen Jahren datiert.

    11.09.2014

    Euharamiyida: Neue Säugetiergruppe verweist auf Säugertierentstehung schon in der Triaszeit
    KURZNACHRICHT:

    Im Nordosten Chinas wurden drei Säugetierspezies aus dem Jura entdeckt, die neue Erkenntnisse über das Entwicklungsstadium der Säuger zur Zeit der Dinosaurier und möglicherweise auch über die Entstehungszeit der Säugetiere allgemein erlauben:

    Demnach handelt es sich um gut erhaltene Individuen, die vor rund 160 Millionen Jahren gelebt haben und in der neuen Gruppe der Euharamiyida zusammen gefasst werden.

    Aufgrund der Hand- und Fußknöchel gehen die Forscher davon aus, dass diese rund 300 Gramm schweren, Nagern ähnlichen frühen Säuger mit langen Fingern und muskulösem Schwanz hauptsächlich in Bäumen gelebt haben.

    Weiterhin vermuten die Forscher, dass sich die Tiere von Nüssen, Früchten und möglicherweise von Insekten ernährt haben und vielleicht nachtaktiv waren. Die Foscher schließen nicht aus, dass sich aufgrund dieser Lebensweise der für Säugetiere einzigartige gute Geruchssinn entwickelt hat.

    Diese Tiere weisen sowohl Merkmale von Säugervorfahren als auch von einer frühen Säugergruppe − die der Multituberculata − auf. Daher nehmen die Forscher an, dass sich die Euharamiyida und die Multituberculata aus einem gemeinsamen Vorfahren entwickelt haben, der möglicherweise vor 200 Millionen Jahren gelebt hat. Das wiederum würde bedeuten, dass sich die ersten Säuger schon in der Trias entwickelten und nicht erst vor 175 Millionen Jahren im Jura, wie noch die vorherrschende Meinung ist.

    09.09.2014

    Rukwatitan: 100 Millionen Jahre alter Titanosaurier in Tansania gefunden
    KURZNACHRICHT:

    Ein Team um den Paläontologen Eric Gorscak von der Ohio Universität in Athens hat die Überreste eines bislang unbekannten Titanosauriers im Rukwa Rift Basin im Südwesten Tansanias entdeckt. Die neue Dinosaurierart erhielt den Namen Rukwatitan bisepultus. Bislang konnten Wirbel, Rippen und Hüftknochen geborgen werden. Die Forscher hoffen nun, mithilfe des neuen Titanosauriers an mehr Erkenntnisse über die kreidezeitlichen Dinosaurier Afrikas zu gelangen.

    04.09.2014

    Dreadnoughtus: 26 Meter langer, 60 Tonnen schwerer jugendlicher Titanosaurier in Patagonien entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In Patagonien (Argentinien) wurde in den Jahren 2004 bis 2009 ein Titanosaurierskelett geborgen, das zu 70 Prozent erhalten geblieben ist und eine recht genaue Gewichtsbestimmung zulässt. Jetzt wurden die Ergebnisse der Analyse veröffentlicht.

    Demnach handelt es sich um eine bislang unbekannte Art, die den Namen Dreadnoughtus schrani (frei übersetzt: "Der Furchtlose") erhielt. Das noch nicht ganz ausgewachsene Exemplar, dessen Schädel bisher nicht gefunden wurde, erreichte eine Länge von 26 Metern und eine Gewicht von 60 Tonnen.

    Die Forscher vermuten, dass Dreadnoughtus ein recht "fauler" Zeitgenosse war, der stehend die Bäume und Farne um sich herum abgraste, dann ein wenig weiter stapfte, um dann erneut mit seinem elf Meter langen Hals die erreichbare Umgebung leergraste.

    Gelebt hat Dreadnoughtus vermutlich vor 77 Millionen Jahren in der späten Kreidezeit und ist möglicherweise bei einer Überflutung im Schlamm versunken und verendet.

    03.09.2014

    Dimetrodon: Die Augenringe vieler Synapsiden deuten auf Nachtaktivität hin
    KURZNACHRICHT:

    Amerikanische Froscher haben die Skleralringe von 24 Synapsidenarten (Vorfahren der Säugetiere) untersucht und mit heutigen tag- und nachtaktiven Vögeln und Echsen verglichen. Dabei sind sie zu dem Schluss gekommen, dass viele Synapsiden offenbar nachtaktiv waren, vor allem fleischfressende Synapsiden. Auch die Augenringe des Dimetrodon, eines vor ca. 300 Millionen Jahre lebenden Fleischfresses, deuten auf Nachtakitivtät hin.

    Das auffälligste Kennzeichen des Dimetrodon war sein Rückensegel. Bislang wurde vermutet, dass dieser Synapside damit seine Körpertemperatur regelte, oder dass er bei einer möglicherweise bunten Färbung seinen Artgenossen damit etwas signalisieren wollte. Falls Dimetrodon aber tatsächlich nachtaktiv war, könnten diese beiden Funktionen keine große Rolle gespielt haben.

    Bisher galten die frühen Säuger, die vor rund 200 Millionen Jahren im Schatten der Dinosaurier gelebt haben, als die "Erfinder" der Nachtaktivität, da nach Meinung der Forscher ein wärmendes Fell oder eine gleich bleibende Körpertemperatur sowie eine großes Gehirn für eine Nachtaktivität unerlässlich gewesen seien. Diese Annahme muss durch die Ergebnisse der Forscher nun korrigiert werden. "Diese Merkmale sind bei den frühen Synapsiden nicht oder nur rudimentär vorhanden – sie werden demnach für nächtliche Aktivität nicht unbedingt benötigt", erklären die Forscher.


    19.08.2014

    Ankylosaurier: Ausbildung von Sekundärknochen lässt auf warmblütige Tiere schließen
    KURZNACHRICHT:

    Im Jahr 2004 konnten Forscher nachweisen, dass die Panzerung der Ankylosaurier mit Hilfe von Kollagenfasern enorm stabil war.

    Nun haben Wissenschaftler entdeckt, dass auch die Knochen der Ankylosaurier Besonderheiten aufwiesen:

    Um eine solche Panzerung aufzubauen, wie die Ankylosaurier sie besaßen, bedienten sie sich in ihren jungen Wachstumsjahren allem Anschein nach an ihrem eigenen Skelett und entzogen den Knochen das für den Aufbau benötigte Kalzium und Phosphor. Demnach litten die jungen Panzerechsen in ihrer Jugend vermutlich an Osteoporose - allerdings nur vorübergehend.

    Denn wie heutige warmblütige Tiere konnten sie ihr ursprüngliches Knochenmaterial durch Sekundärknochen ersetzen, die allerdings nicht wie üblich brüchiger als die Originalknochen waren, sondern durch eingewebte Bindegewebsfasern eine zusätzliche Stabilität bekamen.

    "Der hohe Anteil von sekundärem Knochenmaterial in Ankylosauriern stützt daher die Theorie, dass die Vertreter dieser Gruppe warmblütig waren", erklärt Martin Sander von Universität Bonn.

    18.08.2014

    Hallucigenia: Seltsames Tier aus dem Kambrium endlich im Stammbaum eingeordnet
    KURZNACHRICHT:

    Ein seltsames Tier aus dem Kambrium mit dem Namen Hallucigenia, das vor ca. 505 Millionen Jahren gelebt hat und erstmals 1977 genauer untersucht wurde, konnte aufgrund seiner seltsamen Erscheinung zunächst nicht näher eingeordnet werden. Man nahm an, dass es auf Stelzenbeinen lief und mit an seinem Rücken befestigten Tentakeln seine Nahrung fing.

    Nach neuen Untersuchungen, bei denen diese angeblichen Tentakeln eine große Rolle spielten, kann nun aber ein genaueres Bild von Hallucigenia gezeichnet werden: Demnach besaß dieses 3,5 Zentimeter lange Tier an seinem Rücken scharfe Stacheln und lief auf sieben oder acht Paar Beinen, die in Klauen endeten.

    Durch mikroskopische Untersuchungen konnte man feststellen, dass die Klauen von Hallucigenia ähnlich aufgebaut waren wie die Füße der heutigen Stummelfüßer (Onychophora). Daher gehen die Forscher davon aus, dass es sich bei Hallucigenia um einen sehr frühen Verwandten der heutigen Stummelfüßer handelt.

    14.08.2014

    Caiuajara: Kreidezeitlicher Flugsaurier mit Knochenkamm in Brasilien entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Im Süden Brasiliens wurden Überreste einer neuen Flugsaurierart gefunden, die von vor 90 bis vor 70 Millionen Jahren in der Kreidezeit gelebt hat und den Namen Caiuajara dobruskii erhielt. Besonders auffällig an dieser Art war ein enorm großer und eckiger Knochenkamm, der mit dem Alter größer wurde und sich immer steiler aufrichtete.

    Insgesamt wurden die Überreste von mindestens 47 Individuen gefunden, darunter auch viele Jungtiere, so dass die Forscher die Entwicklung vom juvenilen zum adulten Tier recht gut nachvollziehen können.

    Der Skelettaufbau spreche für so genannte Nestflüchter, die schon recht früh nach der Geburt fliegen konnten. Laut Aussage der Forscher deute der Flügelaufbau für diese Theorie, da sich die Flügel der Jungtiere kaum von denen der Alttieren unterschied. Die Flügelspannweite der jüngeren Tiere betrug rund 65 Zentimeter, die der Alttiere lag bei 2,35 Metern.

    Erste Einschätzungen ordnen den Caiuajara den zahnlosen Tapejaridae zu.

    Die verschiedenen Individuen wurden zwar an einem Ort, allerdings in unterschiedlichen Gesteinsschichten gefunden. Daher könnten keine sicheren Angaben zum Sozialverhalten getroffen werden, so die Forscher. Möglich wäre es, dass sie in Rudelverbänden lebten. Es sei aber ebenso möglich, dass sie sich nur zu Paarungzeiten zusammengefunden hätten.

    05.08.2014

    Laquintasaura: Früher Ornithischia aus den venezuelanischen Anden lebte in Gruppen
    KURZNACHRICHT:

    In den venezuelanischen Anden hat ein Forscherteam die Überreste von einer neuen Dinosaurierspezies entdeckt, die zu den Ornithischia gezählt wird und vor 202 Millionen Jahren am Übergang von der Trias zum Jura gelebt hat. Sie erhielt den Namen Laquintasaura venezuelae, war so groß wie ein Huhn und lief auf zwei Beinen. Vermutlich ernährte sie sich von Insekten.

    Da die Knochen von mindestens vier Individuen stammen, gehen die Forscher davon aus, dass Laquintasaura in Gruppen gelebt hat. Dies sei, so die Forscher, der früheste Nachweis von Sozialverhalten bei den Vogelbecken-Dinosauriern.

    01.08.2014

    Die Evolution der Dinosaurier hin zu den Vögeln ist durch andauerndes Schrumpfen gekennzeichnet
    KURZNACHRICHT:

    Eine neue Studie aus Australien hat sich mit der Entwicklung der Dinosaurier hin zu den Vögeln beschäftigt und hat festgestellt, dass die Evolution der Vogelvorfahren aus immer kleiner und leichter werdenden Spzies besteht.

    Dieser Prozess des Schrumpfens dauerte - so die Forscher - rund 50 Millionen Jahre. Untersucht hat das Forscherteam 1549 anatomische Merkmale von 120 verschiedenen Vogel- und Dinosaurierarten, die zu den Vogelvorfahren gerechnet werden.

    Ihren Berechnungen zufolge wogen die vor 224 Millionen Jahren entstandenen Neotheropoda im Durchschnitt noch rund 240 Kilogramm, die Tetanurae vor 198 Millionen Jahre nur noch 163 Kilogramm, die Neotetanurae vor 174 Millionen Jahren 46 Kilogramm - und vor 163 Millionen Jahren schließlich die ersten Vögel 800 Gramm.

    Diese Ergebnisse werden aber nicht uneingeschränkt von allen Paläontologen übernommen. So wird zum einen kritisiert, dass viele Fossilien der untersuchten Spezies nur fragmentarisch vorlägen, zum anderen dass die errechneten Evolutionssprünge bislang nicht durch Fossilien belegt werden könnten. "Die berechneten Alter für die Aufspaltungen der untersuchten Gruppen liegen deutlich über dem Alter der ältesten Fossilien", meint der Paläontologe und Ornithologe Gerald Mayr.

    Mit der Schrumpfung gingen weitere Änderungen der Anatomie einher, die möglicherweise auch auf dem Umstand zurückzuführen sind, dass die Vogelvorfahren ihren Lebensraum vom Boden in die Bäume verlegten. Der Verlust der Masse bedingte möglicherweise die Herausbildung eines wärmenden Federkleides; das Leben in den Bäumen bedurfte eines leistungsfähigeren Gehirns und größerer Augen und begünstigte das Herausbilden längerer Vordergliedmaßen zum Springen, Gleiten oder Fliegen von Baum zu Baum.

    Allerdings, so ergaben frühere Studien, bildeten die Vogelvorfahren nicht einfach längere Arme aus, sondern behielten die Länge der Vordergliedmaßen bei, während der Rest des Körpers schrumpfte. (vgl. Nachricht von Feb. 2014) Eine ähnliche Vermutung betrifft auch die Größe des Gehirns und die der Augen: Sie wurden nicht einfach größer, sondern die Vogelvorfahren blieben bei ihrer Schädelentwicklung im Kindesstadium stehen. (vgl. Nachricht von Mai 2012)


    28.07.2014

    Katastrophales Dinosaurier-Sterben: Kam der Asteroideneinschlag vor 66 Millionen Jahren einfach nur zu einem ungünstigen Zeitpunkt?
    KURZNACHRICHT:

    Ein internationales Forscherteam hat nun ermittelt, dass der Asteroideneinschlag vor 66 Millionen Jahren die Dinosaurier womöglich zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt erwischt hat. Nach Aussage der Wissenschaftler hätte ein Einschlag einige Millionen Jahre früher oder später möglicherweise zu einem anderen Ergebnis als dem fast vollständigen Auslöschen der Dinosaurier (wenn man von den Vögeln absieht) geführt. Die Klimaveränderungen, die zum Zeitpunkt des Einschlags stattfanden, hätten den Tieren (zumindest in Nordamerika) ohnehin schon stark zugesetzt, so dass der Einschlag ihnen nur noch den letzten Stoß versetzt hätte, so die Forscher.

    Allerdings sei ein Rückgang von bestimmten Dinosaurier-Gattungen hauptsächlich in Nordamerika festzustellen, in anderen Regionen der Erde hätte es hingegen zum fraglichen Zeitpunkt einen Boom gegeben.

    Die Forscher betonen jedoch, dass Aussagen über die Artendiversität nicht so ohne weiteres zu treffen wären. Es gäbe Gebiete, in denen oft gesucht und viel gefunden worden wäre und andere, in denen kaum gesucht und somit nur wenig gefunden worden wäre. Die Einordnung der gefundenen Fossilien wäre aber unumgänglich, wenn man sich mit der Artendiversität am Ende der Kreidezeit kurz vor dem Asteroideneinschlag beschäftigen wolle.

    28.07.2014

    Litten vor 130 Millionen Jahren Dinosaurier schon unter Wanzenbissen?
    KURZNACHRICHT:

    Ein neuer Fund aus China belegt: Möglicherweise hatten auch schon die Dinosaurier der frühen Kreidezeit unter blutsaugenden echten Wanzen zu leiden.

    Rund 130 Millionen Jahre sind die drei gefundenen Fossilien der Wanzen alt, die zu einer bislang unbekannten Familie und neuen Gattungen gehören. Ob sie aber tatsächlich Dinosaurierblut tranken oder sich von frühen Säugern oder Vögeln ernährten, darüber lässt sich keine genaue Aussage treffen.

    28.07.2014

    Tyrannosaurier: Fußspuren geben Hinweis auf Rudeljagd
    KURZNACHRICHT:

    In British Colubia (Westkanada) haben Forscher die Fußspuren von drei unterschiedlich großen erwachsenen Tyrannosauriern gefunden, die alle in die gleiche Richtung führen.

    Nach Aussage der Forscher belegen diese Fährten, dass Tyrannosaurier in Rudeln gejagt haben. Bislang waren immer nur Einzelspuren entdeckt worden, was die Wissenschaftler zu der Annahme verleitet hatte, dass es sich bei Tyrannosaurier um Einzelgänger handelte.

    24.07.2014

    Kulindadromeus: Neoornithischia trug Federkleid
    KURZNACHRICHT:

    Bei einer in Sibirien gefundenen neuen Dinosaurierart aus der Gruppe der Ornithischia - also der Gruppe, die nicht unmittelbar mit den Vögeln in Verbindung steht - haben Forscher Hinweise auf Federn gefunden.

    Die neu entdeckte Dinosaurierart, von der gleich mehrere Hundert Exemplare entdeckt wurden, erhielt den Namen Kulindadromeus zabaikalicus, war 1,50 Meter lang und ein zweibeinig laufender Pflanzenfresser. Gelebt hat er wahrscheinlich im mittleren bis oberen Jura vor etwa 144 bis 169 Millionen Jahren. Er wird bislang ganz allgemein bei den Neornthischia eingeordnet, ohne genauere Klassifizierung.

    Während auf dem Kopf, an der Brust und auf dem Rücken haarähnliche Urfedern wuchsen, besaß Kulindadromeus an den Oberschenkeln lange Federn, die große Ähnlichkeit zu heutigen Vogelfedern aufweisen. Die Forscher schließen aus diesem Fund, dass die Federn nicht nur auf die Vogelvorfahren beschränkt waren und schon sehr früh in der Evolutionsgeschichte der Dinosaurier aufgetreten sein müssen. Möglicherweise gab es in allen Dinosauriergruppen Arten, die ein Federkleid trugen, so die Forscher. Vermutlich dienten die ersten Federn als Wärmeschutz oder zur Kommunikation innerhalb der eigenen Art. Erst später entwickelte sich dann bei einem Teil der theropoden Dinosaurier die Schwungfeder, die es den Vogelvorfahren ermöglichte, den Luftraum für sich zu erobern.

    Vor fünf Jahren wurden in China schon die Überreste von einem Heterodontosaurus (auch Ornithischia) gefunden, der Hinweise darauf lieferte, von einem primitiven Federkleid bedeckt gewesen zu sein. Allerdings war das Fossil nicht so gut erhalten und daher wurde die Deutung der Faserfunde als Federüberreste nicht von allen Paläontologen geteilt. (vgl. Nachricht von Mrz. 2009)

    20.07.2014

    Maritime Ökosysteme erholten sich nach Massensterben vor 66 Millionen Jahre langsame als bislang angenommen
    KURZNACHRICHT:

    Paläontologen vom Berliner Museum für Naturkundehaben haben nach der Analyse von Muschel- und Schneckenfossilien aus Patagonien (Argentinien) festgestellt, dass sich die Artenvielfalt in den marinen Ökosystemen nach dem Aussterben an der so genannten K-/T-Grenze (Grenze von der Kreidezeit zum Tertiär - frühere Bezeichnung für "Paläogen" und "Neogen") längere Zeit nicht groß veränderte.

    Bislang ist man davon ausgegangen, dass nach größeren Massensterben und dem Freiwerden von ökologischen Nischen sich neue Arten recht schnell geradezu explosionsartig entwickelten, um die frei gewordenen Nischen wieder zu besetzen, oder dass diese rasch durch einwandernde Arten wieder gefüllt würden. Doch die Ergebnisse der Analyse deuten eher darauf hin, dass sich über einige Millionen Jahre hinweg nicht viel änderte, also weder neue Arten entstanden, noch fremde Arten einwanderten.

    Möglicherweise waren für diese fehlende Entwicklung die überlebenden Arten verantwortlich, die ein Ausbreiten neuer Arten erfolgreich verhinderten. Als ein Indiz für diese Theorie wird die Tatsache angesehen, dass häufig Arten, die vor dem Massensterben eher selten auftraten, nach dem Massensterben aber zahlenmäßig enorm zulegten.

    Der Nebeneffekt war allerdings, dass sich die betroffenen Ökosysteme eher langsam erholten, so die Forscher.

    17.07.2014

    Lyrarapax: Gut erhaltenes Fossil mit erkennbarer Gehirnstruktur ordnet Anomalocarididen bei Stummelfüßern ein
    KURZNACHRICHT:

    In China haben Forscher ein rund 520 Millionen Jahre altes, rund acht Zentimeter langes Fossil aus der Gruppe der Anomalocarididen (= "ungewöhnliche Garnelen") gefunden, dass so gut erhalten geblieben ist, dass sogar seine Gehirnstrukturen erkennbar sind. Es erhielt den Namen Lyrarapax unguispinus (übersetzt: "stachelklauiger, leierförmiger Prädator").

    Die Anomalocarididen, die im Urzeitmeer des Kambriums lebten und bis zu zwei Meter lang werden konnten, besaßen komplexe Stielaugen und gegliederte Greifarme am Kopf, mit denen sie ihre Beute erspähen und zum Maul führen konnten.

    Bislang wurden sie den heutigen Gliederfüßern zugeordnet, doch der Aufbau des Gehirns und der Verlauf der Nervenbahnen weisen eher auf die Verwandtschaft zu Stummelfüßern - und somit zu einer primitiven Schwesterngruppe der Gliederfüßer - hin.

    15.07.2014

    Changyuraptor: Größter vierflügliger Microraptor mit 30 Zentimeter langen Schwanzfedern in China entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In China sind die erstaunlich gut erhaltenen Überreste des mit 1,32 Meter Länge und vier Kilogramm Gewicht bisher größten Microraptors gefunden worden, der den Namen Changyuraptor yangi (übersetzt: "Langfeder-Raptor") erhielt.

    Dieser nur entfernt mit den heutigen Vögeln verwandte Dromaeosaurier lebte vor etwa 145 Millionen Jahren und zeichnet sich durch bis zu 30 Zentimeter lange Schwanzfedern aus, die fächerartig angeordnet waren, sowie bis zu 13,5 Zentimeter lange Federn an den Hinterbeinen, die von der Hüfte bis zum Mittelfuß reichten.

    Changyuraptor besaß möglicherweise eine gewisse Ähnlichkeit mit einem mittelgroßen Truthahn mit langem Schwanz. Dies zeige, so die Forscher, dass die Unterscheidung zwischen Vogel und Dinosaurier bisweilen nicht so einfach sei.

    Der neue Fund soll laut Forscher belegen, dass die Flugfähigkeit nicht erst mit den Vögeln, sondern schon bei den Dinosauriern entstanden ist. Die langen Federn könnten eine stabilisierende Wirkung beim Gleitflug gehabt haben.

    13.07.2014

    Acutiramus: Das "Monster der Urzeitmeere" war eher harmlos
    KURZNACHRICHT:

    Bislang ging man davon aus, dass der im Silur lebende Seeskorpion Acutiramus cummingsi mit einer Länge von bis zu zwei Metern einer der gefährlichsten Jäger der Urzeitmeere war, doch neue Studien widersprechen dem nun:

    Die Greifzangen, die angeblich harte Schalen knacken konnten, erwiesen sich als viel zu schwach. Und auch die nach vorn gerichteten Augen, von denen man bislang annahm, dass sie zu einem aktiven Jäger gehörten, zeigten sich viel eher dazu geeignet, im Halbdunkel nach leichter Beute zu stöbern.

    Die Forscher schließen aus ihren Erkenntnissen nun, dass Acutiramus vermutlich am Boden nach leicht zu zerschneidenden Beute suchte, die sich nicht sehr schnell fortbewegen oder kämpfen konnte, wie z.B. Nacktschnecken, Tierkadaver oder Pflanzenreste.

    Demnach war Acutiramus cummingsi wahrscheinlich ein eher harmloser Riese im Urmeer gewesen - und nicht, wie bislang angenommen, der "T.rex unter den Meeresbewohnern".

    09.07.2014

    Dinosaurier doch keine Vogelvorfahren?
    KURZNACHRICHT:

    --Neue Untersuchungen eines aus dem Jura stammenden Vogelvorfahren mit dem Namen Scansoriopteryx (= "kletternder Flügel"), der bislang in die Gruppe der Maniraptora eingeordnet wurde, hätten gezeigt, dass er sich so sehr von den theropoden Dinosauriern unterschied, dass er eigentlich nicht in die Gruppe der Dinosaurier eingeordnet werden dürfte.

    Das Forscherteam um Alan Feduccia, das das Fossil untersucht hat, ist daher der Meinung, dass die Vögel gar nicht von den theropoden Dinosauriern abstammen, sondern sich schon viel früher als Schwesterngruppe zu den Dinosauriern aus ursprünglichen Archosauriern entwickelt haben.

    Somit sei der Vogelflug nach der so genannten "tree down"-These entstanden, also aus dem Herabgleiten von Bäumen und nicht, wie ebenfalls häufig postuliert, nach der "ground up"-These, also durch schnelles Rennen am Boden.

    03.07.2014

    Großes Ichthyosaurus-Skelett bei Braunschweig entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In der Nähe von Braunschweig haben der knapp 12jährige Timm Necker und sein Vater Oliver die Überreste eines rund 180 Millionen Jahre alten Ichthyosauriers entdeckt, dessen Skelett etwa zu einem Drittel erhalten geblieben ist.

    Bislang wurden Rippen, Wirbel, Schädel- und Paddelknochen des Fischsauriers gefunden. Die Knochen werden als "teils mannsgroß" beschrieben.

    02.07.2014

    Archaeopteryx: Federn zuvor andere Aufgaben, danach erst Flugunterstützung
    KURZNACHRICHT:

    Ein Forscherteam um den Paläontologen Oliver Rauhut, Konservator an der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie, hat das elfte, im Jahr 2011 gefundene Archaeopteryx-Exemplar, das sich in Privatbesitzt befindet und durch besonders gut erhaltene Federabdrücke auszeichnet, genauer studiert und ist zu dem Schluss gekommen, dass die diversen unterschiedlichen Federarten Hinweise darauf liefern, dass die Federn nicht erst für das Fliegen entwickelt wurden, sondern schon viele andere Aufgaben vorher erfüllten, wie z.B. Wärmeisolierung, Schmuck bei Partnerwerbung, Tarnung oder Brutschutz usw.

    So trug Archaeopteryx an den unterschiedlichen Körperteilen auch unterschiedlich geformte Federn. Hätten die ersten Federn lediglich dem Fliegen gedient, gäbe es nicht so eine große Variation bei den Federformen, so die Forscher. Erst nach der Entwicklung verschieden geformter Federn hätten die Vögel mit dem Fliegen begonnen. Zudem seien die für das Fliegen zuständigen Schwungfedern viel zu komplex aufgebaut, als dass sie sich ohne einfachere Vorläufer, die einem anderen Zweck gedient hätten, quasi aus dem Nichts entwickelt haben könnten.

    Es sei jedoch durchaus möglich, so die Forscher, dass sich die Flugfähigkeit und die für das Fliegen wichtigen Konturfedern bei den Raubdinosauriern aufgrund der vielfältigen Federformen mehrmals entwickelt haben. Obwohl auch bei Archaeopteryx bis zu 4,5 Zentimeter lange Federn an den Hinterbeinen bis hinunter zu den Knöcheln gefunden wurden, sei die Flugfähigkeit jedoch nach Ansicht der Forscher nicht aus einem vierflügeligen Gleitflug entstanden, wie er Microraptor zugeschrieben wird.

    Bei der Flugfähigkeit des Archaeopteryx waren sicherlich auch die aerodynamisch geformten, 10 bis 11,5 Zentimeter langen, seitlichen Schwanzfedern, die bei diesem Fossil erstmals wirklich gut sichtbar sind, von Bedeutung. Sicher scheint daher zu sein, dass Archaeopteryx fliegen konnte. Wie gut er diese Fähigkeit jedoch beherrschte, darüber geben die Federn keine Auskunft, zumal dem Urvogel auch das Brustbein fehlt, an dem bei heutigen Vögeln die Flugmuskulatur ansetzt.


    27.06.2014

    Cloudina: Mehrzellig Organismen bauten schon vor 548 Millionen Jahren Riffe
    KURZNACHRICHT:

    In der Wüste von Namibia sind Forscher auf die Überreste eines Riffs gestoßen, das wahrscheinlich im Zeitalter des Ediacarium von mehrzelligen Lebewesen der Gattung Cloudina gebaut wurde - also aus einer Zeit stammt, die noch vor der so genannten "Kambrischen Explosion" liegt.

    Bislang gingen die Forscher davon aus, dass mehrzellige Organismen erst im Zeitalter des Kambrium vor 530 Millionen Jahren anfingen, Riffe zu bauen. Diese neu entdeckten Überreste werden allerdings auf ein Alter von 548 Millionen Jahren datiert.

    Vermutlich, so die Forscher, begannen die mehrzelligen Organismen, die erst vor rund 550 Millionen Jahren anfingen kalkhaltigen Hüllen auszubilden, schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit Riffe zu bilden, um sich mit einem gemeinsamen Kalkgerüst vor Fressfeinden zu schützen.

    24.06.2014

    Qiyia jurassica: Bizarre Fliegenlarve aus dem Jura saugte bei Salamandern Blut
    KURZNACHRICHT:

    Ein internationales Forscherteam hat in der Inneren Mongolei (China) die sehr gut erhaltenen fossilen Überreste von einer rund zwei Zentimeter langen, eigentümlichen Fliegenlarven-Art gefunden, die den Namen Qiyia jurassica (übersetzt in etwa: Bizarre aus dem Jura) erhielt und wahrscheinlich vor ca. 165 Millionen Jahren in einer Seenlandschaft lebte.

    In den feinen Tonschichten wurden daneben auch noch Fossilien vieler anderer Insekten sowie die fossilien Überreste zahlreicher Salamandern gefunden, allerdings keine von Fischen. Daher nehmen die Forscher an, dass das Fehlen der Fische zur massenhaften Vermehrung dieser Fliegenlarven-Art führte.

    Das Besondere an dieser Fliegenlarven-Art, das sie so bizarr macht, war ihr Körperbau: Ihr Brustteil war komplett zu einer Art Saugnapf umgestaltet, mit dem sich das Insekt an ein anderes Tier - vermutlich einen dünnhäutigen Salamander - heften konnte, um dann mit den zu einem Stachel umfunktionierten Mundwerkzeug dessen Blut zu saugen.

    Wie die Fliegenlarve aber im erwachsenen Zustand nach ihrer Metamorphose ausgesehen hat, vermögen die Forscher nicht zu sagen.

    16.06.2014

    Megamastax: Ein ein Meter langer Raubfisch aus dem Silur machte Jagd auf hartschalige Meerestiere und zeugt von höherer Sauerstoff-Konzentration als angenommen
    KURZNACHRICHT:

    In China wurde möglicherweise ein Sensationsfund gemacht, der eventuell die gängige Meinung über das Silur (von vor 443 bis vor 419 Mio. Jahren) über den Haufen werfen könnte:

    Der 17 Zentimeter langer Teil eines 423 Millionen Jahre alten Kieferknochens könnte zu einem Fisch von einem Meter Länge gehört haben, und somit zu einem Wirbeltier, dessen Größe die Forscher bis dahin für dieses frühe Erdzeitlalter für unmöglich gehalten haben.

    Bisher wurden lediglich fossile Überreste von Wirbeltieren mit maximal rund 30 Zentimtern Länge gefunden. Somit ging man davon aus, dass die Sauerstoffmenge in der Atmosphäre und im damaligen Ozean nicht ausreichte, um größere Tiere mit entsprechendem Sauerstoff zu versorgen.

    Dieser neue Fund spricht für die Möglichkeit, dass der Sauerstoffgehalt höher gewesen sein könnte.

    Der neu entdeckte Fisch bekam den Namen Megamastax amblyodus, was so viel wie "großer Mund mit stumpfen Zähnen" bedeutet.

    Megamastax hatte zwei Reihen von Zähnen: Die äußere Zahnreihe war spitz, so dass die Forscher davon ausgehen, dass diese Zähne dem Festhalten von Beute dienten - die innere Zahnreihe bestand aus stumpfen, flachen Zähnen, die die Forscher mit dem Knacken und Zermalmen harter Schalen verbinden. Daher wird vermutet, dass Megamastax hauptsächlich auf hartschalige Tiere Jagd machte.

    12.06.2014

    Dinosaurier waren "mesotherm"
    KURZNACHRICHT:

    Ein US-amerikanisches Forscherteam hat nach der Knochenanalyse von 381 Tierarten, darunter auch 21 Dinosaurierarten die Wachstumsrate berechnet und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Dinosaurier weder endotherm (warmblütig) noch ektotherm (wechselwarm) waren, sondern eher ein "Zwischending" bildeten, somit als "mesotherm" gelten, eine Eigenschaft, die u.a. auch Thunfischen und Ameisenigeln zugeschrieben wird.

    Demnach konnten Dinosaurier ihre Körpertemperatur zum Teil selbst regeln und waren nicht ganz und gar den Umweltbedingungen ausgeliefert. Allerdings hatten sie wahrscheinlich einen geringeren Stoffwechsel als Säugetiere und kühlten bei kalten Temperaturen zumindest bis zu einem gewissen Grade ab. Dennoch waren sie dann aber noch immer "wärmer" als die ektothermen Reptilien und konnten so einen evolutionären Vorteil nutzen.

    11.06.2014

    Erstmaliger Fund von Nothosaurier-"Fußspuren" zeugen von Paddelbewegungen im Gleichtakt Ein Forscherteam um den Paläontologen Qiyue Zhang vom Chengdu Center des China Geological Surveyhaben in China und Michael Benton von der University of Bristol hat erstmals "Fußspuren" von Nothosauriern gefunden.

    Nothosaurier waren bis zu vier Meter lange, halbaquatisch lebende Meeresechsen der Trias, die von Landsauriern abstammen, sich aber schon weitestgehend an ein Leben im Wasser angepasst hatten, obwohl sie wahrscheinlich noch kurze Strecken über Land zurücklegen konnten. Vermutlich lebten sie überwiegend an den Küsten des Meeres und in Flüssen.

    Da bislang nicht bekannt war, wie sich die Nothosaurier im Wasser fortbewegten - paddelten sie wie Hund oder "flogen" sie wie Pinguine durchs Wasser? - kommt dem Fund der "Fußspuren" (eigentlich eher "Schwimmspuren") eine sensationelle Bedeutung zu.

    Die Forscher fanden ganze Serien von Spuren - und alle zeigen parallel verlaufende längliche Vertiefungen. Da in der Nähe sowohl Überreste von Nothosaurus giganteus (bis vier Meter lang) als auch von einer im Artikel nicht nächer benannten Lariosaurus-Art (rund einen Meter lang) gefunden wurden, gehen die Forscher davon aus, dass die Spuren von diesen beiden Nothosaurier-Arten stammen.

    Die gefundenen Spuren deuten nun darauf hin, dass die Nothosaurier ihre Beine im Gleichtakt bewegten und somit eher durchs Wasser glitten, nicht paddelten.

    Die Forscher vermuten, dass die gefundenen Spuren bei der Suche nach Nahrung am Meeresboden entstanden. Demnach hätten die Nothosaurier möglicherweise mit ihren Paddelbewegungen den Sand aufgewirbelt, um kleine Tiere vor ihr Maul zu spülen.

    05.06.2014

    Hamipterus: Möglicherweise Überreste einer großen Brutkolonie von Flugsauriern in China entdeckt einschließlich gut erhaltener fossiler Eier
    KURZNACHRICHT:

    In China wurde ein sensationeller Fund einer neuen Art von Flugsauriern aus der Kreidezeit gemacht: An einer Stelle befinden sich Hunderte oder sogar Tausende von Skeletten der neuen Art Hamipterus tianshanensis, bestehend aus Weibchen, Männchen, Jungtieren und Eiern, die in ihrer dreidimensionalen Form erhalten geblieben sind. Die Überreste stammen aus der Kreidezeit und lassen jetzt schon einige Rückschlüsse auf Sozialverhalten und Aussehen zu:

    So gehörte Hamipterus tianshanensis zu den Kurzschwanzflugsauriern und hatte eine Flügelspannweite von etwa 3,5 Metern. Die Männchen waren scheinbar größer als die Weibchen und besaßen einen ausgeprägteren Schädelkamm. Die ca. 6 Zentimeter langen, 3,4 Zentimeter breiten und im Durchschnitt 50 Gramm schweren Eier ähnelten im Aufbau und Aussehen den Eiern heutiger Schlangen und Schildkröten und wurden vermutlich im Sand vergraben, damit sie von der Bodenwärme ausgebrütet werden konnten. Allerdings scheinen die Elterntiere bei ihrer Brut Wache gehalten und ihre Sandnester in großen Kolonien am Ufer eines Sees angelegt zu haben.

    Da aufgrund der dünnen Knochen von Flugsauriern bislang von fast allen Arten immer nur maximal zwei Individuen gefunden wurden, konnten bisher kaum Aussagen bezüglich des unterschiedlichen Aussehens von Männchen und Weibchen getroffen werden. Und auch die Flugsaurier-Eier, die man bislang gefunden hatte, vier an der Zahl, waren plattgedrückt.

    Insofern beinhaltet der aktuelle, aufsehenerregende Fund viele neue Informationen über Flugsaurier.

    Die Forscher vermuten, dass die Brutkolonie vor 120 Millionen Jahren von einem heftigen Sturm überrascht und ausgelöscht wurde - davon zeugen auch die aufgewühlten Sedimente aus der Zeit.

    Der Paläontologe Oliver Wings vom Niedersächsischen Landesmuseum ist jedoch vorsichtig in der Einschätzung des Fundes: "Nur weil die Eier tief im Sediment gefunden wurden, heißt es nicht, dass die Saurier sie dort vergraben haben." Außerdem sei noch nicht nachgewiesen, dass es sich bei den gefundenen Eiern tatsächlich um die Eier der neu entdeckten Flugsaurier-Gattung handelt. Dennoch ist auch er von diesem Fund begeistert.


    28.05.2014

    Vögel der Kreidezeit zeigten nur geringe Vielfalt
    KURZNACHRICHT:

    US-Forscher haben diverse Vogelarten aus der Jehol-Gruppe von vor 125 Millionen Jahren in China untersucht, mit modernen Vögeln verglichen und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Vögel der Kreidezeit längst nicht so eine breites Artenspektrum aufwiesen wie heutige Vögel: So hatten fast alle Vögel eine Größe, die zwischen Spatz und Taube lag, lebten überwiegend am Boden und ernährten sich hauptsächlich von Samen und Insketen.

    Die Forscher vermuten, dass die Konkurrenz in der Luft (Pterosaurier), auf den Bäumen (frühe Säuger) und am Boden (kleine Saurier und Echsen) verhindert hat, dass sich die Vögel groß ausbreiten und verschiedene ökologische Nischen besetzten konnten. Erst nach dem Massenaussterben am Ende der Kreidezeit, bei dem rund 70 Prozent aller Tierarten ausstarben, hatten die Vögel die Möglichkeit, neue ökologische Nischen zu erobern und explosionsartig neue Arten hervorzubringen.

    28.05.2014

    Jura-Kreide-Übergang fünf Millionen Jahre später als bislang bekannt?
    KURZNACHRICHT:

    Möglicherweise muss die Zeittabelle neu geschrieben werden:

    Ein argentinisches Forscherteam hat Vulkanasche aus den Schiefergas-Feldern von Vaca Muerta, rund 1.200 Kilometer südwestlich von Buenos Aires datiert und ist zu dem Schluss gekommen, dass diese 140 Millionen Jahre alt ist.

    Da die eingeschlossenen Ammoniten und Nanoplanktonpartikel den Übergang vom Jura zur Kreide markieren, müssen die Zeittafeln möglicherweise umgeschrieben werden, da bislang der Beginn der Kreidezeit auf vor 145 Millionen Jahre gelegt wird. Eine Bestätigung liegt aber noch nicht vor.

    21.05.2014

    Fossilienfund liefert Hinweise für Evolution in den Meeren: von der Tiefsee ins Flachmeer
    KURZNACHRICHT:

    Bisher gingen die meisten Forscher davon aus, dass die Ökosysteme der Tiefsee immer wieder von Aussterbewellen vernichtet wurden und dass dann Tiere aus den Flachmeeren die frei gewordenen ökologischen Nischen der Tiefsee wieder neu besetzten. Ein neuer Fund aus Österrreich scheint diese Annahme nun zu widerlegen.

    Bei dem Fund wurden 68 verschiedene Organismen aus Gesteinsschichten, die auf ein Alter von 180 Millionen Jahren datiert werden, entdeckt, darunter fossile Überreste von Seesternen, Seeigeln, Schnecken und sogenannten Armfüßern. Eine nähere Analyse zeigt nun, dass viele der Fossilien älter sind als die ältesten Funde verwandter Tiere aus den Flachmeeren.

    Daraus schließen die Forscher, dass das maritime Leben vermutlich in den Tiefen des Meeres seinen Ursprung hat und dann bis in die Flachmeere vordrang - also den umgekehrten Weg beschritten hat, als bislang angenommern.

    Von daher seien der Einsatz von Schleppnetzen in der Tiefsee und Tiefseebohrungen heutzutage nicht ganz unproblematisch, so die Forscher.

    17.05.2014

    Möglicherweise neue, riesige Titanosaurier-Art in Patagonien entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Bereits im Jahr 2011 ist ein argentinischer Farmer im Gebiet des heutigen Patagonien über riesige Dinosaurierüberreste "gestolpert", die auf ein Alter von 95 bis 100 Millionen Jahren geschätzt werden. Nun wurden die ersten Ergebnisse der Ausgrabungen, die seither stattgefunden haben, veröffentlicht.

    Demnach handelt es sich vermutlich um eine neu entdeckte Art von Titanosaurier, die bislang jedoch noch keinen Namen erhalten hat. Vorläufige Schätzungen gehen von einer Länge von 40 Metern, einer Höhe von 20 Metern und einem Gewicht von 80 Tonnen aus. (Oliver Wings vom Niedersächsischen Landesmuseum Hannover erklärt jedoch, dass man mit solchen Schätzungen stets vorsichtig sein und lieber abwarten sollte, was die wissenschafltiche Analyse der Funde ergibt.)

    Bisher wurden von den bislang über 200 gefundenen gut erhaltenen Fossilien rund 150 freigelegt, unter anderem Teile vom Hals, Rücken sowie diverse Schwanzwirbel und Beinknochen. Insgesamt handelt es sich dabei um die Überreste von sieben erwachsenen Tieren.

    Die Forscher gehen davon aus, dass die Riesen an der Stelle, an der die Überreste gefunden wurden, verendet sind - möglicherweise aufgrund einer Dürre oder weil sie im Schlamm stecken geblieben sind. Mehr als 60 ebenfalls gefundene Raubsaurierzähne geben Hinweise darauf, dass sich anschließend Fleischfresser über die Kadaver hergemacht hätten.

    12.05.2014

    Massensterben am Ende der Kreidezeit doch durch Asteroideneinschlag ausgelöst? Belege gefunden!
    KURZNACHRICHT:

    Niederländische Forscher haben ihrer Aussage nach eindeutige Belege dafür gefunden, dass ein Meteoriteneinschlag zum Ende der Kreidezeit das Massensterben vor 66 Millionen Jahren verursacht hat.

    In rund 66 Milliionen Jahre alten Sedimenten vom Brazos River in Texas hat das Team bestimmte Lipide untersucht, die Hinweise auf die Wassertemperatur zur damaligen Zeit liefern sollten. Demnach herrschte vor dem Einschlag eine durchschnittliche Temperatur an der Meeresoberfläche von 30 Grad Celsius vor. Als der Meteorit dann in die Erde einschlug, gab es dem Forscherteam nach heftige Erdbeben, große Brände und gewaltige Tsunamis, von denen Schichten zertrümmerter Muschelschalen Zeugnis geben. Die aufgewirbelten Rußteilchen verdunkelten daraufhin den Himmel und blocken die Sonnenstrahlen bis zu 80 Prozent ab. Aufgrund der verminderten Sonneneinstrahlung brach die Photosynthese zusammen und die Temperatur sank um bis zu 7 Grad Celsius ab, was vermutlich einige Monate bis einige Jahrzehnte anhielt. Später stieg die Temparatur dann durch die Treibhausgase auf rund 32 Grad Celsius.

    Die Unterschiede zwischen Meeres- und Landtemparatur führten zu anhaltenden Wirbelstürmen, die das vom Meteoriten mitgebrachten Iridium in der Atmosphäre hielten und die Ablagerungen verögerte.

    09.05.2014

    Deinosuchus, Sarcosuchus: Krokodile praktizierten die Todesrolle schon in der Kreidezeit
    KURZNACHRICHT:

    Die Ergebnisse einer Studie, in der die Schädel von 16 lebenden und 3 ausgestorbenen Krokodilarten auf ihre Stabilität hin untersucht wurden, legt nahe, dass auch schon zu Zeiten der Dinosaurier die Krokodile ihre Todesrolle praktizierten, um Fleisch aus ihrer Beute zu reißen.

    Während Deinosuchus (bis zu 12 Meter lang) die Todesrolle möglicherweise auch noch im älteren Zustand durchführen konnte, konnte Sarcosuchus (auch um die 12 Meter lang) diese vermutlich nur in jungen Jahren vollziehen, da sein Schädel nicht stabil genug war, die bei der Todesrolle eines 12 Meter langen Körpers auf ihn einwirkenden Kräfte zu widerstehen.

    Je kleiner allerdings ein Krokodil ist, desto leichter fällt ihm die Drehung, hat die Studie ergeben - daher ist es durchaus möglich, dass Sarcosuchus in seiner Jugendzeit durchaus die Todesrolle praktiziert hat.

    07.05.2014

    Qianzhousaurus: T.rex-Verwandter mit langer Schnauze in Asien entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In Südchina ist das gut erhaltene, mehr als 66 Millionen Jahre alte Skelett eines T.rex-Verwandten entdeckt worden, der den Namen Qianzhousaurus sinensis erhielt. Dabei handelt es sich um ein nahezu ausgewachsenes Exemplar. Dieser Fund widerlegt die Annahmen, dass die schon früher gefundenen langschnäuzigen Tyrannosaurier-Schädel von Jungtieren nur eine Phase in der Individualentwicklung dieser Raubsaurier darstellten.

    Neben der ungewöhnlich langen Schnauze besß dieser T.rex-Verwandte auch schmale Zähne und vergleichsweise schwache Kiefer. Die Forscher vermuten, dass Qianzhousaurus auf eine andere Art von Beute Jagd machte als die kurzschnäuzigen Vertreter der Tyrannosaurier und somit der Konkurrenz aus dem Wege ging.

    Insgesamt war Qianzhousaurus rund zehn Meter lang, bracht ungefähr 800 Kilogramm auf die Waage und beakm aufgrund seiner langen Nase den Spitznamen "Pinocchio rex" verpasst.

    07.05.2014

    Die Krallen der Therizinosaurier hatten unterschiedliche Funktionen
    KURZNACHRICHT:

    Ein englischer Forscher hat sich mit den Therizinosauriern beschäftigt und wollte herausfinden, welchen Zweck die bis zu einen Meter langen Riesenkrallen dieser Dinosauriergruppe erfüllten. Dazu verglich er diverse näher und weiter entfernte Verwandte von Therizinosaurus und bezog auch verschiedene Säugetierarten mit in seine Studie ein. Des weiteren führte er mehrere Computersimulationen und Experimente durch.

    Sein Ergebnis: Vermutlich erfüllten die Riesenkrallen nicht nur einen einzigen Zweck, sondern je nach Form und Beschaffenheit unterschiedliche. So hätten die einen Therizinosaurier wie z.B. Alxasaurus passende Krallen zum Graben besessen, andere hätten mit ihren Klauen Insektenbauten ausheben können, die dritten hätten mglicherweise damit die Rinde von Bäumen geschält und wieder andere (zu denen zählte auch der bis zu 9 Meter lange Therizinosaurus) hätten mit ihren Krallen Aste zu sich heranziehen können, um diese besser abnagen zu können. Allerdings, so der Forscher, wäre die zuletzt genannte Funktion eigentlich eher überflüssig, da Therizinosaurus mit seinem langen Hals auch ohne zusätzliche Unterstützung durch seine Arme an die hoch hängenden Blätter hätte herankommen können. Von daher bliebe die Funktion der Therizinosaurier-Krallen weiterhin (noch) ein Geheimnis.

    06.05.2014

    Der evolutinoäre Vorteil der Maniraptora: immer kleiner und leichter statt größer und schwerer
    KURZNACHRICHT:

    Britische Forscher haben das Gewicht von 426 Dinosauriern bestimmt und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Entwicklung neuer Arten am Anfang der Dinosaurierevolution, als ökologische Nischen noch erobert werden mussten, wesentlich schneller vonstatten ging als später, als die meisten ökologischen Nischen besetzt waren. Somit verlangsamte sich bei den meisten Dinosauriergruppen die Evolutionsrate - mit einer Ausnahme: Bei den Maniraptora, den Vorfahren der heutigen Vögel, blieb die Radiationsrate nach wie vor hoch.

    Während die meisten Dinosauriergruppen seit dem Jura den Weg zu immer größeren und schwereren Arten hin einschlugen, wählten die Maniraptora den entgegengesetzten Weg und wurden immer kleiner und leichter, so dass sie schließlich abhhoben zum Fliegen und sich so als zusätzlichen Lebensraum den Luftraum erobern konnten.

    Dies brachte den Maniraptora einen großen evolutionären Vorteil und so gelang es ihnen, das Massensterben am Ende der Kreidezeit zu überleben.


    24.04.2014

    Kryptodrakon: Bislang ältester Kurzschwanzflugsaurier war vermutlich Landflieger
    KURZNACHRICHT:

    Im Norden China haben Forscher die Überreste eines rund 163 Millionen Jahre alten Kurzschwanzflugsauriers (Pterodactyloidea) gefunden, der damit fünf Millionen Jahre älter ist als der bislang älteste gefundene Kurzschwanzflugsaurier.

    Der neu entdeckte Flugsaurier erhielt den Namen Kryptodrakon progenitor und hatte eine Flügelspannweite von 1,5 Metern. Die Breite seiner Flügel lässt darauf schließen, dass er anders als viele seiner Verwandten nicht an der Küste, sondern im Binnenland lebte.

    18.04.2014

    Zum Beutemachen benötigte Tyrannosaurus rex keine Arme
    KURZNACHRICHT:

    Wissenschaftler haben sich näher mit den kleinen Stummelärmchen vom Tyrannosaurus rex beschäftigt und entdeckt, dass diese trotz ihrer relativ geringen Größe ein Gewicht von 200 Kilogramm stemmen konnten.

    Für das Reißen der Beute hätte T.rex diese Arme aber nicht benötigt, so die Forscher. Die Halsmuskulatur spräche viel mehr dafür, dass er sein Maul wie ein Raubvogel in seine Beute geschlagen und diese dann nach hinten geworfen hätte. Anschließend hätte er sie mit seinen mächtigen Hinterpranken fixiert und Stücke durch Schütteln herausgerissen. Bei dieser Art zu Jagen wären die Arme überflüssig gewesen.

    Zitat des federführenden Paläontologen: "Von den Schultern vorwärts funktionierte T. rex wie ein Killerwal: ein einziges Beißen, Schütteln und Verdrehen."

    11.04.2014

    Funde der jüngsten Zeit: 50 Millionen Jahre alte Augenfliege, 30 Millionen Jahre alter Weberknecht, 500 Millionen Jahre alte Embryos
    KURZNACHRICHT:

    Auf Spiegel Online ist eine kurze Zusammenfassung über Funde der jüngsten Zeit veröffentlicht worden:

    - drei Arten einer ca. 50 Millionen Jahre alten Augenfliege, mit einer Flügelspannweite von 9,3 Millimetern und Augen, die rund ein drittel des Körpers ausmachen,

    - ein knapp einen Zentimter großer, rund 305 Millionen Jahre alter Weberknecht mit diversen Augenstellen

    - und die elektromikroskopische Aufnahme von über 500 Millionen Jahre alten Embryos, die bisher aber noch keiner Tierart zugeordnet werden konnten.

    08.04.2014

    Fuxianhuia: Fossil mit ältestem bekannen Herz-Kreislauf-System entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In China wurde ein 520 Millionen Jahre altes Fossil entdeckt, bei dem die Wissenschaftler meinen, das älteste bekannte Herz-Kreislauf-System entdeckt zu haben.

    Durch Vergleiche mit anderen Tieren fanden sie Ähnlichkeiten mit modernen Gliederfüßern. Das 7,5 Zentimeter lange garnelenartige Fossil lebte im Meer und erhielt den Namen "Fuxianhuia protensa".

    03.04.2014

    Eine seit 70 Jahren zerstörte Sauerierfährte digital wieder hergestellt
    KURZNACHRICHT:

    1940 wurden im US-Bundesstaat Texas zwei Dinosaurier-Spuren gefunden, die möglicherweise zusammengehören: auf 45 Metern Länge verlaufen Fußabdrücke, die davon zeugen, dass hier vermutlich ein großer Theropode einen Sauropoden gejagt hat.

    Da diese Spuren immer wieder von Wasser überspült wurden, war es notwendig, sie schnell zu bergen, wenn man sie erhalten wollte. Daher teilten die an der Entdeckung beteiligten Paläontologen die Spur in einzelne Steinquader und zerrissen somit dieses einzigartige Fragment, zumal die Einzelstücke in diverse Museen verteilt wurden. Manche dieser Einzelstücke sind heute nicht mehr auffindbar.

    Um diese Spur dennoch als Ganzes betrachten zu können, hat ein Forscherteam anhand von schlechten Fotoaufnahmen, die bei der Entdeckung und Ausgrabung als Schnappschüsse gemacht wurden, und ungenauen Skizzen ein 3D-Modell dieser ehemaligen Fährte erstellt und sie so digital wieder hergestellt.


    31.03.2014

    Methanosarcina: Produzierten Microben vor 251 Millionen Jahren mit Hilfe von sibirischen Vulkanausbrüchen freigesetztem Nickel so viel Methan, dass es zum Massenaussterben kam?
    KURZNACHRICHT:

    Einer Analyse von Sedimentgesteinen aus Österreich und China zufolge stieg am Ende des Perm der Kohlendioxid-Gehalt in den Meeren rapide an. Isotopen-Analysen von chiesischen Ablagerungen ergaben darüberhinaus, dass sich gleichzeitig vermehrt Nickel ablagerte, was die Forscher auf eine intensive Vulkantätigkeit im heutigen Sibirien zurückführen. Zusätzlich zeigen Analysen von Einzellern der Gattung Methanosarcina, dass diese im gleichen Zeitraum anfingen, Methan zu produzieren.

    Aus diesen neuen Befunden ergibt sich für die an der Studie beteiligten Forscher ein neuer Hinweis auf die Ursache des größten Massenaussterbens der Erdgeschichte: Vermutlich entwickelten die Microorganismen vor 251 Millionen Jahren die Fähigkeit, aus dem Kohlendioxid im Meer mit Hilfe des durch die Vulkane frei gesetzten Nickels Methan zu produzieren, was dazu führte, dass sich die Temperatur auf der Erde rasch erwärmte und die Meere versauerten.

    31.03.2014

    Theropoden-Überreste aus Luxemburg vorgestellt
    KURZNACHRICHT:

    Ein Dinosaurier-Knochenfund in Luxemburg aus den 1990er Jahren wurde jetzt publiziert:

    So haben vor rund 200 Millionen Jahren in diesem Gebiet Dinosaurier gelebt, die kleine Fossilien hinterlassen haben. Durch Vergleiche mit anderen Funden konnte das gefundene Zehenglied einem Dilophosaurus-ähnlichen Dinosaurier zugeordnet werden, während von der gefundenen Zahnkrone bislang nur ganz allgemein auf einen Theropoden geschlossen werden konnte.

    Die Forscher gehen davon aus, dass die verendeten Raubsaurier ins Meer geschwemmt wurden. Allerdings scheint die bisherige Annahme, Luxemburg hätte zur Zeit des Jura vollständig unter Wasser gelegen, aufgrund diese neuen Funde überdacht werden zu müssen.

    26.03.2014

    Tamisiocaris: Vermeintlich gefährlicher Ur-Gliederfüßer jagte wahrscheinlich nur Plankton
    KURZNACHRICHT:

    Neue Funde des Ur-Gliederfüßers "Tamisiocaris borealis" aus dem Kambrium von vor rund 520 Millionen Jahren zeichnen ein neues Bild der damaligen Welt:

    Bislang gingen die Forscher davon aus, dass sämtliche Arten der Anomalocariden gefährliche Räuber waren, doch weisen die in Nordgrönland gefundenen fünf Teile von Kopfanhängen der Art "Tamisiocaris borealis" darauf hin, dass diese rund zwei Meter langen Tiere sich wie die Blauwale von Plankton ernährten, das sie aus dem Wasser filterten.

    Wahrscheinlich gab es also schon zu den Zeiten des Kambriums sowohl die aktiven Jäger als auch die friedlichen Filtrierer, was wiederum indirekt Aussagen darüber liefert, dass es zur damaligen Zeit eine Menge Plankton in den Meeren gegeben haben muss.

    25.03.2014

    Atlantochelys: Nach 160 Jahren untere Hälfte des fossilen Oberarms einer kreidezeitlichen Schildkröte in einem Bachbett gefunden
    KURZNACHRICHT:

    Ein Hobbypaläontologe hat in einem Bach im US-Bundesstaat New Jersy bei der Jagd nach fossilen Haizähnen den unteren Teil eines fossilen Oberarmknochens gefunden, der zu einer inzwischen ausgestorbenen Schildkrötenart gehörte, die vor 75 bis 70 Millionen Jahren in der oberen Kreidezeit gelebt hat und Atlantochelys mortoni genannt wurde.

    Dieser Umstand wäre nicht weiter verwunderlich, hätte nicht der schon gefundene obere Teil dieses Oberarmknochens in der Drexel Universität in Philadelphia gelegen - und zwar seit mehr als 160 Jahren!

    Die Wahrscheinlichkeit, dass das passende untere Stück des Oberarmknochens zum oberen Stück nach so langer Zeit noch gefunden werden könnte, tendierte eigentlich gegen Null...

    20.03.2014

    Cretophasmomima: "Wandelnde Blätter" gab es schon in der frühen Kreidzeit - sie ähnelten Ginko-Blättern
    KURZNACHRICHT:

    In China haben Forscher die bislang ältesten Fossilien von Stab- oder Gespenstschrecken entdeckt, die auch als "wandelnde Blätter" bekannt sind:

    Die drei gefundenen Fossilien (zwei Männchen, ein Weibchen) fanden sich in der Yixian-Formation in der Provinz Liaoning. Diese neu entdeckte Insektenart erhielt den Namen Cretophasmomima melanogramma. Sie wird auf ein Alter von 126 Millionen Jahren geschätzt - lebte also in der frühen Kreidezeit zusammen mit den Dinosauriern. Das Weibchen erreichte eine Länge von 5,5 Zentimetern, die Männchen waren etwas kleiner.

    Da die bislang ältesten Stabschrecken-Fossilien rund 50 Millionen Jahre alt waren, gingen die Forscher bisher davon aus, dass sie sich zusammen mit den Bedecktsamern entwickelten. Da ist nun ein Umdenken erforderlich: Demnach führte vermutlich der Schutz vor insektenfressenden Vögeln und Säugern zu dieser Art Tarnung.

    19.03.2014

    Anzu: 66 Millionen Jahre alter und dreieinhalb Meter großer Oviraptor in den USA gefunden - alte Verletzungen weisen auf hartes Leben hin
    KURZNACHRICHT:

    In den USA wurden drei Teilskelette einer neuen Oviraptor-Gattung gefunden, die den Namen "Anzu wyliei" bekam, benannt nach einem mesopotamischen Vogel-Dämon (Anzu) und dem dinosaurierbegeisterten Enkel des Carnegie-Museumskurators (Wylie).

    Der neu entdeckte Oviraptor hatte einen zahnlosen Schnabel, wahrscheinlich ein dichtes Federkleid, war dreieinhalb Meter groß und brachte es zu Lebzeiten auf ein Gewicht von 200 bis 300 Kilogramm. Auf seinem Kopf befand sich ein hoher Kamm, der an einen heute lebenden Kasuar erinnert. Gelebt hat dieser Allesfresser vor 66 bis 68 Millionen Jahren vermutlich in einem Feuchtgebiet (anders als viele andere Oviratoren, die wahrscheinlich eher wüstenähnliche Gebiete bevorzugten).

    Die Überreste wurden in der Hell Creek Formation in South und North Dakota gefunden.

    Bei zwei der drei gefunden Teilskelette sind darüber hinaus auch noch diverse Verletzungen gefunden worden: eine gebrochene und wiederverheilte Rippe und ein Bänderriss im Fuß. Ob diese Verletzungen allerdings auf Rivalitätskämpfe oder Zusammenstöße mit Raubsauriern zurückgehen, konnte nicht geklärt werden.

    14.03.2014

    Luprisca: 450 Millionen Jahre altes Fossil eines brütenden Muschelkrebses samt Nachwuchs gefunden
    KURZNACHRICHT:

    Im Bundesstaat New York haben Forscher die 450 Millionen Jahre alten Überreste einer Muschelkrebsart ausgegraben, die mitsamt ihren Eiern und dem Nachwuchs fossiliert ist.

    Die neu gefundene Krebsart ist rund 25 Millionen Jahre älter als bisherige Funde und lebte in der Zeitepoche des Ordiviziums. Sie erhielt den Namen Luprisca incuba (übersetzt: "brütende, altertümliche Geburtsgöttin")...

    12.03.2014

    Umstrittene Theorie: Werden die Massensterben durch eine quer durch das Sonnensystem verlaufende dünne Scheibe dunkler Materie hervorgerufen?
    KURZNACHRICHT:

    Zwei theoetische Physiker an der Harvard Universität vermuten hinter dem Aussterben am Ende der Kreidezeit (und auch zu anderen Zeiten) ein Meteoritenbombardement, das ausgelöst wird, wenn das Sonnensystem eine dünne Scheibe dunkler Materie kreuzt, die quer durch die Milchstraße verläuft und die in regelmäßigen Abständen von 35 Millionen Jahren die Oortsche Wolke (Nebel aus ursprünglichen Gesteinsbrocken) am Rande unseres Sonnensystems durcheinanderwirbelt.

    Obowhl so ein Verhalten für dunkle Materie eher untypisch ist, da Teilchen von dunkle Materie nach allgemeiner Auffassung eine kaum wahrnehmbare Wechselwirkung aufweisen, schließen die beiden Physiker nicht aus, dass ein kleiner Anteil dunkler Materie sich anders verhält und den von ihnen beschriebenen Effekt zeigt.

    12.03.2014

    Nanuqsaurus: Ein rund 5 Meter langer, 700 Kilogramm schwerer Tyrannosaurus-Verwandter lebte vor 70 Millionen Jahren im heutigen Alaska - möglicherweise Ergebnis von Verzwergung
    KURZNACHRICHT:

    Amerikanische Forscher haben im heutigen Alaska die Überreste eines vermutlich rund 5 Meter großen und zu Lebzeiten mindestens 700 Kilogramm schweren Raubsauriers entdeckt, der wahrscheinlich als Verwandter von Tyrannosaurus einzustufen ist.

    Er lebte vor ca. 70 Millionen Jahren und fristete vermutlich ein "Inseldasein".

    Da die Gegend, in der Nanuqsaurus hoglundi (übersetzt: "Holundis Polarbärechse") vom Rest des heutigen Nordamerikas durch einen Salzmeer und ein hohes Gebirge getrennt war, musste dieser Raubsaurier mit den klimatischen Bedingungen und dem begrenzten Nahrungsangebot klar kommen. Daher schrumpfte er vermutlich auf diese relativ kleine Größe, während andernorts die Tyrannosauridae immer weiter an Größe zulegten...

    10.03.2014

    Experiment deutet auf extreme Schwefelsäurebildung nach Meteoriteneinschlag vor 65 Millionen Jahren hin
    KURZNACHRICHT:

    Japanische Forscher haben eine neue Theorie zum Massensterben vor 65 Millionen Jahren, bei dem auch die Dinosaurier weitestgehend ausgestorben sind, in einem Experiment überprüft und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass der Meteoriteneinschlag auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan vermutlich Unmengen an Schwefelsäure freigesetzt hat, die sich weltweit niederließ und vor allem den Wasserlebewesen an der Oberfläche zu schaffen gemacht hat - weniger den Organismen in den Tiefen des Meeres...

    06.03.2014

    Wahrscheinlich neue Torvosaurus-Art in Protugal entdeckt - größter Raubsaurier Europas und vermutlich größer als sein nordamerikanischer Verwandter
    KURZNACHRICHT:

    In Portugal wurden bereits im Jahr 2006 Überreste von Kieferknochen eines großen Raubsauriers gefunden, die zunächst dem nordamerikanischen "Torvosaurus tanneri" zugeordnet wurden.

    Neue vergleichende Analysen deuten aber darauf hin, dass es sich um eine eigenständige, bislang unbekannte Art des Torvosaurus handelt, die den Namen "Torvosaurus gurneyi" erhielt, benannt nach dem Autoren James Gurney, der das Kinderbuch "Dinotopia" schrieb.

    Mit geschätzten 10 Metern Länge und 5 Tonnen Gewicht übertrifft er möglicherweise seinen nordamerikanischen Verwandten. Die Vermutung, dass dieser Dinosaurier ein Kleid aus Flaumfedern trug, geht lediglich auf Funde von verwandten Gattungen zurück - direkte Hinweise auf Urfedern gibt es beim Torvosaurus bislang nicht...

    05.03.2014

    Studie will die rund 160 Millionen Jahre alten Fossilien aus Chinas Daohugou-Schichten als Gesamtbild darstellen
    KURZNACHRICHT:

    Forscher haben versucht, die tierische Vielfalt der Daohugou-Schichten, die sich vor rund 160 Millionen Jahren im Jura-Zeitalter in Asien gebildet haben, als Ganzes darzustellen...


    25.02.2014

    Sind die Vogelflügel lediglich nicht mitgeschrumpfte Theropoden-Arme?
    KURZNACHRICHT:

    Nach Aussage von englischen Forschern entstanden die Vogelflügel nicht durch Verlängerung der Vordergliedmaße, sondern durch Schrumpfung des restlichen Körpers bei gleichzeitiger Beibehaltung der absoluten Länge der Vordergliedmaße.

    Insgesamt soll dieser Prozess etwa 50 Millionen Jahre lang gedauert haben...

    22.02.2014

    Bislang ältester und größter, gut erhaltener Pachyrhinosaurus-Schädel in Kanada gefunden - möglicherweise neue Art entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In Kanada haben Forscher den bislang vermutlich größten und ältesten Schädel eines Pachyrhinosaurus ausgegraben, der zu 80 Prozent erhalten geblieben ist und rund 70 Millionen Jahre alt ist.

    Da er sich in Größe und Alter von den bisherigen Funden unterscheidet, vermuten die Wissenschaftler, dass es sich möglicherweise um eine bislang unbekannte Art der Pachyrhinosaurier handelt; das muss allerdings noch näher geprüft werden. Die Größe des Schädels wird mit 2 1/2 Metern angegeben - ähnlich groß wie ein Smart.

    13.02.2014

    Maniraptora: Färbung des Gefieders fand nahezu zeitgleich mit der Veränderung der Federn statt - Melanosomen-Vielfalt deutet auf Warmblütigkeit hin
    KURZNACHRICHT:

    Ein internationales Forscherteam hat die Pigmente von verschiedenen Tierarten untersucht, u.a. auch denen von Dinosauriern und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Farbenvielfalt unter den Maniraptora (Dinosaurier, die als Vorfahren der Vögel gelten) sprunghaft anstieg - und zwar zu einem Zeitpunkt, als sich die ersten modernen Federn entwickelten, aber noch bevor die Saurier zu Fliegen begannen...

    12.02.2014

    Chaohusaurus: Muttertier verendete im Moment der Geburt von drei Jungtieren - frühester Hinweis auf Lebendgeburten bei Ichthyosauriern
    KURZNACHRICHT:

    Bei Ausgrabungen in China sind Forscher auf einen Sensationsfund gestoßen: ein 248 Millionen Jahre altes, gut erhaltenes Fossil von einem Chaohusaurus-Weibchen (Ichthyosaurier-Art / Fischschauer), das scheinbar im Moment des Gebärens verendet ist.

    Ichthyosaurier legten keine Eier, sondern brachten ihre Jungen bereits voll entwickelt zur Welt. Anders als Wale heute, die ihre Jungen mit dem Schwanz zuerst gebären, um das Jungtier noch möglichst lange über die Mutter mit Sauerstoff zu versorgen, wurden die Jungen beim Ichthyosaurus scheinbar mit dem Kopf voran geboren.

    Der neue Fund beinhaltet das Muttertier, ein bereits geborenes Jungtier, eines, das gerade geboren wird und eines, das schon halb im Geburtskanal steckt...

    07.02.2014

    Laufen Hühner mit angeklebten Stockschwanz wie Theropoden?
    KURZNACHRICHT:

    Wissenschaftler wollten wissen, wie die Dinosaurier gelaufen sind und haben zu diesem Zweck einem Huhn den Sterz rasiert und ihn mit einem Pömpel versehen - also quasi aus einem kurzen Schwanz einen langen gemacht - und siehe da: Der Schwerpunkt des Huhns verschob sich und es lief wie ein Dinosaurier (zumindest nach Angabe der Forscher).

    Und weil es dem Huhn nicht weh getan hat und es auch sonst keine Beeinträchtigungen dadurch gehabt hat, könnte man (nach Angaben des Artikles) ja ein kleines Küken mit einem langen Schwanz groß ziehen und dann könnte man an dem ausgewachsenen Huhn studieren, wie die Dinosaurier wahrscheinlich gelaufen sind...

    04.02.2014

    "Jehol-Biota": Fossilien aus der Jehol-Lagerstätten wurden wahrscheinlich Opfer von pyroklastischen Strömen und blieben daher so gut erhalten
    KURZNACHRICHT:

    Die in China so gut erhaltenen Kreide-Fossilien aus der Zeitspanne von vor 130 bis vor 120 Millionen Jahren gehen vermutlich auf Vulkanausbrüche zurück, in deren heißen Wolken die Tiere ums Leben kamen.

    Alle 14 untersuchten Vogel- und Dinosaurierfossilien aus der so genannten "Jehol Biota" seien mit einer leichten Vulkanascheschicht überzogen gewesen und hätten Verkohlungen aufgewiesen...


    24.01.2014

    Größere, nicht so leistungsstarke Organismen konnten sich im Ediacarium durch Ausnutzen der nährstoffreichen Meeresströmungen oberhalb des Meeresbodens gegen die kleineren und leistungsstärkeren Bakterien durchsetzen
    KURZNACHRICHT:

    Wissenschaftler aus den USA und aus Kanada haben für eine Studie ein Modell erstellt, das die Strömungen des Urozeans in der Erdepoche "Ediacarium" (früher auch "Vendium" genannt, Zeit: von vor 600 bis vor 542 Millionen Jahren) wiedergibt, und dabei festgestellt, dass zwar die damaligen Bakterien eigentlich leistungsstärker waren, sich aber die "neuen" großen Organismen dennoch durchsetzen und mit ihnen konkurrieren konnten, einfach aus dem Grund heraus, weil sie größer waren, mehr Energie aufnehmen und die nährstoffreichen Meeresströmungen oberhalb des Ozeanbodens erreichen konnten...

    15.01.2014

    Angistorhinopsis: Auch Krokodilsaurier von vor 220 Millionen Jahren konnten unter entzündlichen Wirbelsäulenerkrankungen leiden
    KURZNACHRICHT:

    Im Naturkundemuseum Berlin ist an einem vor 220 Millionen Jahren verendeten Phytosaurier (einem so genannten Krokodilsaurier, der äußerlich zwar einem Krokodil ähnelte aber in einer Schwesterngruppe eingeordnet wird) eine Erkrankung der Wirbelsäule entdeckt worden.

    Vermutlich begann diese entzündliche Wirbelsäulenerkrankung schon recht früh im Leben des Sauriers mit der Artbezeichnung Angistorhinopsis ruetimeyeri, worauf der veränderte letzte Rückenwirbel hinweist.

    Mehrere Anzeichen dieser Krankheit wurden an dem fossilen Skelett des Tieres gefunden: So waren zwei Brustwirbel verwachsen und wiesen ein verknöchertes Zwischenwirbelgelenk auf, und der letzte Rückenwirbel war stark verändert und mit dem ersten Beckenwirbel verwachsen.

    14.01.2014

    Tiktaalik ruderte schon vor 375 Millionen Jahren mit zwei voll ausgebildeten Beinpaaren durchs Wasser - die Hinterbeine entwickelten sich nicht erst später an Land
    KURZNACHRICHT:

    Neue Erkenntnisse über den Tiktaalik, der 2004 gefunden und 2006 beschrieben wurde, und der als Bindeglied zwischen Fisch und Amphibie gilt:

    Lange Zeit wurde vermutet, dass sich die ersten Fische mit kräftigen Vorderflossen über das Land robbten, bis sich schließlich auch die Hinterextremitäten ausgebildet haben.

    Neue Funde vom Tiktaalik zeigen aber, dass dieser Fisch auch schon kräftige Hinterflossen besaß und wahrscheinlich mit zwei Flossenpaaren durch das Wasser paddelte. Insofern werden nicht erst die Landtiere die zwei Beinpaare ausgebildet haben, sondern schon im Vorfeld deren Vorfahren im Wasser...

    11.01.2014

    Gigantismus der Sauropoden weiterhin Gegenstand von Studien - PLOS ONE veröffentlichte nun eine Zusammenfassung von 14 Studien zu diesem Thema
    KURZNACHRICHT:

    Für alle, die sich für Sauropoden interessieren, bietet das Journal "PLOS ONE" eine Zusammenfassung von 14 Studien an, die sich alle mit dem Gigantismus der Sauropoden befassen.

    Unter anderem konnte eine deutsche Wissenschaftlerin nachweisen, dass die durchschnittliche Körpertemperatur von Sauropoden bei 28 Grad Celsius lag und sich auch mit zunehmendem Gewicht nicht gravierend erhöhte. Somit hat sie die Annahme widerlegt, nach der das Größenwachstum der Sauropden durch Überhitzungsgefahr begrenzt gewesen sei.

    Ein Team anderer deutscher Wissenschaftler hat den Nachweis erbracht, dass die Knochen der Sauropoden in Dichte und Aufbau zwar denen der heutigen Säugetiere glichen, man aber dennoch dadurch nicht auf Warmblütigkeit der Tiere schließen dürfte, da eine ähnliche Belastung der Knochen auch eine ähnliche Entwicklung nach sich zöge.

    Darüberhinaus konnten die deutschen Forscher aufzeigen, dass sich das Fortpflanzungsverhalten der Sauropoden nicht groß von heutigen Reptilien unterschied: Sie legten vermutlich im Jahr zwischen 200 und 400 Eier, was der Gesamteizahl heutiger Echsen gleichkäme. (Die Gesamteizahl von Theropoden hingegen hätte eher der moderner Vögel geähnelt, so die Forscher.)

    10.01.2014

    "Versehentlicher" Ichthyosaurier-Fund bei Bayreuth
    KURZNACHRICHT:

    Bei Bayreuth waren Forscher in einer Tongrube unterwegs, einer Belemniten-Schlachtfeldspur (Kopffüßer) zu folgen, als der Baggerfahrer aus Versehen in entgegengesetzter Richtung eine Ladung Ton aushob.

    Dabei entdeckten die Forscher viele Knochen eines bis zu 10 Meter langen, 180 Millionen Jahren alten Fischsauriers, der jetzt präpariert und zusammengesetzt wird. Wo anschließend das fertig zusammengesetzte Skelett unterkommt, wissen die Forscher noch nicht - das Museum hat keinen Platz mehr....

    09.01.2014

    Dunkle Pigmentfunde bei drei Meeressaurier-Arten: Ichthyosaurier waren möglicherweise komplett dunkel gefärbt, Mosasaurier und Eosphargis (Meeresschildkröte) hatten vermutlich helle Bäuche und dunkle Rücken
    KURZNACHRICHT:

    Bei der Untersuchung von drei unterschiedlichen Meeresreptilien aus dem Mesozoikum bzw. dem frühen Känozoikum wurden hauptsächlich dunkle Pigmentstoffe gefunden.

    Wahrscheinlich gab es ganz dunkle Ichthyosaurier, wohingegen Mosasaurier und Schildkröten möglicherweise von oben dunkel und von unten hell gefärbt waren. Die Forscher sehen darin einen evolutionären Vorteil...

    05.01.2014

    Biochemikerin äußert Möglichkeit, moderne Vögel so zu "de-evolutionieren", dass Dinosaurier entstünden
    KURZNACHRICHT:

    Eine englische Biochemikerin hat erneut die Theorie aufgeworfen, Vögel so genetisch "umzuprogrammieren", quasi zu "de-evolutionieren", dass aus ihnen wieder Dinosaurier entstünden. Man müsse nur, so die Wissenschaftlerin, die ehemals stillgelegten Gene, die aus den Dinosauriern Vögel gemacht haben, nach und nach wieder aktivieren.

    Allerdings, so wendet sie selbst ein, müsse man im Vorfeld ethische Fragen klären. Auch die parktischen Hindernisse seien nicht zu unterschätzen, da bisher niemand die vollständige DNA-Sequenz eines Dinosauriers hätte analysieren können und somit nicht bekannt sei, in welche Richtung man die DNA de-evolutionieren müsse.

    Zudem dürfe man auch nicht außer Acht lassen, welchen Einfluss die reaktivierten ausgestorbenen Tiere auf die bestehende Fauna und Flora hätten.

    02.01.2014

    Dinosaurier doch Vorfahren der Vögel? − "Hand-Argument" der Gegner widerlegt? Ob Vögel von einem Zweig der Dinosaurier abstammen oder nicht, ist nach wie vor nicht hundertprozentig geklärt. Theorie-Gegner argumentieren häufig damit, dass sich die reduzierten Hände von Dinosauriern und Vögeln unterscheiden: Während sich bei den Dinosauriern der Daumen, der Zeige- und der Mittelfinger erhalten hätten, wären bei den Vögeln der Zeige-, der Mittel- und der Ringfinger übrig geblieben. (s. Nachricht von Okt. 2005)

    Dieses Argument setzt ein Forscherteam um Daniel Capek vom Institute of Science and Technology in Wien nach einer Studie über das für die Handentwicklung im Embryonalstadium wichtige aktive Protein namens "Sonic Hedgehog" nun außer Kraft.

    Das Protein verteilt sich in unterschiedlicher Konzentration während der Handentwicklung auf der Handfläche: Am stärksten ist es an der Handaußenseite konzentriert, am schwächsten an der Handinnenseite. An der Stelle, an der das Protein am wenigsten vorkommt, bildet sich schließlich der Daumen aus, so Capek und Kollegen.

    Capek geht nun von einem theoretischen Entwicklungsmodell aus: Angenommen, es gäbe einen vierfingrigen Dinosaurier, der den eigentlichen Daumen nicht mehr ausbildet. Dann würde an der Stelle, an der am wenigsten "Sonic Hedgehog" vorhanden wäre, ein Finger so umgebildet, dass er wie ein Daumen aussähe. Doch obwohl dieser Finger zwar die Gestalt eines Daumens hätte, wäre er dennoch der Zeigefinger, so Capek.

    Aus diesem Grund sähen die Finger von Archaeopteryx und seinen Vorfahren so aus, als hätten sich der Daumen, der Zeige- und der Mittelfinger erhalten, obwohl es sich eigentlich um Zeige-, Mittel- und Ringfinger handeln würde.

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    Nachrichten aus dem Jahr 2013


    12.12.2013

    Besonders gut erhaltenes Fossil eines Edmontosaurus mit Haut und Weichgewebeabdruck weist auf "Hahnenkamm" hin − Erlikosaurus besaß Vorgelschnabel
    KURZNACHRICHT:

    In der kanadischen Provinz Alberta haben Forscher ein außergewöhnlich gut erhaltenes Dinosaurierfossil ausgegraben: Es stammt von einem Edmontosaurus regalis und weist neben Knochen auch noch Haut - und Gewebespuren auf.

    Beim Präparieren des Kopfes fanden die Forscher Hinweise auf einen Art fleischigen Kamm - ähnlich dem eines Hahnes. Da sich Weichteile normalerweise sehr schnell zersetzen, wundert es nicht, dass es bei anderen Edmontosauriern bislang keine Hinweise dafür gab.

    Die Forscher schließen indes nicht aus, dass nicht auch andere Dinosaurierarten einen solchen Kopfschmuck trugen. Wozu dieser Kopfschmuck diente, bleibt allerdings Spekulation.

    Neben dem Edmontosaurus-Fund sorgte aber auch eine Entdeckung an einem bereits 1980 in der Mongolei ausgegrabenen Therizinosaurier-Skelett für Aufsehen: Forscher konnten nachweisen, dass der Erlikosaurus entgegen der bisherigen Annahmen einen Hornschnabel trug, der denen heutiger Vögel glich. Bislang war man davon ausgegangen, dass der Schnabel erst bei den Vögeln im Zuge der Gewichtsreduzierung entwickelt wurde.

    Allerdings, so zeigt die Studie, war der primäre Grund wohl Kraft und Stabilität, denn ein Keratinschnabel ist leicht, scharf und kann nachwachsen.


    29.11.2013

    Dicynodontia: Massenhafter Koprolithenfund deutet auf gemeinsamen Kotplatz hin
    KURZNACHRICHT:

    In der argentinischen Provinz La Rioja sind Forscher auf Tausende von versteinerten Kothaufen ("Koprolithen") gestoßen, die rund 240 Millionen Jahre alt sind und wahrscheinlich von pflanzenfressenden Dicynodontia stammen, säugetierähnlichen Reptilien, die ein wenig an heute lebende Nilpferde erinnerten.

    Ob die Dicynodontia Herdentiere waren, weiß niemand. Der Fund deutet aber darauf hin, dass sie zumindest gemeinschaftlich ihre Notdurft absetzen. Möglicherweise schützte dies vor Darmparasiten und diente darüberhinaus auch der Kommunikation.

    22.11.2013

    Siats: Carcharodontosaurier-Gattung verhinderte vor 100 Millionen Jahren möglicherweise frühzeitigen Aufstieg des Tyrannosaurus Schon im Jahr 2008 fanden Forscher im Gebiet des heutigen US-Bundesstaates Utah die ersten Überreste einer großen Raubsaurierart aus der Gruppe der Carcharodontosaurier, die hier vor rund 100 Millionen Jahren gelebt hat und die jetzt vorgestellt wurde. Sie erhielt den Namen Siats meekerorum.

    Aus zwei Gründen ist dieser Fund bedeutsam: Erstens stammt dieser Raubsaurier aus einer Zeit, aus der bislang nur sehr wenige Dinosaurierfunde in Nordamerika gemacht wurden. Und zweitens wechselte zu diesem Zeitpunkt die Herrschaft der Carcharodontosaurier auf die der Tyrannosaurier über.

    Der Name "Siats" bezeichnet ein sagenhaftes menschenfressendes Ungetüm aus dem Volk der Ute, Ureinwohner, die einst in dem heutigen Fundgebiet der Siats-Knochen lebten.

    Mit neun Metern Länge und mindestens vier Tonnen Gewicht zählt dieser jugendliche Siats zu den größten Raubsauriern, die jemals in Nordamerika gefunden wurden. Er besaß starke Beine, kurze Arme und ein kräfiges Gebiss.

    Zu Lebzeiten von Siats waren die später herrschenden Tyrannosaurier noch relativ klein und kamen nur auf die Größe eines heutigen Pferdes. Das lässt die Forscher vermuten, dass die riesigen Carcharodontosaurier die Tyrannosaurier in Schach hielten und diese erst nach dem Aussterben der Carcharodontosaurier zu riesigen Raubsauriern werden und sich an die Spitze der Nahrungskette setzen konnten.

    20.11.2013

    Computertomografie und 3-D-Drucker ergeben einen Plateosaurus-Knochen aus Kunststoff
    KURZNACHRICHT:

    Im zweiten Weltkrieg sind bei einem Bombenangriff auf das Berliner Naturkundemuseum viele gelagerte Exponate von Grabungen in Nordamerika und Deutschland durcheinander geraten. Viele dieser Exponate konnte man lange Zeit nicht zuordnen, zumal sie größtenteils noch im umgebenden Stein versteckt liegen.

    Mithilfe der Computertomographie und eines 3-D-Druckers konnte nun erstmals ein in Stein feststeckendes Fossil repliziert werden, ohne dass es mühsam herausgelöst werden musste. Bei dem gescannten Knochen handelt es sich um einen ca. 210 Millionen Jahre alten Plateosaurus-Wirbel, der vor über 80 Jahren bei Halberstadt in Sachsen-Anhalt geborgen wurde.

    07.11.2013

    Lythronax: 80 Millionen Jahre alter Verwandter von Tyrannosaurus mit kurzer, schmaler Schnauze und breitem Hinterkopf entdeckt

    04.11.2013

    Wurde Tyrannosaurus rex mit dem Alter immer massiger und besetzte er während seines Lebens verschiedene ökologische Nischen?
    KURZNACHRICHT:

    Jack Horner, Kurator der Paläontologie am Museum of the Rockies in Bozeman, Montana, geht davon aus, dass Tyrannosaurus rex sein Leben lang wuchs - allerdings nicht in die Höhe, sondern ab einem gewissen Alter nur noch in die Breite.

    Dies schließt er aus dem Fund von Blutkanälen in den Außenschichten der Knochen. Da dies ein Zeichen dafür ist, dass die Knochen noch wachsen, müssen diese in ihrem Umfang zugenommen haben, vermutlich, so folgert der Wissenschaftler, um das weiterhin wachsende Gewicht tragen zu können.

    Bisher wurden die unterschiedlichen dicken Knochen bei verschiedenen Tyrannosaurus-Skeletten damit erklärt, dass es sich um Männchen und Weibchen gehandelt haben muss, also mit sexuellem Dimorphismus. Die neuen Erkenntnisse könnten aber auch auf ein unterschiedliches Alter der Tiere verweisen.

    Falls Horner mit seiner Theorie Recht hat, könnte dies eine andere Hypothese untermauern: Demnach hätte ein Tyrannosaurus rex im Verlaufe seines Lebens verschiedene ökologische Nischen besetzt - zum einen, um der Konkurrenz mit den älteren Tieren aus dem Weg zu gehen, zum anderen, weil er als junges Tier wesentlich agiler war, als später im Alter.


    31.10.2013

    Argentinosaurus: Computersimulation ergibt eine Schnelligkeit von sieben Kilometern die Stunde bei eingeschränkten Gelenkbewegungen

    25.10.2013

    Zusammenfassung aus der Forschung:Tyrannosaurus: Stammbaum-Fragen und bisherige Annahmen über das Aussehen
    KURZNACHRICHT:

    Bislang gibt es keine Hinweise auf die Stammbaumm-Wurzeln des Tyrannosaurus rex. Zwar wurden in den letzten Jahren immer wieder Funde von Tyrannosaurus-Verwandten vor allem im heutigen China gemacht, aber nach wie vor klaffen große Lücken in der Entwicklungslinie dieses Raubsauriers.

    Forscher vermuten, dass er sich aus unscheinbaren, kleinen, mit Protofedern besetzten Raubsauriern des Juras entwickelte, eine Zeitlang neben dem im Jura herrschenden Superprädator Allosaurus gleichrangig existierte und schließlich in der oberen Kreidezeit den Allosaurus verrängt und die Spitze der Nahrungskette eingenommen hat.

    Auch zur Entwicklung des einzelnen Tyrannosaurus sind noch viele Fragen offen. Bislang wurden noch keine jugendlichen Tyrannosaurier entdeckt, die eindeutig dem Tyrannosaurus rex zugeordnet werden konnte. Ein anderer, 1988 entdeckter Saurier aus der Tyrannosaurier-Gruppe steht zwar in Verdacht, möglicherweise die Jugendform des Tyrannosaurus rex zu sein, der Nanotyrannus, zumal bislang von dieser Spezies ausschließlich Jungtiere gefunden wurden, doch gibt es teilweise so gravierende Unterschiede im Bereich des Schädels (ungewöhnliche Einbuchtungen, zu eng sitzende Zähne), dass nicht jeder Forscher mit dieser Deutung einverstanden ist.

    So lange es weder Funde eindeutig juveniler Tyrannosaurus rex-Skelette noch Überreste eindeutig ausgewachsener Nanotyrannus-Individuen gibt, wird sich die Diskussion um die Zusammengehörigkeit dieser beiden Dinosaurier-Gattungen auch wohl nicht beilegen lassen.

    Ein weiteres Geheimnis ist bislang, ob der T.rex Federn besessen hat oder nicht. Bei vielen Verwandten von ihm wurde ein primitives Federkleid nachgewiesen. Allerdings handelt es sich bei diesen Verwandten um Dinosaurier, die wesentlich früher unter anderen klimatischen Umständen gelebt haben und die viel kleiner waren als der am Ende stehende Tyrannosaurus rex.

    Viele Forscher gehen inzwischen davon aus, dass Tyrannosaurus rex zumindest Schmuckfedern oder ein ganz einfaches Federkleid aus haarigen Protofedern trug. Aber auch mit dieser Schlussfolgerung sind nicht alle Wissenschaftler einverstanden: Zum einen gäbe es durchaus Funde von dem T.rex nahe stehenden Arten, deren Hautüberreste gegen eine Befiederung sprächen, zum anderen hätte bisher kein T.rex-Fund Hinweise auf eine Befiederung jeglicher Art geliefert.

    Und als letztes noch offenes Rätsel gilt die Frage nach der Bedeutung der im Vergleich winzigen Ärmchen. Da die verkümmert wirkenden Arme noch Ansätze von Muskulatur aufwiesen, mussten sie zu irgendeinem Zweck eingesetzt worden sein. Doch bisher tappen die Forscher hierbei noch weitestgehend im Dumkeln.

    Während einige Forscher meinen, die Arme hätten möglicherweise bei der Jagd eine Rolle gespielt, sind andere Wissenschaftler der Ansicht, dass die Arme dazu viel zu schwach ausgebildet waren und lediglich der Zurschaustellung bei Partnerwerbung oder Rivalitätskämpfen dienten. Falls jemals Federn beim T.rex gefunden werden sollten, könnten diese die zuletzt genannte Vermutung untermauern.

    22.10.2013

    Parasaurolophus: Vollständiges Fossil eines Baby-Dinos enthüllt "Tröte" statt "Basslautsprecher" Ein im Jahr 2009 vom Schüler Kevin Terris entdecktes Fossils eines Parasaurolophus-Babys, das den Spitznamen "Joe" erhielt, bringt neue Erkenntnisse über die Entwicklung dieser Hadrosaurier-Gattung.

    Bislang waren nur unvollständige Skelette erwachsener Individuen von Parasaurolophus, einer Hadrosauriergattung, die in der späten Kreidezeit im Gebiet der heutigen USA und des heutigen Kanadas lebte, gefunden worden, keine Jungtiere. Daher waren bisher kaum Aussagen über die Entwicklung dieser Hadrosaurier-Gattung möglich.

    Dies änderte jetzt der Fund eines ca. 1,80 Meter langen, vollständigen Parasaurolophus-Baby-Fossils im US-Bundesstaat Utah. Demnach besaßen schon die Kleinsten der Gattung Parasaurolophus einen hohlen Knochenbuckel auf dem Schädel, der sich bis zum Erwachsenenstadium zu einem etwa einen Meter langen Knochenkamm entwickelte.

    Die Forscher gehen davon aus, dass dieser Knochenkamm neben dem Imponierverhalten und möglicherweise dem Temperaturausgleich auch der Kommunikation diente, indem mithilfe dieses hohlen Horns tiefe Basstöne erzeugt werden konnten.

    Computerscanns des Parasaurolophus-Babyschädels legen die Vermutung nahe, dass auch die Jungtiere schon Töne erzeugen konnte, die vermutlich aber höher und quäkender klangen als die Töne der Alttiere. Andrew Farke vom Raymond Alf Museum for Paleontology im kalifornischen Claremont meint daher: "Wo die Erwachsenen Basslautsprecher besaßen, hatte das Jungtiere eher eine Tröte."

    Dass dieser nicht einmal ein Jahr alte Hadrosaurier, was die Knochenanalyse zeigte, schon einen Knochenbuckel auf dem Kopf trägt, macht ihn zu etwas Besonderem, denn bisherige Funde anderer Hadrosaurier-Gattungen zeigten, dass sich die Kämme erst in der Pubertät zu entwickeln begannen. Daher vermutet Farke, dass der Knochenkamm bei Parasaurolophus so komplex war, dass eine frühzeitige Entwicklung nötig war, um diesen voll ausbilden zu können.

    Link zur Informations-Seite: Joe, The Dinosaur

    01.10.2013

    Fossile Blütenpflanzen-Pollen in Gesteinen aus der Trias entdeckt

    27.09.2013

    Xinjiangtitan: 170 Millionen Jahre alter, möglicherweise 30 Meter langer Sauropode in China entdeckt

    25.09.2013

    Stuttgart: Kieferknochen einer 5 bis 10 Zentimeter langen, 240 Millinoen Jahre alten Brückenechse gefunden

    25.09.2013

    Entelognathus: Panzerfisch überraschenderweise mit Kieferknochen wie bei Knochenfischen

    21.09.2013

    Microraptor-Experiment: Zum Fliegen reicht eine große Flugfläche aus, besonders ausgeprägte Schwungfedern haben nur Auswirkung auf Schnelligkeit Ein Wissenschaftlerteam um Gareth Dyke und Roeland de Kat von der Universität Southampton hat die Flugfähigkeit des Microraptors anhand eines nachgebauten lebensgroßen Modells im Windkanal getestet und ist zu der Schlussfolgerung gelangt, dass das noch nicht so ausgefeilte Gefieder des Microraptors und anderer vogelähnlicher Dinosaurier durchaus dazu ausreichte, einen respektablen Gleitflug zu erreichen.

    Heutige Vögel besitzen an den Flügeln spezialisierte Formfedern, die eine vollkommen optimierte Flugfläche bilden und es ihnen erlauben, diverse Flugmanöver durchzuführen. Die vogelähnlichen Dinosaurier besaßen diese Vollkommenheit noch nicht. Daher war lange Zeit nicht bekannt, inwieweit das frühe Federkleid überhaupt einen aktiven Flug ermöglichte.

    Microraptor besaß neben den gefiederten Vordergliedmaßen auch an den Beinen sowie am Schwanzende tragfähige Formfeder-Flächen, was ihn zu einem wahrscheinlich eher langsamen, aber recht guten Gleitflieger machte. Dabei war weniger die Form der Feder von Bedeutung als viel mehr die Größe der tragfähigen Flugfläche, fanden die Forscher heraus.

    12.09.2013

    Enttäuschung für "Jurrasic Park"-Fans: In Bernstein eingeschlossene Insekten enthalten keine Erbsubstanz!

    11.09.2013

    Mosasaurier schwammen mit hypocerker Schwanzflosse wie Haie

    16.08.2013

    Sauropoden: Hals aufgrund Muskel- und Knorpelgewebe nicht so gelenkig wie gedacht

    07.08.2013

    Arboroharamiya und Megaconus: Zwei 165 Millionen Jahre alte Säugerfossilien entfachen Debatte über Entstehung der Säugetiere


    31.07.2013

    Maniraptora besaßen größeres Vorderhirn, Kleinhirn und optische Zentren als Archaeopteryx Ein Forscherteam um Amy Balanoff vom American Museum of Natural History in New York hat Hirnscans von verschiedenen Urvögeln, den Vögeln nahe stehenden Dinosauriern und heutigen Vögeln durchgeführt, um zu überprüfen, wie das Verhältnis von Körper- zur Hirnmasse und die Verteilung der einzelnen Hirnregionen aussehen. Dabei ist es zu folgendem Ergebnis gelangt:

    Archaeopteryx, der lange Zeit als Bindeglied zwischen Dinosaurier und Vögel galt, besaß zwar ein Hirnvolumen, dass größer als das der meisten Dinosaurier war, obwohl es noch nicht das Hirnvolumen eines modernen Vogels erreichte, es gab aber viele vogelähnliche Dinosaurier wie die Maniraptora, die zwar mit den Vögeln verwandt, aber nicht zu deren direkten Vorfahren gehören, die das Hirnvolumen des Archaeopteryx noch übertrafen.

    Auch die für die Vögel wichten Hinrbereiche wie Vorderhirn, Kleinhirn und optische Zentren sind bei einigen Maniraptora näher an denen der Vögel entwickelt als die Hirnbereiche des Archaeopteryx. Somit verliert der Archaeopteryx seinen Sonderstatus als besonders vogelähnlicher Saurier.

    Die Forscher gehen davon aus, dass die für die Vögel typische Hirnaufteilung schon bei den vogelähnlichen Dinosauriern einsetzte und für alle Theropoden gilt, und dass die Flugfähigkeit sich nicht allein auf Vögel beschränkte. Das untermauert die Theorie, dass auch Microraptor gui und Anchiornis huxley schon zu kurzen Gleitflügen fähig waren.

    26.07.2013

    Ankylosaurier: Panzerung führte zur vorübergehender Osteoporose und weist auf Warmblütigkeit hin
    KURZNACHRICHT:

    Deutsche Forscher haben die Beinknochen zahlreicher Ankylosaurier untersucht und dabei festgestellt, dass diese zum Teil aus so genannten Sekundärknochen bestehen, die sich in der Jugend der Tiere gebildet hatten. Für Dinosaurier bzw. allgemein für Reptilien ist so ein Knochenumbau extrem ungewöhnlich. Daher vermuten die Forscher, dass die Ankylosaurier zum Bau ihrer festen Panzerung auf Reserven ihres eigenen Skeletts zurück griffen.

    Für die Ausbildung der für die Ankylosaurier typischen Panzerung, die in den ersten Lebensjahren gebildet wurde und nicht schon beim Schlüpfen vorhanden war, benötigte der junge Ankylosaurier extrem viel Kalzium und Phosphor. Dieses entzog er, wie die Forscher vermuten, seinen Knochen, so dass die junge Panzerechse vorübergehend unter Osteoporose litt.

    Für gewöhnlich sind Sekundärknochen sehr instabil und brechen leicht. Beim Umbau der Knochen wurde aber bei den Ankylosauriern Bindegewebsfasern mit eingebaut, was den Knochen zu neuer Stabilität verhalf.

    Den Umbaus der Knochen, der bei wechselwarmen Tiere kaum auftritt, deuten die Forscher als Hinweis darauf, dass Ankylosaurier warmblütige Tiere waren.

    24.07.2013

    Zusammenhängendes Stück Schwanz eines 72 Millionen Jahre alten Lambeosauriers in Mexiko geborgen

    18.07.2013

    Diplodocus und Camarasaurus: Sehr häufiger Zahnwechsel kann Rückschlüsse auf Fressgewohnheiten liefern

    17.07.2013

    Nasutoceratops: 76 Millionen Jahre alter, fünf Meter langer und 2,5 Tonnen schwerer Ceratopsier besaß kurze, breite Nase und Kuh-Hörner

    15.07.2013

    Abgebrochener Zahn in den Schwanzwirbeln eines Hadrosauriers spricht angeblich für aktive Jagd des Tyrannosaurus rex Ein Forscherteam um Robert DePalma vom Palm Beach Museum of Natural History in Fort Lauderdale und David Burnham von der Universität Kansas hat in zwei Schwanzwirbeln eines erwachsenen Hadrosauriers den abgebrochenen Zahn eines jungen Tyrannosauriers entdeckt, der dort feststeckte. Knochenwucherungen über dem Zahn zeigen, dass der angegriffene Pflanzenfresser den Biss des Tyrannosaurus noch längere Zeit überlebt haben muss. "Das ist ein unzweifelhafter Beweis dafür, dass T.rex ein aktiver Räuber war", erklärt DePalma und dass er nicht ausschließlich von Aas lebte, wie schon häufiger behauptet, obwohl er dieses sicherlich auch nicht verschmäht hat.

    Dass die Beute dem Angriff des Tyrannosaurus anscheinend entgehen konnte, hat keinen Einfluss auf die Anerkennung des aktiven Jägers: "Heutige Landraubtiere wie Koyoten und Löwen scheitern auch in 45 bis 62 Prozent ihrer Angriffe", erläutern die Forscher.

    Außer dem Hinweis auf die aktive Jagd hält der Fund des im Schwanzwirbel steckenden Tyrannosaurus-Zahns noch Aussagen zur Jagdtechnik bereit: Wahrscheinlich verfolgte der junge Tyrannosaurus rex seine Beute und griff von hinten an.

    Nicht alle Wissenschaftler sind von dieser Schlussfolgerung überzeugt. Der Paläontologe Jack Horner vom Museum of the Rockies in Bozeman im US-Staat Montana ist nach wie vor der Meinung, dass das Jagdverhalten eines Tyrannosauriers eher dem der heutigen Hyäne entspricht und nicht dem der heutigen Löwen. Er meint: Die Studie "entkräftet keineswegs unsere Theorie, dass der T.rex ein opportunistischer Fleischfresser wie die Hyäne war. Sie zeigt nur, dass ein Tyrannosaurus einen Hadrosaurus gebissen hat." Schließlich sei nicht geklärt, wie und unter welchen Umständen der Biss zustande gekommen sei.


    28.06.2013

    Psittacosaurus: Bis zu drei Jahren blieben sie im Nestverband und wurden dann Einzelgänger − liefen in jungen Jahren auf vier, später auf zwei Beinen

    22.06.2013

    Studie zeigt: Pachycephalosaurier kämpften doch mit den Köpfen

    13.06.2013

    Ichnotherium: Hobby-Paläontologe findet 316 Millionen Jahre alte Fußabdrücke eines reptilomorphen Amphibiums bei Bochum und damit die bislang älteste Saurierfährte Deutschlands

    12.06.2013

    Röntgentechnik weist auf buntes Federkleid bei Archaeopteryx hin: helle Federmitte, dunkler Rand und Spitze Ein internationales Forscherteam um Philip Manning von der Universität in Manchester hat mit Hilfe von Röntgenstrahlen das versteinerte Gefieder des Archaeopteryx untersucht und ist dabei auf Metallspuren gestoßen, die auf helle Bereiche in der Federmitte und auf dunkle Bereich am Rand sowie an den Spitzen hindeuten. Um welche Farben es sich genau handelt, konnten die Wissenschaftler anhand der Ergebnisse jedoch nicht sagen.

    In einer früheren Untersuchung einer einzelnen Archaeopteryx-Feder waren schon Melaninpigmente aufgefallen, die für eine schwarze Färbung sprachen.


    30.05.2013

    Aurornis xui: Neuer Urvogel-Fund aus China spricht für die Wieder-Einordnung des Archaeopteryx als Vogel-Vorfahr Ein Forscherteam um Pascal Godefroid vom Königlich Belgischen Institut für Naturkunde in Brüssel hat ein neu entdecktes,160 Millionen Jahre altes, 50 Zentimeter großes vollständiges Fossil aus China untersucht, die Merkmale mit einer Datenbank verglichen und ist zu dem Schluss gekommen, dass es sich bei diesem Fossil um die Überreste des bislang frühesten Urvogels handelt, der stammesgeschichtlichen am Beginn der modernen Vögel steht. Daher erhielt der neu entdeckte Vogel-Saurier den Namen Aurornis xui, übersetzt "Vogel der Morgendämmerung".

    "Gleichzeitig bestätigt unsere Auswertung den Status des Archaeopteryx als echter Urvogel und Mitglied der Avialae", erklärt Godefroid. Somit wird der 150 Millionen Jahre alte Archaeopteryx, der nach dem Fund eines anderen in China entdeckten, 155 Millionen Jahre alten Fossils mit Namen Xiaotingia zheng aus der Gruppe der direkten Vogelvorfahren aussortiert wurde, wieder in die Stammesgeschichte aufgenommen.

    Aber auch Xiaotingia erhält durch die Auswertung des neuen Fossils den Status eines "echten" Vogelvorfahren.

    Die Forscher gehen davon aus, dass es im heutigen Asien bereits vor 160 Millionen Jahren eine erstaunliche Vielfalt unter den Vögeln gegeben haben muss. "Da die ersten Archaeopteryx-Fossilien in Deutschland gefunden wurden, müssen diese frühen Urvögel bis zum Ende des Jurazeitalters sogar schon über weite Teile Eurasiens verbreitet gewesen sein", so die Forscher.

    26.05.2013

    77 Millionen Jahre alter, 1,60 Meter langer, 16 Kilogramm schwerer, wendiger Albertadromeus ist der bislang kleinste pflanzenfressende Dinosaurier Kanadas
    KURZNACHRICHT:

    Im Südosten der kanadischen Provinz Alberta wurden in rund 77 Millionen Jahre alten Gesteinsschichten die Überreste eines pflanzenfressenden Dinosauriers aus der Gruppe der Ornithopoden entdeckt, der den Namen Alberadromeus syntarsus erhielt.

    Nach der Analyse der gefundenen Knochen, zu denen Rücken- und Schwanzwirbel, Bein- und Fußknochen gehörten, schließen die Forscher auf einen schnellen und wendigen Läufer von 1,60 Metern Länge und 16 Kilogramm Gewicht. Damit ist es der bisher kleinste pflanzenfressende Dinosaurier, der jemals in Kanada gefunden wurde.

    23.05.2013

    Abelisaurier: Fund aus der Jurazeit gibt Aufschluss über die Entwicklung der kurzen Arme

    21.05.2013

    Neue Erkenntnisse aufgrund Computersimulationen: Allosaurus stieß zu wie ein Falke, Tyrannosaurus rex schüttelte seine Beute Ein Wissenschaftlerteam um den Paläontologen Eric Snively von der Ohio University hat den Schädel von "Big Al", einem 1991 entdeckten Allosaurus-Skelett, mit Hilfe eines Computertomographen neu untersucht, um den Ansatz der Muskeln sowie die Dichte der Knochen zu ermitteln. Dabei hat es wesentliche Unterschiede zum später lebenden Tyrannosaurus rex festgestellt.

    Bei einer früheren Untersuchung des T. rex-Schädels wurde festgestellt, dass der so genannte "Musculus longissimus capitis superficialis", ein bestimmter Halsmuskel, der für die Kopfbewegung bestimmend ist, beim Tyrannosaurus von der Seite des Halses bis zu einer knochigen, flügelartigen Struktur am hinteren äußeren Ende des Schädels führt, was eine Wirkung erzielt, die der Zügel bei einem Pferd gleichkommt: Ziehen sich die beiden Muskeln abwechselnd zusammen, führt das zu einer schnellen rechts-links-Bewegung. Ziehen sich beide Muskeln gleichzeitig zusammen, wird der Kopf des Tyrannosaurus in einer geraden Bewegung nach hinten gezogen.

    Beim Allosaurus setzte der Halsmuskel viel weiter unten am Schädel an, was zu mehr Beweglichkeit führte. Somit war er in der Lage wie ein Falke seinen Kopf tief in die Beute hineinzustoßen und mit einer ruckartigen Bewegung gerade wieder herauszuziehen. Durch die leichtere Bauweise seines Schädels war er zudem wendiger als Tyrannosaurus rex: Während Allosaurus aus einer rechts-links-Bewegung heraus direkt zustoßen konnte, verhinderte die schwere Schädelmasse des Tyrannosaurus rex eine solch flexible Bewegung durch das Trägheitsmoment.

    Die Bauweise des Schädels hatte aber auch direkten Einfluss auf die Kraft, mit der der Saurier seine Beute zerreißen konnte: Tyrannosaurus rex benötigte lediglich seine starken Kopf- und Halsmuskeln, um Fleisch aus dem Kadaver zu reißen, Allosaurus hingegen musste den gesamten Körper einsetzen, damit er die nötige Kraft aufbrachte.

    21.05.2013

    Gronausaurus: Vor 101 Jahren beschriebener, 138 Millionen Jahre alter, drei Meter langer Plesiosaurus als neue Art entdeckt und nach seinem Fundort Gronau in Nordrhein-Westfalen neu benannt

    16.05.2013

    Kootenichela deppi: 500 Millionen Jahre alter, vier Zentimeter langer Hummer-Vorfahr nach dem Schauspieler Johnny Depp und seiner Filmrolle "Edward mit den Scherenhänden" benannt

    15.05.2013

    Acrotholus: : 85 Millionen Jahre alter, 1,80 Meter langer und rund 40 Kilogramm schwerer Pachycephalosaurier in Kanada entdeckt

    09.05.2013

    Aorun: Jungtier einer neuen 161 Millionen Jahre alten Coelurosaurier-Art in China entdeckt

    02.05.2013

    Student identifiziert möglicherweise neue Sauropodenart aus Mecklenburg-Vorpommern

    26.04.2013

    Langobardisaurus: Fünftes gut erhaltenes Exemplar des 210 Millionen Jahres alten Protorosauriers im Archivschrank der Innsbrucker Universität entdeckt

    24.04.2013

    Troodon: Eier deuten auf offenes Gelege hin und wurden vermutlich von den Eltern bebrütet

    23.04.2013

    Microraptor gui: Neben frühen Vögeln und urtümlichen Säugern gehörten auch Fische zu seinem Nahrungsspektrum

    19.04.2013

    Dahalokely: 90 Millionen Jahre alter, 3,5 Meter langer, fleischfressender Dinosaurier auf Madagascar entdeckt

    17.04.2013

    Latimeria: Quastenflosser-Erbgut bestätigt Nähe zu Tetrapoden

    10.04.2013

    Thalattoarchon: 8,60 Meter langer Ichthyosaurier machte vor 244 Millionen Jahren Jagd auf andere Fischechsen

    10.04.2013

    Lufengosaurus: Fund aus der Jurazeit gibt Hinweis auf starke Bewegungen von Dinosaurier-Embryonen in ihren Eiern

    01.04.2013

    Leninia: 125 Millionen Jahre alter Ichthyosaurier nach Sowjetunions-Gründer Lenin benannt

    22.03.2013

    Das vierte der "Big Five"-Massensterben der Erdgeschichte wahrscheinlich aufgrund verstärkten Vulkanismus

    20.03.2013

    Vectidraco daisymorrisae: 115 Millionen Jahre alter Flugsaurier wird nach 9-jähriger Finderin benannt

    18.03.2013

    Jeholornis und zwei andere Urvögel: Verloren die Dinosaurier auf ihrem Weg zum Vogel einen Eierstock?

    03.03.2013

    Zusammenfassung aus der Forschung: Farbpigmente in Seelilien und bei den Urvögeln Archaeopteryx, Confuciusornis und Microraptor sowie angebliche Blutrückstände bei Tyrannosaurus rex

    27.02.2013

    Helicoprion: Zahnspirale saß wahrscheinlich weiter hinten im Rachen nahe des Kiefergelenks und zermalmte weiche Beute

    22.02.2013

    Strudiella: "Ältestes fossiles Insekt" entpuppt sich als fossiler Kleinkrebs

    20.02.2013

    200 Kilometer großer Krater in Australien entdeckt: Schlug am Ende des Devon ein 10 bis 20 Kilometer großer Meteorit auf der Erde ein und verursachte ein Massensterben?

    08.02.2013

    Meteoriten-Einschlag auf der Yukatan-Halbinsel nur 33.000 Jahre vor Aussterben der Dinosaurier − Ursache geklärt?
    KURZNACHRICHT:

    Nach neuester Isotopen-Berechnung mit Hilfe von Uran, Blei und Argon, lagen der Asteroideneinschlag auf die Halbinsel Yucatan und das Massenaussterben am Ende der Kreidezeit zeitlich nahe beieinander. Nach den Ergebnissen zu schließen, fiel der Himmelskörper rund 33.000 Jahre vor dem Massenausterben auf die Erde - und war somit der letzte Auslöser für das Artensterben weltweit.

    Allerdings gehen die Forscher davon aus, dass die Klimaschwankungen gegen Ende der Kreidezeit den Tieren und Pflanzen der damaligen Welt ohnehin schon sehr stark zugesetzt hatten, so dass ihnen der Asteroideneinschlag nur noch "den letzten Rest" gegeben hätte. Möglicherweise wären die Klimaschwankungen von der intensiven Vulkantätigkeit in Indien verursacht worden...

    08.02.2013

    Neuer Stammbaum der Säugetiere enthüllt: Plazentatiere entwickelten sich erst nach dem Aussterben der Dinosaurier

    30.01.2013

    Vor 123 Millionen Jahren: Bienen und Blüten unterstützten gegenseitige Evolution

    30.01.2013

    Ampelosaurus: 15 Meter Gesamtlänge, 8 Zentimeter Gehirn

    22.01.2013

    Confuciusornis: Schwanzfedern verraten das Geschlecht

    17.01.2013

    Zusammenfassung aus der Forschung: Dinosaurier und Federn

    14.01.2013

    Ichthyostega: Bisherige Rekonstruktionen falsch

    08.01.2013

    Thalattoarchon: 244 Millionen Jahre alter, 8,6 Meter langer Ichthyosaurier machte wahrscheinlich Jagd auf andere Ichthyosaurier

    07.01.2013

    Sulcavis: 125 Millionen Jahre alter Vogel besaß Furchen und Rillen im Zahnschmelz

    04.01.2013

    Stellten Oviraptorosauria bei der Balz ihre Schwänze auf wie heutige Pfauen?

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    Nachrichten aus dem Jahr 2012


    27.12.2012

    Potsdam plant einen Dinopark

    15.12.2012

    Kaatedocus: 12 bis 14 Meter langer Sauropode vor 20 Jahren ausgegraben - jetzt als neue Art beschrieben

    13.12.2012

    Gab es im Ediacarium schon Landlebewesen?

    11.12.2012

    Eine Echse namens Obamadon und warum die Dinosaurier ausstarben

    05.12.2012

    Nyasasaurus: Lebten Dinosaurier schon vor 243 Millionen Jahren?

    03.12.2012

    Genetische Studien: Intelligenz entwickelte sich durch Genunfall − Vervielfältigung des Dlg-Gen vor 550 Millionen Jahren


    21.11.2012

    Archaeopteryx und Anchiornis: Flügelbau spricht für "Top down"-Theorie Ein internationales Forscherteam um Nicholas Longrich von der Yale University hat die Federstrukturen bei Archaeopteryx und Anchiornis untersucht und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Flügel anders als bei heutigen Vögeln aufgebaut waren.

    Heutige Vögel besitzen lange, stabile Federn an den Vordergliedmaßen, die nur an der Basis von kurzen Deckfedern überdeckt werden. Das ermöglicht ihnen, die Federn gezielt zu spreizen oder schräg zu stellen, um ohne viel Kraftaufwand effizient fliegen zu können.

    Die frühen vogelähnlichen Dinosaurier wie Archaeopteryx und Anchiornis hatten hingegen noch nicht diese unterschiedlichen Federn. Sie scheinen nur Federn der gleichen Länge besessen zu haben, die in mehreren Schichten übereinander lagen. Während die Schwungfedern von Archaeopteryx durch gleichlange Deckfedern überdeckt waren, besaß Anchiornis lediglich zahllose einfache, bandförmige Federn, die eine dichte Decke bildeten.

    Dies führte zwar zu tragfähigen Flügeln, die ein Gleiten vom Baum herab ermöglicht hätten, aber für einen Start vom Boden aus sowie einem Fliegen in langsamen Tempo unbrauchbar gewesen wären, da kein Spreizen oder Schrägstellen der Federn möglich war, schlussfolgern die Forscher.

    08.11.2012

    Quetzalcoatlus: Flugstart möglicherweise mit heutigen Albatrossen vergleichbar

    08.11.2012

    Xenoceratops: 6 Meter lang, 2 Tonnen schwer - 1958 gefunden, jetzt als neue Art klassifiziert

    05.11.2012

    Statistische Anlysen zeigen: Theropoden hatten ein Größenlimit, Sauropoden hingegen nicht - höchstens ein physikalisches

    02.11.2012

    Annemys: Rund 1800 Schildkröten aus der Jurazeit in einem Massengrab in China entdeckt

    31.10.2012

    Oenosaurus: Brückenechse aus dem Jura zeigt spezielle Bezahnung, die auf das Knacken hartschaliger Nahrung deutet

    31.10.2012

    Potanichthys: 240 Millionen Jahre alter fliegender Fisch in China entdeckt

    26.10.2012

    Fossile Zahnspuren zeigen: Tyrannosaurus rex riss Triceratops den Kopf ab, um an das Nackenfleisch zu kommen Ein Forscherteam um Denver Fowler vom Museum of the Rockies in Montana hat die Bissspuren an 18 Triceratops-Skeletten untersucht und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Tyrannosaurus rex vermutlich so lange am Schädel des Triceratops zerrte, bis dieser sich vom Rumpf löste und das Nackenfleich freigab.

    Ob Tyrannosaurus rex den Triceratops jedoch vorher erbeutete oder ob er einen gefundenen Kadaver auf diese Weise zerlegte, konnte anhand der Bissspuren nicht festgestellt werden.

    Fest scheint aber zu stehen, dass Tyrannosaurus rex das Nackenfleisch des Triceratops bevorzugte und sich anschließend auch über dessen Gesichtsmuskulatur hermachte. Zumindest lassen darauf die gefundenen Bissspuren am Nackenschild und Triceratops-Schädel schließen.

    25.10.2012

    Ornithomimus: Federkleid diente vermutlich der Balz

    18.10.2012

    Florida: 38jähriger Mann wegen illegalen Schmuggels von Dinosaurier-Knochen festgenommen

    17.10.2012

    Placoderm: Panzerfisch war das erste Wirbeltier mit Kiefern und Zähnen

    10.10.2012

    100 Millionen Jahrer alter Spinnenangriff auf Wespe in Bernstein konserviert

    03.10.2012

    Pegomastax: 61 Zentimeter langer, stacheliger Heterodontosaurier mit Papageienschnabel und Vampirzähnen

    21.09.2012

    Mosasaurus-Fund in den Niederlanden

    13.09.2012

    Neuer Mammutfund fördert spekulative Hoffnung auf Klonen

    29.08.2012

    Confuciusornis- und Sinornithosaurus-Überreste im Magen von Sinocalliopteryx

    28.08.2012

    Untersuchung des Innenohrs von Dysalotosaurus: Hörfähigkeit mit heutigen Straußen vergleichbar - seitliche Bewegung wichtiger als Kopfnicken

    28.08.2012

    Gallmilben und Insekten-Überreste in 230 Millionen Jahre altem Bernstein gefunden

    25.08.2012

    Atsinganosaurus: 75 Millionen Jahre alter Titanosaurier in Frankreich gefunden

    24.08.2012

    Unbekannter, vollständig erhaltener, langgliedriger Flugsaurier aus dem Jura in Wattendorfer Plattenkalke entdeckt

    17.08.2012

    Deutscher Forscher vermutet: Ursaurier legten lederschalige Eier, daher keine Ei-Fossilienfunde aus dem Paläozoikum mögllich

    10.08.2012

    Unbekannter, 1,80 Meter langer Rhabdodontiden-Vorfahr sowie komplettes Skelett eines Hungarosaurus in Ungarn entdeckt

    06.08.2012

    Australischer Milliardär will Dinosaurier wieder zum Leben erwecken
    KURZNACHRICHT:

    Ein australischer Mulimilliardär hat angekündigt, auf der Insel Brisbane einen echten "Jurassic Park" bauen zu wollen, in dem in Labors gezüchtete, lebendige Dinosaurier herumlaufen, die dann von seinen Hoteltürmen oder einem Riesenrad aus bestaunt werden können. Zu diesem Zweck hat er schon, wie bekannt wurde, Kontakt zu den Schöpfern des Klonschafs "Dolly" aufgenommen.

    02.08.2012

    Fossilien aus dem Oberkarbon in Thüringen entdeckt

    02.08.2012

    Strudiella: Ältestes komplett erhaltenes Fossil einer Insektenlarve in Belgien entdeckt

    01.08.2012

    Ichthyosaurier: 7,5 Meter langer Fund aus dem Jahr 1975 jetzt erst als wissenschaftlich bedeutsam erkannt

    21.07.2012

    Geschlechtsverkehr der Dinosaurier: Viele ungeklärte Fragen

    13.07.2012

    Puentemys: 60 Millionen Jahre alte Schildkröte mit kreisrundem Panzer von 1,50 Meter Durchmesser in Südamerika entdeckt

    10.07.2012

    Bellubrunnus: 14 Zentimeter großes Langschwanzflugsaurier-Baby in Solnhofen ausgestellt

    02.07.2012

    Sciurumimus: Rund 150 Millionen Jahre alter Baby-Megalosaurus mit Protofedern in Solnhofen entdeckt In den Solnhofener Plattenkalken ist ein Hobbypaläontologe auf die Überreste eines bislang unbekannten Dinosauriers aus dem Jura-Zeitalter gestoßen. Dieser zu den Megalosauriern gehörende Dinosaurier erhielt den Namen Sciurumimus albersdoerferi (übersetzt: "Albersdörfers Eichhörnchen-Nachahmer"), was auf den mit Protofedern besetzten geschwungenen Schwanz zurückzuführen ist.

    Der Knochenbau des gefundenen Fossils, das zu 98 Prozent erhalten geblieben ist und das als der "am besten erhaltene Raubsaurier Europas" (Uni-Protokolle) gilt, weist darauf hin, dass es sich wahrscheinlich um ein frisch geschlüpftes Dinosaurier-Jungtier handelt.

    Der kleine Sciurumimus war 72 Zentimeter lang, besaß große Augen, eine kurze Schnauze und lief auf dicken, kurzen Beinden. Seine schlanken, spitzen Fangzähne lassen vermuten, dass er sich in erster Linie von Insekten und kleinen Beutetieren ernährte.

    Wenn der kleine Sciurumimus nicht schon als Baby verendet wäre, hätte er sicherlich eine Größe von sechs Metern oder mehr und ein Gewicht von einer Tonne erreichen können, vermutet Dr. Oliver Rauhut, Konservator an der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie, der die wissenschaftliche Untersuchunge des Fossils leitete. "Wir wissen von anderen Funden, dass Dinosaurier ein rasantes Wachstum hinlegen konnten", so der Paläontologe.

    Ausgewachsene Megalosaurier besaßen eine andere Art von Zähnen und machten Jagd auf große Beute wie auch auf andere Saurier. Somit veränderte sich im Zuge des Erwachsenwerdens nicht nur das Aussehen des Dinosauriers, sondern auch seine Lebensweise.

    Was diesen Fund aber neben dem außerordentlich guten Zustand noch zu etwas Besonderem macht, ist die Tatsache, dass der kleine Dinosaurier scheinbar am ganzen Körper von Flaumfedern bedeckt war. "Unter ultraviolettem Licht erkennt man die Reste der Haut und des Federkleides als leuchtende Flecken und Fasern am Skelett" sagt Helmut Tischlinger, Co-Autor der Studie.

    Gerade, weil Megalosaurier nicht näher mit den Vögeln verwandt waren, sondern aus einer anderen Evolutionslinie stammen, scheint der Fund darauf hinzudeuten, dass nicht nur die Vogelvorfahren Federn ausgebildet hatten, sondern womöglich sämtliche Raubsaurier.

    Da diese Federn aber eindeutig nicht zum Fliegen taugten, vermutet Rauhut, dass sie dem Wärmeschutz dienten. "So eine Körperbedeckung macht wiederum nur dann Sinn", so der Paläontologe, "wenn die Dinosaurier in gewissem Rahmen die Möglichkeit hatten, ihre Körpertemperatur zu regeln." Das heißt, Dinosaurier können nicht länger als wechselwarm angesehen werden, sondern müssen eine Art Warmblütigkeit entwickelt haben.


    29.06.2012

    Uruguay: Älteste Spuren komplexer Lebewesen sind 585 Millionen Jahre alt

    28.06.2012

    Dinosaurierknochen weisen ähnliche Wachstumsringe wie die Knochen von Wiederkäuern auf

    26.06.2012

    Hobbypaläontologe entdeckt Überreste eines 225 Millionen Jahre alten Schwimmsauriers in Winterswijk

    06.06.2012

    Falls Muskeln und Körpergewicht bei Dinosauriern in einem ähnlichen Verhältnis zueinander standen wie bei heutigen großen Säugern, waren viele Sauropoden wahrscheinlich erheblich leichter als bislang angenommen

    05.06.2012

    Der Anstieg des Sauerstoffs in der Luft ließ Insekten wachsen − die Entwicklung der Vögel ließ sie trotz hohen Sauerstoffgehaltes schrumpfen

    29.05.2012

    Beibehaltung der jugendliche Schädelform von Dinosauriern führte bei Vögeln zur Vergrößerung des Hirnvolumens

    25.05.2012

    Ichthyostega konnte nicht laufen, nur robben!

    23.05.2012

    Fälschungen und private Sammler treiben Fossilienpreise in die Höhe

    23.05.2012

    Eoabelisaurus: Patagonischer Raubsaurier aus dem Jura gibt Einblick in die Ursprünge der Abelisaurier

    23.05.2012

    Führte die Abkühlung des Planeten zur Absenkung geschmolzenen Gesteins im Erdinneren und somit zum Sauerstoffanstieg in der Atmosphäre?

    16.05.2012

    Gewittertierchen in Bernstein zeugen von Pollenbefruchtung durch Insekten vor 100 Millionen Jahren

    16.05.2012

    Pliosaurus mit Athrose im Kiefergelenk

    15.05.2012

    Rebellatrix: Ungewöhnlicher jagender Quastenflosser aus der Trias in Kanada gefunden

    07.05.2012

    Waren die Blähungen der Sauropoden Schuld an der Klimaerwärmung?

    04.05.2012

    Pseudopulex: Zwei fossile Flugsaurier-Floharten in der Mongolei entdeckt

    02.05.2012

    Unterschiedliche Diversität bei Dinosauriern vor dem Meteoriteneinschlag am Ende der Kreidezeit

    27.04.2012

    Warum Ichthyosaurus-Embryo-Knochen häufig verstreut aufgefunden werden

    26.04.2012

    Spuren einer neuen Palaeochirotherium-Art in Nordhessen identifiziert

    24.04.2012

    Caudipteryx mit Athrose

    23.04.2012

    Ammoniten wurden immer größer und bekamen immer kleineren Nachwuchs

    18.04.2012

    Führte das langsame Größenwachstum der Riesensaurier zum Aussterben kleinerer Arten?
    KURZNACHRICHT:

    Schweizer Forscher haben als Ursache des Dinosaurier-Sterbens am Ende der Kreidezeit das Verhältnis der Eier zu den großen ausgewachsenen Dinosaurierarten ausgemacht.

    Eier können nur eine gewissen Größe erreichen, ansonsten würde die Schale zu dick, um einen Luftaustausch zuzulassen. Somit waren auch die größten Dinosaurier darauf angewiesen, verhältnismäßig kleine Eier zu legen. Mitunter war also das Muttertier 2.500 Mal so schwer wie das frisch geschlüpfte Jungtier. (Zum Vergleich: Eine Elefantenmutter wiegt nur das 22-fache ihres Jungtiers.)

    Dieser Größenunterschied stellte nach Angaben der Forscher ein großes Problem für die Dinosaurier-Population im Allgemeinen dar. Während sich die Jung- und die Alttiere der Säuger die gleiche ökologische Nische teilen, hätten bei den Dinosauriern die Jungtiere ganz andere ökologische Nischen besetzt als ihre Eltern und wären somit gleichzeitig in Konkurrenz zu kleinen Dinosaurierarten getreten und hätten diese gleichsam ausgerottet.

    Während ihres Wachstums hätten die Dinosaurier immer wieder neue ökologische Nischen besetzt und alle Dinosaurier in dieser Größenordnung verdrängt. Fossilfunde belegten dieses Modell, so die Forscher: Es hätte viele Dinosaurier-Gattungen gegeben, die weniger als ein Kilogramm wogen und viele, die mehr als 1.000 Kilogramm auf die Waage gebracht hätten. Die Gewichtsklassen dazwischen wären kaum vertreten.

    Als es am Ende der Kreidezeit dann zu einer weltumspannenden Katastrophe gekommen wäre, bei der die meisten Pflanzen ausstarben, fehlte den großen Pflanzenfresser die Nahrung, so dass sie zugrunde gingen. Das wiederum führte zur Nahrungsknappheit bei den großen Raubsauriern, die nun ebenfalls ausstarben.

    Die kleinen Saurier hingegen konnten sich noch eine Weile mit den wenigen verbliebenen Pflanzenresten über Wasser halten, wurden aber nach und nach von den nachrückenden Säugern ebenfalls verdrängt, so die Theorie der schweizer Forscher. Nur die kleinen Dinosaurierarten, die fliegen gelernt hatten (also die Vögel), konnten diesem Konkurrenzdruck entkommen.

    17.04.2012

    Zweifel an der Echtheit riesiger Dinosaurier-Eier aus Tschetschenien

    14.04.2012

    Bislang längster chinesischer Sauropode aus dem Mitteljura entdeckt

    13.04.2012

    War Mesosaurus lebendgebärend?

    11.04.2012

    Quastenflosser-Skelett aus Yunnan wahrscheinlich 400 Millionen Jahre alt

    04.04.2012

    Yutyrannus: 9 Meter großer Tyrannosaurier mit fadenartigen Federn in China entdeckt Ein chinesisch-kanadisches Forscherteam um Xu Xing von der chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking und Corwin Sullivan hat im Nordosten Chinas in der Provinz Liaoning die Überreste dreier Individuen einer bislang unbekannten Tyrannosaurier-Art gefunden, die sie auf den Namen "Yutyrannus huali" (= "schön gefiederter Tyrann") tauften.

    Yutyrannus lebte in der Unterkreide von vor 145 bis vor 100 Millionen Jahren und erreichte vermutlich eine Länge von gut 9 Metern sowie ein Gewicht von 1,4 Tonnen. Vom Aussehen her ähnelte Yutyrannus seinem später lebenden größeren Verwandten Tyrannosaurus rex sehr: So besaß auch Yutyrannus eine massige Gestalt und kurze Stummelärmchen, dessen Funktion bislang noch nicht bekannt ist. Allerdings hatte Yutyrannus im Gegensatz zu seinem später lebenden Verwandeten einen für frühe Tyrannosaurieden typischen vorstehenden, luftdurchsetzten Nasenkamm.

    Yutyrannus konnte zudem eine bis zu 20 Zentimeter lange Flaum-Befiederung nachgewiesen werden, von der angenommen wird, dass sie dem Kälteschutz diente. "Er lebte während einer Zeit, die sehr viel kühler war als der Rest der Kreidezeit", erklärt Xu. In der Unterkreide herrschte ein durchschnittliche Lufttemperatur von zehn Grad Celsius vor, am Ende der Kreidezeit waren es 18 Grad Celsius.


    27.03.2012

    Longisquama: Hautfortsätze waren weder Federn noch Schuppen

    21.03.2012

    Dinopark Münchehagen: Neue Sauropoden-Fußabdrücke entdeckt

    15.03.2012

    Das Auftreten der Blütenpflanzen förderte vor 100 Millionen Jahren die Entwicklung der Säugetiere

    14.03.2012

    Deinosuchus konnte doppelt so fest zubeißen wie Tyrannosaurus rex Ein Forscherteam um Gregory Erickson von der Florida State University hat die Beißkraft aller lebender Krodilarten untersucht und festgestellt, dass sie mit bis zu 40 Kilonewton Spitzenwerte im heutigen Tierreicht erreichen.

    Ursprünglich hatte das Team angenommen, dass die Beißkraft mit der Form des Schädels oder des Gebisses zusammenhängt. Die Untersuchung zeigte jedoch: je mehr Masse ein Krokodil besitzt, desto kräftiger kann es zubeißen. Die Beißkraft steigt also linear mit der Masse der Tiere an.

    Dieses Ergebnis übertrug das Forscherteam auf das Urzeitkrokodil Deinosuchus riograndensis, das bis zu 11 Meter lang werden konnte.

    Den Berechnungen zufolge konnten die größten Urzeitkrokodile somit vermutlich mit einer Kraft von 102 Kilonewton zubeißen - doppelt so kräftig wie die errechnete Beißkraft von Tyrannosaurus rex, die bei 52 Kilonewton liegt. Somit übernimmt Deinosuchus riograndensis den Titel "König der Zubeißer" und löst Tyrannosaurus rex, der seit zwei Wochen diesen Titel innehatte, ab.

    12.03.2012

    Apatosaurus-Knochensplitter im Messergriff verarbeitet
    KURZNACHRICHT:

    Ein Solinger Messer-Herstellers verkauft Messer, in deren Griff ein Splitter echter Dinoknochen eingearbeitet wurde - ein Splitter eines Apatosaurus-Oberschenkelknochens. Das Messer kostet 500 Euro.

    Der Paläontologe Oliver Wings hat sich schon zu diesem Vorgehen geäußert und bedauert, dass der Knochen für so eine Arbeit "missbraucht" wird. Er hätte es lieber gesehen, dass der gut erhaltene Knochen vorher gescannt worden wäre, um anschließend einen Abguss davon machen zu können.

    Da der Knochen aber scheinbar aus amerikanischem Privatbesitzt stammt, kann man nichts daran ändern.

    08.03.2012

    "Tree-rex" in England gesichtet Der Hobby-Fotograf Spike Malin hat in Norwich (England) eine zehn Meter hohe, von Efeu überwucherte, windschiefe Esche entdeckt, die auf den ersten Blick wie ein Tyrannosaurus rex aussieht.

    "Ich konnte es einfach nicht glauben, als ich ihn zum ersten Mal sah", erklärt Malin. "Wie im Schock starrte ich meine Frau an und dachte, was für ein Bild. Wir gaben dem Baum den Namen Tree-Rex."

    04.03.2012

    Triceratops und Torosaurus doch nicht identisch?

    29.02.2012

    Riesenflöhe könnten Dinosaurier gequält haben

    29.02.2012

    Tyrannosaurus rex: König der "Zubeißer" Die beiden britischen Forscher Karl Bates von der Universität von Liverpool und Peter Falkingham von der Universität von Manchester haben mithilfe eines Computermodells die Beißkraft des Tyrannosaurus rex ermittelt.

    Zu diesem Zweck scannten sie sowohl den Schädel eines erwachsenen Tyrannosauriers als auch den eines etwa elfjährigen Jungtiers ein und rekonstruierten anschließend die Kiefermuskeln. Bei der darauf folgenden Berechnung der Beißkraft kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass der erwachsene Tyrannosaurus rex wahrscheinlich mit der Kraft von 35.000 bis 52.000 Newton zubeißen konnte − doppelt so kräftig wie bislang angenommen − und somit den kräftigsten Biss im gesamten Tierreich besaß.

    Junge Tyrannosaurus erreichten hingegen "nur" 2.565 bis 4.012 Newton − was immerhin noch der Kraft eines heutigen Löwen-Bisses entspricht. Die Forscher erklären diesen enormen Unterschied damit, dass der Schädel des Jungtieres anders geformt war als der adulter Tiere: "Die jungen Tyrannosaurier besaßen einen flacheren Schädel mit längerer Schnauze." Somit sei der Schädel biomechanisch ungünstiger geformt und könne nicht eine ähnlich hohe Beißkraft aufbringen.

    Aus ihren Erkenntnissen schließen die Forscher, dass junge Tyrannosaurier einen anderen Speiseplan hatten als ihre Eltern: Da sie wahrscheinlich wendiger und schneller waren als die adulten Tiere, machten sie vermutlich Jagd auf kleinere und agilere Tiere − und gingen somit dem Konkurrenzkampf um Nahrung mit den erwachsenen Tyrannosauriern aus dem Weg.

    21.02.2012

    Fast perfekt Üerreste eines 298 Millionen Jahre alten Waldes in China entdeckt

    16.02.2012

    Skelett-Überdehnung ist Folge von Zersetzungsprozessen

    14.02.2012

    Entstand das Leben in kleinen Tümpeln in Nähe hydrothermaler Quellen?

    08.02.2012

    Kontinentalverschiebung: Neuer Superkontinent "Amasia" in 250 Millionen Jahren?

    07.02.2012

    Archaboilus: 165 Millionen Jahre alte Heuschrecke singt erneut

    06.02.2012

    Neu entdeckte Schwammfossilien − 760 Millionen Jahre alt?

    01.02.2012

    Aegisuchus: Ein "Schildkrokodil" aus der Oberkreide


    23.01.2012

    Massospondylus: Nesterkolonie entdeckt Ein internationales Forscherteam um Robert Reisz von der kanadischen Universität von Toronto Mississauga hat im Golden Gate Highlands Nationalpark in Südafrika zehn, rund 190 Millionen Jahre alte Nester von Massospondylus aufgespürt, in denen bis zu 36, sorgfältig angeordnete Eier mit einer Größe von sechs bis sieben Zentimetern lagen.

    Zwischen den Nestern entdeckten die Forscher auch winzige Fußspuren von Massospondylus-Jungtieren. Während die bis zu vier Meter großen Elterntiere zumeist auf zwei Beinen fortbewegten, liefen die Jungtiere scheinbar noch auf allen vieren.

    Vermutlich blieben die Massospondylus-Küken so lange im Nest, bis sie die dopptelte Größe erreicht hatten. Die Funde sprechen für eine gut organisierte Nestfürsorge.

    Obwohl von Massospondylus, der zu den Prosauropoden zählt, schon Dutzende Skelette gefunden wurden, war über ihr Brutverhalten bislang wenig bekannt.

    "Interessanterweise hatten wir zuerst die Eier gefunden, nämlich schon 2005", erläutert Reisz. "Wir haben das Gebiet dann jahrelang genau erkundet und sind so auf die hochinteressanten Neststrukturen gestoßen, mit neuen Eiern, Embryos und sogar Fußabdrücken von, sagen wir, Babysauriern."

    18.01.2012

    Velociraptor: Schwanz diente der Steuerung
    KURZNACHRICHT:

    Beim Betrachten der Sprünge von Siedleragamen fiel dem Bioingenieur Robert Full auf, dass sie ihren Schwanz nach oben wegklappen. Ob dieses Verhalten lediglich dem Schutz des Schwanzes diente oder ob es eine Funktion beim Springen erfüllte, fand er mithilfe eines kleinen Fahrzeuges heraus, dem er eine Art Deichsel an das Heck montiert hatte.

    Wurde die Deichsel nicht weiter aktiviert und hing lose herab, stürzte der Wagen in einer Kurve zu Boden und zerschellte. Wurde die Deichsel hingegen aktiviert und gesteuert nach oben weggeklappt, landete das Auto unversehrt auf seinen Hinterrädern.

    Der Paläontologe John Ostrom hatte schon im Jahr 1969 beim Velociraptor vermutet, dass der lange Schwanz die Funktion eines dynamischen Stabilisatoren übernahm, konnte dies aber noch nicht belegen. Mithilfe eines Computermodells überprüften nun Full und sein Team diese Vermutung und stellten fest, dass Velociraptor seinen Schwanz wahrscheinlich sogar noch effektiver bei Sprüngen einsetzen konnte, als die heutigen Siedleragamen.

    17.01.2012

    Yueosaurus: Neuer Ornithopode in China entdeckt

    13.01.2012

    Fossilien und Kommerz

    06.01.2012

    Acamptonectes: Ichthyosaurus aus Braunschweig stammt aus der Unterkreide
    KURZNACHRICHT:

    Im Jahr 2005 wurden durch Zufall bei Bauarbeiten an einer Autobahn in der Nähe von Wolfenbüttel in 130 Millionen Jahre alten Gesteinsschichten die Überreste einer Meeresechse entdeckt. Innerhalb von vier Tagen bargen die Foscher 90 Prozent des Skeletts in einer Notgrabung und untersuchten diese anschließend. Nun wurden dann die Ergebnisse der Untersuchung vorgestellt:

    Demnach handelt es sich bei dieser Meeresechse um eine bislang unbekannte, drei Meter lange Ichthyosaurier-Art, die den Namen Acamptonectes densus erhielt. Übersetzt bedeutet dieser Name "starrer Schwimmer", was auf dessen dicht ineinander liegende Wirbel zurückgeht. Die Forscher erklären, dass Acamptonectes seinen Hals aufgrund dieser Anatomie nicht bewegen konnte, aber dennoch ein schneller Schwimmer gewesen sein dürfte.

    Bislang waren die Forscher davon überzeugt, dass die Ichthyosaurier (fischähnliche Echsen) am Ende des Jura bei einem irgendwie katastrophalen Ereignis ausstarben. Doch der neu entdeckte Acamptonectes stammt aus der Unterkreide - und zwei weitere Skelette, die bei Speeton in Großbritannien entdeckt wurden, konnten ebenfalls dieser neuen Art zugeordnet werden. Somit ist die Theorie vom Aussterben der Ichthyosaurier am Ende des Jura hinfällig. Nachgewiesenermaßen bevölkerten auch in der Kreidezeit noch Ichthyosaurier die Meere, wenn auch nicht mehr so zahlreich wie in den zurückliegenden Zeitepochen.

    An dem bei Wolfenbüttel entdeckten Exemplar fanden die Forscher zudem einen Haizahn im Nackenbereich des Skeletts und vermuten daher, dass möglicherweise dieser Raubfisch dem Acamptonectes zum Verhängnis geworden sein könnte.

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    Nachrichten aus dem Jahr 2011


    23.12.2011

    Geht alles Leben auf der Erde auf einen gemeinsamen einzelligen Vorfahren zurück?

    20.12.2011

    Titanosaurier-Knochen in der Antarktis gefunden Bisher kannte man Sauropodenfunde aus aller Welt - mit einer Ausnahme: Aus der Antarktis war bis vor kurzem noch kein Fossil eines Sauropoden bekannt.

    Dann jedoch fand ein Forscherteam den 20 Zentimeter langen Schwarnzwirbel eines Sauropoden auf der James-Ross-Insel, die im Norden der Antarktis liegt. Der Knochen konnte aufgrund des Aussehens und der Länge einem Titanosaurier zugeordnet werden.

    Durch die dicke Eisschicht, die weite Teile der Antarktis bedeckt, ist es schwierig, dort Fossilien zu finden. Während der Kreidezeit lag dieser Kontinent aber noch weiter nördlich und hatte ein milderes Klima. Zudem gab es noch Landbrücken nach Südamerika und Australien, die die Sauropoden vermutlich nutzten, um in die heutige Antarktis einzuwandern.

    07.12.2011

    Diskussion um Massensterben-Ranking

    01.12.2011

    Rapetosaurus: Waren die Panzerplatten Mineraldepots?

    22.11.2011

    Microraptor gui verschlang kleine Vögel

    17.11.2011

    Massensterben vor 252 Millionen hielt 200.000 Jahre an

    11.11.2011

    Archaeopteryx: Schwarze Färbung ermittelt Ein amerikanisches Forscherteam um Ryan Carney von der Brown University in Providence und Jakob Vinther von der University of Texas in Austin hat eine einzelne Schwungfeder von Archaeopteryx untersucht und dabei Pigmentzellen gefunden, die auch im Gefieder heutiger Vögel vorkommen.

    Dem Ergebnis zufolge war diese Feder vermutlich schwarz gefärbt. Die dunkle Färbung, das Melaninpigment, hatte aber nicht nur eine färbende Wirkung, es machte auch die Feder steifer und stabilisierten somit den Flug des Vogels.

    Ob Archaeopteryx ganz schwarz gefärbt war oder nur einzelne schwarze Schwungfedern besaß, können die Forscher anhand dieser einen Feder jedoch nicht sagen.

    02.11.2011

    Cronopio: Fossile Säbelzahn-Maus in Südamerkika gefunden

    27.10.2011

    Dortmund: Raubsaurierkralle gefunden

    26.10.2011

    Sauropoden auf Wanderschaft

    24.10.2011

    Versteinerter Wald in Chemnitz entstand beim Vulkanausbruch im frühen Perm

    19.10.2011

    Elftes Archaeopteryx-Fossil entdeckt Von einem Privatbesitzer, der unbekannt bleiben möchte, wurde ein bislang unbekanntes, überaus gut erhaltenes Archaeopteryx-Fossil als "Deutsches Kulturgut" angemeldet und steht somit Forschern für wissenschaftliche Studien zur Verfügung.

    Somit erhöht sich die Zahl der bekannten Fossilien dieses Urvogels, der als mögliches Bindeglied zwischen Sauriern und Vögeln betrachtet wird, auf elf Exemplare.

    Unter der Leitung von Oliver Rauhut, Konservator an der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie, hat ein internationales Forscherteam ein erstes Gutachten über das elfte, relativ kleine Fossil erstellt, dem lediglich der Kopf und ein Flügel fehlen, während das Federkleid und die Knochen ausgesprochen gut erhalten sind.

    "Insbesondere der gute Erhaltungsgrad der Federn ist von großem Interesse und wird helfen, einige ungelöste Fragen zu Archaeopteryx zu klären", hofft Rauhut.

    17.10.2011

    Rekonstruktion des Sichelklauendinosauriers aus Niedersachsen

    12.10.2011

    Bayern: Nahezu komplettes Raubsaurier-Skelett entdeckt

    12.10.2011

    Tyrannosaurus rex: Massiger und schwerer als gedacht Ein britisch-amerikanisches Forscherteam um John Hutchinson vom Royal Veterinary College im englischen Hatfield und Peter Makovicky vom Field Museum in Chicago hat mithilfe neuer Computermodelle errechnet, dass Tyrannosaurus rex wahrscheinlich schwerer war, als bislang angenommen und auch schneller an Größe zulegte als vermutet.

    Für ihre Berechnung vermaßen und digitalisierten die Forscher vier der am besten erhaltenen Skelette ausgewachsener Tyrannosaurier, darunter auch "Sue" (die 1990 gefunden wurde und als größtes bisher bekanntes Exemplar gilt), und die als juvenil identifizierte "Jane" (die 2001 entdeckt wurde).

    Die Ergebnisse der Berechnungen legen nahe, dass "Sue" mit 9,5 Tonnen rund ein Drittel schwerer war als alte Berechnungen vermuten ließen, während "Jane" mit knapp 640 Kilogramm eher weniger wog als angenommen.

    Da Tyrannosaurus also nur zwanzig Jahre Zeit hatte, um sein Gewicht von knapp 10 Kilogramm beim Schlüpfen auf 9 Tonnen im Erwachsenenstadium zu steigern, gehen die Forscher davon aus, dass er in seiner Wachstumsphase jährlich bis zu 1,8 Tonnen an Gewicht zulegte − und somit fast doppelt so schnell wuchs als bislang vermutet.

    Die Berechnungen lassen darüber hinaus vermuten, dass Tyrannosaurus nicht gleichmäßig wuchs, sondern in erster Linie im Brust- und Halsbereich massiger wurde. Dadurch verlagerte sich der Schwerpunkt weiter nach vorne und machte es den Hinterbeinen, deren Muskeln nicht entsprechend mitwuchsen, schwer, das gesamte Körpergewicht zu tragen. Somit werden die Tyrannosaurier mit zunehmendem Alter wohl unbeweglicher und langsamer geworden sein.

    "Unsere Studie bekräftigt die unter Wissenschaftlern verbreitete Ansicht, dass große Tyrannosaurier Spitzengeschwindigkeiten von 17 bis 40 Kilometern pro Stunde erreichten", erklärt Hutchinson. "Der T. rex war also keinesfalls das schnellste unter den Landtieren."

    Der große Unterschied zwischen den neuen und alten Berechnungen liegt darin begründet, dass alte Schätzungen von kleinen Modellen ausgehen, die dann auf die Größe der tatsächlichen Saurier hochgerechnet werden. Dabei können bereits kleine Fehler zu gravierenden Fehlberechnungen führen.

    Mit jeder Verbesserung der Methodik werden sich die Forscher vermutlich nur den tatsächlichen Ausmaßen der Saurier nähern, wahrscheinlich werden sie diese aber niemals wirklich klären können, vermutet das Wissenschaftlerteam.

    12.10.2011

    Archaeoceten: Frühester echter Wal ist 49 Millionen Jahre alt

    11.10.2011

    Trias: Jagten im Meer 30 Meter lange Riesenkraken?

    06.10.2011

    Asteroiden brachten das Wasser zur Erde

    25.09.2011

    Laccognathus: Lauerjäger-Fisch aus dem Devon entdeckt

    23.09.2011

    Riff-Sterben im Jura verursachte Klima-Abkühlung

    21.09.2011

    Woher stammt der Dino-Killer-Meteorit?

    19.09.2011

    Ichthyosaurus-Skelett bei Braunschweig gefunden

    19.09.2011

    Urtümliche Vogelarten starben mit den Dinosauriern aus

    16.09.2011

    In Bernstein eingeschlossene Federn aus der Kreidezeit

    15.09.2011

    Perm-Trias-Grenze: Giftige Vulkangase führten zum größten Massenaussterben der Erdgeschichte

    12.09.2011

    Dysalotosaurus: Dinosaurier-Knochen verrät Viren-Befall

    08.09.2011

    100 Millionen Jahre alte Stechmücken-Schuppen entdeckt

    05.09.2011

    Sapeornis und Hongshanornis: Hinweise auf Kropf und Gastrolithen gefunden

    24.08.2011

    Juramaia: Ältester Vorfahr der Plazentatiere ist 165 Millionen Jahre alt

    22.08.2011

    Spuren von 3,4 Milliarden alten Schwefelbakterien entdeckt?

    17.08.2011

    Lebendes Fossil: Möglicherweise ältester Überlebende der gesamten Aalartigen-Gruppe entdeckt

    11.08.2011

    Plesiosaurier brachten lebende Junge zur Welt

    10.08.2011

    Samrukia: Unterkieferknochen eines mannshohen Flugsauriers aus der Kreidezeit entdeckt

    08.08.2011

    Weitere Belege für Meteoriten als Lebensbaustein-Kurier

    31.07.2011

    Knochenanalyse zeigt: Dinosaurier waren zu körperlichen Höchstleistungen fähig

    30.07.2011

    Fossile Insekten-Kokons in Dinosaurier-Eiern entdeckt

    30.07.2011

    Dromaeosaurus-Zahn im Sauerland (NRW) entdeckt

    28.07.2011

    Xiaotingia: War Archaeopteryx kein Vogel? Chinesische Wissenschaftler um Xing Xu vom Institut für Wirbeltierpaläontologie und Paläoanthropologie der chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking haben bei einem Fossilienhändler die Überreste eines bislang unbekannten Vogelsauriers entdeckt, der den Namen Xiaotingia zheng erhielt, vor 155 Millionen Jahren lebte, lange und kräftige Vordergliedmaßen besaß und zu Lebzeiten etwa 800 Gramm wog.

    Bei der Analyse des Fossils stellten die Forscher eine große Nähe zu Archaeopteryx fest, die sie an den Merkmalen der Fingerknochen und der Hüfte festmachen.

    Aber nicht nur die Verwandtschaft zum Archaeopteryx konnten die Wissenschaftler belegen, sie fanden auch Hinweise darauf, dass Xiaotingia (und mit ihm auch Archaeopteryx) eher in die übergeordnete Gruppe der Paravis (einer Seitenlinie der Deinonychosaurier) einzuordnen ist als in die speziellere Gruppe der Urvögel. Die Forscher zählen dazu einige Strukturen am Schädel, Sitzbein und am Fußknochen auf.

    Das Fazit der Forscher: Archaeopteryx sei somit vermutlich nicht der Urvogel, für den ihn viele halten.

    Lawrence Witmer von der Ohio University kommentiert das Ergebnis so: "Dieser Fund wird wahrscheinlich für beträchtliche Kontroversen sorgen − wenn nicht sogar für Entsetzen. Zum einen wegen der historischen und soziologischen Bedeutung, die Archaeopteryx besaß. Zum anderen aber auch, weil dies bedeuten könnte, dass vieles von dem, was wir über den Ursprung der ersten Vögel zu wissen glaubten, nun neu überdachte werden muss."

    25.07.2011

    150 Meter lange Sauropoden-Spur aus dem Jura entdeckt

    25.07.2011

    Korallen: Genom entschlüsselt − Existenz seit 500 Millionen Jahren

    22.07.2011

    Diamanteneinschlüsse erzählen von 3 Milliarden Jahren Kontinentaldrift

    20.07.2011

    Pukyongosaurus: Bislang größte bekannte Bissspuren auf Schwanzwirbel gefunden

    19.07.2011

    "Chimärenflügler" aus der späten Kreidezeit entdeckt

    14.07.2011

    Ceratopsier-Horn in der Nähe der K/T-Grenzschicht gefunden

    06.07.2011

    Kiefermäuler besetzten vor mehr als 400 Millionen Jahren neue ökologische Nischen

    05.07.2011

    Kentrosaurus: Verteidigung mit schnellen Schwanzschlägen Als der Kentrosaurus aethiopicus im Jahr 1915 beschrieben wurde, hielten die damaligen Ausgrabungsleiter Werner Janensch und Edwin Hennig den mit Stacheln besetzten Schwanz dieses Stegosauriers für zu unbeweglich, als dass dieser sich damit gegen Angreifer hätte wehren können.

    Am Naturkundemuseum Berlin wurde diese Annahme nun widerlegt. Mithilfe von hochauflösenden Laser-Scans und einer CAD Software wurde ein digitales Skelett des im Museum präsentierten Kentrosaurus erstellt, so dass die Beweglichkeit eines jeden Gelenks gemessen werden konnte. Eine zusätzlich eingesetzte Physik-Software brachte das Ergebnis, dass Kentrosaurus seinen Schwanz mit einer Geschwindigkeit von mindestens 70 km/h peitschen konnte − eine Geschwindigkeit, die ausreichte, um seine Stacheln tief in den Körper eines Angreifers zu treiben.

    "Je nachdem, mit wie viel Muskulatur man den Schwanz rekonstruiert und welches Bewegungsmuster man annimmt, kommt eine breite Spanne an möglichen Geschwindigkeiten heraus", erklärt Heinrich Mallison, Wissenschaftler am Museum für Naturkunde. "Aber selbst bei vorsichtig gewählten Werten sind es schnell 70 km/h, und das über einen Winkel von fast 90 Grad. Wie Krokodile oder auch Warane und andere Reptilien heute benutzte der Dinosaurier aus Afrika vermutlich eine Peitschenbewegung. Damit lassen sich schnell sehr hohe Geschwindigkeiten erzeugen."

    Raubsaurier hätten nur dann eine Chance gehabt, einen Kentrosaurus zu erlegen, so Mallison, wenn sie aus dem Hinterhalt oder zu mehreren angegriffen hätten.

    04.07.2011

    Wirbel eines ca. 50 Zentimeter langen Dinosauriers in England gefunden

    30.06.2011

    Harz-Gipfel: Der Brocken ist jünger als bislang angenommen

    30.06.2011

    Confuciusornis: Farbgebung des Urvogels zum Teil entschlüsselt

    24.06.2011

    Sauropoden: Körpertemperatur von 36 bis 38 Grad

    16.06.2011

    Baryonyx: Überraschender Fund in Australien In Australien wurde der fossile Nackenwirbel eines Baryonyx gefunden, eines kleineren Verwandten des Spinosaurus, der vor rund 125 Millionen Jahren gelebt hat.

    Der Knochen wurde bereits im Jahr 2005 im Süden des australischen Bundesstaates Victoria ausgegraben, konnte aber erst jetzt durch Paul Barrett vom Natural History Museum in London als der eines Baryonyx identifiziert werden.

    Da bislang lediglich Spinosaurier-Fossilien von der nördlichen Halbkugel bekannt waren, überrascht der Fundort des Wirbelknochens die Experten, da er darauf verweist, dass sich diese Dinosaurier-Gruppe über ganz Pangäa verbreitet hatte, bevor der Superkontinent auseinanderbrach.

    "Als die Erde nur einen Superkontinent hatte, lebten die gleichen Gruppen von Dinosauriern weit verbreitet", erklärt Thomas Rich vom Museum Victoria in Melbourne. "Als sich mehrere Kontinente auf der Erde entwickelten, befanden sich die Saurierfamilien auf verschiedenen Landmassen, was erklärt, warum sie weit entfernt voneinander gefunden wurden."

    10.06.2011

    Bausteine des Lebens entstanden kurz nach der Geburt des Sonnensystems


    30.05.2011

    Europasaurus: Skelett in Münchehagen aufgebaut Seit heute steht im Dinosaurier-Park Münchehagen die erste Skelettrekonstruktion des in Deutschland gefundenen, relativ kleinen Sauropoden "Europasaurus holgeri" aus dem Oberjura.

    Da Deutschland im Jura größtenteils unter Wasser lag, fristeten die damals hier lebenden Dinosaurier ein Insel-Dasein. In dem begrenzten Lebensraum konnten sich nur relativ kleine Dinosaurier entwickeln. So kam Europasaurus im ausgewachsenen Zustand gerade mal auf sieben Meter, während Verwandte von ihm wie der Brachiosaurus, der in Amerika und Afrika gefunden wurde, bis zu 25 Meter lang werden konnte.

    1998 entdeckte durch Zufall der Hobbypaläontologe Holger Lüdtke einen Zahn des bis dahin unbekannten Dinosauriers in einem Steinbruch im Harz. "Der Fund der neuen Gattung war eine absolute Sensation", meint der Paläontologe Oliver Wings. "Zuerst dachten wir, wir hätten es mit einem Baby-Saurier zu tun − aber dann stellten wir fest, dass der Dinosaurier tatsächlich schon ausgewachsen war."

    Zu Ehren des Finders erhielt der neu zu benennende Dinosaurier den Namenszusatz "holgeri".

    Der Paläontologe Nils Knötschke führt aus, dass Europasaurus wahrscheinlich ein Herdentier war, da von ihm im Harzer Steinbruch bereits 20 Skelette unterschiedlichen Alters gefunden wurden. "Nun forschen wir, um noch mehr über seine Lebensumstände zu erfahren", ergänzt er.

    Das Skelett in Münchehagen wurde übrigens aus rund 80 Prozent der Originalknochen abgegossen. Neben einigen Originalknochen wird auch eine Plastik-Rekonstruktion gezeigt.

    20.05.2011

    Überreste der allerersten Lebensformen auf der Erde womöglich jünger als vermutet

    20.05.2011

    Verfeinerung von Geruchs- und Tastsinn führten bei Säugern zu größeren Gehirnen

    17.05.2011

    Mikrobenmatten könnten Ur-Tiere mit Atemluft versorgt haben

    10.05.2011

    Tarbosaurus: Stabile Schädel erst als Erwachsener

    06.05.2011

    Fischsaurier bissen sich gegenseitig

    03.05.2011

    Stachelhäuter kurzfristige Sieger des Massenaussterbens von vor 360 Millionen Jahren

    23.04.2011

    Brachiosaurus: Gründe für seinen Gigantismus

    19.04.2011

    Labidosaurus: 275 Millionen Jahre altes Fossil mit Zahnschmerzen

    15.04.2011

    Augenmerkmale sprechen für nachtaktive Dinosaurier Ob ein Tier tagaktiv oder eher nachtaktiv ist, kann man an der Länge der Augenhöhle und den inneren und äußeren Durchmesser eines Knochenrings (soweit vorhanden) zuverlässig vorhersagen. Dies stellte ein Forscherteam um Lars Schmitz und Ryosuke Motani von der University of California nach der Untersuchung von heute lebenden Reptilien, Vögeln und Säugetieren fest und übertrug seine Ergebnisse auf die Gruppe der Dinosaurier und anderer Urzeittiere.

    Demnach bevorzugten die fliegenden Tiere (Vögel und Flugsaurier) eher das helle Licht des Tages, während viele Raubsaurier eher in der Nacht auf Beutezug gingen. Die Sauropoden, die vermutlich wie die heutigen Elefanten quasi rund um die Uhr ihren großen Körper mit Energie füttern mussten, konnten sowohl im Hellen als auch im Dunkeln recht gut sehen.

    Insgesamt fanden die Forscher bei neun der untersuchten 33 ausgestorbenen Tierarten Anzeichen dafür, dass diese eher in der Nacht aktiv waren, darunter auch die Raubsaurier Velociraptor, Ornithomimus und Juravenator sowie die Flugsaurier Rhamphorhynchus und Ctenochasma. Acht Tiere hatten Augen, die eher für eine Tagesaktivität sprachen, darunter der Urvogel Archaeopteryx und der Flugsaurier Pterodactylus. 14 Tiere hingegen machten den Eindruck, dass sie sowohl im Hellen als auch im Dunkeln gut sehen konnten, darunter der Sauropode Diplodocus.

    Für die großen Raubsaurier Tyrannosaurus rex und Allosaurus konnten die Forscher keine Angaben machen, da ihnen für eine entsprechende Untersuchung nicht ausreichendes Material zur Verfügung stand.

    14.04.2011

    Komplexe Einzeller besiedelten das Festland schon vor einer Milliarde Jahren

    13.04.2011

    Daemonosaurus: Früher Theropode von vor 205 Millionen Jahren entdeckt

    11.04.2011

    Erbgut-Verdopplungen bei Blütenpflanzen-Vorfahren brachten den Erfolg

    06.04.2011

    Auch Dinosaurier hatten Läuse

    05.04.2011

    300 Millionen Jahre alte Insektenspur entdeckt

    22.03.2011

    Ursuppen-Experiment von 1953 viel ergiebiger als bisher bekannt

    01.03.2011

    Meteoriten brachten Lebensbaustein auf die Erde

    23.02.2011

    Brontomerus: Sauropode mit kräftiger Beinmuskulatur entdeckt

    22.02.2011

    Uraltes mikrobielles Ökosystem entdeckt

    08.02.2011

    Waren Tonblasen der Ursprung der ersten Zellen?

    08.02.2011

    Schlangen stammen vermutlich von Landeidechsen ab
    KURZNACHRICHT:

    Im Gestein, das auf ein Alter von 95 Millionen Jahren datiert wird, wurden vor 10 Jahren im Libanon die Überreste einer Schlange der ausgestorbenen Gattung Eupodophis entdeckt, die in der Nähe der Schwanzspitze ein kleines, zwei Zentimeter langes Bein besaß. Nun konnten die Wissenschaftler mithilfe einer neuen Röntgentechnik das zweite Bein innerhalb des umgebenden Steins nachweisen.

    Insgesamt war diese Urschlange 50 Zentimeter lang und besaß Beine, die an die Beine heutiger Eidechsen erinnern: im Knie gebeugt und am Ende vier Knöchel, allerdings keine Fuß- oder Zehenknochen.

    Allerdings sind bis dato nur drei Schlangen-Fossilien gefunden wurden, deren Hinterbeinknochen erhalten geblieben sind, insofern kann man nur bedingt Aussagen zur Schlangenherkunft treffen. Dennoch vermuten die Forscher, dass Schlangen von an Land lebenden Eidechsen abstammen und nicht von in Wasser lebenden Vorfahren.

    Möglicherweise, so die Forscher, verloren die Schlangen gänzlich ihre Beine, weil diese nur verlangsamt oder nur über einen kurzen Zeitraum wuchsen.

    01.02.2011

    Anomalocaris: 500 Millionen Jahre alter Räuber hatte weiches Gebiss

    01.02.2011

    Titanoceratops: Triceratops-Vorfahr entdeckt

    01.02.2011

    Hadrosaurier: Dinosaurier überlebte Ende der Kreidezeit
    KURZNACHRICHT:

    Kanadische Forscher haben mithilfe der Uran-Blei-Datierung das Alter eines im Nordwesten New Mexicos gefundenen Hadrosaurierknochens auf 64,8 Millionen Jahre festlegen können.

    Das würde bedeuten, dass dieser Dinosaurier mindestens 700.000 Jahre nach dem Massensterben an der so genannten K-T-Grenze, das vor rund 66 Millionen Jahren stattgefunden hat, noch lebte.

    Möglich wäre das, schreiben die Forscher, wenn die Hadrosaurier an einem Flecken der Erde gelebt hätten, wo die klimatischen Auswirkungen der Katastrophe nur verzögert angekommen wären bzw. wenn diese Dinosaurier den extremen Bedingungen auf der Erde getrotzt hätten und ihnen ein Weiterleben unter diesen Bedinungen möglich gewesen wäre.

    Die Forscher schließen nicht aus, dass möglicherweise noch weitere Überreste von Dinosauriern gefunden werden, die bis weit nach dem Massensterben noch lebten.


    26.01.2011

    War Tyrannosaurus rex doch ein aktiver Jäger? Nach Ansicht eines britischen Forscherteams um Chris Carbone von der Zoological Society of London muss Tyrannosaurus rex ein aktiver Jäger gewesen sein, da er als Aasfresser nicht hätte überleben können.

    Zu dem Schluss kam das Team durch Berechnungen auf der Grundlage eines heute bestehenden Ökosystems − der Serengeti − und der Auswertung der bisher gemachten Fossilfunde, die in die späte Kreidezeit Nordamerikas fallen. Demnach lebten zusammen mit dem Tyrannosaurus rex wahrscheinlich kleine fleischfressende Zweibeiner und überwiegend kleinwüchsige Pflanzenfresser, von denen die Hälfte etwa zwischen 55 und 85 Kilogramm wog.

    Nach Berechnungen der Forscher wird vermutlich durchschnittlich alle 17 Quadratkilometer ein 75 Kilogramm schwerer Kadaver gelegen haben, alle 160 Quadratkilometer ein 700 Kilogramm schwerer Kadaver, alle 1000 Quadratkilometer ein fünf Tonnen schwerer Kadaver und alle 5000 Quadratkilometer ein 25 Tonnen schwerer Kadaver.

    Die Forscher gehen davon aus, dass Tyrannosaurus rex innerhalb von 6 Tagen lediglich einen einzigen 75 Kilogramm schweren Kadaver hätte ergattern können, da die kleineren Fleischfresser viel agiler und flinker gewesen wären als die große Tyrannenechse und somit etwa 60mal erfolgreicher waren.

    Selbst wenn Tyrannosaurus rex von der Geschwindigkeit her mit den kleineren Theropoden hätte mithalten können, so die Forscher, hätte er sich niemals von Aas alleine satt fressen können. Daher schließen die Forscher, dass Tyrannosaurus rex ein aktiver Jäger war, ähnlich den heutigen Löwen in der Serengeti.

    25.01.2011

    Linhenykus: Fleischfresser mit nur einer Klaue entdeckt

    24.01.2011

    Aschewolke verursachte Massensterben vor 250 Millionen Jahren

    22.01.2011

    Westphaliasaurus: Paddelechse aus Westfalen erhält wissenschaftlichen Namen

    21.01.2011

    Weiblicher Flugsaurier ohne Knochenkamm

    14.01.2011

    Eodromaeus: Theropoden-Vorfahr entdeckt

    08.01.2011

    Ammoniten hatten Zähne

    06.01.2011

    Sauerstoffmangel vor 500 Millionen Jahren Ein Forscherteam um Benjamin Gill von der Universität von Californien in Riverside hat 499 Millionen Jahre alte Gesteinsproben von sechs Fundorten aus verschiedenen Teilen der Welt untersucht und ist zu dem Schluss gekommen, dass ein zwei bis vier Millionen Jahre andauernder Sauerstoffmangel in den Meeren zu einem Massensterben unter den gerade entstandenen Lebewesen geführt hat.

    Als vor 600 Millionen Jahren der Sauerstoffgehalt in den Urozeanen anstieg, kam es zu einer scheinbar explosionsartigen Entwicklung höherer Lebensformen. Bislang galt in der Wissenschaft die Ansicht, dass sich seither der Sauerstoffgehalt in den Meeren bis heute nicht mehr groß änderte.

    Doch schon seit längerer Zeit deutete einiges darauf hin, dass gegen Ende des Kambriums eine Phase des Sauerstoffmangels zu einem Massensterben unter den frühen Lebewesen führte.

    Mithilfe der analysierten Gesteinsproben, die in ihren chemischen Zusammensetzungen die klimatischen und jahreszeitlichen Veränderungen der Urzeit dokumentieren, konnten die Forscher diese These nun untermauern. Spezielle Kohlenstoff-, Molydän- und Schwefelverbindungen zeigen einen Sauerstoffmangel in den Meeren an, der einige Millionen Jahre andauerte. Zudem fanden die Wissenschaftler Hinweise auf die Ablagerung von großen Mengen organischer Masse.

    Warum es zu diesem Sauerstoffmangel kam, können die Forscher bislang jedoch noch nicht beantworten. Auf jeden Fall hätte er wie ein evolutionäres Sieb gewirkt: Organismen, die nicht anpassungsfähig waren, starben aus und machten so den Weg frei für die Entwicklung vieler neuer Arten.

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    Nachrichten aus dem Jahr 2010


    21.12.2010

    Die meisten Coelurosaurier fraßen Pflanzen Ein Forscherteam um Lindsay Zanno und Peter Makovicky vom Field Museum in Chicago hat die fossilen Überreste von knapp hundert Coelurosaurier-Arten, die als Vorfahren der heutigen Vögel gelten und zu denen u.a. auch Tyrannosaurus rex und Velociraptor gehören, auf ihre Ernährungsweise hin untersucht.

    Dafür nahm das Team vor allem anatomische Merkmale in Augenschein wie z.B. Schnäbel und Zähne, aber auch den Mageninhalt, soweit er sich erhalten hatte.

    Ihren Ergebnissen zufolge, ernährten sich 90 der untersuchten Arten vermutlich überwiegend von Pflanzen − im Gegensatz zur bisherigen Annahme, dass alle Coelurosaurier reine Fleischfresser waren.

    Tyrannosaurus rex und Velociraptor seien in ihrer Gruppe Ausnahmen gewesen, erklären die Wissenschaftler. Möglicherweiste hätten sie sich aus aus einem allesfressenden Vorfahren entwickelt.

    Die Analyse zeigte, dass die Coelurosaurier im Laufe der Evolution zunächst andere Zahnformen entwickelten − von den scharfen Zähnen zu keil- oder zapfenförmigen Zähnen − und letztlich ganz auf die Zähne verzichteten und einen zahnlosen Schnabel ausbildeten.

    07.12.2010

    Koreaceratops: Erster koreanischer Ceratopsia entdeckt Ein internationales Forscherteam um Young Nam Lee vom koreanischen Institut für Geowissenschaften und Rohstoffe in Taejon hat im Nordwesten Südkoreas nahe der Stadt Hwaseong die Überreste eines bislang unbekannten kleinen Ceratopsiers ausgegraben, der den Namen Koreaceratops hwaseongensis erhielt.

    Die ersten Überreste dieses ca. 103 Millionen Jahre alten, aus der frühen Kreidezeit stammenden Horndinosauriers wurden bereits vor zwei Jahren entdeckt. Bis dahin deuteten lediglich Fußspuren auf die Existenz von Ceratopsiern auf der südkoreanischen Halbinsel hin.

    Koreaceratops war etwa 1,5 bis 1,8 Meter lang und rund 30 bis 45 Kilogramm schwer. Aufgrund seines fächerförmig ausgezogenen Ruderschwanzes vermuten die Forscher, dass dieser Pflanzenfresser einen Teil seiner Nahrung im Wasser suchte.

    Allerdings weisen seine kräftigen Hinterbeine darauf hin, dass er sich auch an Land flott bewegen konnte und vermutlich häufiger auf zwei Beinen rannte.

    Bisher wurden Teile der Wirbelsäule und der Hinterbeine sowie ein Hüftknochen und ein nahezu kompletter Schwanz geborgen.

    Einer der Mitautoren der Studie, Michael J. Ryan, Kurator am Naturkundemuseum im US-amerikanischen Cleveland, erklärt: "Dies ist ein seltener Fund. Dinosaurier-Fossilen werden typischerweise in dieser Region kaum gefunden, während Fußabdrücke und Dinosaurier-Eier schon häufiger sind. Dieses Exemplar ist wichtig, weil es eine 20 Millionen Jahre lange Lücke zwischen der Entstehung dieser Dinosaurier in Asien und ihrem ersten Auftreten in Nordamerika füllt."


    30.11.2010

    Reptilien-Aufstieg nach Regenwald-Zerfall am Ende des Karbon

    26.11.2010

    Explosionsartige Größenzunahme bei Säugetieren nach Aussterben der Dinosaurier

    25.11.2010

    Khoratosuchus: Fisch fressendes Krokodil aus der Kreidezeit hatte lange Beine

    24.11.2010

    Pterosaurier flogen langsam und landeten sanft

    19.11.2010

    Tyrannosaurus: Kräftige Schwanzmuskeln sorgten für Schnelligkeit

    16.11.2010

    Fossiler Zahn eines uralten Lungenfisches entdeckt

    11.11.2010

    Die älteste Garnele der Welt

    04.11.2010

    Pflanzen und Pilze − ein uraltes Erfolgsteam

    29.10.2010

    Yizhousaurus: Komplettes Skelett von Sauropoden-Urahn entdeckt

    28.10.2010

    Eine kopflose Libelle im Bernstein erzählt vom Überlebenskampf der Urzeit

    26.10.2010

    Bernstein-Fund: Südostasiatische Regenwälder älter als bislang angenommen

    16.10.2010

    War Tyrannosaurus rex ein Kannibale? Ein Forscherteam um Nick Longrich von der Yale University in New Haven (Connecticut / USA) hat an mehreren Tyrannosaurus-Knochen Bissspuren gefunden, die ebenfalls von Tyrannosauriern stammen.

    Daraus schließt das Team, dass Tyrannosaurus rex unter anderem auch Artgenossen fraß, eine Eigenart, die bislang nur vom Majungasaurus (ehemals "Majungatholus") bekannt war.

    Ob er allerdings aktiv Jagd auf seinesgleichen machte, oder seinen im Konkurrenzkampf getöteten Gegner fraß, kann nicht entschieden werden.

    Longrich sieht in der Möglichkeit, dass Tyrannosaurus rex auch nicht davor zurückschreckte, seinesgleichen zu verspeisen, ein Indiz dafür, dass er wahrscheinlich Einzelgänger war.

    06.10.2010

    250 Millionen Jahre alte Dinosaurier-Fährte in Polen entdeckt

    01.10.2010

    Dicke Knorpel machten Dinosaurier größer als bisher gedacht

    29.09.2010

    Urzeitliche Krabbenwanderung dokumentiert die Kontinentaldrift Indiens

    23.09.2010

    Utahceratops und Kosmoceratops: Neue Ceratopsier-Arten entdeckt

    20.09.2010

    Gruppe der Tyrannosauriden war vielgestaltig

    09.09.2010

    Concavenator: Dinosaurier mit spitzem Höcker entdeckt

    08.09.2010

    Lungenfische erzählen von der Entwicklung des Hörvermögens

    06.09.2010

    Torosaurus mit Triceratops identisch?

    31.08.2010

    Balaur: Stämmiger Velociraptor-Verwandter mit Doppelkrallen

    26.08.2010

    Kurzfristiger Temperaturabfall vor 137 Millionen Jahren

    23.08.2010

    Sonnensystem ist 4.456.820 Milliarden Jahre alt

    19.08.2010

    Andalgalornis: Fleischfressende Terrorvögel jagten vor 60 Millionen Jahren mit gezielten Schnabelhieben

    12.08.2010

    300 Millionen Jahre altes Ursaurier-Skelett in Thüringen entdeckt

    05.08.2010

    Pakasuchus: 105 Millionen Jahre altes, Katzen-ähnliches Mini-Krokodil kaute seine Nahrung

    30.07.2010

    318 Millionen Jahre alte Reptilien-Fußspuren entdeckt

    06.07.2010

    Kindchenschema bei Sauropoden

    06.07.2010

    Säbelzahntiger hatten extrem starke Vorderbeine

    01.07.2010

    Fossilien der ältesten mehrzelligen Organismen entdeckt

    01.07.2010

    Dinosaurier nutzten heiße Quellen zum Brüten - Schalen deuten auf Sauropoden hin Im Nordwesten Argentiniens haben Forscher über 80 Dinosauriergelege gefunden, die aus der frühen Kreidezeit stammen und meistens jeweils 3 bis 12 Eier in zwei Reihen übereinander gelagert enthalten. Zu Zeiten der Dinosaurier befanden sich an dieser Stelle so genannte Hydrothermalquellen, also von der Erdwärme aufgeheizte Wasserquellen.

    Nach Aussage der Forscher deuten die 1,5 bis 7,5 Millimeter dicke, sehr porösen Schalen der bis zu 20 Zentimeter großen Eier darauf hin, dass die Dinosaurier absichtlich hier ihr Eier abgelegt haben, um diese von der Umgebungstemperatur ausbrüten zu lassen, zumal die Eier perfekt an die Umgebung angepasst waren: Um den in den Eiern enthaltenen Nachwuchs vor der sauren Erde zu schützen, waren die Schalen anfangs besonders dick und besaßen für den Gasaustausch in dieser sehr feuchten Umgebung eine fast schwammartige Struktur. Während der Brutdauer löste die saure Erde die dicke Schale nach und nach auf, so dass am Ende der Brutzeit das Jungtier ohne Probleme schlüpfen konnte.

    Nach Berechnung der Forscher wurden die Eier rund zwei Monate bei einer Umgebungstemperatur von 60 bis 100 Grad Celsius ausgebrütet.

    Aufgrund des Aussehens und der Schalenstruktur vermuten die Forscher, dass es sich bei den Eiern um das Gelege von Sauropoden handelt. Bislang konnte diese Vermutung aber mangels Knochenfunden nicht belegt werden.


    18.06.2010

    Dinosaurier-Knochen von frühen Säugern angeknabbert

    18.06.2010

    Ammonitenschalen dokumentieren die Wanderbewegungen der Kopffüßer

    18.06.2010

    Meeressaurier waren warmblütig

    02.06.2010

    Sauropoden konnten den Kopf zum Fressen heben Der Biologe Andreas Christian von der Universität Flensburg hat mithilfe eines mathematischen Modells errechnet, dass es für Sauropoden keinen Energieunterschied machte, ob sie ihren Hals zum Fressen für fünf Minuten in die Höhe reckten oder sich über eine Distanz von 100 Metern fortbewegten.

    Für diese Berechnung legte er den Skelettaufbau eines fossilen Euhelopus zdanski zugrunde, der in der Zeit von vor 130 Millionen bis vor 112 Millionen Jahren gelebt hat und bis zu 15 Metern lang und 15 Tonnen schwer werden konnte.

    Euhelopus, der einen 4,60 Meter langen und 210 Kilogramm schweren Kopf-Hals-Verbund besaß, hielt seinen Hals in Ruhestellung vermutlich in einem Winkel von 40 bis 50 Grad. Sowohl eine horizontalere als auch eine vertikalere Haltung bedurften eines größeren Energieaufwandes, wie die Berechnungen ergaben, die sich auf die Masseverteilung im Halsbereich und die Belastung der Wirbel und Knorpel für verschiedene Kopfhaltungen bezogen.

    Verglichen wurde der Energieverbrauch, der beim Heben des Kopfes einschließlich der notwendigen Erhöhung des Blutdrucks anfiel mit dem Energieaufwand beim Laufen. Das Ergebnis zeigte: "Das Heben des Halses aus horizontaler Lage oder einer 40-Grad-Position und das Fressen bedeuteten für Euhelopus den gleichen Auwand wie eine Distanz von 100 Metern zurückzulegen", so Christian.

    Ähnliche Ergebnisse erzielten die Berechnungen für den bis zu 23 Meter langen Brachiosaurus, der einen neun Meter langen Hals besaß. Auch für ihn machte es keinen energetischen Unterschied, ob er für knapp vier Minuten seinen Kopf zum Fressen in die Höhe reckte oder ob er 100 Meter weit lief.


    29.05.2010

    Coahuilaceratops: Erster Ceratopsier-Fund in Mexiko Ein Forscherteam um Mark Loewen und Scott Simpson vom Utah Museum of Natural History in Salt Lake City (Kanada) hat in Mexiko die Überreste einer bislang unbekannten Ceratopsier-Art entdeckt, die den Namen Coahuilaceratops magnacuerna erhielt. Er ist der erste Ceratopsier, der in Mexiko gefunden wurde.

    Coahuilaceratops lebte vor rund 72 Millionen Jahren in der Oberkreide und zeichnete sich durch zwei riesige Hörner über den Augen aus, die mit mehr als 1,20 Metern Länge größer als alle Hörner der bisher entdeckten Ceratopsier-Arten sind.

    Insgesamt kam Coahuilaceratops auf eine Körperlänge von sieben Metern, einer Höhe von über zwei Metern und auf ein Gewicht von vier bis fünf Tonnen. Sein massiger Schädel war mehr als zwei Meter lang.

    Das Forscherteam geht davon aus, dass die riesigen Hörner sowohl bei der Partnerwerbung als auch bei Revierkämpfen eine Rolle spielten.

    28.05.2010

    Medusaceratops: Neue Horndinosaurier-Gattung aus dem Norden der USA identifiziert

    27.05.2010

    Ajkaceratops: Ceratopsierfund in Ungarn Ein ungarisch-chinesisches Forscherteam um Attila Ösi vom Ungarischen Museum für Naturgeschichte in Budapest und Xing Xu vom Institut für Wirbeltierpaläontologie und Paläoanthropologie in Peking hat erstmals in Europa die Überreste eines Ceratopsiers gefunden, der den Namen Ajkaceratops kozmai erhielt.

    Ajkaceratops lebte von vor 85 bis vor 65 Millionen Jahren im Gebiet des heutigen Ungarn und war rund einen Meter lang.

    Das zwischen Nasenloch und Auge sich befindliche ovale Knochenfenster im Schädel zeichnet ihn als Coronosaurier aus und rückt ihn aufgrund der Fenstergröße in die Nähe der ostasiatischen Vertreter. Daher nehmen die Forscher an, dass die Vorfahren von Ajkaceratops aus Ostasien stammen.

    Weil aber Europa zur Zeit des Ajkaceratops weitestgehend unter Wasser lag und nur aus einzelnen Inseln bestand, vermuten die Forscher, dass die Ceratopsier durch eine Art "Insel-Hopping" bis ins heutig Ungarn gelangten.

    In Schweden wurden zudem im Jahr 2007 vier Oberkieferzähne gefunden, die ebenfalls einer Ceratopsierart zugeordnet wurden. Allerdings weisen die Zähne eher auf eine Verwandtschaft mit der Nordamerikanischen Ceratopsier-Gruppe hin. Daher nehmen die Forscher an, dass auch aus dem Westen Dinosaurier nach Europa vorgestoßen sind.

    27.05.2010

    Neue Einordnung des Kopffüßers Nectocaris Die beiden kanadischen Forscher Martin Smith und Jean-Bernard Caron von der Universität von Toronto haben neue Funde aus der Burgess-Shale-Formation in den kanadischen Rockies untersucht und sind zu dem Schluss gekommen, dass die bereits in den 1930er Jahren erstmals entdeckten und erst 1979 beschriebenen Überreste von Nectocaris pteryx, der vor rund 500 Millionen Jahren gelebt hat, ein urtümlicher Kopffüßer war und bei den Vorfahren der heutigen Tintenfische und Kraken eingeordnet werden muss − nicht wie vermutet bei den Vorfahren der Krebse oder der Wirbeltiere.

    Anders als seine Nachkommen besaß Nectocaris jedoch nicht acht, sondern nur zwei flache, biegsame Arme. Sein fünf bis sieben Zentimeter langer Körper war eher flunderartig und besaß keine Schale. An seinem Kopf wuchsen zwei kurze Stielaugen.

    Was ihn als Kopffüßer auszeichnet ist seine Körperhöhle und eine Art beweglicher Schlauch, der in die Körperhöhle hineinführte. Möglicherweise benutzte Nectocaris auch schon das Rückstoßprinzip, mit dem sich heutige Tintenfische vorwärtsbewegen.

    Die ursprünglichen Vermutung, dass die Kopffüßer sich aus am Meeresboden lebenden Schnecken entwickelt hatten, bei denen eine Veränderung an den Schalen dazu führte, dass sie vom Boden abheben konnten, muss revidiert werden, da die ältesten bislang gefunden Kopffüßer mit Schalen rund 10 bis 15 Millionen Jahre später als Nectocaris lebten.

    "Nectocaris zeigt uns, dass die ersten Kopffüßer bereits schwimmen konnten ohne Hilfe der gasgefüllten Schalen", erklärt Smith. "Die entwickelten sich erst viel später, vielleicht aufgrund der Konkurrenz und der Gefahr durch Räuber im späten Kambrium."

    26.05.2010

    Kann die Körpertemperatur von Dinosauriern errechnet werden? Ein deutsch-amerikanisches Forscherteam um Robert Eagle vom California Institute of Technology in Pasadena, USA, und Thomas Tütken von der Universität Bonn hat ein chemisches Thermometer entwickelt, mit dem es die Körpertemperatur ausgestorbener Tiere bis auf zwei Grad Celsius genau ermitteln kann.

    Als Grundlage für die Körpertemperaturbestimmung dient die Isotopenzusammensetzung des Zahnschmelzes. Da der Zahnschmelz durch die Fossilisationsprozesse nicht stark verändert wird, ist die ursprüngliche Zusammensetzung noch nach Zehntausenden von Jahren weitestgehend erhalten geblieben.

    Die Forscher analysierten die Karbonatzusammensetzung im Zahnschmelz, um von der Menge der aufgefundenen sogenannten schweren Sauerstoff-Kohlenstoffverbindungen auf die Temperatur bei der Bildung des Zahnschmelzes zu schließen: je kälter es ist, desto häufiger gehen die schweren Sauerstoff- und Kohlenstoffisotope O-18 und C-13 eine Bindung ein.

    So konnten die Forscher für das Wollmammut, das vor 30.000 Jahren an den Ufern des Rheins lebte, eine Körpertemperatur von 39,1 Grad Celsius ermitteln, für ein anderes Wollmammut, das im Gebiet der heutigen Nordsee lebte, eine Körpertemperatur von 36,8 Grad Celsius, für ein Urzeit-Nashorn eine Körpertemperatur von 36,6 Grad Celsius und für einen frühzeitlichen Alligator eine Körpertemperatur von 30,4 Grad Celsius.

    Die Forscher versuchen diese Methode der Körpertemperaturbestimmung auch auf die Dinosaurier anzuwenden, um endlich die Frage zu klären, ob die Dinosaurier wechselwarm oder warmblütig waren.

    "Wir haben inzwischen erste Dinosaurierzähne untersucht und eine ähnliche Körpertemperatur wie bei heutigen Säugetieren gefunden", sagt Tütken. "Allerdings müssen wir noch überprüfen, wie verlässlich die Daten sind."

    Da die Dinosaurier vor mehr als 65 Millionen Jahren gelebt haben, besteht die Möglichkeit, dass der Zahnschmelz diese lange Zeit doch nicht so ganz schadlos überstanden hat.

    14.05.2010

    Archaeopteryx und Confuciusornis: Urvögel konnten nur gleiten Die zwei Wissenschaftler Robert Nudds von der Universität von Manchester und Gareth Dyke vom University College Dublin zweifeln aufgrund der fehlenden Federstabilität an der Flugfähigkeit des vor 145 Millionen Jahren lebenden Archaeopteryx und seiner 25 Millionen Jahre jüngeren Verwandten aus der Gruppe der Confuciusornis.

    Diese Vogelarten besaßen zwar genügend Primärfedern, die für den aktiven Vogelflug unerlässlich sind, doch war der Schaft so dünn, dass er bei extremen Flugmanövern vermutlich gebrochen wäre.

    Daher nehmen die Forscher an, dass Archaeopteryx und Confuciusornis zwar durch die Luft gleiten, aber nicht aktiv fliegen konnten − es sei denn, der Schaft wäre innen nicht hohl gewesen wie bei heutigen Vögeln, sondern hätte aus massivem Keratin bestanden, was aber sehr unwahrscheinlich ist.

    14.05.2010

    Wien: Umgestaltung des Dinosaurier-Saals geplant Am 01.06.2010 übernimmt Christian Köberl (51 Jahre) als Generaldirektor die Leitung des Naturhistorischen Museums in Wien.

    Seine ersten Aufgaben sieht er in der Erstellung eines neuen Logos, der Überarbeitung der Homepage und der Umgestaltung des Dinosauriersaals, "weil die Dinosaurier immer das Aushängeschild eines naturkundlichen Museums sind". Er denkt dabei an ein bewegliches Dinosaurier-Modell.

    Innerhalb der nächsten eineinhalb Jahren sollen daneben auch noch der Meteoriten-Saal und die anthropologische Sammlung nur aufgestellt werden.

    13.05.2010

    Sauropodenspuren in Argentinien In der südargentinischen Provinz Neuquen (Patagonien) wurden Sauropodenspuren entdeckt, die im Durchschnitt 1,20 Meter groß sind und auf ein Alter von mehr als 90 Millionen Jahre geschätzt werden, erklärte Jorge Calvo von der Universität Comahue.

    11.05.2010

    Sauropoden schluckten ohne zu kauen Die Frage, warum einige der pflanzenfressenden Dinosaurier bis zu 35 Meter lang und 100 Tonnen schwer werden konnten, hat eine Forschergruppe um Martin Sander von der Universität Bonn jetzt nach eigenen Aussagen gelöst.

    Ihrer Ansicht nach fraßen die Sauropoden energiereiche Nahrung, die sie unzerkaut hinunterschlangen und einige Tage in ihrem riesigen Magen-Darm-Trakt verdauten.

    Da sie so weder Kaumuskeln noch Mahlzähne benötigten, konnten sie sehr leichte Schädel entwickeln, die auf langen Hälsen saßen. Die langen Hälse wiederung befähigten die Kolosse eine große Fläche abzweiden, ohne ihren Standpunkt wechseln zu müssen.

    Kauen trägt zwar dazu bei, Nahrung schneller zu verarbeiten, doch waren die Sauropoden so groß, "dass der Tag 30 Stunden hätte haben müssen, damit sie ihren Kalorienbedarf decken konnten", erklärt Sander.

    Die Forscher vermuten, dass Schachtelhalme den Sauropoden als Nahrung dienten, da sie sehr nahrhaft sind. Allerdings wirken sie durch das in ihnen enthaltene Silikat beim Kauen wie Schmirgelpapier. Da die Sauropoden nach Aussage der Forscher ihre Nahrung jedoch unzerkaut hinuntergeschlungen haben, dürfte ihnen das Silikat nicht sonderlich zugesetzt haben.

    11.05.2010

    Archaeopteryx-Fossil mit Originalfedern Ein Forscherteam um den Physiker Uwe Bergmann vom Stanford Linear Accelerator Center in Menlo Park hat das im Jahr 2005 entdekte 150 Millionen Jahre alte Archaeopteryx-Fossil mit Hilfe von Röntgenlaserstrahlen (sogenannter Synchrotronstrahlung) untersucht und hat dabei Spurenelemente entdeckt, die auf Federreste hindeuten.

    Die Synchrotronstrahlung bringt unterschiedliche Spurenelemente in unterschiedlichen Farben zum Fluoreszieren. So konnten die Forscher in den Knochen des Fossils noch Spuren von Kupfer und Zink nachweisen − Elemente, die auch im Skelett der heutigen Vögel auftreten.

    Überraschenderweise entpuppten sich die feinen Strukturen auf dem Gestein rund um das Skelett, das die Forscher bislang für Feder-Abdrücke hielten, als Reste der Originalfedern. Die in den Federn enthaltenen Phosphor- und Schwefelelemente unterscheiden sich deutlich von dem Kalzium des umgebenden Steins.

    Derek Briggs, Paläontologe an der Yale Universität in den USA sieht in diesem Analyseverfahren große Vorteile: So ließen sich Fossilien erforschen, ohne sie anfassen zu müssen. Museumsmitarbeiter müssten in Zukunft nur darauf achten, beim Präparieren von Fossilien die chemischen Spuren des Lebens nicht zu verwischen.

    10.05.2010

    Aetodactylus: Neue Flugsaurier-Art entdeckt Bei Baustellenarbeiten in Dallas, Texas, wurde der 35 Zentimeter lange, mit mehr als 100 Zähnen besetzte Kiefernknochen einer bislang unbekannten Pterosaurier-Art entdeckt.

    Diese Flugsaurierart erhielt den Namen "Aetodactylus halli", unter anderem benannt nach dem Finder Lance Hall, und lebte wahrscheinlich vor etwa 95 Millionen Jahren. Die Forscher schätzen die Flügelspannweite von Aetodactylus auf fast drei Metern.

    03.05.2010

    Magyarosaurus: Inseln produzierten Zwerg-Dinosaurier Bereits im Jahr 1895 fand die Schwester des Paläontologen Franz Baron Nopsca auf dem Familienanwesen in Transsilvanien (Rumänien) kleine Dinosaurierknochen, die Nopsca selbst einer kleinwüchsigen Sauropodenart zuordnete, der er den Namen Magyarosaurus dacus gab.

    Nopsca vermutete damals, dass es sich bei diesem kleinen Sauropoden, der nicht größer als ein Pferd war, um einen Inselbewohner handeln müsse, der aufgrund der Bedingungen nicht größer hatte werden können.

    Allerdings konnte sich diese Vermutung nicht durchsetzen, da in den folgenden Jahrzehnten in der gleichen Gegend Saurierknochen gefunden wurden, die erheblich größer waren. Daher wurde vermutet, dass die 1895 gefundenen Fossilien zu dem entsprechenden Jungtier gehörten.

    Nun haben die Forscher um die Bonner Paläontologen Koen Stein und Martin Sander die Mikroanatomie der Knochen untersucht und sind zu dem Schluss gekommen, dass Magyarosaurus dactus mit seiner "nur" Pferdegröße tatsächlich ausgewachsen war - sozusagen ein Zwerg unter den Riesen gewesen ist.

    Da sich die Knochen im Laufe des Lebens eines Wirbeltieres kontinuierlich ab und wieder aufbauen, konnten die Forscher anhand der Erneuerungsmerkmale, die sich auch nach 70 Millionen Jahren noch nachweisen lassen, beweisen, dass die kleinen Knochen zu einem erwachsenen Tier gehörten.

    Somit müssen die großen Knochen von einer anderen Dinosaurierart stammen. "Die Dinosaurier auf den Inseln unterlagen den selben ökologischen und evolutionen Prozessen wie unsere heutigen Säugetiere", erklärt Sander.

    Die Frage, ob die identifizierten großen Sauropoden allerdings schwimmend auf die Insel des kleinen Magyrosaurus dactus gelangten oder dessen Vorfahren waren, können die Forscher nicht beantworten.


    29.04.2010

    Similicaudipteryx-Küken mit rudimentären Federn Die Oviraptorenart Similicaudipteryx besaß unterschiedliche Arten von Federn − je nach Alter des Individuums. Das fanden chinesische Forscher um Xing Xu von der chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking anhand zwei gut erhaltener Fossilien aus der 121 bis 125 Millionen Jahre alten Yixian-Formation in Liaoning (China) heraus.

    Die zwei Fossilien des auf zwei Beinen laufenden Similicaudipteryx stammen aus der gleichen Zeit, waren aber unterschiedlich alt: Das jüngere Exemplar war vielleicht einige Tage alt, das ältere befand sich im Jugendstadium. Bei beiden Tieren konnten am Kopf und Rumpf kleine Daunenfedern nachgewiesen werden.

    Während das ältere Exemplar jedoch ähnliche Schwung- und Schwanzfedern wie die heutigen Vögel besaß, waren die Federn des Küken an Arm und Schwanz noch nicht ganz ausgebildet und hatten nur am oberen Drittel die feinen nach links und rechts abgehenden Verästelungen. Zu zwei Drittel bestand die Feder nur aus dem Mittelschaft und glich eher einem Mast mit spachtelförmiger Fahne.

    Die Forscher schließen aus diesem Fund zum einen, dass es bei den Dinosauriern noch mehr Feder-Variationen gab als bei den heutigen Vögeln und zum anderen, dass Similicaudipteryx − anders als heutige Vögel − nicht nach dem Abwerfen des Nestling-Daunenkleids sofort das endgültige Federkleid erhielten, sondern zunächst eine Befiederung mit rudimentär ausgebildeten Federn.

    Dieser Entwicklungsschritt von der unvollständigen Feder im Kükenalter bis zur vollständigen Feder im Jugendalter ging im Laufe der Evolution von den flugunfähigen Theropoden hin zu den flugfähigen Vögeln verloren, erklären die Forscher.

    28.04.2010

    Warum konnten Flugsaurier fliegen? Jahrmillionen beherrschten die Flugsaurier als erste Wirbeltiergruppe den Luftraum. Lange Zeit war wenig über sie bekannt, da es nur spärliche Funde gab. Inzwischen haben Forscher jedoch viele Informationen über diese Sauriergruppe zusammentragen können.

    Anders als Vögel waren Pterosaurier nicht von Federn bedeckt, sondern besaßen eine Flughaut, die sich über den stark verlängerten vierten Finger und den Arm bis zu den Schultern spannte.

    Darüberhinaus hatten sie den sogenannten Pteroid-Knochen, der am Handgelenk ansetzte und vermutlich in Richtung Schulter führte − eine zusätzliche Stütze der Flughaut.

    Früher glaubten die Wissenschaftler, dass insbesondere die großen Flugsaurier zu einem aktiven Flug nicht fähig waren und daher nur segelten. Doch neuere Forschungen haben gezeigt, dass die Flugsaurier bestimmte Anpassungsmerkmale aufwiesen, die ihnen durchaus erlaubten, auch aktive Flugmanöver durchzuführen: So besaßen sie wie die heutigen Vögel ein keilförmiges Brustbein für die Flugmuskeln, kurze starke Oberarmknochen, ein leichtes Knochenskelett und ein effizientes Atmungssystem. Zudem waren sie wahrscheinlich warmblütig, worauf Funde mit haarähnlichen Strukturen auf der Haut mancher Pterosaurier hinweisen.

    Leon Claessens vom College of the Holy Chross in Worcester (Großbritannien) erklärt, dass die Flugsaurier Luftsäcke besaßen, die mit der Lunge verbunden waren und die bis in die Knochen hineinragten, was zu einem relativ geringen Skelett-Gewicht führte und eine effiziente Atmung ermöglichte, da Luft die Lunge zweimal durchströmte: einmal auf dem Weg hin zu den Luftsäcken und ein zweites Mal auf dem Weg zurück, so dass zweimal Sauerstoff entnommen werden konnte.

    Micheal Habib von der John Hopkins University School of Medicine in Baltimore (USA) fand bei den Flugsauriern starke Vordergliedmaße, die leicht geknickt waren, und die sowohl beim Laufen (auf Fingerknöcheln) als auch beim Abheben eingesetzt werden konnten. Somit hätten die Pterosaurier trotz ihrer teilweise enormen Größe ihren Flug auch vom Boden aus starten können.

    Mark Witton und Darren Naish von der Universität von Portsmouth (Großbritannien) folgern aus der Anatomie der großen Flugsaurier, die zur Gruppe der Azhdarchidae gehörten, dass sie mit ihren langen Beinen ähnlich wie die heutigen Störche durch dichte Vegetation geschritten sind und mit ihren langen, zahnlosen Schnäbeln kleine wirbellose Tier und Wirbeltiere bis zur Größe eines heutigen Fuchses packten. Wie die Störche hätten auch die Azhdarchidae lange Hälse gehabt, mit denen sie von oben ihre Opfer erspähen konnten. Weniger wahrscheinlich sei dagegen, dass sie im Wasser auf Beutezug gegangen seien oder einen Angriff aus der Luft gestartet hätten, da ihre Füße eine zu geringe Größe und keine starken Krallen besessen haben, mit denen sie ihre Beute hätten packen können.

    Warum die Flugsaurier nach mehr als 150 Millionen Jahren Luftherrschaft am Ende der Kreidezeit ausstarben, ist jedoch noch weitgehend ungeklärt. Manche Forscher machen die Entwicklung und Ausbreitung der Vögel dafür verantwortlich. Richard Butler vom Natural History Museum in London (Großbritannien) ist jedoch der Meinung, dass die Fossilfunde gegen eine solche These sprechen, denn dann hätte die Artenvielfalt unter den Pterosauriern mit dem Auftreten der Vögel langsam abnehmen müssen, was nicht der Fall war. Daher vermutet Butler, dass die Gründe für das Aussterben der Flugsaurier die gleichen waren, wie die für das Aussterben der Dinosaurier.

    23.04.2010

    Bernstein erzählt vom kreidezeitlichen Afrika Vor 95 Millionen Jahren wuchsen in Äthiopien tropische Wälder, deren Nadelbäume Harz produzierten, in das diverse Kleinstlebewesen dieser Zeit eingeschlossen wurden.

    Erstmals haben nun Forscher den so entstandenen Bernstein gefunden, so dass er von einem internationalen zwanzigköpfigen Forscherteam aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Äthiopien, Italien, Großbritannien und den USA untersucht werden konnte.

    In den fünf bis 25 Zentimeter großen, außergewöhnlich klaren und farbintensiven Bersteinstücken fand das Team neben Insekten, Spinnentieren und Fadenwürmern auch Pflanzenreste, Pilze und Bakterien. Allein bei den Insekten konnten die Forscher Vertreter aus 13 verschiedenen Insektenfamilien identifizieren, darunter Hautflügler, Fransenflügler, Staubläuse, Zorapteren, Pflanzenläuse, Springschwänze und Reste von Motten und Käfern. Auch die bislang älteste Ameise sowie die älteste Baldachinspinne Afrikas befinden sich unter den eingeschlossenen Tieren.

    Die Forscher hoffen mit ihrem Fund nun neue Einblicke in die Lebenswelt der Kreidezeit in Afrika zu erhalten, zumal nur wenige Bernsteinfunde von dem früheren Riesenkontinet Gondwana bekannt sind.

    11.04.2010

    Jack Horner will Dinohühner züchten Der US-amerikanische Paläontologe Jack Horner hat ein Buch mit dem Originaltitel "How to build a dinosaur" (= "Wie man einen Dinosaurier baut" − deutscher Titel: "Evolution rückwärts") herausgebracht.

    Im Interview mit "Welt am Sonntag" erklärte er, dass es unmöglich sei, intakte Dinosaurier-DNA zu finden, durch die die Dinosaurier zurück ins Leben geklont werden könnten. Da aber Vögel die Nachkommen der Dinosaurier seien, könnte man seiner Meinung nach die Evolution durch das "Ausschalten" verschiedener Gene umkehren.

    Im Ei durchläuft der Hühnerembryo Stadien, die auf seine Vorfahren hindeuten. So beginnt er zum Beispiel zunächst einen Schwanz auszubilden, der sich zu einem späteren Zeitpunkt zurückentwickelt. Auch Hände sind während der Embryonalzeit zu erkennen.

    Nach Horners Aussage müsste man nur die Gene ausschalten, die diese endgültige Entwicklung einleiten. Würden diese Gene blockiert, könnte ein Vogel mit Schwanz und Händen schlüpfen. Da so aber auch Einfluss auf den Schwerpunkt der Vogelanatomie genommen würde, sei es unerlässlich, auch die Ausrichtung der Beine zu verändern.

    Seiner Meinung nach, könnten in fünf bis sechs Jahren die ersten "Dinohühner" schlüpfen, die zwar im Grunde ihres Wesens weiterhin Hühner wären, aber wie kleine gefiederte Dinosaurier aussähen.

    Horners Ziel ist es, mithilfe der Dinohühner zu zeigen, wie Evolution funktioniert, um die Evolutionstheorie zu beweisen, die von manchen Menschen angezweifelt wird.

    Auf die Frage "Werden Sie eines Tages einen Tyrannosaurus Rex bauen können?" antwortet Horner: "Ich glaube, sobald wir verstehen, wie wir Gene manipulieren können, werden wir was immer wir wollen konstruieren können." und erklärt weiter: "Das ist nur der Anfang einer Gentechnologie, die eines Tages durchaus auch einen richtigen Dinosaurier produzieren könnte."

    08.04.2010

    Dinosaurier-Wiege auf Urkontinent Gondwana? Ein Foschertem der TU Bergakademie Freiberg um den Paläontologen Jörg Schneider hat zusammen mit marokkanischen Kollegen im Hohen Atlas (Nordafrika) ca. 60 Spuren von Ursauriern entdeckt, die aus über 500 Abdrücken bestehen und auf ein Alter von rund 230 Millionen Jahren geschätzt werden.

    Wahrscheinlich stammen die Fährten von etwa 30 Zentimeter großen, in Höhlen lebenden Sauriern, wofür die Höhlengänge sprechen, die an dieser Stelle gleich zu Dutzenden vorgefunden wurden.

    Bislang galt der nördliche Urkontinent Laurasia als Wiege der Dinosaurier. Die neuen Spuren deuten nach Aussage der Forscher jedoch darauf hin, dass die Dinosaurier eher auf dem südlichen Urkontinent Gondwana entstanden und von hier aus sich über den ganzen Globus verteilten.

    05.04.2010

    Das Leben startete mit RNA Wie das Leben auf der Erde entstanden ist, ist nach wie vor eines der ungelösten Rätsel. Allerdings scheint allmählich Licht ins Dunkel zu kommen.

    Die Forscher gehen inzwischen davon aus, dass zunächst RNA − eine nicht so stabile verwandte Struktur der DNA − entstand und später erst die DNA-Doppelhelix.

    DNA wie auch RNA bestehen aus Strängen kleinerer Moleküle, den Nukleotiden. Diese wiederum stetzen sich aus einem Zucker, einer Phosphatgruppe und einer von vier verschiedenen Nukleinbasen zusammen.

    Obwohl − nach dem heutigen Wissen der Forscher − sowohl die Nukleinbasen als auch die Ribose, der für die RNA bedeutsame Zucker, spontan aus den Chemikalien der "Ursuppe" entstanden sein könnten, werden sich diese Teile vermutlich nicht getrennt voneinander gebildet haben. Das schließen die Forscher aus den Ergebnissen von Experimenten, bei denen sie zunächst die einzeln synthetisierten Teile vergeblich miteinander zu verbinden versuchten und anschließend die Ausgangsstoffe zusammen mit Phosphor zusammenmixten. Beim zweiten Versuch entstand ein kleines Molekül mit dem Namen 2-Aminooxazol, was darauf schließen lässt, dass auch in den Urozeanen geringe Mengen dieses kleinen Moleküls vorhanden waren.

    Die Experimente zeigten weiter, dass UV-Strahlung, die ungefiltert auf die Ur-Erde strahlte, alle Nukleotide zerstörte, bei denen der Zucker und die Nukleinbasen nicht richtig angeordnet waren, so dass nur die C- und U-Nukleotide übrig blieben − zwei von vier Nukleotiden, aus denen sich die RNA zusammensetzt. Die übrigen zwei Nukleotiden − das G- und A-Nukleotid − konnten bislang noch nicht künstlich erzeugt werden.

    Immerhin war es den Forschern aber gelungen zu zeigen, wie RNA zu Beginn des Lebens entstanden sein könnte.

    01.04.2010

    Mögliche Erklärung für das "Junge-Sonne-Paradoxon" Obwohl in der Frühzeit der Erde bis vor 2,5 Milliarden Jahren die Sonne nur rund 70 Prozent der heutigen Strahlkraft besaß − was unter heutigen Bedingungen bedeuten würde, dass die Durchschnittstemperatur um etwa 23 Grad sinken würde −, war die Erde nicht vereist, wie anzunehmen wäre, sondern hatte Ozeane mit flüssigem Wasser. Dies wird in der Wissenschaft "Junge-Sonne-Paradoxon" genannt.

    Lange Zeit glaubten die Wissenschaftler, dass ein frühzeitlicher Treibhauseffekt dafür verantwortlich gewesen sei, also große Mengen Kohlendioxid in der Luft. Nachgewiesen konnte diese Theorie bisher aber nicht.

    Nun hat ein Forscherteam um Minik Rosing von der Universität von Kopenhagen in 3,8 Milliarden Jahre altem Gestein in Grönland Eisenoxide und Eisenkarbonate, sogenannte Magnetite und Siderite gefunden − Mineralien, die sich nur bilden, wenn sich wenig Kohlendioxid in der Umwelt befindet.

    Somit kann der Treibhauseffekt die ungewöhnlich warme Erde nicht verursacht haben.

    Mithilfe von Computersimulationen fand Rosings Team nun eine andere Erklärung für das "Junge-Sonne-Paradoxon": Seinen Berechnungen zufolge waren wesentlich mehr Landmassen von Wasser bedeckt als heute, so dass insgesamt weniger Strahlung durch die Kontinente reflektiert wurde. Da bis vor 2,5 Milliarden Jahren auch noch kaum Algen und andere Pflanzen vorhanden waren, die Gase hätten ausstoßen können, konnten sich zudem auch nur wenige Wolken bilden, so dass die Sonne trotz ihrer geringeren Kraft ungehindert auf die Erde scheinen konnte.

    Dadurch konnte sich die Durchschnittstemperatur auf der Erde im Archaikum auf einem ähnlichen Niveau halten wie heute.


    31.03.2010

    Xixianykus: Flinker Theropode entdeckt In der ostchinesischen Provinz Henan hat ein britisch-kanadisch-chinesisches Forscherteam die Überreste eines kleinen Theropoden aus der Oberkreide gefunden, der nach der Anatomie der Beine zu schließen ein ungemein flinker Renner gewesen ist.

    Wie bei heute lebenden schnell laufenden Tieren besaß "Xixianykus zhangi" (= "Rennkuckuck") − so der Name dieses flinken Theropoden, der nach dem kleinen Laufvogel Mittelamerikas benannt ist − im Vergleich zu seinen Unterschenkeln und Füßen extrem kurze Oberschenkel.

    Der kanadische Paläontologe Corwin Sullivan erklärt: "Die Proportionen der Extremitäten sind die extremsten, die jemals für einen theropoden Dinosaurier beobachtet worden sind."

    Für einen so kleinen Dinosaurier, der zugleich Beute von anderen Raubsauriern war, sei die Fähigkeit, bei Gefahr eine schnelle Flucht anzutreten, äußerst wertvoll gewesen, ergänzt der britische Paläontologe David Hone.

    Da das Skelett nicht vollständig erhalten geblieben ist, können die Forscher die Länge des Dinosauriers nur schätzen und gehen von einer Maximallänge von 50 Zentimetern aus. Vermutlich ernährte sich Xixianykus überwiegend von Insekten − wahrscheinlich hauptsächlich von Termiten und Ameisen.

    Aufgrund seiner Ähnlichkeit mit einigen Alvarezsauriern nehmen die Wissenschaftler an, dass auch diese kleine Theropoden-Art kurze Vorderarme besaß, mit denen er nach seinem Futter grub. Da beim gefundenen Skelett jedoch die Arme fehlen, kann dies nicht bewiesen werden.

    26.03.2010

    Tyrannosaurier lebten auch auf der Südhalbkugel Ein internationales Forscherteam um Roger Benson von der Universität Cambridge hat im australischen Victoria in frühkreidezeitlichen Ablagerungen von vor 110 Millionen Jahren den Hüftknochen eines kleinen Tyrannosauriers entdeckt.

    Bisher waren Tyrannosaurier lediglich von der Nordhälfte der Erde bekannt. Wissenschaftler rätselten aber schon lange, warum gerade diese Dinosaurierspezies es nicht geschafft hat, den gesamten Globus zu besiedeln, während die Überreste anderer Dinosaurier, die zur selben Zeit gelebt haben wie der kleine Tyrannosaurier, weltweit zu finden sind.

    Nun endlich haben sie mit dem Hüftknochen, der den für Tyrannosaurier typischen markanten Schamhöcker besaß, ein Indiz dafür gefunden, dass auch die Tyrannosaurier sich auf der ganzen Welt ausgebreitet hatten.

    Die neu entdeckte kleine Tyrannosaurier-Art lebte allerdings rund 40 Millionen Jahre früher als ihr großer, berühmter Verwandter Tyrannosaurus rex, der erst am Ende der Kreidezeit existierte. Mit drei Metern Länge und einem Gewicht von 80 Kilogramm war sie zudem auch erheblich leichter als ihr Verwandter.

    Der spätkreidezeitliche Tyrannosaurus rex selbst scheint aber tatsächlich nur im Norden gelebt zu haben, wobei sich die Forscher nun fragen, warum es nicht auch ihm gelungen ist, sich im Süden zu behaupten.

    24.03.2010

    Seitaad: Sauropoden-Vorläufer gefunden Bereits im Jahr 2004 entdeckte eine Künstler in der Felswüste von Utah (USA) die Überreste einer bislang unbekannten Dinosaurier-Art. Nun wurden sie von Mark Loewen vom Utah-Museum für Naturgeschichte und Joseph Sertich von der Stony Brook Universität in New York wissenschaftlich beschrieben.

    Demnach lebte Seitaad ruessi − so der Name des neuen Dinosauriers, der nach einem Sandmonster aus der Navajo-Legende namens "Seit'aad" benannt wurde − vor rund 185 Millionen Jahren im Unterjura, war etwa drei bis 4,5 Meter lang und 90 bis 120 Meter hoch.

    Von dem außergewöhnlich gut erhaltenen Skelett fehlen bislang der Kopf, ein Zeh und ein Schienbein. Dennoch nehmen die Forscher an, dass sich Seitaad ruessi von Pflanzen ernährte und ein Vorläufer der Sauropoden war.

    23.03.2010

    Dinosaurier profitierten vom Auseinanderbrechen Pangäas Ein internationales Forscherteam um Jessica Whiteside von der Brown Universität in Providence (USA) hat Lavagestein von vor über 200 Millionen Jahren untersucht und ist zu dem Schluss gekommen, dass der Aufstieg der Dinosaurier durch das Auseinanderbrechen des Riesenkontinents Pangäa begünstigt wurde.

    Vor den Dinosauriern beherrschte eine andere, krokodilverwandte Reptiliengruppe die Erde: die Crurotarsi. Zur Zeiten Pangäas war diese Gruppe viel artenreicher als die Gruppe der Dinosaurier, welche zudem auch viel kleiner waren als ihre späteren Verwandten.

    Als der Riesenkontinent dann begann auseinander zu brechen, kam es zu gewaltigen Vulkanausbrüchen, die 600.000 Jahre lang anhielten und deren erstarrte Lava schließlich ein Gebiet so groß wie die heutige USA bedeckte.

    Whitesides Forschergruppe konnte durch ihre Untersuchung nachweisen, dass am Ende der Vulkanperiode nicht nur die Hälfte alle Pflanzenarten ausgerottet worden war, sondern auch die Gruppe der Crurotarsi. Dies schließt die Gruppe aus dem Vorhandensein von Pflanzen, Pollen und Fußspuren der krokodilähnlichen Reptilien in tiefer gelegenen, also älteren Lavaschichten und dem Fehlen derselben in den höher gelegenen, jüngeren Schichten.

    Saurierspuren konnten hingegen sowohl in den älteren als auch in den jüngeren Schichten nachgewiesen werden, wobei die jüngeren Fußspuren deutlich größer waren als die älteren, was darauf schließen lässt, dass die Dinosaurier nicht nur die Vulkanausbrüche überlebt, sondern auch deutlich an Größe zugelegt hatten.

    Eine einleuchtende Erklärung dafür hat Whitesides Team aber nicht und hält das Überleben der Dinosaurier eher für Zufall. "Anscheinend hatten die Dinosaurier das Glück, besonders gut an die speziellen Klimabedingungen angepasst zu sein", meint Whiteside.

    16.03.2010

    Fedexia striegeli: Amphibiengruppe älter als bislang angenommen Ein Forscherteam um David Brezinski vom Carnegie Museum of Natural History schließt aus der Analyse eines rund 300 Millionen Jahre alten, fossilen Amphibienschädels, dass sich die Amphibiengruppe der Trematopidae etwa 20 Millionen Jahre früher entwickelte als bislang angenommen.

    Ein Hobbygeologe hatte den zwölf Zentimeter langen, gut erhaltene Schädel auf dem Firmengelände von FedEx in der Nähe des Flughafens von Pittsburgh gefunden, weshalb das Tier den Namen "Fedexia striegeli" erhielt.

    05.03.2010

    Dinosterben doch nach Meteoriteneinschlag? Ein internationales 41-köpfiges Forscherteam um den Geologen Peter Schulte vom Geozentrum Nordbeyer der Universität Erlangen ist nach der Auswertung neuer Daten zu dem Schluss gekommen, dass das Massensterben am Ende der Kreidezeit, bei dem zwei Drittel der damaligen Lebewesen ausstarben, nur durch den Meteoriteneinschlag auf die mexikanische Halbinsel Yucatan verursacht worden sein kann.

    Die Theorie besteht seit 30 Jahren, als die Forscher um Luis Walter Alvarez eine dünne Iridiumschicht genau zwischen den Gesteinsschichten von der Kreidezeit zum Tertiär − an der sogenannten K-T-Grenze − entdeckten. Iridium ist ein seltenes Metall, dass auf der Erde so gut wie gar nicht vorkommt, in Asteroiden und Kometen aber häufiger anzutreffen ist. Daher vermuteten die damaligen Forscher, dass am Ende der Kreidezeit ein riesiger Meteorit die Erde traf und dadurch das Massensterben verursacht hat. 1991 wurde mit dem 180 Kilometer großen Chicxulub-Krater dann auch die Einschlagsstelle des Meteoriten entdeckt und identifiziert.

    Aber nicht alle Foscher waren mit dieser Erklärung einverstanden. Eine Wissenschaftlergruppe um die Geologin Gerta Keller von der Princeton Universität argumentiert anhand einer Gesteinsanalyse aus dem Rand des Kraters, dass der Einschlag 300.000 Jahre zu früh stattgefunden hat, um für das Massensterben verantwortlich gewesen sein zu können. Stattdessen gibt diese Gruppe eine außergewöhnlich heftige Vulkantätigkeit in Indien, die sogenannten Deccan Trapps, als Grund für das Aussterben an. Diese vulkanischen Aktivitäten dauerten 1,5 Millionen Jahre an und verstärkten sich genau an der Kreide-Tertiär-Grenze.

    Das Team um Schulte widerspricht dieser Theorie allerdings: Zum einen hätten die Vulkantätigkeiten schon 500.000 Jahre vor dem Massensterben eingesetzt ohne großen Schaden in der Tier- und Pflanzenwelt anzurichten. Zum anderen hätten die Vulkane in einem Jahr nur ein Bruchteil der giftigen Gase produziert, die der Meteoriteneinschlag in dem Augenblick des Aufpralls freigesetzt hat. Und zu guter Letzt basierte die Einschätzung, dass der Chicxulub-Meteorit einige hunderttausend Jahre zu früh eingeschlagen sei, auf einer Fehlinterpretation der geologischen Gegebenheiten: Da der Einschlag die Gesteinsschichten in unmittelbarer Nähe durch gewaltige Erdbeben, Erdrutsche und Tsunamis heftig durcheinander geschüttelt hätte, würden Bohrkerne aus dem Rand des Kraters nicht viel zur Interpretation der Geschehnisse vor 65 Millionen Jahre beitragen können.

    04.03.2010

    Asilisaurus: Dinosaurier schon vor 240 Millionen Jahren? Ein Forschgerteam um Randall Irmis von der Universität von Utah in Salt Lake City und Sterling Nesbitt von der Universität von Texas in Austin hat die Überreste eines dinosaurierähnlichen Silesaurus untersucht und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Dinosaurier vermutlich früher entstanden sind als bislang angenommen.

    Die Überreste, die im Süden Tansanias gefunden wurden und auf ein Alter von 240 Millionen Jahre geschätzt werden, stammen von mindestens 14 verschiedenen Tiere der bislang unbekannten Art Asilisaurus kongwe (suaheli für "alte Vorfahrechse") und umfassen fast das gesamte Skelett. Lediglich einige Schädelteile und Teile der Hand fehlen. So ist es den Forschern möglich, ein lebensnahes Bild der Echse zu zeichnen.

    Demnach war Asiligsaurus ein bis drei Meter lang und an der Hüfte einen halben bis ein Meter hoch, wog 10 bis 30 Kilogramm, lief auf vier Beinen und ernährte sich von Pflanzen oder einer Kombination aus Fleisch und Pflanzen.

    Die Silesaurier gelten als Schwesterngruppe der Dinosaurier: Einerseits besaßen sie viele für Dinosaurier typische Eigenschaften, andererseits fehlten ihnen aber auch einige wichtige Schlüsselmerkmale, die sie als Dinosaurier kennzeichnen würden.

    Die Tatsache, dass die Überreste von Asilisaurus kongwe in Gesteinsschichten gefunden wurden, die 10 Millionen Jahre älter sind als die Schichten, die die Knochen des bilsang ältesten bekannten Dinosauriers enthielten, nimmt Irmis als Indiz dafür, dass die Dinosaurier früher als vor 230 Millionen Jahre entstanden sind. Der Fund zeige, dass die Abstammungslinien von Silesauriern und Dinosauriern schon vor 240 Millionen Jahren getrennt verliefen. Demnach, so Irmis, müssen die Dinosaurier zu diesem frühen Zeitpunkt schon existiert haben.

    03.03.2010

    Theropoden: Auch Dinosaurier konnten die "Flügel anlegen" Chinesische Wissenschaftler um Corwin Sullivan von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking haben die Handgelenkknochen gut erhaltener Theropodenfossilien verglichen und sind zu dem Schluss gekommen, dass nicht erst die Vögel ihre Flügel zusammenklappen und anlegen konnten, sondern dass dies ein Erbe ihrer Vorfahren − der gefiederten Theropoden − war.

    Vogel-Handgelenke lassen sich um nahezu 90 Grad in Richtung Ellenbogen abknicken. So lässt sich zum einen das Fliegen effektiver gestalten, zum anderen kann so der ungenutzte Flügel zusammen gefaltet und geschützt werden.

    Bislang wurde davon ausgegangen, dass das Falten der Flügel eine Errungenschaft der Vögel ist. Die neue Studie zeigt jedoch, dass die Entwicklung zum flexiblen Handgelenk schon bei einigen federtragenden, flugunfähigen Theropoden einsetzte. Je näher sie in zeitlicher Hinsicht den Vögeln standen, desto flexibler war das Handgelenk.

    In direktem Zusammenhang hiermit scheint die Verlängerung der Feder zu stehen: Je flexibler das Handgelenk wurde, desto länger wurden auch die Federn. Bisher konnten die Forscher aber nicht klären, ob die Flexibilität des Handgelenks die Voraussetzung für längere Federn war, oder ob die längeren Federn das Abknicken des Handgelenks erst nötig machten.

    02.03.2010

    Schlange fraß Titanosaurier-Küken Bereits Anfang der 1980er Jahre entdeckte der Geologe Dhananjay Mohabey in 67 Millionen Jahre alten Gesteinsschichten im westindischen Bundesstaat Gujarat die Überreste eines Titanosaurier-Nestes mit einem frisch geschlüpften Küken und in deren Nähe die Knochen einer dreieinhalb Meter langen prähistorischen Schlange.

    Erst jetzt hat Mohabey in Zusammenarbeit mit anderen Forschern den Fund analysieren und den Tathergang rekonstruieren können: Demnach wurde die Schlange, die den Namen "Sanaheh indicus" erhielt, wahrscheinlich von dem gerade geschlüpften Titanosauier-Jungtier angelockt und versuchte dieses zu fressen, als ein Sandsturm oder eine Schlammlawine das Gelege unter sich begrub und die Szene so für Jahrmillionen festhielt.

    Die damaligen Schlangen konnten ihre Kiefer noch nicht ausklappen und waren vermutlich auch nicht imstande, die harten Schalen der Dinosaurier-Eier zu knacken. Daher nehmen die Forscher an, dass Sanajeh es auf die frisch geschlüpften Titanosaurier-Küken abgesehen hatten.

    Da die Sauropoden-Jungtiere rasch heranwuchsen, werden sie bereits nach einem Jahr für Sanajeh als Beute zu groß gewesen sein.


    28.02.2010

    Plesiosaurus-Knochen im Garten gefunden In Norfolk hat der 75jährige Rentner John Ruggles in seinem Garten einen gut erhaltenen Plesiosaurusknochen gefunden, den er zunächst für einen seltsam geformten Stein hielt.

    Nachdem ein Museum den 20 mal 30 Zentimeter großen Stein inspiziert hatte, stand fest, dass es sich bei dem Fund um die Flosse eines Plesiosaurus aus der Jurazeit von vor 135 Millionen Jahren handelt.

    Der fossile Knochen ist so gut erhalten, dass noch die Blutbahnen sichtbar sind.

    24.02.2010

    Abydosaurus-Schädel gefunden Schon im Jahr 2005 wurden im US-Staat Utah in der Cedar-Mountain-Formation die ersten Überreste von vier Exemplaren einer bislang unbekannten Sauropoden-Art entdeckt, die von einem Forscherteam um Brook Britt von der Brigham Young Universität den Namen "Abydosaurus mcintoshi" erhielt.

    Unter den gefundenen Knochen waren auch zwei vollständig erhalten gebliebene Schädel − eine Rarität, da die Schädel der langhalsigen Dinosaurier sehr leicht gebaut waren und nach dem Tod oft schnell zerfielen. Von den 120 bisher gefundenen Sauropodenarten sind bis jetzt nur acht Schädel bekannt.

    Abydosaurus lebte vor rund 105 Millionen Jahren − in der Unterkreide − und war mit dem 45 Millionen Jahre früher lebenden Brachiosaurus verwandt. Er fraß Pflanzen, schluckte diese aber vermutlich unzerkaut herunter. Zumindest weisen die gefundenen Schädel keinen ausgeprägten Kauapparat auf.

    Die beiden gut erhaltenen Schädel stammen von Jungtieren. Die Forscher schätzen die Größe dieser beiden jungen Tiere auf acht Meter.

    19.02.2010

    Ur-Fische besaßen Barten Ein Wissenschaftlerteam um Matt Friedmann von der britischen Universität von Oxford stellte bei näherer Untersuchung von versteinerten Fischfossilien, die seit Jahrzehnten im Museum ausgestellt sind, fest, dass diese Barten besaßen, mit denen sie den prähistorischen Ozean auf Suche nach Nahrung durchsiebten.

    Heute sind Barten nur von Walen und dem Walhai bekannt, die mit offenem Maul einen großen Schluck Wasser nehmen, dann das aufgenommene Wasser durch die Barten wieder hinauspressen und mit den kammartigen Filtern Plankton, Fische und Krebse zurückhalten.

    Doch schon lange Zeit vor den Walen − in der Zeit von vor 170 bis vor 65 Millionen Jahren − gab es Fische, die mit Barten auf Beutefang gingen. Die Wale "erfanden" diese Technik der Nahrungssuche neu, nachdem ihre Vorfahren vom Land ins Wasser zurückgekehrt waren.

    07.02.2010

    3000 Dinosaurier-Fußabdrücke in China entdeckt Ein Forscherteam um Wang Haijum hat bei Zhucheng im Osten Chinas auf einer 2600 Quadratmeter großen Felsfläche mehr als 3000 Dinosaurier-Fußabdrücke entdeckt, die auf ein Alter von mehr als 100 Millionen Jahren geschätzt werden und von mindestens sechs verschiedenen Arten stammen, unter anderem von Tyrannosaurus.

    Die Fußabdrücke sind 10 bis 80 Zentimeter lang und führen alle in die gleiche Richtung. Haijun vermutet, dass es sich entweder um eine Auswanderungswelle oder um einen Beutezug mit fliehenden und verfolgenden Sauriern handelt.

    05.02.2010

    Bolivien: Titanosaurier-Spuren zerstört Der Direktor Wilmer Astete vom Nationalpark Cretatio in Bolivien bedauert den Verlust von 300 Dinosaurierspuren, die beim Absturz einer 80 Meter breiten Felswand zerstört wurden.

    Die Fußspuren stammten von zwei Titanosauriern und waren rund 65 Millionen Jahre alt. Regenfälle und Erosion hatten ie Felsplatte gelöst.

    02.02.2010

    Spinosaurus lebte größtenteils im Wasser Ein Forscherteam um den Paläontologen Romain Amiot von der Université Claude Bernard Lyon 1 hat die Zähne von Spinosaurus und anderen Dinosauriern im Hinblick auf die Isotope Sauerstoff 16 und Sauerstoff 18 untersucht und ist zu dem Schluss gekommen, dass der bis zu 18 Meter lange und elf Tonnen schwere Spinosaurus wahrscheinlich ähnlich wie heutige Flusspferde einen Großteil seines Lebens im Wasser verbrachte.

    Vorherige Untersuchungen hatten schon Hinweise darauf geliefert, dass die Zähne von Spinosaurus sich besonders gut zum Fangen von Fischen eigneten, allerdings wies seine sonstige Anatomie keine besonderen Merkmale auf, die auf ein Leben im Wasser hätten schließen lassen.

    Da Land- und Wassertiere aufgrund der unterschiedlichen Menge ausgeschwitzten Wassers unterschiedliche Vorkommen der Isotope Sauerstoff 16 und Sauerstoff 18 aufweisen, konnten die Forscher durch eine Zahnanalyse nun nachweisen, dass Spinosaurus eher im Wasser gelebt hat. Seine Zahnzusammensetzung ähnelt sehr der von heutigen Flusspferden, während die Zahnzusammensetzung der nachgewiesenermaßen an Land lebenden Dinosauriern der von heutigen Landsäugern gleicht.

    Die Forscher vermuten, dass Spinosaurus durch die aquatische Lebensweise dem Wettbewerb mit anderen großen Raubsauriern um Nahrung und Gebiete aus dem Weg ging.


    29.01.2010

    Wirbelsäulen-Bauplan vom ersten Landwirbeltier errechnet Ein internationales Forscherteam um Johannes Müller vom Museum für Naturkunde Berlin und Marcelo Sánchez von der Universität Zürich ist nach einer vergleichenden morphologischen Studie, bei der es die Wirbelsäulen von über 400 lebenden und ausgestorbenen Tieren untersucht hat, zu dem Schluss gekommen, dass Reptilien seit Jahrmillionen sehr unterschiedliche Wirbelsäulen-Baupläne beitzen, Säugetiere hingegen immer sehr ähnliche, die auch schon ihre reptilienartigen Vorfahren vor 320 Millionen Jahren hatten.

    Während einige Schlangen über 300 Wirbel (ausschließlich Brustwirbel) haben und manche Schildkröten nur 18, ist die Wirbelsäule der Säugetiere fast immer nach dem gleichen Prinzip aufgebaut: 7 Halswirbel und 19 Rumpfwirbel.

    Aus dem Vergleich der unterschiedlichen Tiere miteinander und unterstützt durch Computerberechnungen ist das Forscherteam zu dem Ergebnis gekommen, dass das erste Landwirbeltier 6 Halswirbel und 20 Rumpfwirbel besessen haben muss.

    29.01.2010

    Haplocheirus: Früher Alvarezsaurier gefunden Ein Ausgrabungsteam um den Paläontologen Jonah Choiniere von der George Washington University in Washington (USA) hat in der Wüste Gobi in China das fast vollständige Skelett eines sehr frühen bislang unbekannten Alvarezsauriers gefunden, der den Namen Haplocheirus sollers (= "geschickte Hand") erhielt.

    Haplocheirus lebte am Ende des Jura-Zeitalters vor ca. 160 Millionen Jahren und war mit gut zwei Metern Länge größer als alle bisher gefundenen Alvarezsaurier.

    Obwohl er mehrere Merkmale aufweist, die ihn als Alvarezsaurier auszeichnen, zeigen seine Vorderbeine noch eine frühe Evolutionsphase. Im Gegensatz zu seinen kreidezeitlichen Verwandten besaß Haplocheirus noch drei lange Finger, von denen der mittlere zwar schon deutlich länger war als die anderen beiden, der aber noch nicht die ausgeprägte Kralle seiner später lebenden Verwandten aufwies.

    Da Haplocheirus rund 15 Millionen Jahre früher als Archaeopteryx gelebt hat, ist davon auszugehen, dass sich die Alvarezsaurier parallel zu den Urvögeln entwickelt haben und nicht aus diesen hervorgegangen sind, wie manche Forscher vermuten.

    27.01.2010

    Sinosauropteryx besaß einen geringelten Schwanz Ein britisch-chinesisches Forscherteam um Mike Benton von der Universität Bristol sowie Xin Xu und Fucheng Zhang von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking hat mithilfe eines Rasterelektronenmikroskops die fossilen Federn einiger gefiederter Saurier und urtürmlicher Vögel untersucht und ist dabei auf so genannte Melanosomen gestoßen − Bestandteile von Pigmentzellen, die für die Färbung von Haut, Fell und Federn verantwortlich sind.

    Obwohl die Forscher die Farben der Federn nicht bis ins Detail bestimmen konnten, gelang es ihnen zumindest die beiden Pigmenttypen Eumelanin und Phäomelanin zu identifizieren − Pigmentzellen, die bräunlich-schwarze bzw. gelb-rote Farbtöne erzeugen.

    In den borstenähnlichen Federn des vor 125 Millionen Jahren lebenden Theropoden Sinosauropteryx, die sich vom Kopf über die Mitte des Rückens bis zum gefiederten Schwanz ziehen, wurden Melanosomen gefunden, die auf eine rot-gelbe Färbung hindeuten. Der Schwanz hingegen sei wahrscheinlich orange-weiß geringelt gewesen, so Benton. Beim Confuciusornis deute alles auf ein weiß, schwarz und orange-braun geflecktes Federkleid hin.

    25.01.2010

    Wie glitt Microraptor gui? in internationales Forscherteam um David Alexander von der Universität von Kansas in Lawrence hat die Hinterbeinstellung des Microraptor gui während des Gleitfluges untersucht.

    Microraptor gui hatte sowohl an den Vorder- als auch an den Hinterextremitäten lange Schwungfedern und konnte so wahrscheinlich vierflügelig von Baum zu Baum gleiten.

    Doch wie sah seine Flugtechnik aus? Da es heute kein Wirbeltier mehr gibt, das an den Hinterbeinen vollentwickelte Flügel hat, steht den Wissenschaftlern kein Vergleich zur Verfügung.

    Daher griffen sie auf Holzmodelle zurück, denen sie dünne, federförmige Balsaholz-Platten anhefteten, und testeten mit ihnen die verschiedenen Theorien zur Flugtechnik.

    Die eine Theorie geht davon aus, dass Microraptor gui seine Hinterbeine während des Flugs nach außen abspreizte, so dass sie von dem Luftdruck unter den Flügeln in eine seitlich Lage gedrückt wurden. Die andere Theorie nimmt an, dass die Hinterbeine während des Fluges so an den Körper gezogen wurden, dass sie wie bei einem Doppeldecker etwas versetzt unter den Vorderflügeln in Position kamen.

    Bei den Flugtests kamen drei verschiedene Modelle zum Einsatz: Das erste hatte gerade Hinterflügel, die seitlich am Körper angebracht waren. Das zweite hatte ebenfalls die Hinterflügel seitlich am Körper, besaß aber gekrümmte Spitzen. Das dritte schließlich wies die Doppeldecker-Konstruktion auf.

    Im Ergebnis flogen alle drei Modelle ähnlich gut, allerdings benötigte das Doppeldecker-Modell für eine stabile Fluglage einen unverhältnismäßig schweren Kopf, der bei einem lebenden Tier wahrscheinlich physiologisch unmöglich gewesen wäre.

    Den Forschern erscheint die Konstruktion mit den seitlich abgestellten Hinterflügeln mit gekrümmter Spitze aus biologischer und aerodynamischer Sicht am wahrscheinlichsten. Daher gehen sie davon aus, dass Microraptor gui seine Hinterbeine seitlich abspreizte, wenn er von Baum zu Baum glitt.

    15.01.2010

    Hatten Dinosaurier Vogellungen? Ein Wissenschaftlerteam um Colleen Farmer und Kent Sanders von der Universität von Utah in Salt Lake City vermutet, dass die Dinosaurier ein ähnlich effektives Lungensystem besaßen wie heutige Vögel.

    Da Alligatoren und Vögel gleiche Vorfahren besitzen, untersuchte das Team die Atemwege beim Alligator und stellte eine erstaunliche Ähnlichkeit zur Atemtechnik der Vögel fest.

    Während Säugetiere nur eine Luftröhre besitzen, durch die sie abwechselnd entweder einatmen oder ausatmen, besitzen Vögel und − wie Farmer und ihre Kollegen feststellten − Alligatoren ein schlaufenförmiges Röhrensystm, das ihnen ein fortlaufendes Einatmen gestattet ohne vom Ausatmen unterbrochen zu werden: Die Luft wird durch die eine, speziell für die Einatmung zuständigen Röhre in die Lunge eingesogen und verlässt diese durch eine zweite, ebenfalls speziell für die Ausatmung zuständige Röhre.

    Da sowohl die Vögel als auch die Alligatoren dieses Röhrensystem aufweisen, gehen die Wissenschaftler davon aus, dass es sich bei einem Vorfahr dieser beiden Tiergruppen entwickelt haben muss: bei einem Archosaurier, der vor über 246 Millionen Jahren gelebt hat.

    Die Archosaurier waren aber auch die Vorfahren der Dinosaurier und Flugsaurier. Somit dürften vermutlich auch diese Saurier als Nachfahren der Archosaurier dieses Atmungssystem besessen haben.

    09.01.2010

    Raubsaurierschädel in Frick (Schweiz) freigelegt Bereits im Jahr 2006 wurden in Frick, im schweizer Kanton Aargau, mehrere Knochen-Überreste eines jungen Raubsaurier-Männchens gefunden. Nun konnte auch der Schädel dieses Dinosauriers freigelegt werden.

    Sobald die Fossilien präpariert sind, sollen sie im Sauriermuseum Frick ausgestellt werden.

    07.01.2010

    Polnischer Fährten-Fund stellt bisherige Theorie zur Tetrapoden-Evolution in Frage Im Südosten Polens ist ein schwedisch-polnisches Forscherteam um den Paläontolgen Per Ahlberg von der Universität im schwedischen Uppsala auf mehrere Fußspuren von vierbeinig laufenden Wirbeltieren ("Tetrapoden") gestoßen.

    Das Sensationelle an den Spuren ist das Alter: Mit rund 395 Millionen Jahren (frühes Mitteldevon) sind diese Fährten 18 Millionen Jahre älter als alle bisher gefundenen Spuren von Tetrapoden.

    Die bisherigen Funde sprachen dafür, dass sich die an Land lebenden Wirbeltiere aus den so genannten Elpistostegalia entwickelten − einer Gruppe von Knochenfischen, deren Körper und Kopf schon große Ähnlichkeit mit dem von Wirbeltieren aufwies, deren Gliedmaße aber noch in Flossenstrahlen endeten. Die frühesten (gesicherten) Spuren dieser Knochenfische werden auf vor 375 Millionen Jahre datiert − spätes Mitteldevon.

    Einigen Millionen Jahren später sollen den Elpistostegalia dann die Tetrapoden gefolgt sein.

    Die neuesten Fährtenfunde in Polen widersprechen aber aufgrund ihres Alters dieser Entwicklung. Da sie älter sind als die bislang gefundenen Fußstapfen der Elpistostegalia können sie nicht aus diesen hervorgegangen sein, sondern müssen eine Zeit lang parallel mit ihnen existiert haben.

    "Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die bisher bekannten Elpistostegalia keine Übergangsform zwischen Fischen und Vierfüßern darstellen, sondern eher späte noch überlebende Relikte", erläutert Ahlberg die Sensation des Fundes.

    Die in Polen entdeckten Fährten stammen vermutlich von zwei unterschiedlichen Tieren, von denen das eine Tier möglicherweise rund zweieinhalb Meter, das andere knapp 50 Zentimeter lang wurde. Das schließen die Forscher aus der Größe der Fußstapfen. Knochenfunde gibt es zu diesen Fährten bislang nicht.

    Da die Bodenbeschaffenheit eher dafür spricht, dass sich an dieser Stelle zur mitteldevonischen Zeit eine flache Lagune befand, stellt der Fund eine weitere These in Frage: Ursprünglich wurde davon ausgegangen, dass sich der Wechsel vom Wasser auf das Land zuerst an pflanzenbewachsenen Flussufern oder zeitweise überspülten Waldgebieten abspielte. Doch die Spuren in Polen deuten an, dass dies ebenso auch in einer Wattlandschaft am Ozeanrand hätte stattfinden können.

    05.01.2010

    Sonderbriefmarke zum Geburtstag des Naturkundemuseums in Berlin Die Deutsch Post hat zum zweihundertjährigen Geburtstag des Naturkundemuseums in Berlin eine Sonderbriefmarke herausgegeben, auf der mehrere Exponate des Museums zu sehen sind − einschließlich einer Abbildung des 13 Meter hochen Brachiosaurus-Skeletts, das als das größte montierte Saurierskelett gilt.

    Die Briefmarke wurde am 05. Januar 2010 öffentlich vorgestellt, kann aber schon seit dem 02. Januar an den Postschaltern erworben werden und besitzt den Wert von 45 Cent.

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    Nachrichten aus dem Jahr 2009


    22.12.2009

    Sinornithosaurus besaß Giftzähne Ein US-amerikanisch-chinesisches Wissenschaftlerteam um David Burnham von der Universität von Kansas in Lawrence hat bei der Untersuchung der Zähne des Sinornithosaurus auffällige Einkerbungen in den Zähnen und im Oberkiefer entdeckt. Dies könnte darauf hindeuten, dass Sinornithosaurus bei der Jagd Gift einsetzte.

    Sinornithosaurus wurde erstmals 1999 beschrieben und lebte vor rund 128 Millionen Jahre.

    Anders als einige heute lebende Schlangen injizierte Sinornithosaurus das Gift aber vermutlich nicht mit dem Einschlagen der Zähne, sondern ließ es nach dem Biss über die Rinnen der im hinteren Teil des Oberkiefers befindlichen unterschiedlich langen und gefurchten Zähnen in die offene Wunde fließen.

    Dabei reichte es aus, dass die kurzen Zähne nur wenige Millimeter tief ins Fleisch eindrangen. Die Zahnspitzen hätten das Unterhautgewebe erreicht und so das Gift in den Blutkreislauf bringen können.

    Die Forscher nehmen an, dass das Gift die Beute lediglich lähmte und nicht direkt tötete. Das leiten sie aus der Tatsache ab, dass der Giftapparat dem heutiger giftiger Krustenechsen gleicht. Auch die giftigen Krustenechsen setzen das Gift nur zur Lähmung ein.

    10.12.2009

    Tawa hallae: Sensationeller Saurierfund in New Mexico Schon vor fünf Jahren entdeckten einige Hobbypaläontolgen im Süden der USA im Bundesstaat New Mexico nahe der Stadt Abiquiu in dem Grabungsgebiet "Ghost Ranch" einen Saurierfriedhof, der die erstaunlich gut erhaltenen Überreste von fünf bis sieben Sauriern barg.

    Nun wurden die Ergebnisse der Ausgrabungen veröffentlicht. Demnach handelt es sich bei dem Fund um eine riesige Sensation aus mehreren Gründen:

    Erstens war es schon erstaunlich, an dieser Stelle überhaupt so gut erhaltene Überreste zu finden, da hier seit hundert Jahren nach Fossilien gegraben wird.

    Zweitens stammen die gefundenen Fossilien aus der Triaszeit von vor 214 Millionen Jahren, also aus einer Zeitepoche, die nicht gerade durch zahlreiche Funde bekannt ist.

    Drittens wurden bei diesem Fund unter anderem die Überreste eines Jungtiers einer bislang unbekannten Theropodenart gefunden, die den Namen "Tawa hallae" erhielt, benannt nach dem Sonnengott der Hopi-Indianer und Ruth Hall, einer Hobby-Paläontologin und Ehefrau des ersten Direktors des Grabungsgebietes "Ghost Ranch". Tawa hallae war vermutlich zwei bis vier Meter lang, 70 Zentimeter hoch, fraß Fleisch und lief auf zwei Beinen. Sie hatte große Ähnlichkeit mit dem aus Südamerika bekannten Herrerasaurus.

    Und viertens wurde bei der Analyse der Knochen festgestellt, dass drei der gefundenen Theropodenarten zwar untereinander nur weit entfernt verwandt waren, dafür aber nahe Verwandte in Südamerika besaßen.

    Dies führte das Paläontologenteam um Sterling Nesbitt von der Universität von Texas in Austin dazu, eine neue Hypothese über die Entstehungsgeschichte der Dinosaurier aufzustellen:

    Demnach könnte der Ursprung der Dinosaurier im Gebiet des heutigen Südamerikas liegen. Dort hätten sich die frühen Saurierarten schnell in unterschiedliche Gruppen aufgesplittet und hätten von dort aus die ganze Welt besiedelt, was angesichts des damaligen Riesenkontinents Pangäa, in dem alle Landmassen vereinigt gewesen waren, wahrscheinlich auch ohne Hindernisse möglich gewesen sei.

    Seltsamerweise sind bislang aber nur Hinweise auf Theropoden-Gruppen aus der Zeit der Trias in Nordamerika gefunden worden. Hinweise auf Sauropoden oder andere große Pflanzenfresser gibt es bisher nicht. "Aus irgendeinem Grund fanden damals nur die fleischfressenden Dinosaurier das nordamerikanische Klima günstig", erläutert Randall Irmis von der Universität von Utah, einer der Co-Autoren.


    20.11.2009

    Überreste seltsamer Urzeit-Krokodile in der Sahara entdeckt Forscher um den Paläontologen Paul Sereno von der Universität von Chicago haben in der Sahara die Überreste ungewöhnlicher Krokodile gefunden, von denen drei Arten bislang unbekannt sind.

    Der bislang unbekannte fleischfressende Kaprosuchus saharicus kam auf eine Länge von sieben Metern und war mit Stoßzähnen ausgerüstet. Seine Überreste wurden in Niger entdeckt. Aufgrund seines Aussehens erhielt er den Spitznamen "BoarCroc" = "Eber-Krokodil".

    Der ebenfalls bisher unbekannte Pflanzen und Würmer fressende Araripesuchus rattoides (mit Spitznamen "RatCroc" = "Ratten-Krokodil") wurde nur einen Meter lang und wurde in Marokko entdeckt.

    Der dritte bisher unbekannte Laganosaurus thaumastos fraß Fische und wurde sieben Meter lang. Auffallend ist sein flacher, etwa ein Meter langer Schädel, der ihm den Spitznamen "PancakeCroc" = "Pfannkuchen-Krokodil" einbrachte. Seine Überreste wurden in Niger und in Marokko entdeckt.

    Bereits bekannt, aber dennoch nicht weniger interessant, sind die Überreste des Anatosuchus minor, dessen ungewöhnlich geformte Schnauze ihm den Spitznamen "DuckCroc" = "Enten-Krokodil" einbrachte, und der "Araripesuchus wegeneri" (mit dem Spitznamen "DogCroc" = "Hunde-Krokodil"). Die Überreste dieser beiden Krokodilarten wurden in Niger entdeckt.

    Alle fünf Krokodilarten lebten vor rund 100 Millionen Jahren auf dem Urkontinent Gondwana. Die modernen Nachfahren dieser Urzeitechsen leben nach wie vor auf den Landmassen, die in der Unterkreide den südlichen Riesenkontinent Gondwana bildeten: Südamerika und Afrika.

    Da die urzeitlichen Krokodile längere Beine besaßen als ihre heutigen Nachfahren und diese unter dem Körper trugen − nicht seitwärts herausragend − waren sie vermutlich schnelle Läufer. Der starke Schwanz, den auch schon die Vorfahren der heutigen Krokodile besaßen, machte sie darüber hinaus auch noch zu leistungsfähigen Schwimmern.

    Möglicherweise war es die Fähigkeit, sowohl an Land als auch im Wasser zu leben, die den Krokodilen half, das Massensterben am Ende der Kreidezeit vor 65 Millionen Jahren zu überleben.

    12.11.2009

    Aardonyx: Fund noch Prosauropode oder schon Sauropode? Ein Wissenschaftlerteam um Adam Yates von der Universität von Witwatersrand (Südafrika) haben im Karoo-Becken in der Provinz Free State in Südafrika die Überreste eines bislang unbekannten sieben bis neun Meter langen, pflanzenfressenden Dinosauriers aus der Gruppe der Sauropodomorpha gefunden, der möglicherweise zur Zeit der Übergangsphase von den zweibeinigen Prosauropoden zu den vierbeinigen Sauropoden gelebt hat.

    Der neue Dinosaurier wurde "Aardonyx celestae" genannt und lebte vermutlich vor rund 200 Millionen Jahren. Zum Zeitpunkt seines Todes war er zehn Jahre alt und somit noch nicht ausgewachsen.

    Aardonyx celestae hatte einen langen Hals, an dessen Ende ein kleiner Kopf saß, und massige Beine. Da die Vorderbeine erheblich kürzer als die Hinterbeine waren, gehen die Forscher davon aus, dass er überwiegend auf zwei Beinen lief, wobei er sich wahrscheinlich eher langsam fortbewegte, bei Gefahr aber auch auf allen vieren davontraben konnte.

    04.11.2009

    Stygimoloch und Dracorex gestrichen Die beiden Wissenschaftler Mark B. Goodwin, Assistenzdirektor des Museums für Paläontologie der Universität von Kalifornien in Berkeley, und John Horner vom Museum of the Rockies der Montana State University haben drei Dickkopf-Dinosaurier (Pachycephalosauridae) mit Hilfe von CT-Scans und Knochenanalysen untersucht und sind zu einem überraschenden Ergebnis gekommen:

    Offensichtlich handelt es sich bei den drei untersuchten Dinosaurierarten nicht um verschiedene Spezies, sondern nur um unterschiedliche Entwicklungsstadien einer Dinosaurierart.

    Nach den Ergebnissen zu urteilen, bei denen 21 Schädel und Schädelfragmente miteinander verglichen wurden, war lediglich Pachycephalosaurus wyomingensis ausgewachsen. Stygimoloch spinifer konnte durch die Untersuchungsmethoden ebenfalls als Pachycephalosaurus wyomingensis identifiziert werden, allerdings aufgrund von noch nicht verschmolzenen Knochennähten und Wachstumsgewebe als subadultes Tier (also eine Art "Teenager"). Der erst 2006 entdeckte Dracorex hogwartsia besaß zwar schon einen verdickten Schädel, jedoch noch nicht den aufgewölbten so genannten Frontoparietalknochen und war somit wahrscheinlich noch jünger als Stygimoloch, aber ebenfalls ein Pachycephalosaurus.

    Vieles spricht dafür, dass die markante Schädeldecke der Dickkopf-Dinosaurier ein Zeichen des Alters war und die Artzugehörigkeit kennzeichnete − und nicht zum Kämpfen eingesetzt wurde (wie schon früher vermutet.

    Aufgrund der Studienergebnisse dürften die Namen von Stygimoloch und Dracorex aus der Artliste der Dinosaurier verschwinden.

    Horner und Goodwin gehen sogar noch einen Schritt weiter: Da sich in den letzten Jahren mehrere vermeintlich verschiedene Dinosaurierarten lediglich als unterschiedliche Entwicklungsstadien des gleichen Dinosauriers herausgestellt haben − so wurden der Nanotyrannus als junger Tyrannosaurus rex und der Torosaurus als altender Triceratops identifiziert − vermuten die beiden Wissenschaftler, dass rund ein Drittel aller Dinosaurier-Arten falsch klassifiziert wurde.

    "Jungtiere und Halbwüchsige dieser Dinosaurier sehen sehr, sehr anders aus als die Erwachsenen und scheinen dann einer anderen Art anzugehören", erklärt Goodwin. "Aber einige Wissenschaflter verwechseln morphologische Unterschiede verschiedener Entwicklungsstadien mit taxonomisch bedeutenden Charakteristiken. Das Ergebnis ist eine aufgeblasene Anzahl von Dinosaurierarten in der späten Kreidezeit."

    04.11.2009

    Proceratosaurus: Ältester Vorfahr von Tyrannosaurus rex im Museum entdeckt Schon seit knapp 130 Jahren "schlummerte" ein Dinosaurier-Schädel, der im Jahr 1882 bei Bauarbeiten in Großbritannien gefunden wurde, unerkannt im Londoner Natural History Museum − jetzt wurde er neu entdeckt und seine wahre Bedeutung erkannt:

    Bei dem Schädelknochen handelt es sich um die Überreste eines kleinen Verwandten des Tyrannosaurus rex, der in der mittleren Juraperiode vor 165 Millionen Jahren gelebt hat und somit rund 100 Millionen Jahre älter war als sein großer Verwandter am Ende der Kreidezeit.

    Der Schädelknochen des Proceratosaurus, wie die kleine Version vom Tyrannosaurus heißt, war rund 30 Zentimeter lang und besaß im Maul mächtige, vorn bananenförmige Zähne. Insgesamt kam Proceratosaurus vermutlich auf eine Länge von ungefähr drei Metern.

    Bisher galt der in China gefundene Guanlong wucaii als der ältestes Verwandte von Tyrannosaurus rex, allerdings lebte der "erst" vor 160 Millionen Jahren. Nun wird er von Proceratosaurus, der fünf Millionen Jahre früher gelebt hat, als ältester Vorfahr abgelöst.

    03.11.2009

    Tyrannosaurus rex: Kämpfe unter Gleichaltrigen Wissenschaftler der Northern Illinois University in DeKalb und vom Burpee Museum für Naturgeschichte in Rockford haben bei der Zusammensetzung eines jugendlichen Tyrannosaurus-Skeletts Narben und Bisswunden am Schädelknochen entdeckt, die wahrscheinlich von einem gleichaltrigen Artgenossen stammen.

    Obwohl die Überreste schon im Jahr 2001 entdeckt wurden, konnten die Bissspuren erst jetzt festgestellt werden, da das Skelett aus vielen einzelnen Bruchstücken bestand.

    Die Forscher gehen davon aus, dass Kämpfe unter gleichaltrigen Tyrannosauriern üblich waren, da man auch an ausgewachsenen Skeletten ähnlich Verletzungen entdecken konnte.

    Als Auslöser der Aggressionen kommen mehrere Möglichkeiten in Betracht: So könnte es sich um interne Streitigkeiten innerhalb einer Gruppe gehandelt haben, wie sie auch bei jugendlichen Krokodilen beobachtet werden können. Die jungen Tyrannosaurier könnten aber ebenso spielerisch die Verteidigung von Gebietsansprüchen geübt haben. Oder es sind zwei rivalisierende Gruppen aneinander geraten.

    Bei dem jungen Tyrannosaurus rex konnte ein Biss in den oberen Kieferknochen und der Schnauze diagnostiziert werden, der zu einer gebrochenen Nase führte. Nach Aussage der Forscher waren die Verletzungen allerdings nicht tödlich, sondern verheilten wieder. Zurück blieb ein schief angewachsener Nasenknochen sowie Narben im Kiefenrbereich.

    01.11.2009

    Ältestes Spinnennetz in Bernstein gefunden Ein Forscherteam um den Pflanzenforscher Martin Brasier von der Universität Oxford konnte in einem Bernstein, den Hobbygeologen vor einigen Jahren in Südengland nahe der Hafenstadt Hastings gefunden haben, das bislang älteste Spinnennetz identifizieren.

    Es stammt wahrscheinlich aus der frühen Kreidezeit von vor 140 Millionen Jahren und liefert den Nachweis, dass auch schon zur Zeiten der Dinosaurier Netze bauende Spinnen die Erde bevölkerten.

    Nach Aussage der Forscher stammen die Netzfäden von einer Spinne, die der heutigen Gartenspinne ähnelt. Auch die für den Fang vorgesehenen typischen Tröpfchen, die am Netz haften, konnten die Forscher an dem in Bernstein eingeschlossenen Spinnennetz entdecken.


    28.10.2009

    Tapejara: Pterosaurier nutzten Kopfschmuck und Flügel als Segel

    28.10.2009

    Ende der Kreidezeit: Folgen für europäisches Ökosystem geringer als erwartet

    27.10.2009

    Tyrannosauriden: Biss eines Artgenossen führte zum Tod

    24.10.2009

    Dinosaurier waren vermutlich bunter als heutige Reptilien

    23.10.2009

    Fruitadens: Taubengroßer Hetrodontosaurus aus dem Jura war Allesfresser

    19.10.2009

    Cyanobakterien schuld am Dinosaurier-Sterben?
    KURZNACHRICHT:

    Zwei Us-amerikanische Forscher sehen als Ursache von Massenaussterben kleine Bakterien, die zu einer weltweiten Vergiftung der Tierwelt führten.

    Die beiden Forscher untersuchten fossile Ablagerungen von Cyanobakterien und stellten dabei fest, dass ein massenhaftes Auftreten dieser Bakterien immer auch zeitgleich mit einer Aussterbewelle einherging. Durch das explsionsartige Vermehren dieser Bakterien würden Cyanotoxine freitgesetzt,die sich in der Atmosphäre und im Wasser ausbreiteten. Viele Tiere hätten dies Gift über das Trinkwasser zu sich genommen und so hätte es sich in der Nahrungskette anreichern können.

    Starben die Bakterien letzten Endes wieder ab, verbrauchten sie so viel Sauerstoff aus den Ozeanen, dass das Leben im Meer zum großen Teil erstickte.

    Zwar schlössen die Forscher einen Beitrag von Asteroiden-Einschlägen und Vulkantätigkeiten nicht aus, doch würden diese Ereignisse eine eher untergeordnete Rolle spielen. In erster Linie sei die Blüte der Cyanobakterien am Aussterben von Tier- und Pflanzenarten Schuld, was unte anderem auch der langsame Niedergang der Dinosaurier zeige.

    Ein Forscherteam um Sankar Chatterjee von der Texas Tech University in Lubbock ist jedoch nach wie vor von der Asteroidenhypothese überzeugt, schließt aber den 10 Kilometer großen Chicxulub-Asteroiden aus, da der zu klein gewesen sei. Sein Team favorisiert den in Indien eingeschlagenen Shiva-Asteroiden, der 40 Kilometer groß gewesen sein soll. Bislang gibt es jedoch noch keinerlei Beweise dafür, dass der Shiva-Asteroid als "Dinosaurier-Killer" fungiert hat.

    16.10.2009

    Löschte der 40 Kilometer großer Shiva-Meteorit die Dinosaurier aus?

    14.10.2009

    Darwinopterus: 160 Millionen Jahre alter Flugsaurier steht zwischen den primitiven und höher entwickelten Pterosauriern

    14.10.2009

    1,5 Zentimeter große Fußabdrücke in Südkorea geben Hinweis auf flüchtendes Theropoden-Küken

    12.10.2009

    1,50 Meter große Fußabdrücke in Frankreich geben Hinweis auf 40 Tonnen schweren Sauropoden

    12.10.2009

    Archaeopteryx: Doch eher ein Dinosaurier? Ein amerikanisches Forscherteam um Greg Erickson von der Florida State University in Tallahassee hat winzige Knochenpartikel von einem Archaeopteryx-Fossil aus der Bayerischen Staatssammlung untersucht und dabei festgestellt, dass die Knochen des Urvogels eine sehr dichte Struktur aufweisen, parallelfaserig sind und nur von wenigen Blutgefäßen durchzogen waren.

    Der Knochenaufbau erinnere eher an den einer Eidechse als an den eines Vogels, so das Team.

    Darüber hinaus untersuchten die Forscher auch Knochenpartikel von dem Archaeopteryx nahe stehenden Dinosauriern wie Velociraptor und Deinonychosaurier sowie von zwei weiteren Urvögeln, die 30 bis 40 Millionen Jahres nach Archaeopteryx gelebt haben: Jeholornis prima und Sapeornis chaoyangensis.

    Der Vergleich der Knochenuntersuchungen ergab, dass Archaeopteryx eine wesentlich längere Entwicklungszeit hatte als moderne Vögel. Den Ergebnissen zufolge benötigte Archaeopteryx 970 Tage, bis er voll ausgewachsen war − also mehr als zweieinhalb Jahre. Vögel mit einer ähnlichen Größe wie Archaeopteryx brauchen dazu hingegen nur acht bis neun Wochen.

    "Die maximale Wachstumsgeschwindigkeit von Archaeopteryx gleicht denen der Dinosaurier und ist damit dreimal langsamer als die lebender Vögel und viermal schneller als die heute existierender Reptilien", erklärt Erickson. "Was Physiologie und Stoffwechsel betrifft, hat der Übergang zu dem der echten Vögel erst Millionen Jahre nach dem Archaeopteryx stattgefunden."

    Somit war Archaeopteryx längst nicht so nah mit den modernen Vögeln verwandt, wie gemeinhin angenommen. Die Ergebnisse hätten aber noch eine andere Bedeutung, denn sie zeigten: "Vogelflug war auch mit der Physiologie eines Sauriers möglich."

    05.10.2009

    Kieferknochen eines 80 Millionen Jahre alten Ceratopsiers in Südkorea entdeckt

    04.10.2009

    Zu niedriges Höchstgebot für das Skelett eines Tyrannosaurus-Weibchens

    01.10.2009

    140 Millionen Jahre alte Nester mit Dinosaurier-Eiern in Indien gefunden

    01.10.2009

    Nach dem Massensterben vor 250 Millionen Jahren übernahmen Pilze die Herrschaft an Land

    01.10.2009

    Tiefes Wasser schützte vor 200 Millionen Jahren Korallenriff vor Treibhausklima


    30.09.2009

    Tötete heutiger Raubvogel-Parasit auch schon Tyrannosaurier? Ein amerikanisch-australisches Forscherteam um den Veterinärmediziner Ewan Wolff von der Universität von Wisconsin in Madison (USA) hat 61 Schädel von Tyrannosaurus rex und seinen Verwandten untersucht und ist sich sicher, bei 10 Exemplaren auf Hinweise auf einen Befall durch Trichomonas-Parasiten gestoßen zu sein.

    Diese winzigen Geißeltierchen sind aus der heutigen Vogelwelt unter dem Namen "Kropfseuche" bekannt und befallen in der Regel Raubvögel, die sich von Tauben und Hühnervögel ernähren. Der Parasit frisst sich durch den Rachen und die Speiseröhre, so dass die Raubvögel letztendlich verhungern müssen, da sie keine Nahrung mehr zu sich nehmen können. Tauben und Hühnervögel tragen den Parasiten oft in sich, ohne die entsprechenden Symptome zu zeigen. Das Immunsystem der Raubvögel kommt jedoch nicht gegen diesen Parasiten an, und so kann dieser seinen zerstörerischen Raubzug beginnnen.

    Die Spuren, die das Team um Wolff an den Kieferknochen der Tyrannosaurier entdeckte, gleichen den Verletzungen eines mit Trichomonose infizierten Raubvogels. Anders als bei Bissspuren oder von Bakterien verursachten Schäden, weisen die Tyrannosaurier-Kiefer tiefe Löcher auf, deren Kanten rund und glatt sind. Bei Bissspuren wären diese eher rissig und ungleichmäßig.

    Das Forscherteam geht davon aus, dass sich Tyrannosaurus über seine Beute oder verseuchtes Trinkwasser, aber auch durch Kämpfe mit Artgenossen oder Kanibalismus infizierte. Womöglich gaben Eltern diesen Parasiten auch durch die Fütterung an ihre Jungtiere weiter.

    28.09.2009

    Gut erhaltener 290 Millionen Jahre alter Ursaurier mit fünf Fingern in Chemnitz entdeckt

    25.09.2009

    Anchiornis: 160 Millionen Jahre alter Vogel-Vorfahr entdeckt?

    25.09.2009

    Acrocanthosaurus: Aufrecht und relativ schnell Ein britisches Forscherteam unter der Leitung Karl Bates von der Universität Manchester hat mithilfe von Computersimulationen ermittelt, wie schnell und wendig Acrocanthosaurus, einer der großen Raubsaurier aus der Gruppe der Carcharodontosaurier, bei der Beutejagd war. Dabei ging es weniger um Rekorde als viel mehr um realistische Daten, die sich auf das Laufen, das Zupacken beim Beutegreifen und das Hinlegen des Sauriers bezogen. Die Ergebnisse der Studie präsentierte das Team auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Wirbeltierpaläontologie im britischen Bristol.

    Bates erläutert: "Dem Modell zufolge ist Acrocanthosaurus ziemlich aufrecht gegangen und hatte eben nicht die gebückte Haltung heutiger Vögel, die ja die Nachkommen dieser Raubsaurier sind."

    Den Berechnungen zufolge konnte Acrocanthosaurus sieben Metern pro Sekunde, also etwa 25 Stundenkilometer schnell rennen. "Wir wissen natürlich nicht, ob diese Geschwindigkeiten tatsächlich gelaufen wurden, aber immerhin musste er schnell genug rennen, um sein Abendessen zu fangen", sagt Bates und gibt den Ausblick: "Als nächstes wollen wir das System bei anderen Dinosauriern anwenden. Das ermöglicht uns neue Einblicke, wie sich unterschiedlich große Tiere in bestimmten Ökosystemen bewegt haben und wie sich die Laufbewegungen mit zunehmender Körpergröße verändert haben."

    18.09.2009

    Raptorex: Drei Meter langer Vorfahr des T.rex aus der Unterkreide

    16.09.2009

    Spinophorosaurus: Neue Sauropoden-Gattung aus dem mittleren Jura in Afrika entdeckt

    11.09.2009

    Plötzlicher Sauerstoffmangel in den Meeren der Unterkreide

    09.09.2009

    Münchehagen: Spuren eines Dinosaurierkampfs?

    19.08.2009

    Wie Pterosaurier landeten

    15.08.2009

    Schweiz: Raubsaurierspuren aus der Trias in 3100 Meter Höhe gefunden

    06.08.2009

    Australien: Mögliche Dinosaurier-Höhlen entdeckt

    06.08.2009

    Cryptomartus und Eophrynus: Zwei Spinnen aus dem Karbon

    05.08.2009

    Große Theropoden fraßen hauptsächlich Jungtiere


    30.07.2009

    Suminia: Baumbewohnender Synapsida aus dem Perm entdeckt In der zentralrussischen Region Kirow wurden in einem einzigen Brocken roten Tongesteins die Überreste gleich mehrerer Tiere der Art Suminia getmanovi entdeckt: einige sehr gut erhaltene Schädel und mehr als ein Dutzend fast vollständiger Skelette von jungen und erwachsenen Individuen. Dieser reichhaltige Fund ermöglichte eine hervoragende Rekonstruktion des Tiers.

    Suminia getmanovi war ein rund 50 Zentimeter langes, pflanzenfressendes Reptil, das zu den so genannten Synapsida gehörte und somit ein Vorfahr der heutigen Säugetiere darstellt. Es lebte vor etwa 260 Millionen Jahren im Perm, also noch vor den ersten Dinosauriern, besaß besonders lange Finger, einen Daumen zum Gegengreifen und einen langen Schwanz, mit dem es sich vermutlich an Ästen festhalten konnte.

    Wahrscheinlich lebte Suminia getmanovi auf Bäumen, was die Forscher Jörg Fröbisch vom Chicagoer Field Museum und Robert Reisz von der University of Toronto zunächst überraschte, da bislang nicht bekannt war, dass zu einem so frühen Zeitpunkt in der Erdgeschichte schon Wirbeltiere die Bäume erobert hatten.

    Fröbisch erklärt: "Es ist eine Überraschung, aber es macht Sinn. Es war eine neue Nische für Wirbeltiere. Sie fanden dort Nahrung konnten den Raubtieren auf dem Boden entgehen."

    28.07.2009

    Begann die "kambrische Explosion des Lebens" in einem salzhaltigen, alkalischen See?

    27.07.2009

    Thüringen: Überreste eines 300 Millionen Jahre alten säugetierähnlichen Sauriers gefunden

    22.07.2009

    Massensterben bereiten den Weg für Evolution

    21.07.2009

    Wuchsen vor einer Milliarde Jahre schon einzellige Pflanzen an Land, die letztendlich für die kambrische Explosion des Lebens verantwortlich waren?

    16.07.2009

    Saurer Regen infolge starker Vulkantätigkeiten führte vor 200 Millionen Jahren zum Waldsterben der Nordhalbkugel

    15.07.2009

    Nothronychus: Neue Therizinosaurier-Art in den USA entdeckt

    10.07.2009

    Schildkröten-Panzer entstehen aus Rippen

    07.07.2009

    Riesenwuchs bei Sauropoden durch effizienten Energiehaushalt
    KURZNACHRICHT:

    Amerikanischen Forschern zufolge wurden die Sauropoden nur deshalb so groß, wiel sie zum einen ihre Nahrung, die aus einem breitgefächerten Angebot bestand, effizient verwerteten und zum anderen sich nur äußerst spärlich bewegten.

    Den Berechnungen des Forscherteams nach benötigten die Langhals-Dinosaurier zwar drei Mal so viel Energie wie Eidechsen, aber nur ein Fünftel der Energie, die ein Landsäugetier verbraucht.

    03.07.2009

    Australovenator, Diamantinasaurus und Wintonotita: Drei neue Dinosaurier-Gattungen aus der Unterkreide in Australien entdeckt

    22.06.2009

    Gewicht der Dinosaurier möglicherweise zu hoch geschätzt

    20.06.2009

    Saurierfunde aus der Oberkreide in Alberta (Kanada)

    17.06.2009

    Limusaurus: 155 Millionen Jahre alter Theropode könnte Entwicklung des Vogelflügels klären Forscher können anhand der bisher entdeckten Limusaurus-Skelette nachweisen, dass Übereinstimmungen zwischen dem Handaufbau bei Vögeln und dem bei Dinosauriern bestehen, was immer wieder bezweifelt wird.

    Nach Aussage einiger Forscher unterscheiden sich Vogelflügel und Dinosaurierhand grundsätzlich: Während sich bei der Theropodenhand anscheinend der Daumen, der Zeige- und der Mittelfinger erhalten hat, sind es bei den Vögeln, nach ausgiebigen Studien an Straußenembryos zu schließen, der Zeige-, Mittel- und Ringfinger. Dies wird oftmals als Argument dafür verwendet, dass Vögel nicht aus theoropden Dinosauriern hervorgegangen sein können.

    Nun kann aber anhand der rund 155 Millionen Jahre alten Überreste von Limusaurus nachgewiesen werden, dass als erstes der Daumen bei der Reduzierung der Hand verloren ging.

    Limusaurus ging wie die meisten Theropoden, zu denen die Ceratosauria gezählt werden, auf zwei Beinen, besaß kurze Arme und einen langen Schwanz.

    Eindeutige Indizien sprechen nun dafür, dass der innere Finger reduziert, der zweite verlängert wurde und sämtliche Finger die Aufgaben des ursprünglichen Nachbarn übernahmen. Auch das Handgelenk sei, laut Forscher, so aufgebaut, dass es eher zu den mittleren Fingern passt, obwohl das äußere Erscheinungsbild der Hand auf die ersten vier Finger schließen ließe.

    Somit liefert Limusaurus den Forschern wichtige Hinweise auf die Evolution der Theropodenhand und dadurch ebenfalls auch auf die Evolution des Vogelflügels.

    17.06.2009

    Psittacosaurus gobiensis fraß Samen und Nüsse Ein chinesisch-amerikanisches Forscherteam um den Paläontologen Paul Sereno von der Universität von Chicago hat in der Wüste Gobi in der Mongolei sowohl mehrere Teilskelette als auch das fast vollständige Skelette einer neue Psittacosaurus-Art entdeckt, die den Namen Psittacosaurus gobiensis (= "Papageienechse aus der Wüste Gobi") erhielt.

    Psittacosaurus gobiensis lebte vor etwa 110 Millionen Jahren und wurde einen knappen Meter lang.

    Zu den Überresten gehören der gesamte Schädel und fast sämtliche andere Knochen des Skeletts. Lediglich der rechte Arm sowie Teile des Kreuzbeins, des Beckens, des rechten Beins und des Schwanzes fehlen.

    In der Nähe der Magengegend wurden 50 rund geschliffene Steine im Durchmesser von 0,5 bis über einem Zentimeter gefunden, die von dem Forscherteam als Magensteine identifiziert wurden. Wahrscheinlich fraß Psittacosaurus gobiensis also harte und schlecht verdauliche Nahrung, die mithilfe von Magensteine zerkleinert wurde, wie zum Beispiel harte Samenkörner oder Nüsse.

    Auch der Bau seines Schädels sowie des Kauapparates lassen auf diese Nahrung schließen: In seinem Oberkiefer saßen an jeder Seite acht, im Unterkiefer an jeder Seite neun Zähne. Beim Schließen des Mauls glitten sie so aneinander vorbei, dass sie sich selbst schärften.

    Zudem zeigte sein Schädel sowohl Ansatzflächen starker Kaumuskeln als auch diverse Verstärkungen der Knochen, die das kräfigte Zubeißen unterstützten.

    10.06.2009

    Vogellunge und Oberschenkelknochen sprechen gegen direkte Nachkommenschaft der Vögel von den theropoden Dinosauriern


    27.05.2009

    Vergleiche mit heutigen Tieren sprechen für Schwanenhälse bei Sauropoden
    KURZNACHRICHT:

    Britische Forscher sind durch Vergleiche mit heutigen Tieren wie Katze, Hase, Schildkröte, Giraffe, Strauß und Krokodil zu dem Schluss gekommen, dass Sauropoden möglicherweise ihren Kopf an hochgestellten Hälsen, die wie ein Schwanenhals in einer S-Kurve geformt waren, getragen haben könnten.

    Allerdings muss dazu auf zwei Fragen eine Antwort gefunden werden: Reichte der Blutdruck aus, um den hoch getragenen Kopf mit genügend Sauerstoff zu versorgen? Ermöglichte die Wirbelsäule überhaut das so hohe Anheben des Kopfes?

    Zumindest die zweite Frage kann wahrscheinlich mit "ja" beantwortet werden, da es für Wirbeltiere üblich ist, dass die Basis des Halses stark nach oben gekrümmt ist.

    Dass die Sauropoden eine bewegliche Halswirbelsäule besaßen, erschließt sich schon aus der Tatsache heraus, dass sie den Kopf zum Trinken nach unten bringen mussten.

    Allerdings bleibt auch noch die Frage, wie lange die Sauropoden überhaupt ihren Kopf hätten oben halten können. Und um darauf eine Antwort zu finden, bleiben nur drei Möglichkeiten:

    1. Es wird ein fossilisiertes Dinosaurierherz mit Gewebeüberresten gefunden, um Erkenntnisse über den Kreislauf zu erhalten.

    2. Die Halswirbelsäule wird intensiv auf Muskelansätze überprüft.

    3. Anhand der Fußspuren wird das Gewicht auf den Vorderbeinen ermittelt.

    09.05.2009

    Massenhafter Trilobiten-Fund in Portugal gibt Indizien für gemeinsame Häutungszeiten

    02.05.2009

    Brachylophosaurus: Proteinfund deutet auf Vogelverwandtschaft hin


    27.04.2009

    Chicxulub-Meteorit fiel 300.000 Jahre zu früh für Massenaussterben
    KURZNACHRICHT:

    Gerta Keller von der amerikanischen Universität Princeton und ihr Team legten erneut Indizien vor, die gegen den Chicxulub-Einschlag als "Dinosaurier-Killer" sprechen:

    Ihren Ausführungen nach konnten in den Gesteinsschichten rund um den Krater keine Anzeichen dafür entdeckt werden, dass der Asteroiden-Einschlag Auswirkungen auf die Fauna und Flora der damaligen Zeit gehabt hätte. Erst in darüber liegenden Schichten könne man die Aussterbewelle erkennen. Zwischen der Schicht, die dem Meteoriteneinschlag zugeschrieben wird, und der Schicht, die das Aussterben markiert, befände sich eine meterdicke Sandsteinschicht.

    Da sich diese Sandsteinschicht nur über einen sehr langen Zeitraum gebildet haben kann, kann sie nicht mit einer Tsunami-Welle infolge des Einschlgs erklärt werden - ein Argument, das immer wieder gerne von den Asteroiden-Befürwortern vorgebracht wird. Auch Hinweise auf ein Erdbeben oder andere tektonische Veränderungen würden fehlen.

    Außerdem - und dieser Befund ist neu - hat Gerta Keller in der Schicht unterhalb der "Einschlags-Schicht" Spuren von 52 Organismen ausmachen können, die oberhalb der "Einschlags-Schicht" immer noch nachgewiesen werden konnten. Insofern kann der Meteoriteneinschlag auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan keine relevanten Rolle beim Aussterben am Ende der Kreidezeit gespielt haben.

    22.04.2009

    Xiongguanlong und Beishanlong: 1,50 Meter hoher Tyrannosaurier und junger Ornithomimosaurier in China gefunden

    17.04.2009

    Alligatoren-Experiment zeigt: je höher der Sauerstoffgehalt, desto größer die Tiere

    16.04.2009

    Emausaurus: Greifswalder Dinosaurier-Skelett aufgrund unzureichender Konservierungsmethoden in den 60er Jahren vom Zerfall bedroht

    09.04.2009

    Bis vor 2,4 Milliarden Jahren verhinderte ein hoher Nickelgehalt der Urozeane die Bildung von Sauerstoff in der Atmosphäre US-Amerikanische und Kanadische Forscher um Kurt Konhauser von der Universität von Alberta in Edmonton haben gebänderte Eisenerze (hell-dunkel-gestreifte Ablagerungen, die bis zu 3,8 Milliarden Jahre alt sind) untersucht und dabei festgestellt, dass der Nickelgehalt in den Urozeanen vor 2,5 Milliarden Jahren dramatisch gesunken ist.

    Nickel ist für methanbildende Bakterien von existenzieller Bedeutung.

    Vermutlich wurde das Element Nickel bis vor 2,5 Milliarden Jahren durch unzählige Vulkanausbrüche aus dem Erdinneren an die Oberfläche befördert und gelangte durch Erosion in die Urozeane.

    Somit konnten die methanbildenden Bakterien reichlich Methan produzieren, das sie an die Atmosphäre abgaben, und verhinderten gleichzeitig die Bildung von Sauerstoff.

    Als die Erdkruste dann abkühlte, nahm die Zahl der Vulkanausbrüche ab. Der Nachschub an Nickel fehlte plötzlich und die Bakterien verhungerten. Es wurde weniger Methan produziert und Sauerstoff konnte sich in der Atmosphäre anreichern. Danach erst konnten höhere Lebensformen entstehen.

    04.04.2009

    Aathal-Museum präsentiert Gastonia-Skelett

    01.04.2009

    Sauropoden: Halsstellung wahrscheinlich waagerecht Schon häufiger war die Halsstellung bei den Sauropoden Thema von diversen Studien.

    Nun hat der australische Evolutionsbiologe Roger Seymour von der Universität von Adelaide Computersimulationen durchgeführt und festgestellt, dass die meisten Sauropoden ihren Hals vermutlich waagerecht zum Boden hielten, da sie andernfalls die Hälfte ihrer gesamten Energie dazu hätten verwenden müssen, ausreichend Blut in die Köpfe zu pumpen.


    27.03.2009

    Deutsches Forscherteam will Dinosaurierknochen in China bergen, die 2008 entdeckt wurden

    25.03.2009

    Jugendliche Triceratopsier bildeten Gruppen Im Südosten des US-Bundesstaates Montana sind in 66 Millionen Jahre alten Gesteinsschichten erstmals die Überreste mehrerer Triceratopsier an einem Fundort entdeckt worden, von denen zumindest drei jugendliche Tiere zum gleichen Zeitpunkt ums Leben gekommen sind.

    Da bislang stets nur Einzelexemplare des Triceratops gefunden wurden, konnte man bisher keine gesichterten Angaben zum Sozialverhalten dieser großen Pflanzenfresser machen.

    Dieser Fund gibt Anlass zur Annahme, dass sich junge Triceratopsier zu kleinen Gruppen zusammenschlossen − möglicherweise aus Gründen des Schutzes.

    Die am Fund beteiligten Wissenschaftler glauben aber nicht, dass die Triceratopsier ständig in Gruppenverbänden unterwegs waren. "Wir wissen nicht, warum sie eine Gruppe bildeten oder wie viel Zeit sie zusammen verbrachten", sagt Joshua Mathews, einer der beteiligten Forscher um Stephen Brusatte.

    24.03.2009

    Erbgut-Verdopplung half Pflanzen über das Massensterben Die Katastrophe am Ende der Kreidezeit wurde nicht nur den Dinosauriern zum Verhängnis, sondern auch den Pflanzen, von denen insgesamt 60 Prozent zu Grunde gingen.

    Einige Pflanzen überlebten, weil sie ihr Erbgut verdoppelten.

    Der belgische Molekularbiologe Yves Van der Peer untersuchte zusammen mit zwei Kollegen das Erbgut mehrerer Pflanzenarten − unter anderem Reis, Tomaten, Ackerschmalwand, Pappel und Baumwolle − und entdeckte, dass die Vorfahren dieser Pflanzen vor 60 bis 70 Millionen Jahren ihren Chromosomensatz verdoppelten.

    Van der Peer glaubt an einen direkten Zusammenhang zwischen dieser Erbgut-Verdopplung (wissenschaftlich: Polyploidie) und der Katastrophe von vor 65 Millionen Jahren, bei der viele Tier- und Pflanzenarten ausstarben.

    Polyploide Pflanzen sind dafür bekannt, dass bei ihnen die Genaktivität neu angeordnet wird. Das kann bei neuartigen Umweltbedingungen durchaus von Vorteil sein, da dies die Anpassung beschleunigt. Auch die durch Polyploidie geförderte Selbstbestäubung ist in einer Zeit, in der die potenziellen Sexpartner zu Grunde gehen, sehr vorteilhaft.

    Allerdings könnte die Polyploidie unter normalen Lebensbedingungen auch schnell in eine evolutionäre Sackgasse führen − so Van der Peer − und setze sich nur dann durch, wenn die Umstände stimmten. Und die scheinen zum Zeitpunkt des Dinosauriersterbens durchaus gestimmt zu haben.

    22.03.2009

    Mindestgebot für Dryosaurus-Skelett bei Auktion zu hoch In New York wurde das rund 150 Millionen Jahre alte Skelett eines heranwachsenden Dryosaurus altus zur Versteigerung angeboten, Mindestgebot: 300.000 US-Dollar.

    Zwei interessierte Museen konnten diesen hohen Preis allerdings nicht aufbringen und ein privater Sammler fand sich auch nicht. So blieb dieses Skelett, das 1993 im US-Bundesstaat Wyoming gefunden wurde und rund fünf Meter lang und zwei Meter hoche ist, im Besitz der Archäologen, die es aus wirtschaftlichen Gründen verkaufen wollten.

    Experten der IM Chait Gallery hatten Angebote bis zu einer halben Million US-Dollar (rund 370.000 Euro) erwartet.

    20.03.2009

    Hardia: Gliederfüßer-Vorfahr aus dem Kambrium neu rekonstruiert

    19.03.2009

    Tianyulong: Heterodontosaurier aus der Gruppe der Ornithischia mit Federn? Ein Forscherteam um Hai-Lu You von der chinesischen Akademie der Geowissenschaften in Peking hat an den Überresten eines rund 70 Zentimeter langen, pflanzenfressenden Heterodontosaurius aus der frühen Kreidezeit haarige Fortsätze der Haut entdeckt.

    Die Forscher halten diese Fortsätze, die sich entlang der Wirbelsäule ziehen, bis zu sechs Zentimeter lang und innen hohl waren, für eine Vorstufe der Feder.

    Der Dinosaurier erhielt den Namen "Tianyulong confuciusi" und war vermutlich noch nicht ausgewachsen. Sein Kopf maß sechs Zentimeter, sein Schwanz war 44 Zentimeter lang.

    Das Überraschende an diesem Fund ist, dass die Heterodontosaurier nicht zu den Vorfahren der Vögel gezählt werden; während die Vogelvorfahren den Saurischia (Echsenbecken-Dinosauriern) zugeordnet werden, gehören die Heterodontosauriern zu den Ornithischia (Vogelbecken-Dinosauriern).

    Die Forscher nehmen daher an, dass sich entweder die ersten Federn bereits vor mehr als 200 Millionen Jahren entwickelt haben, also bevor sich die Dinosaurier in ihre zwei großen Ordnungen teilten − oder dass der Ansatz zur Feder unabhängig voneinander eher zufällig in beiden Ordnungen auftrat.

    Bei den Ornithischia scheint sich dieser Ansatz allerdings nicht durchgesetzt zu haben, da die späteren Vertreter dieser Ordnung nur Schuppen besessen haben.

    Lawrence Witmer vom Ohio Universtiy College in den USA merkt jedoch an, dass der Zustand des gefundenen Fossils leider keine chemische Analyse zulässt. Somit könne auch nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass es sich bei den gefundenen Hautfortsätzen tatsächlich um Federn handelt. Eindeutig wäre der Fund nur dann, wenn in den Hautfortsätzen das Protein Keratin gefunden würde. Würde hingegen Kollagen nachgewiesen, dann handle es sich bei diesen Fundstücken um fossile Reste von Bindegewege, das ursprünglich unter der Haut lag.

    17.03.2009

    Hesperonychus: 25 Jahre alter Fossilienfund aus Kanada als 50 Zentimeter großer Dromaeosaurier aus der Oberkreide identifiziert

    16.03.2009

    "Jugendgangs" beim Sinornithomimus In der Wüste Gobi in der Inneren Mongolei wurde ein spektukulärer Fund gemacht: Vor 90 Jahren ist hier scheinbar eine ganze Herde junger, zweibeinig laufender Dinosaurier der Art Sinornithomimus (= "Chinesischer Vogelnachahmer") wahrscheinlich im Schlamm- und Schlickufer eines halb ausgetrockneten Sees zeitgleich ums Leben gekommen.

    Die Lage der Fossilien lässt die Forscher vermuten, dass die Herde ihrem Anführer von Durst getrieben gefolgt ist und im Schlamm stecken blieb. Dafür spricht, dass alle gefundenen Tiere in die gleiche Richtung blicken, die Beine bis zu den Hüften senkrecht im Boden stecken und die Oberkörper waagerecht liegen.

    Tiefe Spuren im Gestein um die nahe beieinander liegenden mehr als 25 Skelette herum zeugen von verzweifelten Versuchen, sich aus der misslichen Lage zu befreien und deuten auf einen langsamen Tod hin.

    "Die Tiere sind langsam verendet", sagt Paul Sereno von der Universität von Chicago, einer der an der Ausgrabung beteiligten Wissenschaftler. "Ihre heftigen Versuche frei zu kommen waren vergebens und lockten nur nahe herumstreifende Raubtiere oder Aasfresser an." Möglicherweise erklärt das, warum bei einigen Tieren die Hüftknochen fehlen.

    Sämtliche Tiere, die gefunden wurden, waren zwischen einem und sieben Jahren alt − zu jung, um schon als erwachsen zu gelten, und alt genug, um nicht mehr von den Eltern versorgt werden zu müssen. Das Alter der Tiere konnten die Forscher an den Wachstumsringen der gut erhaltenen Knochen ablesen.

    Wahrscheinlich kümmerten sich die Elterntiere bereits wieder um die neue Brut und überließen die Jungtiere des Vorjahres sich selbst, welche sich dann einer Art "Jugendgang" anschlossen, um so durch die Herde besser geschützt zu sein.

    Die gefundenen Fossilien sind so gut erhalten, dass sich die Feinstruktur der Knochen erhalten hat. Bei einigen Tieren war sogar der Mageninhalt erkennbar.

    "Wir kennen sogar die Größe ihrer Augenhöhlen", erklärt Sereno. "Sinornithomimus könnte einer der am besten verstandenen Saurier werden."

    04.03.2009

    Spuren im Stein zeigen: Raubsaurier konnten Hände nicht drehen, Finger zeigten nach innen

    03.03.2009

    Iniopterygian: Hirnregionen bei einem 300 Millionen Jahre alten Knorpelfisch-Fossil identifiziert

    03.03.2009

    Zweifel am Tyrannosaurus-Kollagenfund aus dem Jahr 2007

    26.02.2009

    Incisoscutum: Lebendgeburten bei Fischen im Devon

    25.02.2009

    Miragia: Stegosaurier mit langem Hals entdeckt Ein Forscherteam um Octávio Mateus von der Universidade Nova da Lisboa hat in Portugal in der Nähe der Kleinstadt Miragaia die Überreste eines Dinosauriers aus dem späten Jura entdeckt.

    Das Fossil wurde in die Gruppe der Stegosaurier eingeordnet, da es sowohl die für diese Gruppe typischen Rückenplatten als auch den zum Körper vergleichsweise kleinen Kopf aufwies.

    Anders als bisherige Stegosaurier hatte dieser neu entdeckte Dinosaurier allerdings einen langen Hals, was ihm den Namen Miragaia longicollum ("Langhals von Miragaia") einbrachte. Während die bis dato bekannten Stegosaurier nur 8 bis 13 Halswirbel besaßen, kam Miragaia auf mindestens 17.

    Da Miragaia zeitlich später lebte als die Stegosaurier mit kurzem Hals, vermuten die Forscher, dass sich durch Selektionsdruck bei den Stegosauriern gegen Ende des Jura ein langer Hals entwickelte − parallel zur Halsverlängerung bei den Sauropoden.

    Wie alle Stegosaurier lief auch Miragaia auf vier Beinen, von denen die vorderen kürzer als die hinteren waren. Dies wird als Indiz dafür angesehen, dass die bevorzugte Nahrung der Stegosaurier allgemein niedrig wachsende Pflanzen waren.

    Mateus und seine Kollegen vermuten, dass möglicherweise zwei Kriterien die Entwicklung des langen Halses gefördert haben: Zum einen könnte Miragaia durch die Ausbildung des langen Halses dem Konkurrenzkampf um niedrig wachsende Pflanzennahrung entgangen sein, indem er sich auf höher wachsende Pflanzen spezialisierte − zum anderen könnte der lange Hals auch als sexueller Schlüsselreiz bei der Partnersuche gedient haben.

    24.02.2009

    Wie schwer waren Dinosaurier? Ein britisches Forscherteam um Karl Bates von der Paläontologie und Biomechanik-Arbeitsgruppe der Universität von Manchester hat mithilfe von Laserscanning und Computermodellierung ermittelt, wie schwer verschiedene Dinosaurier waren bzw. wie sich im Laufe der Evolution der Schwerpunkt bei ihnen verlagert hat.

    Gescannt und modelliert wurden für die Studie fünf ähnlich große Dinosaurierskelette: ein fleischfressender Acrocanthosaurus, der vor rund 110 Millionen Jahren in der Unterkreide gelebt hat, zwei Tyrannosaurier, die aus der Oberkreide von vor ca. 66 Millionen Jahren stammen, ein Struthiomimus (Vogelstrauß-ähnlicher Fleischfresser) und ein junger Edmontosaurus (pflanzenfressender Hadrosaurier), die beide zur gleichen Zeit wie Tyrannosaurus rex existierten.

    Den Ergebnissen der Studie zufolge könnte der Acrocanthosaurus sechs Tonnen gewogen haben, die beiden Tyrannosaurier zwischen 5,5 und acht Tonnen, der Stuthiomimus gerade mal 400 bis 600 Kilogramm und der noch nicht ausgewachsene Edmontosaurus zwischen 80 und 950 Kilogramm. (Im Erwachsenenstadium wog er wahrscheinlich ähnlich viel wie Tyrannosaurus rex.)

    Da unnötiges Gewicht sowohl die Bewegung hemmt als auch die Atmung und den Energieverbrauch steigert, vermuten die Forscher, dass die Dinosaurier eher leichter als schwerer waren.

    "Die Dinosaurier in solchem Detail zu rekonstruieren ermöglicht es uns, Veränderungen in der Körpermasse und vor alle dem Massenzentrum im Laufe der Evolution zu untersuchen", erklärt Bates. "Dinosaurier entwickelten sich zu Vögeln. Dabei bewegte sich ihr Schwerpunkt nach vorne und eine andere Art zu laufen entwickelte sich."

    Obwohl die beiden massigen Fleischfresser nicht zu den unmittelbaren Vorfahren der Vögel gehören, konnten die Forscher dennoch eine leichte Verlagerung des Schwerpunkts zum Kopf hin beim Vergleich des früher lebenden Acrocanthosaurus und des später lebenden Tyrannosaurus rex ausmachen.

    19.02.2009

    Neue Theorie zum Flugsaurier-Flug Auf die Frage, wie sich die riesigen Flugsaurier mit einer Flügelspannweite von bis zu zwölf Metern in der Luft halten konnten, bietet ein Forscherteam um Leon Claessens vom College of the Holy Cross in Worcester (Massachusetts, USA) eine einleuchtende Theorie:

    Große, durchgängige Hohlräume in den Knochen hätten zum einen das Gewicht erheblich reduziert, zum anderen hätte sich so eine sehr effiziente Sauerstoffversorgung herausgebildet.

    Dem Team standen gut erhaltene Rumpfstrukturen verschiedener Flugsaurier zur Verfügung, von denen es Computertomographie-Scans erstellte. Um seine Theorie zu überprüfen, machte es zudem von heute lebenden Vögeln und Krokodilen Röntgenaufnahmen und weitere Computertomographie-Scans und untersuchte, wie deren Luftversorgung funktioniert, welche Rolle das Skelett bei der Atmung spielt und inwiefern die Knochenstruktur durch das Vorhandensein von Luftsäcken verändert wird.

    Die Forscher entdeckten weiterhin, dass die Flugsaurier − anders als bisher abgenommen − keinen starren Brustkorb wie andere Saurier besaßen, sondern eine bewegliche Bauchseite. Außerdem fanden die Wissenschaftler Fortsätze an den Rippen der Bauchunterseite. Dadurch hätten die fliegenden Urzeitechsen durch entsprechende Bewegungen die Druckunterschiede in den Luftkammern und somit die Luftverteilung beeinflussen und ihre Muskeln durch Hebelwirkung entlasten können.

    17.02.2009

    Kleiner gemeinsamer Vorfahr der zwei Saurischia-Gruppen gefunden Schon im Jahr 2006 wurden im Nordwesten Argentiniens die Überreste eines eineinhalb Meter langen und 30 Zentimeter hohen, alles fressenden Dinosauriers gefunden, der als "Missing Link" (Bindeglied) zwischen den fleischfressenden Theropoden und den pflanzenfressenden Sauropoden gilt.

    Wie der Direktor des Naturkunde-Museums von San Juan, Oscar Alcober, berichtet, konnte damals fast die Hälfte des auf den Namen Panphagia protos (= "erster Allesfresser") getauften Dinosauriers geborgen werden. Das lässt eine weitestgehende Rekonstruktion dieses in der Trias vor rund 228 Millionen Jahre lebenden Sauriers zu.

    Dass der Tier sowohl Pflanzen als auch Fleisch fraß, schlossen die Forscher aus der Form des Kiefers, der weniger stark gewesen sei als bei seinen fleischfressenden Vorfahren und auch einen anderen Typ von Zähnen aufwies.

    Der Fund des Panphagia protos lässt vermuten, dass sich die pflanzenfressenden Dinosaurier nicht erst vor 205 Millionen Jahren entwickelt haben, wie bisher angenommen, sondern schon mindestens 35 Millionen Jahre früher.


    28.01.2009

    Triceratops nutzte Hörner bei Rivalitätskämpfen Der Biologe Andrew Farke vom Raymond M. Alf Museum of Paleontology in Claremont, Kalifornien und zwei seiner Kollegen haben schlüssige Indizien dafür gefunden, dass Triceratops seine langen Hörner über der Stirn bei Rivalitätskämpfen eingestzt hat.

    Dazu untersuchten die drei Forscher über 400 Verletzungsspuren an knapp 70 Triceratops- und 80 Centrosaurus-Schädeln und verglichen diese dann miteinander. Das Ergebnis: Die Triceratops-Schädel wiesen rund zehnmal soviele Verletzungen am unteren Schildrand auf wie die Schädel seines Verwandten Centrosaurus.

    Die Forscher schließen daraus, dass Triceratops seine Hörner und seinen Nackenschild bei Rivalitätskämpfen einsetzte, während Centrosaurus seinen Kopfschmuck wahrscheinlich nur zum Imponieren benutzte.

    Vermutlich verhakten sich die Triceratopsier mit ihren Hörnern ineinander nachdem sie aufeinander losgegangen waren und rangen dann miteinander.

    Trotz dieser Befunde kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass Triceratops seine Hörner sowie den Nackenschild auch zum Imponieren einsetze oder bei Angriffen von Raubtieren nutzte.

    "Er konnte ihn vermutlich zu allem verwenden, wonach ihm der Sinn stand. Also: Kämpfen, Verteidigen und Protzen", so Farke.

    14.01.2009

    Archaeopteryx mit schlechtem Hörvermögen Ein internationales Forscherteam um Stig Walsh vom Naturgeschichtlichen Museum in London hat mithilfe von Computertomographien ermittelt, dass Archaeopteryx vermutlich nicht sehr gut hören konnte.

    Im Vorfeld hatten die Wissenschaftler aus Großbritannien, Deutschland und den USA die Schädel von 59 heute noch lebenden Reptilien und Vögeln untersucht und computertomographische Aufnahmen des Innenohrs gemacht. Bei der Analyse der Bilder erkannten die Forscher einen linearen Zusammenhang zwischen der Länge des Schneckengangs (des knöchernen Teils des Innenohrs, der das eigentlich Hörorgan mit den feinen Haarzellen beherbergt, die mechanische Schwingungen in Nervensignale umwandeln) und dem Frequenzbereich, in dem das Gehör der Tiere am empfindlichsten ist.

    Übertragen auf den Hörapparat des Archaeopteryx, der vor über 140 Millionen Jahren gelebt hat, ergab die Analyse einen Frequenzbereich von 600 bis 3400 Hertz, wobei der Urvogel die Frequenzen von etwa 2000 Hertz vermutlich am besten hörte. Damit ähnelt sein Hörvermögen dem des Emus, der unter den Vögeln eher zu den schlechten Hörern zählt.

    Ein gutes menschliches Gehör kann zum Vergleich dazu Frequenzen im Bereich von 20 bis 20.000 Hertz wahrnehmen.

    Die Forscher ziehen aus dieser Erkenntnis, dass Archaeopteryx ein eher schlechter Hörer war, weitere Schlüsse. So vermuten sie, dass der Urvogel eher ein Einzelgänger war und nicht in Gruppen lebte. Denn große soziale Gruppen bedürften einer komplizierten Kommunikation über Laute, die ein gutes Hörvermögen voraussetze, erklärt Paul Barret, einer der beteiligten Wissenschaftler.

    13.01.2009

    Beipiaosaurus mit Federvorläufern? Ein Forscherteam um Xing Xu von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften hat an zwei rund 125 Millionen Jahre alten, aus China stammenden Beipiaosaurier-Skeletten urtümliche Federvorläufer entdeckt.

    Diese Urfedern befanden sich noch in einem primitiven Entwicklungsstadium und bestanden aus zehn bis 15 Zentimeter langen und etwa zwei Millimeter breiten Hornröhren, die weder zum Fliegen noch zum Wärmen geeignet waren. Daher nehmen die Forscher an, dass sie eher eine Signalfunktion besaßen.

    Vermutlich stellten diese an Kopf, Hals und Schwanz gefundenen primitiven Urfedern das erste Entwicklungsstadium hin zur Vogelfeder dar.

    08.01.2009

    Pterosaurier liefen auf vier Füßen Der US-amerikanische Anatom Michael Habib von der Johns Hopkins University in Baltimore ist mithilfe von Computersimulationen zu dem Schluss gekommen, dass die großen Flugsaurier, die eine Flügelspannweite von bis zu zwölf Metern erreichen konnten, wahrscheinlich nicht auf zwei, sondern auf allen vier Beinen gelaufen sind.

    Schwerpunkt dieser Arbeit war die Frage, wie Tiere mit solchen Ausmaßen es schafften, sich in die Luft zu erheben. Dazu berechnete er die Knochenstärke von 155 Vögeln und verglich die Werte mit Daten, die von drei Flugsaurier-Arten gesammelt worden waren.

    In der Computersimulation scheiterten Pterosaurier, die auf zwei Beinen liefen, bei dem Versuch, abzuheben, weil ihre Beine entweder zu schwach für das Abheben oder zu stark für das anschließende Fliegen gewesen wären. Flugechsen, die auf vier Beinen gingen, gelang es jedoch ohne Schwierigkeiten, sich in die Luft zu erheben.

    Somit bestätigt diese Untersuchung eine Vermutung, die schon 2001 von zwei deutschen Paläontologen geäußert wurde: Flugsaurier bewegten sich am Boden auf vier Füßen.

    Während Tischlinger und Frey jedoch annahmen, dass sich die Pterosaurier ähnlich wie Fledermäuse bewegten, glich nach Aussage Habibs die Flugsaurier-Statur eher der einer Giraffe − lange Vorderbeine mit einem nach hinten steil abfallenden Rumpf − und so seien die Flugechsen vermutlich auch ähnlich staksig wie eine Giraffe gelaufen.

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    Nachrichten aus dem Jahr 2008


    19.12.2008

    Troodon, Citipati und Oviraptor: Waren auch Männchen an der Brut beteiligt? Ein amerikanisches Forscherteam um David Varricchio von der Montana State University hat die Gelegegrößen von Troodon, Oviraptor und Citipati vermessen und mit den Nestern heutiger Vögel verglichen.

    Dabei meinen die Forscher Indizien dafür gefunden zu haben, dass auch die Männchen beim Ausbrüten beteiligt waren.

    Nester, die sowohl vom Weibchen als auch vom Männchen bebrütet werden, sind im Verhältnis größer als Nester, bei denen sich ausschließlich das Weibchen um die Brut kümmert. Laut Aussage Varriccios kann das Weibchen bei geteilter Brutfürsorge seine Eier mit mehr Ressourcen ausstatten, als wenn es die Brut alleine versorgen müsste.

    Die Nester der drei genannten Theropoden-Gattungen waren verhältnismäßig groß, so dass die Forscher davon ausgehen, dass bei diesen Dinosauriern bei Elternteier am Brüten beteiligt waren.

    10.12.2008

    Studie: Tyrannosaurus und Majungasaurus: Hohlräume im Schädel verliehen Stabilität bei weniger Gewicht − Panoplosaurus und Euoplocephalus: Verschlungene Atemwegsorgane dienten dem Wärmeaustausch und der Kommunikation

    08.12.2008

    Ermöglichte erst das Zusammenspiel von Elementen auf der Erde und denen von Meteoriten die Entstehung des Lebens?

    01.12.2008

    Spuren im Omam sprechen gegen Schneeball-Erde-Theorie während des Cryogenium

    27.11.2008

    Odontochelys: Entwickelte sich der Schildkrötenpanzer zunächst nur am Bauch aufgrund mariner Lebensweise?

    18.11.2008

    Angebliches Hadrosaurier-Nest als Theropoden-Gelege identifiziert Ein in einer Privatsammlung aufgetauchtes, als das "Nest eines Hadrosauriers" bezeichnetes Gelege stellte sich nach näherer Untersuchung als das Nest eines kleinen Theropoden heraus, wie Darla Zelenitsky, Paläontologin an der Universität von Calgary schreibt.

    Unklar sei hingegen, ob es einem Caenagnathiden oder einem kleinen Raptoren zugeordnet werden muss.

    Das Nest ist 77 Millionen Jahre al und wurde in Montana gefunden. Es besteht aus einem rund 50 Zentimeter breiten Sandhügel, um den die Eier in einem Ring angeordnet sind.

    Wahrscheinlich saß das Dinosaurier-Weibchen auf diesem Sandhügel und konnte so die Eier wärmen, ohne diese mit seinem Gewicht zu zerquetschen.

    03.11.2008

    Eoandromeda: Achtarmiges Wesen aus dem Ediacarium möglicherweise mit Rippenquallen und Nesseltieren verwandt


    29.10.2008

    Tyrannosaurus rex besaß die beste Nase Kanadische Forscher haben mit Hilfe der Computertomographie fossile Schädelkonchen verschiedener fleischfressender Dinosaurier untersucht, um die Lage und die Dimensionen der unterschiedlichen Gehirnregionen abzuschätzen. Insbesondere die Form und Größe des Riechkolbens stand im Mittelpunkt des Interesses, da dieser im direkten Zusammenhang mit der Riechfähigkeit steht.

    Der Riechkolben befindet sich im vorderen Teil des Gehirns, direkt hinter der Nase und verarbeitet die aufgenommen Gerüche.

    Da die Ergebnisse der Untersuchung zeigten, dass bei vielen der fleischfressenden Dinosaurier das Geruchstzentrum mehr Platz einnahm als bisher vermutet, schließen die Forscher darauf, dass sie auch wesentlich besser Gerüche verarbeiten konnten, als ihnen bislang nachgesagt wurde. Nach den Ergebnissen zu folgern, besaß Tyrannosaurus rex die feinste Nase.

    In den letzten Jahren schienen sich die Hinweise darauf zu mehren, dass Tyrannosaurus rex möglicherweise gar kein gefährlicher Räuber gewesen sei, sondern vielmehr ein reiner Aasfresser. Dem widerspricht nun aber das Ergebnis, dass gerade dieser bis zu 15 Meter lange und sieben Tonnen schwere Dinosaurier am besten riechen konnte.

    In der heutigen Tierwelt verfügen gerade diejenigen Tiere über ein stark ausgeprägtes Geruchszentrum, die sich vorwiegend von Fleisch ernähren und große Reviere durchstreifen. Dabei wird der Geruchssinn sowohl für das Aufspüren von Beute als auch zur Orientierung und bei der Partnerwahl genutzt.

    Aus diesem Grunde vermuten die Forscher, dass auch Tyrannosaurus rex ein aktiver Jäger war.

    Bei der Analyse der Abdrücke der unterschiedlichen Gehirnregionen auf den fossilen Schädelknochen zeigte sich aber auch, dass überraschenderweise Archaeopteryx, der von kleinen fleischfressenden Dinosauriern abstammende Urvogel, ebenfalls einen ausgeprägten Riechkolben besaß. Heute lebende Vögel nutzen bei der Nahrungssuche in erster Linie ihren Sehsinn und verfügen über einen eher schwach ausgeprägten Geruchssinn. Daher hatten die Forscher bislang angenommen, dass auch Archaeopteryx einen nicht allzu ausgeprägten Geruchssinn besaß. Nach den neuen Ergebnissen zu schließen, scheint die Spezialisierung auf die visuelle Wahrnehmung bei den Vögeln aber erst später in der Evolution erfolgt zu sein.

    28.10.2008

    Heterodontosaurus-Jungtier besaß Allesfresser-Gebiss und keine Ersatz-Zähne

    23.10.2008

    Epidexipteryx: Chinesischer Vogeldinosaurier aus dem Jura mit auffällig langen Schwanzfedern

    21.10.2008

    Tausende Dinosaurier-Fußspuren aus dem Jura an einem möglicherweise ehemaligen Wasserloch in den USA entdeckt

    17.10.2008

    Lambeosaurier konnten nicht gut riechen, aber gut sehen und mit Lauten kommunizieren

    13.10.2008

    Kambrium: 1,5 Zentimeter lange Krebse bildeten unerklärliche Ketten aus bis zu 20 Tieren

    10.10.2008

    Sauropoden: Riesenwuchs aufgrund besonderer Fressgewohnheiten, Legen von Eiern, ausgeklügelten Atmungssystems und Stoffwechselraten-Änderung
    KURZNACHRICHT:

    Nach Meinung eines deutsch-schweizerischen Forscherteams sind die Gründe des Gigantismus der Sauropoden in mehreren Details der Lebensführung dieser Riesen zu finden:
    • Die Sauropoden benötigten keinen Kauapparat, da sie ihre Nahrung unzerkaut hinunterschluckten und wahrscheinlich mithilfe von Magen- und Darmbakterien zersetzten und verdauten. Dadurch konnten sie kleinere Köpfe und längere Hälse ausbilden.

    • Durch den langen Hals konnten sie sich Nahrungsquellen erschließen, die für andere Saurierarten unerreichbar waren.

    • Indem sie Eier legten, konnten die Sauropoden Energien sparen, die zur Reifung eines Jungtieres im Körper benötigt werden und so ihre Energie in das Größenwachstum des eigenen Körpers legen.

    • Durch den gesamten Körper des Sauropoden verliefen an die Lunge angeschlossene Luftsäcke und -röhren, so dass zum einen der Sauerstoff schnell an alle Stellen innerhalb des gigantischen Körpers gelangte und zum anderen übermäßige Hitze schnell abgegeben werden konnte.

    • Möglicherweise änderten die Sauropoden in ihrem Leben auch die Stoffwechselrate. Anders sei es nicht zu erklären, dass sich aus einem 10 Kilogramm schweren, frisch geschlüpften Jungtier in 20 bis 30 Jahren ein 5000mal so schwereres erwachsenes Tier entwickeln konnte.


    30.09.2008

    Aerosteon: Raubsaurier mit Knochenöffnungen für Luftsäcke in Argentinien entdeckt

    26.09.2008

    4,3 Milliarden Jahre altes Gestein in Kanada gefunden

    22.09.2008

    Panderichthys: Urtümlicher Quastenflosser besaß Ansätze von Fingern

    12.09.2008

    Kryostega: 5 Meter langer, krokodilähnlicher Lurch mit Zähnen am Gaumen lebte vor 240 Millionen Jahren

    12.09.2008

    Ein Massensterben am Ende der Trias beendete die Herrschaft der Krokodile und bereitete den Dinosauriern den Weg

    19.08.2008

    250 Millionen Jahre alte Dinosaurierspuren in Sachsen-Anhalt gefunden?

    18.08.2008

    150 Millionen Jahre alte Dinosaurierspuren im Jemen bald UNESCO-Weltnaturerbe?

    17.08.2008

    Spanien: Über 8000 Dinosaurier-Fossilien aus der Oberkreide beim Bau eines Eisenbahntunnels entdeckt und 2,40 Meter lange Rippe eines Sauropoden aus der Unterkreide gefunden

    13.08.2008

    Jobaria-Präparation: Kampfspuren von Raubsauriern und Fraßspuren von Aasfressern

    10.07.2008

    Dysalotosaurus: Missgebildete Wirbelanlagen gab es schon unter den Dinosauriern

    27.06.2008

    Ventastega: 365 Millionen Jahre alt − nicht mehr ganz Fisch, noch nicht ganz Tetrapode

    25.06.2008

    Ichthyosaurier besaßen ähnliche Hautstruktur wie heutige Delfine

    18.06.2008

    Utah: Saurierfriedhof aus dem Oberjura entdeckt Im US-Bundesstaat Utah nahe der Ortschaft Hanksville in den Rocky Mountains haben Forscher einen Dinosaurier-Friedhof mit Überresten zahlreicher Dinosaurier gefunden. Wie die Forscher vom Naturkundemuseum in Rockford im Bundesstaat Illinois mitteilen, werden die Fossilien auf ein Alter von 145 bis 150 Millionen Jahre geschätzt.

    Unter den Funden seien die Überreste von vier Sauropoden, zwei fleischfressenden Sauriern und möglicherweise einem Stegosaurus, so die Regierung von Utah.

    16.06.2008

    Massensterben beeinflusst durch das Heben und Senken des Meeresspiegels?
    KURZNACHRICHT:

    Amerikanische Forscher haben anhand einer Studie festgestllt, dass bei allen fünf großen Massenaussterben in der Erdgeschichte die Veränderung des Meeresspiegels infolge der Kontinentalplatten-Verschiebung eine Rolle gespielt hat.

    Zum Zeitpunkt des Kreide-Tertiär-Übergangs hätten sich beispielweise die Meere zurückgezogen. Dies sei keineswegs als alleinige Ursache des Massenaussterbens anzusehen, doch wäre dies ein Ereignis, das bei allen Massenaussterben nachgewiesen werden könnte. Asteroideneinschläge und verstärkte Vulkanausbrüche würden zeitlich nur mit einigen Massenaussterben korrelieren, aber nie mit allen. Insofern wäre die Schwankung des Meeresspiegels ein gemeinsamer Nenner, der alle Massenaussterben verbände.

    Veränderungen des Meeresspiegels würden direkten Einfluss auf die Ökosysteme in den Ozeanen nehmen und würden auch an Land eine gewisse Rolle spielen, da sich durch Zurückziehen oder Ausdehnen des Wassers auch die Landgebiete verändern. Dennoch könnten Meteoriteneinschläge, Vulkanausbrüche oder biologische Gründe Hauptursache von Massenaussterben sein, betonen die Forscher.


    29.05.2008

    Materpiscis und Austroptyctodus: 380 Millionen Jahre alte Panzerfische mit Embryo(s) und Nabelschnur entdeckt

    28.05.2008

    Azhdarchidae: Eine Gruppe Flugsaurier fand seine Nahrung vermutlich an Land

    20.05.2008

    Sauropoden-Spuren im Jemen entdeckt Im heutigen Jemen hat eine internationale Wissenschaftlergruppe um Anne Schulp vom Naturhistorischen Museum in Maastricht (Niederlande) knapp 50 Kilometer nördlich der jemenitsichen Hauptstadt Sanaa die 150 Millionen Jahre alten Fußspuren von elf Sauropoden entdeckt, welche im gleichen Tempo vermutlich an einer Küste entlang liefen.

    Die Spuren stammen sowohl von jungen als auch von alten Tieren.

    Dieser Fund ist in doppelter Hinsicht interessant: Zum einen sind Nachweise einer so großen Herde eher selten, zum anderen ist dies der erste Fund von Dinosaurier-Fußspuren auf der arabischen Halbinsel. Bis dato waren nur vereinzelte Fossilien der Urzeitechsen entdeckt worden.

    Zudem wurden an etwa gleicher Stelle die Abdrücke eines großen, auf zwei Beinen laufenden, pflanzenfressenden Ornithopoden ("Vogelfußsaurier") gefunden.

    Daher vermuten die Forscher, dass noch mehr Dinosaurierspuren im Jemen entdecken werden können.

    16.05.2008

    Urprimaten benötigten zum Klettern wenig Energie Amerikanische Forscher um Timothy Griffin von der Duke University in Durham haben die Entwicklung der Primaten vom am Boden lebenden Säuger zum Baumbewohner erforscht und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die kleinen Vorfahren der heutigen Affen zum Klettern in den Bäumen nicht mehr Energie benötigten als wenn sie am Boden liefen.

    Insofern gab es nur Vorteile für die rattengroßen Urprimaten, als sie vor rund 65 Millionen Jahren die Bäume als Lebensraum eroberten: In den Bäumen fanden sie Schutz vor am Boden jagenden Räubern und ein reiches Nahrungsangebot, bestehend aus Früchten und Insekten.

    Mit dem Klettern in den Bäumen ging auch die Entwicklung der typischen Greifhände mit Fingernägeln anstelle von Klauen einher, die eine Voraussetzung für das hochentwickelte Leben der später lebenden Priamten und schließlich auch das des Menschen war.

    Die Forscher bestimmten im Laufe der Studie von fünf verschiedenen Primatenarten den Energiebedarf bei der Fortbewegung am Boden und beim Klettern. Dazu hatten sie eine Tretmühle konstruiert, die das Klettern auf einen Baum simulierte. Da der Raum, in dem das Tier sich bewegte, luftdicht abgeschlossen war, konnten die Wissenschaftler anhand des noch vorhandenen Sauerstoffs nach der Tätigkeit auf den Energieverbrauch schließen.

    Die Messungen ergaben für den Schlankloris mit einem Gewicht von weniger als 200 Gramm, dass das Klettern in den Bäumen nicht energieaufwendiger ist als die Fortbewegung am Boden. Beim Totenkopfäffchen mit einem Gewicht von 780 Gramm verschiebt sich der Energieverbrauch: Die Fortbewegung am Boden ist die energiesparendere Variante. Daher kehrten später, als die Primaten in der Evolution größer und schwerer wurden, die Affen zumindest zeitweise auf den Boden zurück.

    15.05.2008

    Mopsitta: Entwickelten sich die Papageien in Nordeuropa? Ein internationales Forscherteam um David Waterhouse vom Naturkundemuseum Norfolk hat einen kleinen Oberarmknochen untersucht, der bislang in einem dänischen Museum aufbewahrt wurde, und kam zu dem Schluss, dass dieses rund 55 Millionen Jahre alte Fossil, das in einem Steinbruch in Dänemark gefunden wurde, zu einer noch unbekannten Vogelart aus der Gruppe der Papageien gehörte.

    Die neue Art erhielt den Namen "Mopsitta tanta" und ist das bislang älteste Papageienfossil, das jemals gefunden wurde und zudem das erste, das aus nördlichen Gefilden stammt. Vermutlich war Mopsitta tanta so groß wie eine Krähe und hatte mit einem Gelbwangenkakadu Ähnlichkeit.

    Bisher waren nur Papageienfossilien auf der südlichen Halbkugel gefunden worden. Keines der bis dato gefundenen Fossilien war aber älter als 15 Millionen Jahre.

    Der Fund des 40 Millionen Jahre älteren Papageienknochens in Dänemark lässt nach Aussage Waterhouses den Schluss zu, dass sich die "Papageien in der nördlichen Hemisphäre entwickelten, bevor sie sie im Süden und später in den Tropen verbreiteten", zumal in Nordeuropa zur damaligen Zeit ein wärmeres Klima als heute herrschte: Deutschland, Südengland und Dänemark lagen unter einer großen tropischen Lagune.

    Waterhouse erklärt: "Das war zehn Millionen Jahre nachdem die Dinosaurier ausgelöscht wurden, und auf der Erde passierten viele seltsame Dinge in der Tierwelt."

    12.05.2008

    Camptosaurus-Knochen weisen Fraßspuren von Käfern auf Die Paläontologen Brooks Britt, Rodney D. Scheetz und Anne Dangerfield von der Brigham Young University im US-Bundesstaat Utah haben an den gut 148 Millionen Jahre alten Knochen eines Camptosaurus zahlreiche, stark gewundene Gräben und Tunnel entdeckt.

    Bei der Untersuchung mit einem Elektronenmikroskop konnten die Forscher zudem paarweise parallel verlaufende Furchen an den Wänden der Gänge erkennen, die große Ähnlichkeit zu Fraßspuren aufweisen, die von heutigen Speckkäfer hinterlassen werden.

    Die kleinen Käfer und ihre Larven fressen sich in alle Arten organischen Materials hinein, egal wie hart dieses ist.

    Vermutlich wurden die Knochen also schon im Zeitalter des Jura von frühen Vertretern dieser Käfergruppe befallen. Das würde zum einen bedeuten, dass die Fraßspuren rund 50 Millionen Jahre älter wären als die frühesten bekannten Fossilien dieser Käfergruppe. Zum anderen könnten die Spuren auch Aufschluss darüber geben, wie das Klima zur damaligen Zeit war.

    Die Fundregion des Camptosaurus ist heute von einem harschen Gebirgsklima geprägt. Zur Zeit des Käferfraßes kann hier aber nur ein mildes Klima vorgeherrscht haben. "Diese Information liefert uns ein genaueres Bild der Umweltbedingungen, wie sie im Zeitalter des Jura und während der Evolution der Insekten herrschten", meint Dangerfield.

    Die Forscher vermuten, dass bei genauerer Berachtung sicherlich viele fossile Knochen solche Spuren von Insektenfraß aufweisen, die bislang einfach nur übersehen oder falsch gedeutet wurden.

    06.05.2008

    Fossiler Tintenfisch mit Fangarmen und Kiefern gefunden Der 44-jährige Geologe Günter Schweigert vom Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart hat in einem stillgelegten Steinbruch in Nusplingen im Zollern-Alb-Kreis die Überreste eines 150 Millionen Jahre alten Belemniten gefunden, von dem noch der Kiefer und die Fangarme erhalten geblieben sind.

    Belemniten waren Kopffüßer, zählen zu den Tintenfischen und werden in den Jura- und Kreidezeitablagerungen mit am häufigsten gefunden. Sie wurden bis zu 40 Zentimeter lang und ernährten sich vermutlich von kleinen Ammoniten. Während letzteres bisher aber nur spekulativ geäußert werden konnte, gibt der erhalten gebliebene, recht kleine Kieferapparat nun aber deutliche Hinweise darauf, dass sich die Belemniten auf sehr kleine Nahrung spezialisiert haben mussten.

    Am Ende der Kreidezeit, vor 65 Millionen Jahren, starben sie wie die Dinosaurier, Ammoniten und viele andere Tier- und Pflanzenarten aus.

    Normalerweise bleibt nach der Fossilisation lediglich das so genannte Rostrum übrig, d.h. der hintere Teil des Tieres. Daher gilt Schweigerts Fund als weltweit einzigartig und wissenschaftliche Sensation.

    Inzwischen befindet sich das Fossil im Museum am Löwentor in Stuttgart.

    Im Nusplinger Muschelkalk wurden schon viele Fossilien entdeckt: diverse Pflanzen, Haie, Riesenlibellen, Krebse, verschiedene Tintenfische und ein Meereskrokodil, das vor 150 Millionen Jahren im Jurameer gelebt hat.


    29.04.2008

    Dinos ohne Wärmequelle? Durch Zufall entdeckte ein New Yorker Wissenschaftlerteam um Nadejda Mezentseva, das zum Fettgewebe beim Menschen forscht, dass Vögeln und Eidechsen ein gewisses Gen fehlt, das allen Säugetieren zu eigen ist und das veranlasst, dass Fettsäuren oxidieren und Wärme dabei freisetzen.

    Die Zellen des so genannten braunen Fettgewebes enthalten mehrere kleinere Lipidtropfen und sind reich an Mitochondrien, die die im Fett gespeicherte Energie direkt in Wärme umwandeln. Insbesondere Babys, kleine Säugetiere und Winterschläfer weisen eine größere Menge dieser braunen Fettzellen auf.

    Bei erwachsenen Menschen und den meisten erwachsenen Säugetieren kommen vor allem die so genannten weißen Fettzellen vor, in denen ein einziger großer Lipidtropfen als Brennstoff für schlechte Zeiten gespeichert wird.

    Während Fische und Amphibien das Gen zur Oxidation der Fettsäuren besitzen, fehlt es jedoch bei den Vögeln und Eidechsen. Daraus schließt das Wissenschaftlerteam, dass das Gen spätestens bei den Vorfahren von Eidechsen und Vögeln verloren ging.

    Da die Evolutionslinie der Dinosaurier sich früher von der der Eidechsen abspaltete, bevor sie sich von der der Vögel trennte, gehen die Forscher davon aus, dass auch die Urzeitechsen kein wärmespendendes Gewebe besaßen. Möglicherweise, so die Forscher, könnte dieses Defizit zum Aussterben der Dinosaurier beigetragen haben.

    25.04.2008

    Schlug der Chicxulub-Meteorit in ein Ölfeld ein? Ein Forscherteam um Mark Harvey von der Indiana University ist entgegen der bisherigen Annahme der Meinung, dass es bei dem Meteoriteneinschlag nicht zu einer globalen Feuersbrunst gekommen ist, sondern dass der eingeschlagene Meteorit lediglich ein riesiges Feld mit fossilen Brennstoffen in Brand gesetzt hat.

    Dies schließen die Forscher zum einen aus der Tatsache, dass der Chicxulub-Krater an eins der produktivsten Erdölfelder der Welt grenzt, das Cantarell-Reservoir, und zum anderen aus den Funden von so genannten Cenosphären in der K-T-Grenzschicht.

    Cenosphären sind kleine Hohlkugeln aus Kohlenstoff, die mit Gas gefüllt sind und in der Regel bei der unvollständigen Verbrennung von Schweröl-Tröpfchen oder pulverisierter Kohle entstehen.

    Die Vermutung, dass es sich bei den weltweit gefundenen Rußteilchen nicht um Überbleibsel von Waldbränden handelt, wird auch noch dadurch untermauert, dass in der besagten Grenzschicht kaum angekohlte Pflanzenreste entdeckt werden konnten, dafür aber reichlich normal versteinertes Pflanzenmaterial.

    25.04.2008

    Verwandtschaft von Tyrannosaurus rex und Huhn bestätigt Ein Forscherteam um Chris L. Organ von der Harvard University in Cambridge (Massachusetts) hat das isolierte Kollagen aus 68 Millionen Jahre alten, fossilen Tyrannosaurus-Knochen mit dem Kollagen von heutigen Tieren verglichen und kam zu dem Schluss, dass die Schreckensechse vermutlich näher mit Hühnern verwandt war als mit heute lebenden Reptilien.

    Kollagen ist ein einfach aufgebautes Protein bzw. Eiweiß, das aus so genannten Aminosäuren besteht, die miteinander zu Ketten verknüpft sind. Im letzten Jahr ist es erstmals gelungen, ein solches Kollagen aus alten Saurierknochen zu extrahieren.

    Bislang basierte die Vermutung, dass die Vögel mit den Raubsauriern verwandt sind, lediglich auf der Ähnlichkeit der Skelette. Nun konnte die Verwandtschaft erstmals auch auf molekulare Ebene nachgewiesen werden. Für einen genetischen Beweis wäre eine brauchbare DNA unerlässlich, doch die kann man aus mehrere Millionen Jahre alten Knochen nicht mehr isolieren.

    Das Team um Organ hat sechs Peptide (kurze Proteinteilstücke) mit insgesamt 89 Aminosäuren mit den Eiweißstrukturen von insgesamt 21 heute lebenden Tieren verglichen, darunter Strauß, Huhn, Alligator und Anolis-Echse. Das Ergebnis bestätigte vergleichsweise zuverlässig die Verwandtschaft zwischen Vögeln und Dinosauriern. Zu 58 Prozent stimmen die Aminosäure-Bestandteile mit dem Kollagen von Hühnern überein. Bei Fröschen und Wassermolchen hingegen sind es nur 51 Prozent.

    "Wahrscheinlich liegt der abzweigende Ast von Tyrannosaurus rex im Stammbaum des Lebens zwischen den Ästen von Alligatoren und dem von Vögeln wie Huhn und Strauß", so John Asara vom Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston, einer der Mitautoren. Bis ins letzte Detail kann der Stammbaum mit den vorliegenden Sequenzdaten aber nicht aufgeschlüsselt werden, erklärt der Forscher.

    17.04.2008

    Auktion: Triceratops-Skelett unverkäuflich Zum ersten Mal in Europa sollte am Mittwoch ein fast vollständiges Dinosaurier-Skelett im Auktionshaus Christie's in Paris versteigert werden. Doch es fand sich niemand, der das vorgegebene Mindestangebot von 500.000 Euro abgeben wollte.

    Das 7,5 Meter lange und rund 65 Millionen Jahre alte Skelett eines Triceratops horridus war 2004 im US-Bundesstaat North Dakota entdeckt worden. Etwa 70 Prozent des Skeletts waren erhalten geblieben; lediglich die Spitzen der beiden Haupthörner und einige Knochen mussten aus Kunstharz nachgebildet werden.

    Bisher gehörte das Skelett einem westeuropäischen Sammler, der mindestens eine halbe Million Euro dafür veranschlagt hatte. Kurator Tim Batty vom Dinosaurier-Museum im britischen Dorchester schwärmte: "Das ist ein herrliches Exemplar. In Europa gibt es nichts Vergleichbares."

    Daher befürchteten viele Paläontologen im Vorfeld, dass reiche Privatsammler den Preis in die Höhe treiben könnten und dann wäre das Skelett für die Wissenschaft verloren gewesen. 1997 war das berühmte Tyrannosaurus-rex-Skelett "Sue" in New York für 8,3 Millionen US-Dollar (5,2 Millionen Euro) versteigert worden und ging damals an ein Museum.

    Doch das Triceratops-Skelett erwies sich in Paris als "Ladenhüter". Es fand sich nicht ein einziger Kaufinteressent, der das Mindestangebot von 500.000 Euro abgeben wollte. Lediglich 490.000 wurden per Telefon geboten.

    Nach der Auktion äußerten jedoch mehrere Interessenten, dass sie außerhalb der Auktion über den Preis verhandeln wollten, was nach französischem Recht bis zu zwei Wochen nach der gescheiterten Versteigerung möglich ist.

    Bei der Auktion bei Christie's wurden neben dem Triceratops-Skelett aber noch weitere 150 prähistorische Exponate zur Versteigerung angeboten: Ein Mammutschädel wurde für 64.000 Euro verkauft, der Kopf eines Säbelzahntigers für 72.000 Euro und der versteinerte Fußabdruck eines Dinosauriers für 2000 Euro.

    02.04.2008

    Säugetiere zu Zeiten der Dinosaurier


    27.03.2008

    Guarinisuchus:Der größte Ozeanräuber des Paläozäns war ein Krokodil Im Museum für Landesgeschichte in Rio de Janeiro wurden am vergangenen Mittwoch die Überreste eines 62 Millionen Jahre alten Krokodils der Öffentlichkeit vorgestellt, das in einer felsigen Mine an der Nordostküste Brasiliens entdeckt und ausgegraben worden war.

    Das auf den Namen "Krieger der Meere" − Guarinisuchus munizi − getaufte Tier ist mit dem Unterkiefer, Schädel und mehreren Wirbeln das vollständigste Fossil seiner Art, das bislang in Lateinamerika entdeckt worden ist.

    Laut Aussage der Paläontologin Maria Somalia Viana sei dieses Krokodil während des Paläozäns wahrscheinlich der größte Räuber des Ozeans gewesen. Seine Vorfahren hätten vermutlich vor 200 Millionen Jahren in Afrika gelebt und seien dann irgendwann in Richtung Amerika geschwommen, als dieses noch näher am afrikanischen Kontinent gelegen hätte.

    07.03.2008

    Meere waren in der Kreidezeit flacher als heute Ein australisch-norwegisches Forscherteam um Dietmar Müller von der Universität Sydney hat in einer mehr als zehnjährigen Arbeit ein globales Modell der Ozeanentwicklung entwickelt, bei dem es Daten zum Gesteinsschiten-Aufbau, zur Erdkruste und zur Erdplatten-Tektonik in den Weltmeeren kombinierten.

    Das Modell zeigt an, dass die Weltmeere in der Kreidezeit vor 80 Millionen Jahren im Schnitt viel flacher waren und somit der Meeresspiegel 170 Meter höher lag als heute. Durch die Wanderung der Kontinentalplatten im Laufe der Jahrmillionen vertieften sich dann die Ozeanbecken und der Meeresspiegel sank.

    Da sich die Kontinentalverschiebung weiter fortsetzt, ist dieser Absenkungsprozess noch nicht beendet. "Wenn wir unser Modell 80 Millionen Jahre in die Zukunft hochrechnen, können wir voraussagen, dass der Meeresspiegel auf lange Sicht weiter um etwa 120 Meter fallen wird", erklärt Müller.

    Weil dieser Prozess aber sehr langsam voranschreitet, kann dies keine Entwarnung vor den Folgen des globalen Klimawandels sein. "Schon ein globaler Meeresspiegelanstieg um einen Meter durch langsam schmelzende Eisdecken wäre desaströs für mindestens 60 Millionen Menschen in Küstengebieten weltweit", so Müller.

    07.03.2008

    Rund 15 Meter langer, noch namenloser Pliosaurier aus der Jurazeit auf Spitzbergen entdeckt

    27.02.2008

    Pterodaustro: Erkenntnisse zur Entwicklung bis zum erwachsenen Flugsaurier

    20.02.2008

    "Missing Link": Bernstein enthüllt 100 Millionen Jahre alte Feder mit Merkmalen sowohl von Daune als auch von Schwungfeder

    19.02.2008

    Beelzebufo: 40 Zentimeter großer, 5 Kilogramm schwerer gepanzerter Frosch aus der Kreidezeit auf Madagaskar entdeckt

    15.02.2008

    Zwei 110 Millionen Jahre alte Funde in der Sahara: Eocarcharia (Fleischfresser mit Haifischgebiss) und Kryptops (knapp 8 Meter langer Aasfresser)

    14.02.2008

    Velafrons: Neuer Hadrosaurier mit segelartigem Schädelkamm in Mexiko entdeckt

    12.02.2008

    Nemicolopterus: Rund 120 Millionen Jahre alter Flugsaurier hatte eine Flügelspannweite von 25 Zentimetern und lebte vermutlich auf Bäumen

    07.02.2008

    Molekularbiologen sehen Ursprung der modernen Vögel vor 100 Millionen Jahren

    07.02.2008

    Vulkanismus unterstützt durch Mikrobentätigkeit führte zu Massensterben

    06.02.2008

    Was fraßen die Sauropoden oder wie nahrhaft waren die damaligen Pflanzen?
    KURZNACHRICHT:

    Deutsche Wissenschaftler haben durch Experimente mit einem Schaf-Pansen festgestellt, dass die damaligen Pflanzen wesentlich nährstoffreicher und bekömmlicher waren als bislang vermutet.

    Demnach enthielten Schachtelhalme viele Proteine und konnten leicht verdaut werden, wodurch sie vermutlich zu einer bevorzugten Futterquelle junger Sauropoden wurden, die noch im Wachstum begriffen waren. Da Sauropoden ihre Nahrung nicht kauten, dürften die in den Schachtelhalmen reichlich vorhandenen Silikate den Zähnen nicht sonderlich geschadet haben.

    Möglicherweise ernährten sich die ausgewachsenen Sauropoden von Araukarien, die zwar weniger Protein enhielten, aber dennoch leicht verdaulich waren.

    Die Forscher gehen davon aus, dass die Sauropoden mithilfe von Magen- und Darmbakterien ähnlich denen in Kuh- und Schafsmägen die nicht zerkaute Nahrung zersetzten und so die Inhaltstoffe verwerten konnten.

    01.02.2008

    Montealtosuchus: Krokodil-Vorfahr in Brasilien entdeckt Bereits im Jahr 2004 grub der Wissenschaftler Antonio Celso de Arruda Campos in der Nähe der Stadt Monte Alto im brasilianischen Bundesstaat São Paulo die fossilen Überreste eines möglichen Krokodil-Vorfahren aus, der aus der Zeit der Dinosaurier stammt.

    Dieses Urzeit-Krokodil erhielt den Namen Montealtosuchus arrudacamposi und lebte vermutlich vor 80 Millionen Jahren in der späten Kreidezeit.

    Neue Untersuchungen dieses Fossils durch brasilianische Forscher um Ismar de Souza Carvalho von der Bundesuniversität in Rio de Janeiro lassen vermuten, dass Montealtosuchus − anders als seine späteren Nachfahren − noch auf dem Land lebte. Er sah den modernen Krokodilen ziemlich ähnlich, besaß jedoch längere Beineund seitlich sitzende Augen. Vermulich war es sehr wendig. Mit einer Länge von etwa 1,70 Meter und einem Gewicht von 30 bis 40 Kilogramm war er allerdings nicht besonders riesig. Eingeordnet wird Montealtosuchus in die Gruppe der Peirosauridae.

    Die Überreste eines weiteren prähistorischen Krokodils haben die Wissenschaftler der Bundesuniversität von Rio de Janeiro vor zwei Jahren entdeckt. Sie nannten den rund 70 Millionen Jahre alten Krokodil-Vorfahren Uberabasuches terrificus.

    Da es bislang nur wenige Belege für Krokodil-Vorfahren gab, die auf dem Land lebten, wird diese Entdeckung als sehr bedeutsam eingestuft.


    24.01.2008

    Dreidimensionale Kontinentaldrift: Nicht nur nebeneinander, sondern auch hoch und runter Der weltweit führende Erdwissenschaftler Maruyama Shigenori vom Tokyo Institute of Technology in Japan vertritt die Ansicht, dass die Kontinentaldrift nicht nur ein zweidimensionaler Vorgang ist (also nebeneinander her), sondern durch eine dreidimensionale Bewegung hervorgerufen wird (durch eine Auf- und Abbewegung der Erdplatten).

    Seiner Meinung nach werden alte, kalte Erdplatten an den Kontinentalrändern in den Erdmantel hinabgedrückt, wo sie große Mengen Eisen anlagern. Durch dieses zusätzliche Gewicht sinken die Platten bis in eine Tiefe von 2900 Metern hinab und sammeln sich am Boden des flüssigen Erdmantels in regelrechten "Plattenfriedhöfen".

    Bedingt durch Druck und Hitze in der Tiefe werden chemische Prozesse in Gang gesetzt, die das angelagerte Eisen aus den Platten wieder ausschwemmen, die Platten wieder leichter werden und dadurch wieder aufsteigen lassen. In der Folge bildet sich über diesen alten Plattengräbern am Grunde des flüssigen Erdmantels ein Pilz aus heißem Magmar, der emporsteigt und als "Mantle Plume" bezeichnet wird. Stößt dieser heiße Glutstrom dann schließlich an eine steinerne Kruste, brennt er sich wie ein Schneidbrenner hindurch und lässt so Vulkane entstehen, wie zum Beispiel auf Hawaii.

    16.01.2008

    Baryonyx: Fressverhalten wie ein heutiger Gavial Baryonyx besaß eine Schnauze wie ein Krokodil und ernährte sich vermutlich von Fischen und kleinen Landtieren.

    Da sein Kopf einer Mischung aus Dinosaurierkopf und Krokodilkopf glich, haben Forscher mithilfe modernster Computermodellierung versucht zu ermitteln, wem der Baryonyx-Schädel strukturell und funktionell mehr ähnelt.

    "Wir haben dann digitale Schnauzenmodelle von Baryonyx, einem zu den Theropoden gehörenden Dinosaurier, einem Alligator und dem Fisch fressenden Gharial eingesetzt um zu beobachten, wie jede Schnauze beim Fressen belastet war." erklärt Emily Rayfield, Paläontologin an der Universität von Bristol. Anschließend wurden die Aufnahmen miteinander verglichen und ergaben, dass am meisten Ähnlichkeit mit dem Gharial (auch: Gavial) bestand, so dass man davon ausgehen kann, dass die Fressgewohnheiten und das Fressverhalten ähnlich waren.

    Demnach wird sich Baryonyx vermutlich überwiegend von Fisch ernährt haben.

    "Die Daten enthüllen, dass Baryonyx und der Gharial ihre ähnliche Ernährungsweise unabhängig voneinander entwickelt haben und ihre Schädel zwar der gleichen Funktion dienen, aber doch leicht unterschiedlich ausgeprägt sind. Das zeigt, dass es in einigen Fällen mehr als eine evolutionäre Lösung für das gleiche Problem gibt", so Rayfield.

    15.01.2008

    Allosaurus, Tenontosaurus und Tyrannosaurus rex: Geschlechtsreif vorm Erreichen des Erwachsenenalters Die beiden Forscher Andrew Lee von der Universität von Ohio in Athens und Sarah Werning von der Universität in Berkeley haben in drei noch im Wachstum befindlichen Dinosauriern ein spezielles kalziumhaltiges Knochenmark, den so genannten medullären Knochen, entdeckt, der auch bei heutigen Vögeln auftritt, aber nur dann, wenn sie Eierschalen für ihren Nachwuchs ausbilden.

    Die beiden Wissenschaftler schließen aus diesem Fund, dass auch die drei noch nicht ausgewachsenen Dinosaurier (Allosaurus, Tenontosaurus und Tyrannosaurus rex) sich auf eine Brut vorbereiteten.

    Unterstellt man den Dinosauriern, dass sie ebenso langsam wuchsen wie Reptilien und so wie diese erst eine gewissen Mindestgröße erreicht haben müssten, um sich fortpflanzen zu können, wäre diese erst in einem Alter von 218 Jahren erreicht. Daher gehen die Forscher davon aus, dass es in der Entwicklung der Dinosaurier ähnlich der Entwicklung von Säugern und Vögeln zunächst eine recht schnelle Wachstumsphase und anschließend eine Zeit des verlangsamten Wachstums gegeben habe.

    Zudem sehen die Forscher in diesen Befunden Indizen dafür, dass auch erwachsene Tiere oft von einem frühen Tod ereilt worden wären. Sonst wäre die Notwendigkeit einer vorzeitigen Geschlechtsreife nicht erklärbar. Lee spekuliert, dass die Dinosaurier nach Erreichen des Erwachsenenalters durchschnittlich vielleicht noch drei bis vier Jahre gelebt hätten.


    07.01.2008

    Unwahrscheinliche Theorie: Insekten beschleunigten das Aussterben der Dinosaurier
    KURZNACHRICHT:

    Ein amerikanisches Forscher-Ehepaar äußerte eine neue, eher unwahrscheinliche Theorie zum Aussterben der Dinosaurier:

    Es hält den Asteroideneinschlag am Ende der Kreidezeit und die intensive Vulkantätigkeit an der K-T-Grenze durchaus für mitverantwortlich am Aussterben der Urzeit-Echsen, doch könnten diese beiden Ereignisse allein den langsamen Niedergang der Dinosaurier nicht erklären.

    Seiner Überzeugung nach, hätten Insekten, die sich in der Kreidezeit zu Überträgern von Mikroben und Krankheiten entwickelt haben, den Untergang der Dinosaurier eingeleitet und das Immunsystem der Urzeittiere entscheidend geschwächt. Hinweise darauf hätten sowohl in Bernstein eingeschlossene Insekten geliefert, in deren Darm das Ehepaar Auslöser für Krankheiten entdeckt hätte, als auch Koprolithen (versteinerter Kot), in denen Spuren von parasitären Einzellern und Würmern nachgewiesen werden konnten.

    Zudem wären die Dinosaurier mit den neu auftretenden Blütenpflanzen nicht zurecht gekommen, die die weitere Ausbreitung von Insekten gefördert hätten. Und sei dies noch nicht genug gewesen, wären die massenhaften Insekten wahrscheinlich auch noch zu Nahrungskonkurrenten für die pflanzenfressenden Dinosaurier geworden.

    Das Ehepaar vermutet, dass Epedemien die kleinen, verstreut lebenden Dinosaurierpopulationen dahingerafft haben.

    Martin Sander von der Universität Bonn widerspricht allerdings dieser Theorie: Erstens hätte die Vielfalt der Dinosaurier nachweislich am Ende der Kreidezeit nicht abgenommen, zweitens seien die Blütenpflanzen schon 40 Millionen Jahre vor dem Ende der Dinosaurier aufgetaucht und keine Studie konnte bislang belegen, dass diese für die Urzeitechsen zum Problem geworden wären, und drittens hätten die Insekten zu dieser Zeit keine einschneidende Entwicklung durchgemacht.

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    Nachrichten aus dem Jahr 2007


    20.12.2007

    Meteoriteneinschläge vor 470 Millionen Jahren förderten die Entstehung neuer Gattungen Vor etwa 470 Millionen Jahren nahm die Biodiversität auf der Erde relativ plötzlich zu. Die verschiedenen Stämme der Gliederfüßer, Weichtiere und Stachelhäuter bildeten auf einmal, nahezu gleichzeitig viele verschiedene Gattungen, Familien und Arten aus. Innerhalb von wenigen Millionen Jahren nahm die Zahl der Gattungen um das Dreifache zu.

    Bisher wurde die Erhöhung des Sauerstoffgehalts in der Luft dafür verantwortlich gemacht.

    Ein Forscherteam um Birger Schmitz von der Universität Lund in Schweden hat nun aber eine andere Theorie aufgestellt und bezieht sich dabei auf Analysen von rund 470 Millionen Jahre alten Gesteinsschichten in Schweden und China.

    Den Untersuchungsergebnissen zufolge fand sich in diesen Gesteinsschichten eine enorm große Anzahl von winzigen Mikrometeoriten, die auf ganze Serien von Meteoriteneinschlägen hindeuten. Aber auch in den darüberliegenden Schichten konnten die Forscher noch Mikrometeoriten mit der gleichen chemischen Zusammensetzung ausmachen, allerdings nicht mehr so viele.

    Das Forscherteam zieht daraus den Schluss, dass vor rund 470 Millionen Jahren ein größerer Asteroid im Asteroidengürtel zerbrach und dass in den ersten 10 bis 30 Millionen Jahren nach der Katastrophe verstärkt größere und kleinere Trümmerstücke auf die Erde prallten. Aufgrund der besonderen chemischen Zusammensetzung dieses Asteroiden sind sich die Forscher sicher, dass auch heute noch Fragmente dieses Himmelskörpers auf die Erde treffen.

    Diese vermehrten Meteoriteneinschläge haben nach Ansicht des Forscherteams zum Anstieg der Biodiversität geführt, indem sie zum einen etablierte Ökosysteme durcheinander brachten und somit neuen Arten eine Chance gaben, sich auszubreiten. Zum anderen hätte der Dauerbeschuss neue ökologische Nischen erzeugt, sodass eine vielfältigere Umwelt entstand.

    20.12.2007

    Indohyus: An Land lebende Wal-Vorfahren entdeckt Vor kurzem wurden in Indien die fossilen Überreste eines vierbeinigen Paarhufers gefunden, der vor 48 Millionen Jahren gelebt haut und der, obwohl er an Land lebte, als Vorfahr der heutigen Wale gilt. Er erhielt den Namen Indohyus und wird als übergroße Ratte mit langen Beinen beschrieben.

    Schot seit Charles Darwin sind sich die Wissenschaftler einig, dass die Wale von an Land lebenden Säugetieren abstamme, die ins Wasser zurückgekehrt waren. Doch wie dieser Landvorfahr aussah, war bisher nicht bekannt.

    Ein Wissenschaftlerteam um Hans Thewissen, Anatomieprofessor an dem Northeastern Ohio Universities College of Medicine (NEOUCOM) ist sich aber sicher, mit Indohyus einen dieser an Land lebenden Wal-Vorfahren entdeckt zu haben, obwohl dier von außen betrachtet einem Wal nicht sehr ählich sieht, wie Thewissen erklärt. Aber das gilt für alle frühen Wale, die eher wie eine Kreuzung zwischen Schwein und Hund aussahen.

    Indohyus war so groß wie ein heutiger Waschbär und ähnelte am ehesten den heutigen Hirschferkeln aus Afrika und Asien, einer kleinen Hirschart mit rattenartiger Schnauze. Der Aufbau der Zähne lässt jedoch vermuten, dass Indohyus sich oft im Wasser aufhielt und dort wahrscheinlich auch seine Nahrung fand. Auch Hirschferkel springen, wenn Gefahr droht, ins Wasser, um sich dort zu verstecken, erläutert Thewissen.

    12.12.2007

    Carcharodontosaurus iguidensis: Neue, 13 bis 14 Meter lange Art vor 10 Jahren in Afrika entdeckt, jetzt beschrieben

    09.12.2007

    Horner: Dinosaurier waren wahrscheinlich so bunt wie heutige Vögel

    07.12.2007

    Erde war niemals vollkommen vergletschert Nach vorherrschender Theorie war es im Neoproterozoikum (von vor 900 bis vor 600 Millionen Jahren) so eisig auf der Erde, dass in dieser Zeit die Erde zweimal zu einem regelrechten Schneeball wurde.

    Forscher um Richard Peltier von der Universität Toronto widersprechen dieser Theorie nun aufgrund einer von ihnen erstellten Computersimulation, in der sie sowohl das Klima als auch den Kohlenstoff-Kreislauf im Neoproterozoikum nachbildeten. Ihren Berechnungen zufolge blieben zumindest die tropischen Ozeane während dieser Zeit eisfrei, da aus ihnen Kohlendioxid ausdampfte.

    In der kalten Zeit wurde vermutlich mehr Sauerstoff im Meerwasser gelöst als bei wärmeren Temperaturen und wandelte, sobald er in die Tiefsee gelangte, den reichlich vorhandenen organisch gebundenen Kohlenstoff in Kohlendioxid um. Anschließend wurde das Gas wahrscheinlich an die Luft abgegeben und wirkte dort als Treibhausgas, das verhinderte, dass die Erde vollkommen vergletscherte.

    Da der Treibhauseffekt das Klima der Erde aber wieder erwärmte, wurde zunehmend weniger Sauerstoff in den Meeren gelöst und dadurch zunehmend weniger Kohlendioxid freigesetzt. Das führte wiederum zur Abkühlung der Erde und zu einer neuen Eiszeit.

    Peltier und seine Kollegen konnten mithilfe ihrer Computersimulation so die vier bislang aufeinander folgenden Eiszeiten von jeweils vier bis dreißig Jahren anschaulich nachbilden.

    Doch zeigt diese Simulation auch Schwächen, wie Alan Kaufman von der Universität von Maryland erklärt. So hätten Peltier und seine Kollegen in ihrer Simulation nicht die geringere Saurerstoffkonzentration in der Atmosphäer zur damaligen Zeit berücksichtig, sondern seien von heutigen Verhältnissen ausgegangen, obwohl darüber inzwischen allgemeiner Konsens herrscht. Außerdem seien in der Simulation die Verwitterungsprozesse unberücksichtigt geblieben, die ebenfalls große Mengen Luftsauerstoff binden und so die vorhandene Sauerstoffmenge, die in den Ozeanen hätte gelöst werden können, dezimierten.

    05.12.2007

    Zweiter Fund eines riesigen Pliosaurus auf Spitzbergen

    03.12.2007

    Hadrosaurus-Mumie bringt neue Erkenntnisse Bereits im Jahr 1999 entdeckte ein 16-jähriger Jugendlicher im US-Bundesstaat North Dakota, USA, ein Hadrosaurus-Fossil, das sensationell gut erhalten geblieben war und sozusagen mumifiziert wurde.

    Neben den Knochen hatten sich auch die Muskeln und die schuppige Haut erhalten, sodass die Forscher nun neue Einblicke in die Anatomie dieses Dinosauriers erhalten können.

    Der Paläontologe Phil Manning von der University of Manchester in England, der die Ausgrabungen des schätzungsweise 67 Millionen Jahre alten Hadrosaurus-Fossils mit dem Spitznamen "Dakota" geleitet hat, ist von dem Fund begeistert: "Dies ist kein Hautabdruck, sondern versteinerte Haut − das ist ein großer Unterschied."

    Die Haut weise deutlich Streifen von größeren und kleineren Schuppen auf. Zwar sei die Farbe der Haut durch die Versteinerung nicht erhalten geblieben, doch habe die Haut starke Ähnlichkeit mit der moderner Reptilien − und bei den modernen Reptilien ginge ein Wechsel der Schuppengröße oftmals auch mit einem Wechsel der Farbe einher. Daraus schließen die Forscher, dass der Hadrosaurus möglicherweise Tarnstreifen besessen haben könnte.

    Auch über die Größe der Hadrosaurier verrät das gefundene Fossil Neues: In Museen werden die Rückenwirbel bei den rekonstruierten Skeletten stets direkt aneinander gesetzt − der mumifizierte Hadrosaurus zeige jedoch, dass die Wirbel von einer ein Zentimeter dicken Schicht voneinander getrennt waren. Demnach waren Hadrosaurier länger, als bisher angenommen. Bei einem Tier mit 200 Wirbeln würde dieser verschiedenartige Rückgrataufbau einen Längenunterschied von zwei Metern ausmachen. "Dakota" − das Hadrosaurus-Exemplar aus North Dakota − ist mit über zwölf Metern Länge und rund 3,2 Tonnen Gewicht daher auch größer als alle dargestellten Hadrosaurierskelette in den Museen.

    Da sich das Fossil so gut erhalten hat, konnten die Forscher die Muskelmasse berechnen und erkannten, dass auch die Geschwindigkeit, mit der sich Hadrosaurus fortbewegen konnte, unterschätzt wurde. Vermutlich erreichte Hadrosaurus eine Laufgeschwindigkeit von 45 Kilometern in der Stunde und war somit in der Lage, dem Tyrannosaurus rex davon zu rennen, dessen Höchstgeschwindigkeit auf knapp 30 Kilometern pro Stunde geschätzt wird.

    Zur Zeit wird die Hadrosaurus-Mumie mithilfe des weltgrößten Computertomografen bei Boeing untersucht, mit dem normalerweise Space Shuttels durchleuchtet werden. Das Scannen des Dinosauriers wird aber wohl noch Monate andauern, wie Manning erklärt. Unklar ist bisher auch, ob der Kopf erhalten geblieben ist. Die Frage, ob sich aus der Dinosaurier-Mumie klonfähige DNA gewinnen ließe, verneint Manning jedoch: Die Chance Erbgut aus einem 67 Millionen Jahre alten Fund zu gewinnen, sei sehr gering.


    21.11.2007

    Jackelopterus: Überreste eines 390 Millionen Jahre alten, riesigen Skorpions entdeckt Der deutsche Paläontologe Markus Poschmann von der Meinzer Generaldirektion Kulturelles Erbe, der Brite Simon J. Braddy von der Universität Bristol und der US-Forscher Erik Tetlie von der Universität Yale haben die 46 Zentimeter lange Kieferklaue eines gigantischen Meeresskorpions beschrieben, die Poschmann in einem Steinbruch in Willwerath nahe Prüm (Rheinland-Pfalz) entdeckt hat.

    Vermutlich jagte der Gliederfüßer, der zur Art Jackelopterus rhenaniae gehörte, hier vor 390 Millionen Jahren im devonischen Urmeer und hatte eine Länge von zweieinhalb Metern. Damit würde er den größten bisher gefundenen Gliederfüßer um fast einen halben Meter überragen und stelle so einen neuen Größenrekord für Gliederfüßer auf.

    Die Frage, warum die Gliederfüßer zur damaligen Zeit wesentlich größer wurden als heute, ist noch nicht geklärt. Einige Wissenschaftler vermuten, dass die höhere Sauerstoffkonzentration in der Atmosphäre die Tiere zu solch gigantischen Ausmaßen heranwachsen ließ. Andere Wissenschaftler nehmen an, dass die Gliederfüßer sich an das Größenwachstum ihrer Beutetiere anpassten − in diesem Fall an das Wachstum der Panzerfische (Placodermi). Braddy hält es jedoch für wahrscheinlicher, dass sich die Tiere aufgrund der geringeren Konkurenz durch Wirbeltiere einfach besser entwickeln konnten.

    15.11.2007

    Neues zum Nigersaurus Bereits 1999 fand der Paläontologe Paul Sereno in der Sahara die fossilen Überreste eines neun Meter langen Sauropoden, der vor rund 110 Millionen Jahren gelebt hat und der den Namen Nigersaurus taqueti erhielt. Eingeordnet wird dieser Sauropode in die Gruppe der Diplodocoidea. Nun wurden weitere anatomische Details veröffentlicht.

    Demnach besaß Nigersaurus fast papierdünne Rückenwirbel und wies auch ansonsten ein "federleichtes", fast durchsichtiges Skelett auf.

    Das auffälligste Kennzeichen des Nigersaurus war jedoch sein Maul: Von der Form her eher als rechteckig zu bezeichnen, beherbergte es auf einer Breite von 30 Zentimetern rund 50 rasiermesserscharfe Zähne, mit denen Nigersaurus die kreidezeitliche Vegetation abmähte. Durch CT-Scans entdeckten die Forscher hinter jedem der 50 Schneidzähne noch acht weitere Zähne, die im Bedarfsfall nachwuchsen. Sereno nimmt an, dass jeden Monat ein Zahn ausgetauscht wurde.

    Aufgrund des leichten Körperbaus war Nigersaurus jedoch kaum in der Lage, seinen Kopf höher als seinen Rücken zu heben und beschränkte sich bei seiner Nahrung somit wohl in erster Linie auf Farne und Schachtelhalme.

    13.11.2007

    Streit um Ursache des Dinosauriersterbens geht weiter Auf der Jahrestagung der Amerikanischen Geologischen Gesellschaft (GSA) in Denver (USA) gab es heftige Diskussionen um die Frage, was zum Massensterben am Ende der Kreidezeit geführt hat, bei dem drei Viertel aller damaligen Lebewesen, unter anderem die Dinosaurier, ausstarben.

    Zwei Theorien standen sich bei der Diskussion gegenüber: Die Meteoriten-Theorie und die Vulkanismus-Theorie. Während die große Mehrheit der Wissenschaftler die Meteoriten-Theorie bevorzugt, verteidigte eine kleine Gruppe um Gerta Keller, Geologin an der Princeton University, vehement die Vulkanismustheorie.

    Ihren Angaben zufolge machten giftige Vulkangase und eine durch verstärkten Vulkanismus einsetzende Klimaveränderungen den Dinosauriern schwer zu schaffen. Da die Eruptionen mehrere Hundertausend Jahre angedauert und dabei ununterbrochen Lava und Gase in die Atmosphäre gespuckt hätten, sei der Einfluss der Vulkantätigkeit auf das Klima der Erde am Ende der Kreidezeit wesentlich höher einzustufen als der eines Meteoriten-Einschlags. Noch heute bedecken zwei Kilometer dicke Lava-Ablagerungen ein Gebiet in Indien von 500.000 Quadratkilometern und bilden das so genannte Dekkan-Plateau.

    Unterstützung erhielt Keller von einer Forschergruppe um den Vulkanologen Stephen Self von der Open University in Milton Keynes (Großbritannien) und einer anderen Forschergruppe um Anne-Lise Chenet von der Universität Cambridge (Großbritannien). Die Gruppe um Self bestätigte, dass Vulkane am Ende der Kreidezeit große Mengen giftiger Schwefelgase in die Luft geblasen haben. Und auch die Gruppe um Chenet betonte, dass die Eruptionen zehnmal mehr giftiges Schwefeldioxid in die Atmosphäre geschleudert hätten als der Meteoriten-Einschlag auf der Yucatan-Halbinsel in Mexiko.

    Dass am Ende der Kreidezeit eine verstärkte Vulkantätigkeit zu verzeichnen ist, gilt inzwischen als gesichert. Dennoch favorisieren die meisten Wissenschaftler die Meteoriten-Theorie, auch als Impact-Theorie bekannt, wenn es darum geht, die Ursache für das Massensterben am Ende der Kreidezeit zu bestimmen.

    Entwickelt wurde diese Theorie am Ende der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, als Forscher um Luis und Walter Alvarez große Mengen Iridium-Ablagerungen in Sedimenten vom Ende der Kreidezeit fanden. Anfang der neunziger Jahre wurde dann auf der Yucatan-Halbinsel in Mexiko nahe der Maya-Siedlung Chicxulub ein dazu passender Krater gefunden, der auf ein Alter von rund 65 Millionen Jahren geschätzt wird.

    Nach Aussage der Meteoriten-Theorie soll ein 10 Kilometer großer Meteorit beim Einschlag auf der Erde Asche und Staub in die Atmosphäre geschleudert haben, die die Erde jahrelang verdunkelt haben. Dieser Einschlag habe deutlich mehr Gas in die Luft befördert als die Vulkanausbrüche in Indien und habe somit eine weit verheerendere Wirkung gehabt als der verstärkte Vulkanismus, argumentiert Jan Smit von der Freien Universität Amsterdam - ein Begründer der Impact-Theorie und schärfster Widersacher Kellers.

    Auch Smit erhält bei seiner Theorie Unterstützung durch andere Wissenschaftler: So hat ein Forscherteam um Kenneth MacLeod von der Universität Missouri in den USA Spuren des Einschlags auch in Schlickschichten im Nordatlantik gefunden. Und Philippe Claeys von der Freien Universität in Brüssel schließt aus, dass Vulkangase ein Massensterben verursachen könnten.

    Inzwischen gibt es neben diesen verhärteten Fronten aber auch Wissenschaftler, die ein Zusammenspiel beider Ereignisse für das Massensterben verantwortlich machen. So erklärte Mike Widdowson von der Open University, dass der Dekkan-Vulkanismus in Indien durch seine Klimaverschlechterung "fraglos" einen starken Einfluss gehabt hätte, dass jedoch der Meteorit der Umwelt den entscheidenden Schlag versetzt habe.

    09.11.2007

    Indien - Geburtsstätte der Huftiere? Eine indische Forschergruppe um Guntupalli Prasad von der Universität im indischen Jammu ist in indischen Ablagerungen aus der Kreidezeit auf einen einzelnen Zahn gestoßen, der offenbar von einem noch unbekannten Urhuftier stammt. Aufgrund der Form des Zahns und den Gebrauchsspuren konnten die Forscher diesen Backenzahn durch Vergleiche mit Zähnen anderer fossiler Säuger einordnen.

    Der rechte untere Backenzahn ist nur rund 2,5 Millimeter groß und gehörte vermutlich einem eher rattengroßen Tier, das vor über 65 Millionen Jahren gelebt hat.

    Dis bis dato ältesten Funde von Urhuftieren stammen aus Montana (USA) und werden auf 65 bis 55 Millionen Jahren geschätzt.

    Da Indien am Ende der Kreidezeit aber noch nicht mit dem asiatischen Kontinent verbunden war, sondern eine große Insel im indischen Ozean bildete, vermuten die Forscher um Prasad nun, dass Indien möglicherweise die Geburtsstätte der Huftiere war und sich die Urahnen von Pferd, Kuh, Schwein und Schaf von hier aus über die ganze Welt ausbreiteten.

    08.11.2007

    Raubsaurier besaßen Lunge wie Tauchvögel Fossilenvergleiche, die ein Forscherteam um Jonathan Codd von der Universität Manchester durchgeführt hat, lassen darauf schließen, dass die auf zwei Beinen laufenen Raubsaurier - auch Theropoden genannt - ein ähnlich leistungsfähiges Atmungsorgan besaßen wie heute lebende Tauchvögel.

    Vögel besitzen eine starre Lunge, um die sich neun Luftsäcke gruppieren. An ihrem Brustkorb befinden sich kleine Hakenfortsätze, die die größeren Knochen − wie etwa das Brustbein und die Rippen − beim Atmen bewegen. Dadurch werden die Luftsäcke wie Blasebälge zusammengedrückt und pumpen Sauerstoff durch das System.

    Je nach Art der Fortbewegung sind diese Hakenfortsätze mal länger und mal kürzer: Laufvögel mit einer schwachen Brustmuskulatur besitzen sehr kurze Knöchelchen − Vögel, wie z.B. Pinguine, die lange Zeit unter Wasser tauchen können, haben hingegen längere Hakenfortsätze.

    Die Vergleichsstudien des Teams um Codd zwischen Dinosaurierfossilien und heutigen Vögeln ergaben nun, dass das Atmungssystem der Urzeitechsen am ehesten dem der Tauchvögel glichen. Dies sei ein Beleg dafür, so Codd, dass zumindest die Theropoden sehr aktive Tiere waren, die auf der Jagd relativ schnell laufen konnten.

    01.11.2007

    500 Millionen Jahre alte Quallenfossilien entdeckt Amerikanische Wissenschaftler um Bruce Lieberman von der Universität von Kansas in Lawrence haben in Sedimentgesteinen in Utah die bislang ältesten Quallenfossilien entdeckt, die auf ein Alter von 505 Millionen Jahren geschätzt werden und somit etwa 200 Millionen Jahre älter als die bis dato ältesten bisher bekannten Funde sind. Da die Funde sehr gut erhalten blieben, sind die Forscher in der Lage, vier verschiedene Quallentypen zu unterscheiden.

    Die Quallen waren kurz nach ihrem Ableben von feinkörnigem Sediment bedeckt worden und konnten dort so ihre Spuren sehr deutlich hinterlassen. Gut zu erkennen sind die ausgeprägte Glockenform, die Tentakel und möglicherweise auch Geschlechtsorgane. Wäre das Sediment grobkörniger gewesen, hätten sich nicht so viele Details erhalten können.

    Da die Komplexität der fossilen Quallen heutigen Nesseltieren ähnelt, vermuten die Forscher, dass sich entweder die Komplexität heutiger Quallen sehr rasch und bereits schon vor 500 Millionen Jahren entwickelt hat oder dass die Gruppe noch viel älter ist und schon viel länger existiert.


    31.10.2007

    Uralte Amphibienfossilien im Museum entdeckt Der Doktorand David Fillmore entdeckte im Reading Public Museum in Pennsylvania gut erhaltene fossile Körperabdrücke von an Land lebenden Amphibien, die auf ein Alter von 330 Millionen Jahren geschätzt werden und die schon mehrere Jahre im Museum lagerten.

    Spencer G. Lucas vom New Mexico Museum of Natural History and Science betonte, dass diese Fundstücke zu den ältesten ihrer Art gehören. Deutlich zu sehen seien die Häute zwischen den Zehen und die glatte Haut der drei eng beieinander hockenden, ca. 30 Zentimeter langen Tiere.

    Über die Frage, warum die Tiere so nahe beieinander saßen, können die Forscher nur spekulieren: Möglicherweise deute dies auf ein soziales oder aber auf eine Art Paarungsverhalten hin.

    31.10.2007

    Dromaeosaurierspuren weisen auf Rudelleben hin Fossile Spuren in China liefern konkrete Hinweise darauf, dass einige Dromaeosaurier in Rudeln jagten. Die 100 bis 120 Millionen Jahre alten, 28 Zentimeter langen und 12 Zentimeter breiten Fußabdrücke, die Forscher um Martin Lockley von der Universität von Colorado in Denver fanden, stammen vermutlich von sechs Theropoden, die schätzungsweise ein Gewicht von 90 Kilogramm und eine Hüfthöhe von 1,20 Metern besaßen.

    Deutlich im Stein zu erkennen sind die Abdrücke von jeweils zwei Zehen des Fußes; der Abdruck der dritten Zehe, an der bei allen Dromaeosauriern eine lange sichelförmige Kralle saß, fehlt jedoch. Dies deuten die Wissenschaftler als Indiz dafür, dass die Dromaeosaurier die Kralle beim Gehen anhoben.

    Da die entdeckten Spuren nebeneinander herlaufen ohne sich zu überschneiden, gehen die Forscher davon aus, dass "die Spurenverursacher zur selben Zeit da waren − und sich in einer Gruppe bewegten".

    22.10.2007

    Teinolophos: Schnabeltier aus der Unterkreide beaß schon elektromagnetisches Sinnesorgan im Schnabel

    17.10.2007

    Hylonomus: Fußspuren eines Reptils aus dem Oberkarbon in Kanada entdeckt

    16.10.2007

    Sauropoden: Ein kompliziertes, unterstützendes Luftsacksystem ermöglichte die Ausbildung der langen Hälse und des Riesenwuchses
    KURZNACHRICHT:

    Schweizer Wissenschaftler haben entdeckt, dass die Halswirbelsäule der Sauropoden durch ein leistungsfähiges System aus Luftsäcken und stützenden Wirbelfortsätzen zugleich stabilisiert und beweglich gehalten wurde.

    Die Hals- und Rumpfwirbel enthielten große luftgefüllte Hohlräume, die "pneumatische Diverticula" genannt werden und das Gewicht des Halses bis zu 30 Prozent reduzierten. Zudem federten diese Luftsäcke wie eine Art Stoßdämpfer die Schwingungen ab, die ansonsten bei der Fortbewegung auf die Rumpfwirbelsäule eingewirkt hätten.

    Halsrippen und Schwalbenschwanz-ähnliche Wirbelfortsätze gaben der Halswirbelsäule zudem Stabilität und verhinderten gleichzeitig, dass sich die Halswirbelsäule verrenkte.

    Wahrscheinlich waren die Hälse bei den meisten Sauropoden nur wenig beweglich und auf die Fresshöhe beschränkt.

    16.10.2007

    Futalognkosaurus: 88 Millionen Jahre alter, 32 Meter langer Titanosaurier in Argentinien präsentiert

    10.10.2007

    Sauropoden-Abdrücke aus der Triaszeit in der Schweiz entdeckt

    09.10.2007

    Möglicherweise T.-rex-Fußabdruck in Montana entdeckt In den Badlands von Montana, USA, hat der britischer Paläontologe Dr. Phil Manning vom Manchester Museum an der University of Manchester nach eigenen Angaben im letzten Jahr den fossilen Fußabdruck eine Tyrannosaurus rex gefunden.

    Entdeckt hat er ihn in der Hell Creek Formation, einer Sedimentschicht im Osten der Rocky Mountains, die am Ende der Dinosaurierzeit entstand und die für Tyrannosaurus-Fossilien bekannt ist.

    Im Juli dieses Jahres kehrte Manning in die USA zurück, um den Fußabdruck weiter zu untersuchen, und plant nun, die Ergebnisse in einer wissenschaftlichen Zeitung zu publizieren.

    Laut Manning sind die Dinosaurier-Wanderwege eine wichtige Ergänzung unseres Verständnisses der Urzeitriesen, die vor über 65 Millionen Jahren gelebt haben, da sie die Tiere in die Umgebung setzen, in der sie damals lebten.

    Bevor jedoch nicht noch andere Wissenschaftler den Fußabdruck studiert haben, ist sich Manning nicht wirklich sicher, einen T-rex-Stapfen entdeckt zu haben. Es kämen nur zwei Arten, die aus der Hell Creek Formation bekannt sind, in Frage, teilt Mannig mit, entweder der Nanotyrannus oder sein größerer Verwandter, der Tyrannosaurus rex. Die Größe des Fußabdrucks von 76 Zentimetern ließe jedoch vermuten, dass es letzterer sei.

    1983 wurde schon einmal ein Fußabdruck gefunden, der dem Tyrannosaurus rex zugeschrieben wurde und der 11 Jahre später seine Beschreibung erfuhr.

    "Man kann nie mit Sicherheit sagen, welches Tier einen fossilen Fußabdruck gemacht hat, solange es nicht am Ende seiner Spur gestorben ist", kommentiert Dr. Angela Milner vom London's Natural History Museum. "Wie immer diese beiden Fußabdrücke in den Felsen gekommen sind, sie stammen definitiv von einem großen fleischfressenden Dinosaurier - und der einzige, der groß genug war, um solche riesigen Stapfen zu hinterlassen, war Tyrannosaurus rex."

    05.10.2007

    Allosaurus-Fußabdruck von der archäologischen Fundstätte in Courtedoux (Schweiz) gestohlen

    04.10.2007

    Gryposaurus: Schädel eines riesigen Hadrosauriers entdeckt Bereits 2002 wurde in den Schichten des Grand Staircase-Escalante National Monument in den Rocky Mountains der 76 Zentimeter lange fossile Schädel eines Hadrosauriers gefunden, der aufgrund seines Nasenkonchens den Gryposauriern (übersetzt: "Hakennasen-Echsen") zugeordnet wurde.

    Bislang sind drei Arten von Gryposauriern bekannt, die alle während der späten Kreidezeit in Nordamerika lebten, für gewöhnlich auf zwei Beinen liefen und rund 9 Meter lang wurden.

    Nun hat ein Forscherteam um Terry Gates vom Naturgeschichte-Museum der Universität Utah und Scott Sampson den neu gefundenen präparierten Schädel wissenschaftlich beschrieben und festgestellt, dass er zu einer bislang unbekannten vierten Gryposaurus-Art gehörte. Diese neue Art nannten die Forscher Gryposaurus monumentensis (nach dem Fundort des Schädels).

    Gryposaurus monumentensis lebte in der Oberkreide vor 75 Millionen Jahren im Süden des heutigen US-Bundesstaates Utah und wurde vermutlich 10 Meter lang.

    In seinem Maul saßen 300 sichtbare Zähne, mit denen er auch die härtesten Pflanzenfasern zermalmen konnte. Desweiteren befanden sich noch 500 Ersatzzähne im Inneren des Kiefers, die bei Bedarf nachwachsen konnten.

    Aufgrund seiner enormen Länge und seines robusten Skeletts bezeichneten ihn die Forscher scherzhaft als den "Arnold Schwarzenegger der Entenschnabelsaurier".


    21.09.2007

    Velociraptor besaß definitiv Federn An den fossilen Überresten des Unterarms eines bereits 1998 ausgegrabenen Velociraptors aus der Ukhaa Tolgod (Dschadochta-Formation in der Mongolei) hat ein amerikanisches Wissenschaftlerteam um den Paläontologen Alan Turner vom US-Museum für Naturgeschichte in New York Ansatzstellen für Federn entdeckt. Dies werten die Forscher als Beweis dafür, dass Velociraptor definitiv Federn besaß.

    Das von Turner und seinen Kollegen untersuchte Velociraptor-Exemplar war etwa 1,50 Meter lang und wog rund 15 Kilogramm.

    Auf der Elle dieses Dinosauriers fanden die Forscher in regelmäßigen Abständen von vier Millimetern Einkerbungen, die den Ansatzstellen von Federkielen bei heutigen Vögeln gleichen. Bei den heutigen Vögeln sind an diesen Einkerbungen die Schwungfedern befestigt, die beim Fliegen die Hauptlast tragen. Da Velociraptor aber im Vergleich zu den heutigen Vögeln sehr kurze Arme besaß, gehen die Forscher davon aus, dass er nicht fliegen konnte − zumal er dafür auch zu schwer war.

    Turners Team stellte fest, dass Velociraptor rund 14 Schwungfedern besaß. Da sie aber nicht dem Fliegen dienten, ist ihr Zweck noch unklar. Die Forscher können nur spekulieren: Möglicherweise entwickelten sich die Federn zur Regulierung der Körpertemperatur oder für das Abdecken des eigenen Nestes oder zum Manövrieren beim schnellen Laufen oder als Schmuck bei der Partnerwerbung, wie die Schwanzfedern des heutigen Pfaus.

    Fest steht auf jeden Fall, dass Federn tragende Dinosaurier offenbar häufiger vorkamen als bislang angenommen wurde.

    20.09.2007

    Dinosaurier starben nicht durch erhöhte Strahlung Ein amerikanisches Forscherteam um Adrian Melott von der University of Kansas berechnete die Wahrscheinlichkeit, dass die Dinosaurier am Ende der Kreidezeit einer erhöhten Dosis von ionisierender Strahlung ausgesetzt wurden und dadurch ausstarben.

    Als Grundlage ihrer Berechnung nahmen sie die Ergebnisse, die Melotts Kollege Bruce Rothschild vor vier Jahren bei der Untersuchung von über 10.000 Wirbelknochen von 708 Dinosauriern zusammengetragen hatte. Demnach fand Rothschild zwar bei diversen Dinosauriern zahlreiche gutartige Blutgefäßwucherungen vor, konnte aber lediglich bei einem Wirbel eines Edmontosauriers Knochenmetastasen feststellen.

    Dieser Befund führte Melotts Team zu dem Schluss, dass die Dinosaurier keineswegs, wie oftmals angenommen, einer erhöhten Strahlung ausgesetzt waren. Sie zeigten keine Abweichung im Vergleich mit der modernen Häufigkeit solcher Tumore.

    Da das Sonnensystem − wie Fossilienanalysen andeuten − möglicherweise alle 62 Millionen Jahre einer erhöhten Strahlungsintensität ausgesetzt ist, indem es auf seiner Bahn um das Milchstraßenzentrum vorübergehend über die Scheibe der Milchstraße steigt, wurde in der Vergangenheit angenommen, dass diese erhöhte Strahlung zum Aussterben der Dinosaurier geführt hätte.

    Nach den Ergebnissen von Melotts Team ging das Aussterben aber keinesfalls auf die erhöhte Strahlungsintensität zurück.

    13.09.2007

    Parareptilien: Die Entwicklung des Ohrs und die Eroberung des nächtlichen Lebensraums Die beiden Paläontologen Johannes Müller und Linda Tsuji vom Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität Berlin untersuchten rund 260 Millionen Jahre alte Fossilien von sechs verschiedenen eng verwandten Reptilienarten aus dem Nordwesten Russlands, die in den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts nahe des Flusses Mezen gefunden wurden.

    Bei diesen sogenannten Parareptilien, die im Perm gelebt haben, waren die Schläfen anscheinend von einem breiten Trommelfell bedeckt, das durch eine den menschlichen Gehörknöchelchen vergleichbare Knochenstruktur mit dem Innenohr und dem Gehirn verbunden war. Somit besaßen diese frühen Reptilien bereits Ohren, die genauso aufgebaut waren wie die Ohren heutiger Landwirbeltiere und mit denen sie durch Luft übertragene Geräusche wahrnehmen konnten.

    Die Erkenntnisse der Berline Wissenschaftler zeigen, dass die ersten Ohren schon 60 Millionen Jahre früher entstanden als bislang angenommen − und damit nicht, wie ebenfalls vermutet, durch die Ausbreitung der Insekten gefördert wurde, deren Summen von den Reptilien wahrgenommen werden sollte. Denn die schnelle Ausbreitung der Insekten trat erst später ein.

    Doch was war dann der Grund für die Entwicklung dieser Ohren? Die beiden Berliner Forscher glauben, dass es mit der Eroberung neuer ökologischer Nischen zu tun hat. Da auch in den damaligen Ökosystemen an Land ein harter ökologischer Wettbewerb herrschte, war es notwendig, durch Evolution neue Eigenschaften hervorzubringen, die einen Vorteil gegenüber anderen Konkurrenten brachten.

    Da die untersuchten Parareptilien-Reste nicht nur die Eigenschaften eines modernes Gehörs besßen, sondern darüberhinaus auch deutlich vergrößerte Augenöffnungen, nehmen Müller und Tsuji an, dass sie darauf aus waren, den nächtlichen Lebenraum zu erobern. Auch heute lebende nachtaktive Tiere besitzen eine überdurchschnittliche Fähigkeit zu hören und besitzten überdimensionale große Augen.

    Dennoch ist diese Erkenntnis überraschend, denn Reptilien sind normalerweise auf viel Sonnenlicht angewiesen, um eine gesunde Körpertemperatur aufrechterhalten zu können. Somit ergibt sich ein weiteres Rätsel, das noch gelöst werden muss: Wie regulierten diese kaltblütigen Tiere nachts, wenn keine Sonne scheint, ihren Stoffwechsel und Wärmehaushalt?

    "Vielleicht", so vermutet Müller, "haben sie sich tagsüber in den warmen Sand eingegraben sich so aufgewärmt und die Wärme für die kühle Nacht gespeichert".

    12.09.2007

    Pelycosaurier: Brutpflege schon vor 260 Millionen Jahren Die südafrikanische Forscherin Jennifer Botha-Brink vom National Musuem in Bloemfontein und ihr kanadischer Kollege Sean Modesto von Cape Brenton University in Sydney haben ein 260 Millionen Jahre altes Fossil aus der südafrikanischen Abrahamskraal-Formation untersucht, das fünf eng aneinander geschmiegte Pelycosaurier birgt. Pelycosaurier gehörten zu den Reptilien und gelten als die Vorläufer der heutigen Säugetiere.

    Vier der gefundenen Tiere waren klein und besaßen eine für Jungtiere typische unvollständige Verknöcherung des Skeletts. Das fünfte Fossil deutet auf ein erwachsenes Tier mit vollständiger Verknöcherung hin. Während das anscheinend ausgewachsene Tier etwa 50 Zentimeter lang war, weisen die kleinen Exemplare eine Länge von etwa 34 Zentimeter auf. Da die kleinen Tiere alle die gleiche Größe aufweisen, vermuten die Forscher, dass es sich bei dem Fund um ein Elterntier mit seinen Jungen handelt.

    Das angenommene Elterntier hat seinen Schwanz um drei der kleinen Artgenossen gelegt und so zeigen alle fünf eine natürliche, entspannte Körperhaltung. Daher nehmen die Forscher an, dass sie vom Tod überrascht wurden.

    Das Besondere an diesem Fund ist jedoch die Tatsache, dass es sich bei diesem Fossil anscheinend um den Beleg von Brutpflege handelt, die bereits im Perm stattgefunden hat. Bislang war man davon ausgegangen, dass frühestens in der Kreidezeit die Tiere begonnen hätten, sich fürsorglich um ihre Jungtiere zu kümmern. Somit muss der Beginn der Brutpflege um gut 140 Millionen Jahren nach vorne verlegt werden.

    Die Hauptaufgabe der Eltern wird wahrscheinlich der Schutz der Nachkommen vor Fressfeinden gewesen sein. Da die Größe der Jungtiere rund zwei Drittel der des Elternteils beträgt, nehmen die Forscher an, dass eine intensive und lang andauernde Brutpflege notwendig war.

    07.09.2007

    Mahakala: Kleiner Vogelvorfahr in der Mongolei entdeckt Das vergleichsweise winzige Fossil eines Dromaeosauriers aus der Mongolei gibt neue Hinweise auf die Entstehungsgeschichte von Vögeln und den großen Dromaeosauriern.

    Ein Forscherteam um Alan Turner vom American Museum of Natural History in New York erkennt in diesem Fossil evolutionäre Schrumpfprozesse unter den Dinosauriern. Demnach schrumpften die Vorfahren der Vögel und der großen Dromaeosaurier zunächst auf die Größe eines kleinen Huhns, bevor sie unterschiedliche Weiterentwicklungen durchmachten.

    Die in der Mongolei gefundenen versteinerten Überreste stammen von einem bislang unbekannten, primitiven Dinosaurier aus der Gruppe der Dromaeosaurier, der in der Oberkreide gelebt hat. Er erhielt den Namen Mahakala omnogovae nach einem der acht wachenden Götter im tibetischen Buddhismus sowie seinem Fundort in der südlichen Wüste Gobi. Mit seinen 65 Zentimetern Länge und 600 Gramm Gewicht war er noch ein Stück kleiner als der bekannte Raubsaurier Compsognathus.

    Im Gegensatz zu seinen großen Nachfahren wie zum Beispiel dem Velociraptor und dem Deinonychus besaß Mahakala jedoch nicht die für diese Gruppe typische Sichelkralle an den Hinterläufen. Dafür deuten einige seiner Eigenschaften auf eine enge Verwandtschaft zu den Vögeln hin, obwohl nicht klar ist, ob er auch schon Federn trug. Seine Knochenstruktur weist ihn als ein erwachsenes Exemplar aus.

    Die Co-Autorin Julia Clarke von der North Carolina State University, die an der Studie beteiligt war, schreibt: "Wir dachten, dass die Vögel stufenweise kleiner wurden, schneller wuchsen und zu fliegen begannen. Nun sehen wir, dass die Körpergröße sich bereits verringert hatte, bevor die anderen vogeltypischen Veränderungen bei der Bewegung und dem Stoffwechsel auftraten." Das bedeutet, dass die Vögel zunächst kleiner wurden und sich erst danach die Flugfähigkeit entwickelte.

    Interessant sei zudem,"dass einige Dinosauriergruppen, die sehr eng mit den Vögeln verwandt sind, nicht klein blieben − sie wurden hundertmal so schwer wie ihr Vorfahr.". Das weist auf eine gegensätzliche Entwicklung in eng verwandten Gruppen hin.

    Die Frage, warum sich die Vögel in die Luft erhoben, während ihre Verwandten sich zu den großen Raubsauriern entwickeln, konnte mithilfe dieses Fundes aus der Mongolei jedoch nicht beantwortet werden.

    06.09.2007

    Rekonstruierung des Turiasaurus − des größten europäischen Dinosauriers Vor gut drei Jahren wurden in Spanien nahe der Stadt Teruel die Überreste des bisher größten europäischen Sauropoden gefunden: Turiasaurus riodevensis.

    Nachdem dann im vergangenen Dezember ein dreiköpfiges Wissenschaftlerteam um Alberto Cobos den neuen Dinosaurier wissenschaftlich beschrieben und eine lange Liste von Merkmalen vorgelegt hat, die den Turiasaurus von anderen Sauropoden unterscheidet, wurde im paläontologischen Labor von Dinopolis, dem paläontologischen Erlebnispark in Teruel, nun begonnen, diesen Dinosaurier zu rekonstruieren.

    Vermutlich erreichte Turiasaurus eine Länge von mehr als 30 Metern und brachte es auf ein Gewicht von 40 bis 48 Tonnen. Damit wäre er der zweitgrößte Saurier, der jemals gelebt hat, soweit bis heute bekannt ist. (Den Rekord hält bisher der Argentinosaurus.)

    Während vom Argentinosaurus aber lediglich fünf Wirbel und ein Unterschenkelknochen gefunden wurden, konnten vom Turiasaurus ungefähr 25 bis 30 Prozent aller Knochen geborgen werden, unter anderem Teile von Vorder- und Hinterbeinen − ein Oberschenkelknochen war 1,79 Meter lang −, Füße, Hals- und Brustwirbel, Teile der Hüfte und verschiedene Zähne. Rund 70 verschiedene Knochen konnten identifiziert werden. Damit gilt der Turiasaurus als der "vollständigste" ausgegrabene Sauropode weltweit.

    Turiasaurus lebte im Oberjura vor rund 150 Millionen Jahren, als das Gebiet um Teruel noch eher subtropisch mit entsprechender Vegetation war: Farne, Palme und Nadelbäume.

    Vermutlich gehörte Turiasaurus einer primitiven Sauropodengruppe an, die inzwischen den Namen "Turiasaurier" erhielt und sich von anderen Sauropoden unter anderem durch eine besondere Zahnform, die Ausrichtung des Oberschenkelknochens und die innere Knochenstruktur unterschied. Zu der neuen Gruppe der Turiasaurier werden auch andere in Europa gefundene Sauropoden gezählt: der Losillasaurus und der Galveosaurus − beides Funde aus Spanien − sowie andere, noch namenlose Dinosaurier, die bislang nur durch Zahnfunde bekannt sind.

    Wann man den Turiasaurus aber in seiner ganzen Gestalt bestaunen kann, ist bisher noch nicht bekannt. Cobos hofft, dass irgendwann noch der Schädel dieses neuen Sauropoden gefunden wird.

    06.09.2007

    Chicxulub-Krater findet Ursprung in einer 160 Millionen Jahre zurückliegenden Asteroidenkollision Mithilfe einer Computersimulation hat ein amerikanisch-tschechisches Forscherteam um William Bottke vom Southwest Research Institute in Boulder (Colorado) die Herkunft des Chicxulub-Meteoriten berechnet, der auf der mexikanischen Halbinsel Yukatan vor 65 Millionen Jahren eingeschlagen und dort einen rund 180 Kilometer großen Krater hinterlassen hat.

    Ausgehend von den Bruchstücken dieses Meteoriten verfolgten Bottke und seine Kollegen am Computer die Bahnen dieser Bruchstücke zeitlich zurück bis zu einer Kollision, die wahrscheinlich im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter vor 160 Millionen Jahren stattfand. Bei der Computersimulation legten die Forscher unter anderem die chemische Altersbestimmung des Chicxulub-Meteoriten und Kursberechnungen von heute noch im All schwebenden Bruchstücken zugrunde und mussten darüberhinaus auch die Schwerkraftwirkung der Planeten und den Einfluss der Sonnenstrahlen berücksichtigen.

    Aus den Ergebnissen schließen die Forscher, dass vor rund 160 Millionen Jahren im Asteroidengürtel unseres Sonnensystems ein 60 Kilometer großer Asteroid auf den damals noch 170 Kilometer großen Asteroiden mit Namen "Baptistina" prallte − und das mit einer Geschwindigkeit von 10.000 km/h. Dabei zerbarsten die Himmelskörper und hinterließen tausende von Bruchstücken mit einem Durchmesser von über einem Kilometer und rund 300 Fragmente mit einer Größe von mehr als zehn Kilometern.

    Durch statistische Berechnungen kam Bottkes Team zu dem Schluss, dass etwa zwei Prozent aller bei der Kollision abgesplitterten große Bruchstücke im Laufe der 160 Millionen Jahre ins innere Sonnensystem gelangten und dort unter anderem Kurs auf die Erde nahmen. Aber nicht nur die Erde wurde in den folgenden Jahrmillionen von diesen Splittern getroffen, auch auf dem Mond, der Venus und dem Mars können entsprechende Einschläge festgestellt werden. So geht zum Beispiel der Tycho-Krater auf dem Mond mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent auf den Einschlag eines solchen Bruchstücks vor 108 Millionen Jahren zurück.

    Insgesamt, so berechneten die Forscher weiter, hat sich seit der Kollision der beiden Asteroiden vor 160 Millionen Jahren, die Zahl der Meteoriteneinschläge auf der Erde verdoppelt.


    22.08.2007

    Velociraptor, Dilophosaurus, Allosaurus, Compsognathus und Tyrannosaurus rex: Wie schnell konnten Dinosaurier laufen? Zwei britische Forscher der University of Manchester haben mithilfe eines Computermodells die Geschwindigkeiten von fünf Theropoden berechnet.

    Ausgehend von drei heute lebenden Zweibeinern − Emu, Strauß und Mensch − erstellten der Biomechaniker William Irvin Sellers und der Paläontologe Philipp Lard Manning am Computer virtuelle Modelle aus einem starren Rumpf mit einem rechten und einem linken Bein, welche in Oberschenkel, Unterschenkel und Fuß aufgeteilt und mit drei Scharniergelenke versehen waren, statteten diese dann mit Muskeln aus, denen bestimmte Werte für Dichte, Kontraktionsgeschwindigkeit, Kraft und andere Eigenschaften zugeordnet wurden, und ließen sie anschließend unter der Kontrolle einer Software loslaufen.

    Dabei erreichte das Emu eine Spitzengeschwindigkeit von 48 Kilometern in der Stunde, der Strauß lief maximal 57 Kilometer in der Stunde und der Mensch 28 Kilometer in der Stunde. Diese Werte kamen nahe an die tatsächlichen Spitzenwerte heran, die beim Emu bei 50 Kilometern in der Stunde, beim Strauß bei 61 Kilometern in der Stunde und beim Menschen bei 36 Kilometern in der Stunde liegen - aber das nur bei Spitzensportlern über kurze Distanzen. Der Normalwert liegt beim Menschen bei 28,4 Kilomtern in der Stunde.

    Obwohl sich das Gewicht und der Aufbau der Sauriermuskeln nur schwer bestimmen lassen, wie die Forscher betonen, konnten sie mithilfe ihres Computermodells auch die ungefähre Geschwindigkeiten von verschiedenen Dinosauriern berechnen. Demnach wären ein 1,6 Meter langer Velociraptor und ein 6 Meter langer Dilophosaurus auf knapp 40 Kilometern in der Stunde gekommen, ein 12 Meter langer Allosaurus hätte 33,8 Kilometer in der Stunde laufen können, ein 70 Zentimeter langer Compsognathus wäre bis zu 64 Kilometern in der Stunde schnell gewesen und ein Tyrannosaurus rex hätte es auf eine Spitzengeschwindigkeit von 28,8 Kilometern in der Stunde gebracht.

    09.08.2007

    Hobby-Paläontologe findet zwei Plateosaurus-Skelette bei Frick (Schweiz)

    21.07.2007

    Dromomeron: Fund eines Dinosaurier-Vorfahren lässt vermuten, dass Dinosaurier und ihre Vorfahren 15 bis 20 Millionen Jahre gemeinsam lebten

    18.07.2007

    Oviraptoren und Deinonychosaurier: Nicht alle brütenden Dinosaurier waren schon ausgewachsen Ein amerikanisches Forscherteam um Gregory Erickson von der Florida State University hat bei der Untersuchung von sieben Dinosauriern aus China (Oviraptoren) und Nordamerika (Deinonychosauriern), die in einer ans Brüten erinnernden Haltung in der Nähe von Gelegen bzw. sitzend auf ihrem Nest aufgefunden wurden, festgestellt, dass zumindest zwei von ihnen (ein Oviraptor und ein Deinonychosaurier) zum Zeitpunkt der Eiablage noch nicht ausgewachsen waren.

    Anhand der Wachstumsstruktur der Knochen konnten die Forscher das Alter der untersuchten Dinosaurier auf zwischen 6 und 18 Jahren festlegen. Die Wachstumsringe bei zwei der Dinosaurier zeigten an, dass diese sich noch mitten im Wachstum befanden.

    Darin unterschieden sich die untersuchten Dinosaurier grundlegend von den heutigen Vögeln, die zwar relativ schnell bis zur vollen Größe wachsen, aber erst einige Zeit später geschlechtsreif werden. Das gezeigte Fortpflanzungsmuster erinnere somit eher an die Fortpflanzung von Krokodilen, Eidechsen und Schlangen, so die Forscher.

    17.07.2007

    Shandongornipes: 110 Millionen Jahre alte Vogelfährte zeigt merkwürdige Fußform mit zwei Zehen vorne und zwei Zehen hinten wie ein Rennkuckuck

    16.07.2007

    Mindestens vier Meter langer Plesiosaurier aus dem Unterjura im Münsterland ausgegraben

    12.07.2007

    Warum das Massensterben am Ende des Perm so katastrophal war

    06.07.2007

    Rekorde im Mesozoikum: große und kleine, schwere und leichte, intelligente und dumme Dinosaurier

    04.07.2007

    Statt heilsamer Drachenknochen verspeisten Chinesen uralte Dinosaurier-Knochen

    21.06.2007

    Maelestes: 70 Millionen Jahre alter Säuger gibt Anstoß zur Erstellung eines neuen Säugetier-Stammbaums

    13.06.2007

    Gigantoraptor: 70 Millionen Jahre alter, 8 Meter langer, 1,4 Tonnen schwerer, gefiederter Oviraptor in China entdeckt

    13.06.2007

    Eocursor: 220 Millionen Jahre alter, rund 30 Zentimeter hoher, auf zwei Beinen rennender, früher Ornithischia in Südafrika entdeckt

    12.06.2007

    Was Dinosaurier-Fährten erzählen können

    12.06.2007

    Mecistotrachelos: Winziger, 220 Millionen Jahre alter Protosaurier glitt durch die Bäume

    12.06.2007

    Gekrümmte Haltung von toten Dinosauriern weist auf gewaltsamen Tod hin

    05.06.2007

    Tyrannosaurus Rex: Etwa 40 km/h schnell, benötigte aber 2 Sekunden für eine Drehung von 45 Grad, da er sich nicht auf einem Bein drehen konnte Ein Forscherteam um John Hutchinson von der Stanfort Universität hat den Schwerpunkt von Tyrannosaurus und die Trägheit der Masse ermittelt und ist zu dem Schluss gekommen, dass er schwerer war, als bislang angenommen: "Das Modell hat gezeigt, dass das Tier nicht - wie oftmals vermutet – nur drei bis vier Tonnen wog, sondern sechs bis acht Tonnen."

    Demnach wird er höchstens eine Spitzengeschwindigkeit von 40 Kilometern in der Stunde erreicht haben und wird Drehungen nicht mit einem Bein ausgeführt haben können. Aufgrund seines Gewichts wäre er vermutlich umgefallen, wenn er es versucht hätte. Dadurch war eine Kehrtwende nur mit dem Einsatz beider Beine zu bewältigen und benötigte relativ viel Zeit: ein bis zwei Sekunden für eine Wendung von 45 Grad, hat das Forscherteam errechnet.

    05.06.2007

    Allosaurus und Brachiosaurus: Hörbare Frequenzbereiche Ein deutsch-amerikanisches Forschertrio um Robert Dooling von der University of Maryland hat das Innenohr mehrerer heute lebender Krokodilarten und Vögel mit denen der Dinosaurier verglichen und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass der Frequenzbereich im Zusammenhang mit Größe und Gewicht der Tiere steht: Je größer und schwerer ein Dinosaurier war, desto tiefer der von ihm wahrnehmbare Frequenzbereich.

    Den Berechnungen nach zu schließen, konnte ein 1,5 Tonnen schwerer Allosaurus fragilis am besten in einem Frequenzbereich zwischen 400 und 700 Hertz hören, ein 75 Tonnen schwerer Brachiosaurus brancai zwischen 200 und 340 Hertz.

    Zum Vergleich: Der Mensch hört am besten im Frequenzbereich um 2000 Hertz.

    Frequenzbereiche über 3000 Hertz waren für einen Brachiosaurus vermtulich nicht mehr wahrnehmbar. Beim Menschen liegt der höchste wahrnehmbare Frequenzbereich bei 15.000 Hertz, bei einem Hund bei ungefähr 20.000 Hertz.

    Die Forscher gehen davon aus, dass die Dinosaurier vor allem die Geräusche besonders gut wahrnehmen konnten, die sie selbst fabrizierten, wie zum Beispiel das tiefe Dröhnen des eigenen Stampfens.


    31.05.2007

    Neue Hinweise auf Leben vor 3,35 Milliarden Jahren

    24.05.2007

    Kratzspuren eines schwimmenden Dinos entdeckt Schon vor einigen Jahren wurden in Spanien außergewöhnliche Spuren im Felsen entdeckt, die ein spanisch-französisches Wissenschaftlerteam um Rúben Ezquerra von der spanischen Universidad de la Rioja nun als Fußabdrücke eines schwimmenden Theropoden identifizierte.

    Vor 125 Millionen Jahren − in der frühen Kreidezeit − war das Cameros-Becken bei La Rioja in Spanien durch einen See bedeckt, durch den der Theropode offenbar mit den Hinterbeinen paddelnd geschwommen war.

    Dies schließen die Forscher aus den zwölf rund 15 Zentimeter breiten und etwa 50 Zentimeter langen, S-förmigen Kratzspuren, die der Theropode hier auf einer Strecke von 15 Metern hinterlassen hat, und die wahrscheinlich dadurch entstanden, dass er beim Paddeln mit zwei seiner drei Klauen den Grund des Sees in drei Metern Tiefe berührte.

    23.05.2007

    Lebten die ersten Schildkröten an Land? Waren die ersten Schildkröten Wasserbewohner oder Landbewohner? Lange Zeit galt diese Frage als geklärt: So gingen die meisten Forscher davon aus, dass die ersten Schildkröten zumindest einen Teil ihres Lebens im Wasser verbrachten.

    Im Jahr 2004 stellten die US-Wissenschaftler Walter Joyce und Jacques Gauthier dann aber fest, dass die Vorderbeine fossiler Schildkrötenarten mehr Ähnlichkeit mit den Vorderbeinen der Landschildkröten aufwiesen.

    In einem neuen Forschungsprojekt haben nun Torsten Scheyer von der Universität Zürich und Martin Sander von der Universität Bonn fossile über 200 Millionen Jahre alte Panzerreste von knapp 70 ausgestorbenen Schildkrötenarten mit den Panzern von drei Dutzend heute lebender Schildkrötenarten verglichen.

    Der Panzer von Wasserschildkröten besitzt viele Hohlräume, die der Schildkröte im Wasser Auftrieb verleihen. Der Panzer von Landschildkröten hingegen ist viel kompakter gebaut und weist nur selten einzelne Hohlräume auf.

    Die beiden Forscher stellten in ihrer Untersuchung nun fest, dass die fossilen Schildkrötenpanzer ebenfalls massiv gebaut waren und somit eher den Panzern heutiger Landschildkröten glichen.

    23.05.2007

    Neues Dino-Skelett in Braunschweig? Wissenschaftler des Naturhistorischen Museums Braunschweig haben in der Sahara die Knochen einer etwa 14 Meter langen, bisher vermutlich unbekannten Dinosaurierart geborgen und untersuchen diese nun in Braunschweig.

    Ziel ist es, die 300 bis zu 120 Kilogramm schweren Knochen zu einem Skelett zusammenzusetzen und anschließend auszustellen, bevor die Knochen der Republik Niger zurück gegeben werden.

    Vor einigen Wochen war bekannt geworden, dass ein anderes Skelett, das dieses Wissenschaftlerteam bereits zwei Jahre zuvor in der Sahara entdeckt und teilweise freigelegt hatte, in diesem Jahr von einem anderen Grabungsteam entwendet wurde. Inzwischen ist das Skelett, das zu einem Jobaria, einem 20 Meter langen Pflanzenfresser, gehörte, in einem spanischen Privatmuseum wieder aufgetaucht.

    Das braunschweiger Wissenschaftlerteam hat jedoch schon eine weitere Expedition in die Sahara geplant, bei der Überreste eines anderen Jobaria ausgegraben werden sollen.

    10.05.2007

    Geheimnis der Norddrift gelüftet Wenn man die Erdkugel betrachtet, fällt auf, dass der Großteil der Landmassen nördlich des Äquators liegt und die Südhalbkugel überwiegend von Wasser bedeckt ist.

    Das war aber nicht immer so. Mehrmals im Laufe der Erdgeschichte bildeten die Kontinente eine zusammenhängende Landmasse, die danach wieder auseinanderdriftete, um später wieder eine neue einheitliche Landmasse zu bilden.

    Bislang galt die Ansammlung der Kontinente in der Nordhemisphäre als zufällig, von der Norddrift so geschaffen.

    Nun hat Dennis McCarthy vom Museum of Science in Buffalo im US-Bundesstaat New York eine andere Erklärung gefunden:

    Am Südpol liegt die Antarktis - als einzige Landmasse unbeweglich. Um die Antarktis herum zieht sich ein drei Kilometer hoher untermeerischer Gebirgsring, aus dem umaufhörlich Lava quillt. Diese Lava härtet zu frischer Erdkruste ab, die sofort wieder von neuer herausquellender Lava zur Seite gedrängt wird.

    Innerhalb des Rings blockieren sich die Landmassen aber gegenseitig, daher wird der meiste Druck nach Norden hin abgegeben. Somit wandert der frische Meeresboden einschließlich des Gebirgsrings selbst in Richtung Äquator.

    Da der Umfang der Erdkugel zum Äquator hin aber immer größer wird und den neu gebildeten Landmassen somit mehr Fläche zur Verfügung steht als sie ausfüllen können, entstehen zwischen den Ozeanböden Risse, aus denen weitere Lava austritt, die wiederum neuen Meeresboden bildet. Die Folge davon ist, dass die Ozeane der Südhalbkugel immer größer werden und die Kontinentalplatten weiter Richtung Norden geschoben werden.

    Nördlich des Aquators wird die zur Verfügung stehende Fläche zum Nordpol hin aber immer kleiner, so dass die in Richtung Norden geschobenen Erdplatten unweigerlich miteinander kollidieren müssen. So sind im Laufe der letzten 200 Millionen Jahre die Kontinente nicht nur immer weiter nach Norden gedriftet, sondern auch die verschiedenen Gebirge entstanden, wie z.B. die Alpen oder der Himalaya.

    In ferner Zukunft werden sich die Erdplatten vermutlich im Norden zu einer großen Landmasse vereinen. Möglicherweise öffnet sich dann am Nordpol ein gigantischer Lavaring, der die Erdteile dann wieder in Richtung Süden schiebt.

    05.05.2007

    Neue, noch namenlose Titanosaurier-Art war größter Dinosaurier Australiens Bereits im November 2005 wurden nahe der australischen Stadt Eromanga einige Knochen gefunden, die einer bislang unbekannten Titanosaurier-Art zugeordnet wurden. Nun wurden weitere Informationen bekannt: Demnach handelt es sich bei dem Fund um die Überreste von zwei Individuen, die die Spitznamen "Cooper" und "George" erhielten. Die beiden Titanosaurier lebten von vor 98 bis vor 95 Millionen Jahren am Übergang der Unter- zur Oberkreide und erreichten vermutlich eine Länge von bis zu 26 Metern. Somit dürften es die großten Tiere sein, die jemals in Australien gelebt haben.

    Titanosaurier gehörten zu den pflanzenfressenden Sauropoden, langhalsigen und langschwänzigen Dinosauriern, die auf mächtigen Beinen liefen. Einer der gefundenen Oberschenkelknochen ist 1,5 Meter lang und wiegt 100 Kilogramm.

    Schon früher wurden in der gleichen Gegend in Australien andere Titanosaurierfunde gemacht, die als "Elliot" und "Mary" in die Annalen eingingen. Allerdings brachten diese es nur auf eine Körperlänge von "lediglich" 20 bzw. 12 Metern.


    27.04.2007

    Pantodont: Fossile Fußabdrücke eines 60 Millionen Jahre alten Säugers am Nordpol deuten auf Landbrücke zwischen Spitzbergen und Nordamerika im Paläozän hin Im Dezember 2006 entdeckten Bergarbeiter an der Decke eines fünf Kilometer langen Kohlerbergwerkstollen auf dem arktischen Spitzbergen-Archipel fossile Fußabdrücke, die der Paläontologe Jørn Hurum von der Universität Oslo einem Pantodonten zuordnete und auf ein Alter von 60 Millionen Jahren schätzte.

    Pantodonten gehörten zu den ersten großen Säugetieren nach der K-T-Grenze und sahen aus wie eine Mischung aus einem Nilpferd und einem Tapier. Sie konnten etwas 400 Kilogramm schwer weden, fraßen Pflanzen und lebten vermutlich teilweise im Wasser. Möglicherweise nutzten sie ihre Stoßzähne, um im Boden nach Nahrung zu graben.

    Die Fußspuren belegen nun, dass − anders als bislang angenommen − Spitzbergen nicht weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten war, sondern dass ein Zugang von Nordamerika über Grönland nach Spitzbergen existierte.

    25.04.2007

    Prototaxites ist ein Riesenpilz − Rätsel um seltsames Devon-Gewächs gelöst Ein Forscherteam um C. Kevin Boyce, Assistenzprofessor für Geowissenschaften an der Universität von Chicago hat an fossilen Resten eines Gewächses aus dem Devon mit Namen Prototaxites chemische Analysen durchgeführt und festgestellt, dass es sich bei diesem Gewächs, das bis acht Meter lange Stängel ausbildete, um einen Riesenpilz handelte. Damit scheint ein rund 150 Jahre altes Rätsel endlich gelöst zu sein.

    Prototaxites lebte von vor 420 Millionen bis vor 350 Millionen Jahren im Zeitalter des Devon und bildete baumstammähnliche Strukturen ohne Wurzel und Blätter aus. Mit seiner Größe ragte er vermutlich weit über die damals neu auftretenden Gefäßpflanzen − Vorfahren aller heutigen Farne, Nadelbäume und Blätterpflanzen − heraus, die mit einer Größe von knapp über einem Meter verhältnismäßig klein waren.

    Seit der Entdeckung der Prototaxiten vor 150 Jahren versuchen Wissenschaftler dem Wesen dieses seltsamen Gewächses auf den Grund zu kommen: Zunächst wurde es für einen Nadelbaum gehalten, dann für eine Flechte oder Alge. Bereits 1919 hatte Francis Huber vom National Museum Of Natural History in Chicago aufgrund der internen Strukturen vermutet, dass dieses Gewächs aber keine Pflanze sei, sondern wahrscheinlich ein Pilz. Allerdings konnte er keine Fortpflanzungsorgane finden, die seine Theorie unterstützt hätten.

    Das Forscherteam um Boyce untersuchte nun an unterschiedlichen Pflanzen aus dem Devon die Kohlenstoffisotope. Da Pflanzen Photosynthese betreiben und den benötigten Kohlenstoff aus dem Kohlendioxid der Luft nehmen, enthalten die Gewebe von Pflanzen des gleichen Typs und Alters im Allgemeinen alle ein ähnliches Verhältnis von Kohlenstoff-12 zu Kohlenstoff-13. Pilze hingegen, die keine Photosynthese betreiben, sondern organisches Material ab- und umbauen, zeigen größere Variationsbreiten in den Isotopenverhältnissen.

    Bei der Analyse von Prototaxiten aus fünf verschiedenen Gegenden der Erde zeigte sich eine deutlich größere Spannbreite an Kohlenstoff-12/Kohlenstoff-13-Verhältnissen, als bei Pflanzen gleichen Alters hätte erwartet werden dürfen. Somit scheint es sich bei diesem Gewächs tatsächlich um einen riesigen Pilz zu handeln, der aufgrund fehlender Fressfeinde zu dieser stattlichen Größer heranwachsen konnte.

    19.04.2007

    Aussehen der 385 Mio. Jahre alten "Gilboa-Bäume" geklärt Ein amerikanisches Forscherteam um William Stein von der Binghamton University hat in Gilboa im US-Bundesstaat New York die komplette Versteinerung eines fast 400 Millionen Jahre alten Baumes gefunden und konnte dadurch ein rund 130 Jahre altes Rätsel lösen.

    Im Jahr 1870 wurden in Gilboa mehrere fossile Baumstümpfe entdeckt, die auf ein Alter von 385 Millionen Jahre geschätzt wurden und somit aus dem Devon stammten. Diese Baumstümpfe gelten als der älteste Wald der Erde. Da aber keine Baumkronen gefunden wurden, konnte niemand sagen, wie diese Bäume in ihre Gesamtgestalt aussahen.

    Das hat sich mit dem neuen Fund geändert. Demnach waren die Gilboa-Bäume, auch Eospermatopteris genannt, etwa acht Meter hoch und hatten starke Ähnlichkeiten mit heutigen Palmen oder Baumfarne.

    Nach Aussage der Forscher besaßen die Eospermatopteris mehrere kurze, aufrechte Äste, die vom oberen Bereich des Stammes in einem symmetrischen Muster fingerartig abzweigten. Diese Äste gabelten sich wie bei einem Farnwedel, trugen aber keine Blätter. Unten ging der Baumstamm in einen flachen Stammfuß mit mehreren Wurzelansätzen über.

    14.04.2007

    240 Millionen Jahre alte Chirotherien-Fährte im Odenwald entdeckt Bereits im Herbst letzten Jahres wurden auf der Unterseite einer Steinplatte in einem ehemaligen Steinbruch im Ünglert fossile Fußabdrücke entdeckt, die auf ein Alter von 240 Millionen Jahren geschätzt werden und somit die bislang älteste gefundene Saurierfährte im Odenwald bilden.

    Dr. Marco Lichtenberger, wissenschaftlicher Berater, Gutachter und freier Mitarbeiter am Geologisch-Paläontologischen Institut der Universität Heidelberg untersuchte die etwa 20 Zentimeter langen, aus der Mitteltrias stammenden und stark verwitterten Trittsiegel, die auf der Steinplatte im Abstand von 47 Zentimeter hinterlassen worden waren, und vermutet, dass die Spuren von einem möglicherweise 2 bis 2,5 Meter langen Saurier aus der Familie der Chirotherien stammen.

    Mindestens sieben Hinterfußabdrücke und eine noch nicht näher bestimmte Anzahl undeutlicher Vorderfußabdrücke konnte Lichtenberger identifizieren.

    Inzwischen wurde die Steinplatte geborgen und lagert bis auf weiteres bei der Geimeinde Muldau.

    13.04.2007

    Proteinfragmente aus Tyrannosaurus-Knochen isoliert Vor zwei Jahren wurde erstmals bei einem 68 Millionen Jahre alten Tyrannosaurus rex-Skelett fossiles Knochengewebe entdeckt, das wieder in einen dehnbaren und flexiblen Zustand zurück versetzt werden konnte.

    Nun ist es einer amerikanischen Forschergruppe um Mary Higby Schweitzer von der North Carolina State University gelungen, aus dem Tyrannosaurus-Knochen Proteinfragmente zu isolieren.

    Mithilfe einer besonders empfindlichen Variante der Massenspektrometrie und der bekannten Daten über Hühner-, Frosch- und Molchkollagenen war es dem Team möglich, eine wahrscheinliche Aminosäurensequenz für das 68 Millionen Jahre alte Bindegewebsprotein Kollagen aufzustellen. Dabei stellte die Gruppe eine 58-prozentige Übereinstimmung mit dem Hühnerkollagen fest.

    "Angesichts der verwandtschaftlichen Beziehungen zweischen Vögeln und Dinosauriern entspricht die Ähnlichkeit mit dem Huhn exakt unserer Erwartungen", erklärt Schweitzer.

    04.04.2007

    Parotosuchus: Überreste eines mehr als 245 Millionen Jahre alten Riesensalamanders in der Antarktis entdeckt Ein internationales Forscherteam hat in der Antarktis die versteinerten Schädelreste eines mehr als 245 Millionen Jahre alten Riesensalamanders der Gattung Parotosuchus entdeckt.

    Parotosuchus konnte rund zwei Meter lang werden und war bisher nur aus nördlicheren Regionen bekannt: aus Deutschland, Kasachstan, Russland und Südafrika.

    Da das rund 60 Zentimeter lange Schädelfossil nun aber so weit südlich gefunden wurde, gehen die Forscher davon aus, dass zu Lebzeiten des Raubsalamanders das antarktische Klima deutlich milder war als heute.

    03.04.2007

    Jobaria: 135 Millionen Jahre altes Dinosaurierskelett vom Ausgrabungsort verschwunden Im Frühjahr 2005 entdeckten Paläontologen in der Republik Niger die Überreste eines zu den Sauropoden zählenden, rund 135 Millionen Jahre alten Jobaria. Im November 2006 wurden die Ausgrabungsarbeiten begonnen und sollten im Frühjahr dieses Jahres fortgesetzt werden.

    Doch als Mitte März ein Ausgrabungsteam um Professor Dr. Ulrich Joger vom Staatlichen Naturhistorischen Museum Braunschweig an der Ausgrabungsstelle eintraf, war das wertvolle Dinosaurier-Skeltt verschwunden. Anscheinend wurde das Skelett von einem anderen Ausgrabungsteam bereits vor Eintreffen des Braunschweiger Teams vollständig geborgen, obwohl das Team aus Braunschweig die Bergungsgenehmigung der Regierung Niger besaß.

    Nun gräbt das Team ein anderes Skelett aus, das in unmittelbarer Nachbarschaft des verschwundenen Jobarias liegt. Auskunft darüber, um welche Saurierart es sich bei diesen Überresten handelt, gab Joger nicht.


    29.03.2007

    Superstammbaum der Säugetiere zeigt: Diversitätssprung schon vor 95 Millionen Jahren Ein internationales Forscherteam um den Evolutionsbiologen Dr. Olaf Bininda-Emonds von der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat einen fast vollständigen Stammbaum aller Säugetiere erstellt, der rund 99 Prozent aller heute bekannten Spezies umfasst. Lediglich 44 Arten fanden keine Berücksichtigung, da sie zu wenig bekannt sind.

    Vier Jahre benötigte das Team, um alle verfügbaren Daten zu sammeln, mit Fossilfunden abzugleichen und die rund 2500 bereits existierenden Einzelstammbäume in einem Superstammbaum zusammenzufassen.

    Ziel war es den Entstehungszeitpunkt der einzelnen Arten im Lauf der Evolution zu ermitteln. Erwartet wurde ein deutlicher Anstieg der Artenvielfalt unter den Säugern kurz nach dem Massensterben vor 65 Millionen Jahren am Ende der Kreidezeit, bei dem rund 75 Prozent aller damaligen Pflanzen- und Tierarten von der Erde verschwanden.

    Doch entgegen dieser Annahme zeigte sich bereits rund 30 Millionen Jahre vor diesem Ereignis eine erste deutliche Zunahme der Säugetierarten, während dierekt nach diesem Artensterben keine signifikante Zunahme der Artenvielfalt unter den heute existierenden Säugetieren zu verzeichnen war. Erst rund zehn bis 15 Millionen Jahre nach dem Massensterben setzte wieder ein deutlicher Entwicklungsschub bei den Säugetierarten ein.

    Zwar ist bei einigen Säugetiergruppen direkt nach dem Massensterben am Ende der Kreidezeit durchaus ein kleiner Entwicklungsschub zu verzeichnen, doch gehörten diese Urzeitsäuger nicht zu den heute existierenden Säugetiergruppen und starben überdies kurze Zeit nach dem Aufschwung auch schon wieder aus .

    Welche Gründe für diese Entwicklungsschübe verantwortlich waren, können die Forscher nur vermuten: "Es gab zu beiden Zeitpunkten einen Klimawandel, der die Zunahme der Arten ausgelöst haben könnte", erklärt Bininda-Emonds. Die erste Phase vor rund 95 Millionen Jahren war durch eine Kaltperiode und die Zunahme der Grünpflanzenvielfalt geprägt, die zweite Phase vor 50 Millionen Jahren zeichnete sich durch eine Warmperiode aus.

    26.03.2007

    Fossil-Versteigerungen erzielten hohe Preise Im New Yorker Aktionshaus IM Chait Gallery hat ein 67 Millionen Jahrer alter, rund 80 Zentimeter langer Tyrannosaurus rex-Schädel für 276.000 Dollar (207.000 Euro) den Besitzer gewechselt. Ein japanischer Sammler hatte dieses fachgerecht restaurierte Fossil seit den frühen sechziger Jahren in einer Schachtel aufbewahrt. Nun gehört das wertvolle Stück einem anonymen Privatsammler aus Kalifornien.

    Ebenfalls versteigert wurde ein in Deutschland gefundenes versteinertes Skelett eines Flugsauriers, das einen Kaufpreis von 48.000 Dollar (36.000 Euro) erzielte.

    Wissenschaftler stehen diesen Versteigerungen sehr skeptisch gegenüber. Sie befürchten, dass derart hohe Preise zu einem unkontrollierten Run auf Ausgrabungsgegenstände führen.

    23.03.2007

    Plattentektonik setzte früher ein als bislang vermutet Ein Forscherteam der Universität Bergen unter der Leitung des norwegischen Geologen Harald Furnes hat im Südwesten von Grönland das bislang älteste bekannte Stück der Erdkruste entdeckt. Es wird auf ein Alter von 3,8 Milliarden Jahren geschätzt und gehört zu einem Teil des Ozeanbodens, der vor Milliarden Jahren bei Kontinentalverschiebungen an die Erdoberfläche gedrückt wurde, statt im Erdinneren zu schmelzen. Dies werten die Forscher als Indiz dafür, dass vor 3,8 Milliarden Jahren die Plattentektonik bereits im Gang war - wesentlich früher als bislang angenommen.

    21.03.2007

    Oryctodromeus: Überreste einer in Höhlen brütenden Ornithopodenart entdeckt Ein internationales Forscherteam um David Varricchio von der Montana State University in Bozeman hat im US-Bundesstaat Montana die Überreste einer bislang unbekannten, rund 95 Millionen Jahre alten, pflanzenfressenden Dinosaurierart aus der Gruppe der Ornithopoden entdeckt.

    Da die Fossilien eines ausgewachsenen Tieres und zwei seiner Jungtiere in einem mit Sedimenten gefüllten, versteinerten Tierbau gefunden wurden, erhielt dieser Dinosaurier den Namen Oryctodromeus cubicularis, was übersetzt soviel wie "grabender Läufer aus der Höhle" heißt.

    Der aus der späten Kreidezeit stammende Pflanzenfresser war mit rund zwei Metern Länge und 32 Kilogramm Gewicht größer als die meisten heute unterirdisch lebenden Säugetiere und ähnelte in seiner Größe am ehesten einer in Afrika lebenden Hyänenart: dem Erdwolf.

    Der erhaltene Teil der entdeckten Höhle ist 2,10 Meter lang, 70 Zentimeter breit und lag zwischen einem und zwei Metern unter der Erdoberfläche. Da von der Höhle mehrere schmale Gänge abführten, nehmen die Wissenschaftler an, dass auch andere Tierarten diesen unterirdischen Bau benutzten.

    Wahrscheinlich ist der Urheber dieser Höhle jedoch Oryctodromeus selbst, da sein Körperbau wie zum Graben geschaffen war: Seine Schnauze hätte er wie eine Schaufel einsetzen und mit seinen Vorderarmen, deren Knochen Ansätze für extra starke Muskeln boten, kräfig graben können. Das Becken wie auch die hinteren Extremitäten verfügten über verstärkte Knochen, daher nehmen die Forscher an, dass Oryctodromeus seinen Körper vielleicht während des Grabens im Erdloch festklemmte.

    Da in der Höhle neben dem ausgewachsenen Tier auch zwei Jungtiere gefunden wurden, liegt die Vermutung nahe, dass der Höhlendinosaurier seinen Nachwuchs in dem unterirdischen Versteck fürsorglich versorgte und ihn dadurch vor Angreifern oder extremen Umweltbedingungen zu schützen versuchte.

    20.03.2007

    Xianglong: 125 Millionen Jahre altes Schuppenkriechtier flog mit "Rippenflügeln" Chinesische Forscher um den Wissenschaftler Xing Xu von der Shenyang Normal University haben in der berühmten Yxian-Formation die gut erhaltenen Überreste eines rund 15 Zentimeter langen Schuppenkriechtieres aus der frühen Kreidezeit entdeckt, dem sie den Namen Xianglong zaho (= "Fliegender Drache") gaben.

    Bei dem gefundenen Exemplar handelt es sich um ein Jungtier mit einem 9,5 Zentimeter langen Schwanz.

    Während die meisten anderen Schuppenkriechtiere am Boden lebten, zeugen die spezialisierten Hand- und Fußknochen des 125 Millionen Jahre alten Xianlong von einem Leben auf Bäumen. Doch nicht nur der Lebensraum dieses Tieres gilt als etwas Besonderes, sondern auch die Flugfähigkeit, die er ausbildete:

    Über acht verlängerte Rippen spannte sich bei dieser Echse eine mit Fasern verstärkte Membran, mithilfe der sie von Bäumen herabflog, um Insekten zu fangen.

    Eine ähnliche Flugtechnik hatte auch Icarosaurus aus der späten Trias entwickelt. Auch die heute noch in den südostasiatischen Regenwälder lebenden Flugdrachen (Draco) zeigen eine solche Flugfähigkeit: Da diese Tierarten aber nur in entfernter Verwandtschaft zueinander stehen und nicht auseinander hervorgegangen sind, sprechen die Forscher von einem "erstaunlichen Beispiel für konvergente Evolution".

    16.03.2007

    Yanoconodon: Säugetierohr entwickelte sich aus Reptilienkiefer Forscher um Zhe-Xi Luo vom Carnegie Museum in Pittsburgh haben ein rund 125 Millionen Jahre altes Fossil aus der chinesischen Yixian-Formation untersucht und können nun erstmals belegen, dass die schon seit längerer Zeit bestehende Theorie richtig ist, dass sich das leistungsfähige Säugetierohr aus dem typischen Reptilienkiefer entwickelt hat.

    Der 30 Gramm schwere Insektenfresser mit Namen Yanoconodon allini besitzt zwar Knochen, die dem für das Säugetier-Mittelohr typischen Hammer und Amboss eines modernen Schnabeltiers gleichen, doch sind diese Knöchelchen noch über einen verknöcherten Knorpel mit dem Unterkiefer verbunden.

    "Yanoconodon ist eindeutig ein Übergangsstadium in der Evolution des Säugertier-Mittelohrs", sagt Luo.

    Yanoconodon lebte vermutlich am Boden, besaß kurze Beine und primitive, zum Graben und Kriechen geschaffene Füße, fraß Insekten und Würmer und hatte 26 statt 19 oder 20 Wirbel wie fast alle anderen Säugetiere. Zudem besaß es auch in der Lendengegend noch Rippen, was bei modernen Säugetieren eher selten ist.

    08.03.2007

    Theropoden besaßen geringeres Erbgut als Ornithischier - möglicherweise als Vorbereitung auf das Fliegen? Die Dinosauriergruppen Saurischia (Echsenbeckendinosaurier) und Ornitischia (Vogelbeckendinosaurier) unterschieden sich deutlich in der Größe des Erbgutes hat ein Wissenschaftlerteam um Chris Organ und Scott Edwards von der US-amerikanischen Harvard University nach der Untersuchung der Knochen von 31 ausgestorbenen Vogel- und Dinosaurierarten festgestellt.

    Da die Größe der Knochenzellen Rückschlüsse auf die im Kern enthaltene DNA-Menge zulässt, konnte das Team nachweisen, dass die Theropoden, zu denen u.a. Tyrannosaurus rex und Velociraptor zählten, ein wesentlich kleineres Erbgut besaßen als die Ornithischia (Vogelbeckendinosaurier), zu denen u.a. Stegosaurus und Triceratops gehörten. Die DNA-Menge der Theropoden glich dem Erbgut moderner Vögel, während die DNA-Menge der Ornithischia mit dem der heutigen Reptilien übereinstimmte.

    Warum schon die noch nicht flugfähigen Dinosaurier Berechnungen zufolge vor 230 Millionen Jahren ihre Erbgutmasse verringerten, ist bis heute nicht geklärt. Tatsache ist aber, dass flugfägige Spezies stets eine geringere DNA-Menge in ihren Zellkernen besitzen als ihre flugunfähigen Verwandten: So weisen zum einen auch Fledermäuse im Vergleich zu anderen Säugetieren ein geschrumpftes Erbgut auf, während zum anderen flugunfähige Vögel unter den Vögeln die größte Erbmasse besitzen.

    Schon im Jahr 1995 vermuteten die beiden US-Biologen Austin und Marianne Hughes, dass kleinere Körperzellen, z.B. rote Blutkörperchen, durch ihre relativ große Oberfläche den Gasaustausch in Muskeln und Lungen effizienter gestalten können, was beim Fliegen von Vorteil ist.

    Die Theropoden hatten also sowohl Erbgut als auch Zellen bereits für das Fliegen vorbereitet, noch bevor es überhaupt benötigt wurde. Wissenschaftler nennen das "Präadaption". Auch die Federn, die Hohlknochen und der Nestbau waren unter den Theropoden weit verbreitet - Eigenschaften, die heute mit den modernen Vögeln in Verbindung gebracht werden.

    04.03.2007

    Albertaceratops: Neue Ceratopsierart in Kanada entdeckt Michael Ryan vom Naturkundemuseum in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio fand vor sechs Jahren im Süden der kandischen Provinz Alberta die Überreste einer bis dahin unbekannten Ceratopsierart und nannte diese aufgrund des Fundortes und zu Ehren des bei den Ausgrabungen behilflichen Farmers Cecil Nesmo: "Albertaceratops nesmoi" (= "Nesmos Horngesicht aus Alberta").

    Albertaceratops lebte vor etwa 78 Millionen Jahren und erreichte eine Größe von sechs Metern. Auffälliges Kennzeichen waren zwei rund ein Meter lange, armdicke Hörner über den Augen.

    Somit stellte er ein Bindeglied dar zwischen älteren Ceratopsiern mit noch längeren Hörnern und den später lebenden Spezies mit kleinen Hörnern, erklärte Ryan und fuhr fort: Trotz der relativ langen Hörner über den Augen sei Albertaceratops jedoch näher verwandt mit einer Ceratopsier-Untergruppe, die lediglich kurze Hornansätze besaß.

    02.03.2007

    Orthrozanclus: Rätselhaftes Stacheltier aus dem Kambrium entdeckt Zwei Forscher − Simon Conway Morris und Jean-Bernard Caron − haben in den berühmten Burgess-Schiefern in Kanada die Überreste eines rund 500 Millionen Jahre alten Schalentiers gefunden, das sie Orthrozanclus reburrus (übersetzt: "Behaarter Sichelvorfahr") nannten.

    Die beiden Forscher sind der Ansicht, dass das von ihnen entdeckte knapp einen Zentimeter große Tier, das im Kambrium lebte, bei der Aufdeckung des Ursprungs von Schnecken und Regenwürmern helfen könnte.

    Orthrozanclus reburrus hatte Ähnlichkeit mit einem Silberfischchen, besaß jedoch eine harte Schale mit Schuppen auf dem Rücken und sichelförmigen Stacheln an beiden Seiten. Möglicherweise war Orthrozanclus reburrus mit zwei anderen bislang noch wenig erforschten Wesen aus dem Kambrium verwandt:

    So meinen die Forscher zum einen gewisse Ähnlichkeiten mit Wiwaxia festzustellen, einem Wesen, das wie ein Tannenzapfen aussah und ebenfalls lange, sichelförmige Stacheln besaß. Zum anderen hätte es mit Halkieria Gemeinsamkeiten gezeigt, das eine durchgehende Schale im vorderen Teil des Körpers aufwies.

    Das Kambrium gilt mit der so genannten "kambrischen Explosion" als wichtigste Periode in der Entwicklung der Tiere, da im Laufe dieser Epoche scheinbar plötzlich alle Tierstämme entstanden. Während einige damalige Lebewesen sich schon den modernen Stämmen wie den Gliederfüßern oder den Chordatieren zuordnen lassen, ist bei vielen kambrischen Tieren die Zugehörigkeit noch ungeklärt.

    01.03.2007

    Warum wurden die Sauropoden so groß? Ein deutsches Forscherteam um Professor Andreas Christian von der Universität Flensburg macht sich auf die Suche nach den Gründen, warum die Sauropoden bis zu 40 Meter lang und bis zu 50 Tonnen schwer werden konnten.

    Dabei untersucht das Team den Aufbau und die Eigenschaften der Knochen, versucht die Funktion des Herz-Kreislaufsystems und die des Verdauungssystmes zu verstehen und will herausfingen, welche Fress-Strategie die Sauropoden anwendeten, da das Fressverhalten einen großen Einfluss auf den Aufbau des Organismus ausübt. Darüberhinaus beschäftigt die Forscher auch die Frage, was sich im Laufe der Zeit am Bauplan änderte und warum es das tat.

    Insbesondere die Frage der Ernährungsstrategie, wie die Sauropoden an ihre Nahrung kamen, hat es den Forschern angetan. Dazu untersuchen sie unter anderem auch die Stellung und Beweglichkeit der Sauropodenhälse.

    Mithilfe von Computersimulationen und vergleichende Studien an heute lebenden Straußen, Kamelen und Giraffen will das Team ermitteln, welche Nahrungsaufnahmestrategie die energetisch günstigste und somit sinnvollste war.

    Da die Tiere Pflanzenfresser waren, ernährten sie sich möglicherweise von Blättern. Für Christian und sein Team ergeben sich somit erste Überlegungen: "Standen die Bäume weit auseinander, machte es Sinn, den ganzen Baum von oben nach unten zu beweiden. Standen die Bäume dicht, war es sinnvoller, nur auf einer Höhe die Blätter zu fressen. Das spart Energie."


    08.02.2007

    Dino-Nistplatz aus der Kreidezeit mit mehr als 100 Eiern in Indien entdeckt In einem Flussbett in Indien wurde ein riesiger Dinosaurier-Nistplatz aus der Kreidezeit entdeckt, der mehr als 100 versteinerte Eier beherbergte.

    Die Eier sind kugelrund, etwa 16 Zentimeter groß und stammten vermutlich von bis zu 27 Meter großen Dinosauriern, erklärt der Forscher Rajesh Chauhan.

    05.02.2007

    Mosasaurus: Zusammenführung lang getrennter Fossilteile in Bonn Seit Montag besitzt der im Bonner Goldfuß-Museum lagernde Mosasaurus nach 170 Jahren wieder eine Schnauze.

    1830 entdeckte ein Pelzhändler aus Missouri das fossile Skelett eines Wirbeltieres, das er für eine merkwürdige Alligatoren-Art hielt. Da nur die Schnauzenspitze aus dem Felsen hervorragte, brach er diese ab und verkaufte sie an einen Sammler. Der Naturkundler Richard Harlan deutete diesen Überrest als den einer Fischechse und gab dem Fund den Namen Ichthyosaurus missouriensis.

    Wenig später wurde das restliche Skelett des angeblichen Alligators geborgen. Der deutsche Naturkundler Prinz Maximilian zu Wied-Neuwied brachte es nach Deutschland und übergab es dem Bonner Forscher Dr. August Goldfuß. Dieser deutete den Fund als Meeresechse und ordnete ihn den Mosasauriern zu. Zu Ehren von Prinz Maximilian taufte er das Tier auf den Namen Mosasaurus maximiliani.

    Da beide Wissenschaftler detaillierte Zeichnungen ihrer vorligenden Fundstücke veröffentlichten, wurde recht schnell die Vermutung geäußert, dass die beiden Fundstücke zusammenpassen könnten. Bevor dieser Nachweis jedoch erbracht werden konnte, starb Harlan. Nach seinem Tod war die besagte Schnauzenspitze dann verschwunden − und blieb es bis 2004.

    2004 wurde das verschwundene fingerlange Knochenstück von dem US-Paläontologen Gordon Bell im Nationalmuseum für Naturgeschichte in Paris wiederentdeckt, dem Harlan das Fossil offenbar kurz vor seinem Tode vermacht hatte. Dort hatte man es gewissenhaft registriert und dann vergessen.

    Nun bekam das Goldfuß-Museum den Gips-Abdruck der so lang vermissten Schnauzenspitze geliefert, das sich an das restliche Skelett perfekt anpassen ließ und den Mosasaurus komplettierte. Auch der Name dieses Meeressauriers ist nun endgültig geklärt: Mosasaurus missouriensis.

    Die Mosasaurier lebten von vor 90 bis vor 65 Millionen Jahren und konnten bis zu 15 Meter lang werden.


    31.01.2007

    Bambiraptor beherrschte den Pinzettengriff Der US-amerikanische Biologe Phil Senter vom Lamar State College im texanischen Orange hat mithilfe eines nachgebauten Bambiraptor-Skeletts getestet, wie der etwa 35 Zentimeter hohe und rund ein Meter lange Dromaeosaurier seine Arm- und Fingerknochen bewegen konnte.

    Dabei stellte er fest, dass Bambiraptor feinbergi seine Arme nicht nur dazu benutzte, um Beute festzuhalten bzw. Objekte an sein Maul zu führen, sondern darüberhinaus auch in der Lage war, mit zwei seiner Finger wie mit einer Pinzette zuzugreifen. Das wurde bisher bei keiner anderen Dinosaurierart nachgewiesen und galt als typische Primateneigenschaft.

    Möglicherweise fing Bambiraptor kleine Beutetiere wie Frösche und Raupen daher nicht nur mit dem Maul, sondern setzte dabei seine Finger ein. Da eine intensive Befiederung an den Fingern beim so genannten Pinzettengriff aber eher hinderlich gewesen wäre, nimmt Senter an, dass die Finger über den gefiederten Teil der Arme hinausragten.

    24.01.2007

    Carpolestes: Greifhand und Fingernägel sprechen für engere Verwandtschaft der Plesiadapiformes mit den Priamten als vermutet Ein Forscherteam um den Paläontologen Jonathan Bloch von der University of Florida hat im US-Bundesstaat Wyoming in der Nähe des Yellowstone Nationalparks das bisher besterhaltene Skelett eines Urprimaten mit Namen Carpolestes simpsoni ausgegraben.

    Carpolestes war mausgroß, lebte vor rund 55 Millionen Jahren im heutigen Nordamerika und zählte zu den so genannten Plesiadapiformes, einer urtümlichen Primatengruppe, die sich nach bisheriger Auffassung getrennt von den so genannten Euprimaten entwickelt hatte, zu denen die Menschen und die Affen gehören.

    Carpolestes besaß einen langen Schwanz und seitlich am Kopf sitzende Augen, die eine gute Rundumsicht ermöglichten, aber kein räumliches Sehen erlaubten. Vermutlich lebte er in Bäumen und ernährte sich von Früchten und jungen Blättern.

    Was die Forscher etwas überraschte war die Feststellung, dass dieser Urprimat eine ausgebildete Greifhand mit einem abstehenden Daumen hatte, die ihm einen Präzisionsgriff ermöglichte. Überdies waren die Finger von flachen Nägeln besetzt und nicht von gekrümmten Krallen.

    Bloch vermutet daher, dass Carpolestes und die Euprimaten einen gemeinsamen Vorfahren hatten und doch enger miteinander verwandt waren, als bislang angenommen.

    23.01.2007

    Microraptor-Flug glich einem Doppeldecker-Flug Sankar Chaterjee und Jack Templin vom Museum der technischen Universität von Texas in Lubbock sind der Ansicht, dass der ca. 77 Zentimeter lange und rund ein Kilogramm schwere Microraptor gui, der vor 125 Millionen Jahren im Nordosten des heutigen Chinas lebte, beim Gleitflug seine Hinterbeine unter die Vorderschwingen zog und so seinen Auftrieb verbesserte.

    Der vor vier Jahren entdeckte gefiederte Dinosaurier war so gut erhalten, dass an seinen Vorder- und Hintergliedmaßen der Abdruck von langen Federn im Gestein entdeckt wurde. Daher wird vermutet, dass Microraptor gui mit vier Flügeln von Baum zu Baum segelte, wobei die Forscher damals noch davon ausgingen, dass er seine zwei Flügelpaare ähnlich wie ein Libelle hintereinander aufspannte.

    Die erneute Untersuchung der Gelenke und der Federanordnung des Microraptor gui durch Chaterjee und seine Kollegen lässt aber vermuten, dass eine solche Flugtechnik wenig effekiv gewesen wäre. Durch eine am Computer durchgeführte Flugsimulation konnten die Wissenschaftler nun zeigen, dass die Abspreizung aller vier Flügel nicht genügend Auftrieb ergeben hätte, um längere Strecken zu gleiten. Nur wenn Microraptor gui sein hinteres Flügelpaar unter den Rumpf gezogen hätte, ähnlich wie es moderne Greifvögel beim Beuteflug tun, wäre ein wellenförmiges Gleiten möglich gewesen. Mit diesem Doppeldecker-Prinzip hätte Microraptor gui einergiesparend bis zu 40 Meter weit von einem Ast zum anderen segeln können, ohne Muskelkraft einsetzen zu müssen.

    Die Erkenntnis der beiden Forscher liefert Indizien für die so genannte "Tree-up"-Theorie zur Entstehung des Vogelflugs. Diese Theorie besagt, dass der Vogelflug vermutlich aus einem Herabgleiten von Bäumen hervorgegangen ist. Die andere Theorie zur Entstehung des Vogelflugs ist die so genannte "Ground-up"-Theorie, die davon ausgeht, dass sich der Flug aus einem flügelschlagenden Rennen entwickelte.

    Ob diese Art des Gleitflugs ein direkter Vorläufer des modernen Vogelflugs ist, oder ob sie eine Entwicklung darstellt, die in einer Sackgasse der Evolution endete, können die Wissenschaftler allerdings nicht sagen.

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    Nachrichten aus dem Jahr 2006


    22.12.2006

    Turiasaurus: 30 bis 37 Meter langer Sauropode aus der Jurazeit in Spanien entdeckt Vor zwei Jahren haben Forscher in der ostspanischen Ortschaft Riodeva in der Provinz Teruel die Überreste eines riesigen Sauropoden ausgegraben, die nun von einem Team um den spanischen Paläontologen Luis Alcalá beschrieben und einer bislang unbekannten Sauropodengattung zugeordnet wurden.

    Das Wissenschaftlerteam gab dem neu entdeckten Dinosaurier den Namen Turiasaurus riodevensis nach "Turia", dem alten Namen der Provinzhauptstadt Teruel.

    Nach Angaben der Forscher lebte Turiasaurus vor rund 150 Millionen Jahren vom Ende des Jura bis zur frühen Kreidezeit, war zu Lebzeiten etwa 30 bis 37 Meter lang und wog 40 bis 48 Tonnen. Somit gilt dieser Dinosaurier als der bislang größte Sauropode Europas. Bisher waren Sauropoden mit ähnlichen Ausmaßen nur aus Amerika und Afrika bekannt.

    Aus dem Gestein wurden bislang ein 1,79 Meter lange Oberarmknochen (Humerus), Football-große Zehenknochen, gut erhaltene Schädelknochen, Teile des Schulterblatts, Wirbel, ein Schienbein sowie ein Wadenbein, Fingerknochen und mehrere Zähne geborgen. Das Vorderbein erreichte eine Geamtlänge von 3,50 Metern.

    Von seinen Außmaßen her gleicht der neu entdeckte Dinosaurier am ehesten dem südamerikanischen Argentinosaurus, obwohl seine Gliedmaßen und Knochen weniger entwickelt zu sein scheinen. Ansonsten entspricht sein Körperbau wohl allgemein dem anderer Sauropoden: kleiner Kopf auf einem beweglichen, langen Hals, hohle Wirbel zur Verringerung des Gewichts, langer Darm zur Verdauung der faserigen Nahrung sowie säulenartige, massive Beine. Wahrscheinlich war er den Großteil des Tages mit Fressen beschäftigt, da diese riesigen Pflanzenfresser ihren Energiebedarf mit riesigen Mengen Blätter decken mussten.

    20.12.2006

    Missbildung im Jura: 150 Millionen Jahre altes, krokodilähnliches Reptil hatte zwei Köpfe Ein Team aus chinesischen und französischen Wissenschaftlern um Eric Buffetaut hat in der Yixian-Formation im Nordosten Chinas erstmals die Überreste eines rund 150 Millionen Jahre alten Reptils mit zwei Köpfen gefunden, das belegt, dass es auch in der Urzeit schon zu Missbildungen kam.

    Der Skelettabdruck zeigt ein Tier, das nur einen Rumpf besitzt, aus dem zwei Hälse mit je einem Kopf herauswachsen. Da die Hälse gleich groß sind und nah beieinander in ähnlicher Position liegen, sind sich die Experten sicher, dass sie beide zum selben Rumpf gehören.

    Das Reptil misst rund sieben Zentimeter und gehörte vermutlich zur Gruppe der Choristodera, einer im Wasser lebenden krokodilähnlichen Art, die im Erwachsenenstadium mehr als einen Meter lang wurde. Entweder handelt es sich bei dem Fossil um ein gerade geschlüpftes Jungtier oder um einen Embryo.

    Da solche Missbildungen eher selten sind und die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein solch missgestaltetes Individuum erhalten bleibt, noch viel geringer ist, gilt der Fund als einzigartige Sensation: "Das ist das erste Mal, dass ein versteinertes Wirbeltier mit solch einer Fehlentwicklung bekannt wird", schreiben die Forscher.

    20.12.2006

    Sauropoden nutzten keine Magensteine Die deutschen Wissenschaftler Dr. Oliver Wings vom Institut für Geowissenschaften der Universität Tübingen und Dr. Martin Sander von der Universität Bonn haben durch die Analyse von Magensteinen, die Vogelstrauße zum Verdauen ihrer Nahrung verwendet hatten, nachweisen können, dass die großen Sauropoden keine Magenmühlen besaßen, wie bislang angenommen.

    Sauropoden besaßen nur schmale, spitze Zähne, die gut zum Abreißen von Blättern eingesetzt werden konnten, aber ungeeignet waren zum Zerkleinern der Nahrung. Da bei manchen Sauropodenskeletten glatte Steine im Magenbereich gefunden wurden, vermuteten viele Wissenschaftler, dass Sauropoden − ähnlich wie heutige Vögel − Steine verschluckten, die im Magen den Zersetzungsprozess der faserigen Nahrung unterstützten.

    Die Analyse der Vogel-Magensteine durch Wings und Sander widerspricht nun jedoch dieser Annahme: Während die Steine aus den Sauopodenskeletten glatt geschliffen waren, wiesen die Magensteine der Vögel eine eher raue Oberfläche auf, die auf das Scheuern der Steine untereinander sowie die zersetzenden Magensäfte der Vögel zurückzuführen sein dürfte.

    Auch die Menge der Steine im Magen der Tiere spricht eher gegen die Annahme, auch Sauropoden hätten die Steine als Mühlwerkzeuge in ihrem Magen genutzt. Das Gewicht der Magensteine bei Vögeln macht rund ein Prozent ihres Körpergewichts aus, das bei den Sauropoden liegt bei 0,03 Prozent. Hätten auch sie rund ein Prozent ihres Gewicht an Steinen in ihrem Magen lagern wollen, hätten sie etwa eine halbe Tonne Steine mit sich herumschleppen müssen. Bislang wurden aber nicht nur viel zu kleine Steinmengen bei einem Fossil gefunden, es wurden nicht einmal bei allen Sauropodenfunden überhaupt Steine mit entdeckt, argumentiert Sander.

    Daher vermuten die Forscher, haben die Sauropoden entweder die Steine rein zufällig mitgeschluckt, oder sie haben damit ihren Mineralstoffbedarf gedeckt.

    Wie die riesigen Pflanzenfresser ihre Nahrung trotz der zum Kauen ungeeigneten Zähne verdauten, bleibt weiterhin ungeklärt. Die Forscher vermuten aber, dass das Futter besonders lang im Darm blieb, und so durch Bakterien zersetzt werden konnte.

    Bei der zweiten Gruppe der Saurischier hingegen − den fleischfressenden Theropoden − sprechen Funde dafür, dass diese wie die heutigen Vögel Magenmühlen zum Verdauen der Nahrung einsetzten. So wurde bei ihnen eine ausreichende Menge an Magensteinen vorgefunden. Daher vermutet Wings, dass sich die Magenmühle schon früh in der Stammlinie der Vögel entwickelte.

    18.12.2006

    Archaeopteryx stabilisierte seinen Flug anders als heutige Vögel Ein amerikanisches Wissenschaftlerteam von der Brown Universität und der Harvard Universität unter der Leitung von David Baier geht davon aus, dass Archaeopteryx für den Gleitflug andere Stabilisierungsmechanismen einsetzte, als die heutigen Vögel.

    Bei den modernen Vögeln wird das Fliegen durch eine kurze Sehne unterstützt, die sich vom Oberarmknochen zum Schultergelenk spannt und "acrocoracohumeralen Ligament" genannt wird.

    Dieses Band dient dazu, die Kräfte, die während des Flugs auf das Schultergelenk einwirken, wie zum Beispiel der massive Zug der mächtigen Brustmuskeln des Vogels und der Luftdruck unter den Flügeln, auszubalancieren.

    Bei der Untersuchung der Skelette des Archaeopteryx lithographica konnten die Forscher jedoch keinen Hinweis auf eine herausragende Rolle dieses Ligaments feststellen. Daraus schließt das Forscherteam um David Baier von der Fakultät für Ökologie und evolutionäre Biologie an der Brown Universität, dass die Bedeutung der Sehne im Laufe der Vogelevolution zugenommen hat und die frühen Vögel ihre Schultern anders stabilisierten als die modernen Vögel. "Das bedeutet, dass es im Laufe der Zeit Verbesserungen im Flugapparat der Vögel gab" erklärt Baier.

    Baier und seine Kollegen hoffen mit ihren Erkenntnissen dazu beizutragen, die unter Evolutionsforschern immer noch heftig umstrittene Frage, wie sich der Vogelflug entwickelt hat - vom Baum hinab oder vom Boden hinauf - weiter klären zu können.

    15.12.2006

    Perm: Über 300 Fossilien zeugen von Süßwassersee bei Dreieich (Hessen) In der Nähe von Dreieich im Landkreis Offenbach sind im Frühjahr bei Straßenbauarbeiten Fossilien gefunden worden, die auf ein Alter von 290 Millionen Jahren datiert werden.

    Bis November wurden mehr als 300 Fossilien aus dem Perm gesichert, darunter urtümliche Haie, molchähnliche Saurier und ein Schmelzschupper-Fisch, der es zu Lebzeiten auf 50 Zentimeter Länge gebracht hat.

    Die Funde dokumentieren, dass hier vor 290 Millionen Jahren ein Süßwassersee existiert haben muss, in dem diese Tiere lebten.

    14.12.2006

    220 Millionen Jahre alter Bernstein mit Mikroben-Einschlüssen zeigt: Mikroben unterliegen keinem Evolutionsdruck Ein deutsch-italienisches Forscherteam um Alexander Schmidt von der Berliner Humboldt-Universität hat in den Dolomiten nahe des italienischen Alpen-Skiortes Cortina d’Ampezzo die ältesten bekannten Bernsteineinschlüsse der Welt entdeckt. Sie werden auf ein Alter von 220 Millionen Jahre geschätzt und stammen somit aus der Anfangszeit der Dinosaurier.

    Die im Bernstein eingeschlossenen Bakterien, Pilze, Amöben und Wimperntierchen sind so gut erhalten geblieben, dass sie mit heute lebenden Arten verglichen werden konnten. Dabei zeigte sich, dass sich viele dieser Mikroorganismen in den 220 Millionen Jahren bis heute nicht verändert haben.

    Das führen die Forscher auf die geringe Spezialisierung der Kleinstlebewesen zurück. Zudem habe sich der Lebensraum der Mikroorganismen trotz dieser langen Zeit kaum verändert.

    14.12.2006

    Volaticotherium: 125 Millionen Jahre alter Ursäuger mit Flughäuten in China entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Im Nordosten Chinas wurden die Überreste eines rund 130 Millionen Jahre alten Flugsäugetiers gefunden, das vermutlich auf Bäumen lebte und sich von Insekten ernährte. Bisher glaubte man, die ersten Fledermäuse seien vor 51 Millionen Jahren aufgetaucht, die ersten Gleitsäuger rund 20 Millionen Jahre später. Doch scheinbar eroberten die Säugetiere auch schon zu Zeiten der Dinosaurier den Luftraum.

    Der Flugsäuger erhielt den Namen Volaticotherium antiquus (übersetzt: "fliegende Bestie aus dem Altertum"), war etwa 12 bis 14 Zentimeter lang und wog um die 70 Gramm.

    Abdrücke im Stein zeigten eine deutliche Hautfalte zwischen den Vorder- und Hinterbeinen, die vermutlich durch Ausstrecken der Gliedmaße gespannt wurde und so zu einem tragfähigen Gleitschirm wurde.

    Die verlängerten Gliedmaße und der lange Schwanz mit abgeflachten Wirbeln unterstützt die These der Gleitfähigkeit von Volaticotherium. Vermutlich bot die Gleitfähigkeit diesem eichhörnchengroßen Tier eine Möglichkeit, rasch vor seinen Feinden zu fliehen und gleichzeitig, sein Nahrungsgebiet schnell zu wechseln.

    12.12.2006

    Gut erhaltene Fossilien eines jungen Plesiosauriers auf der antarktischen Vega-Insel entdeckt

    04.12.2006

    Auktion: 420.000 US-Dollar für ein 65 Millionen Jahre altes Raubsaurier-Nest mit 19 Eiern und Embryonen-Fossilien aus Südchina

    02.12.2006

    Bohrkern aus dem westlichen Atlantik bestätigt Impact-Theorie am Ende der Kreidezeit

    29.11.2006

    Dunkleosteus: Panzerfisch konnte Maul mit Sauggeschwindigkeit aufreißen und mit 5300 Newton zubeißen

    27.10.2006

    Pro und Contra − Befürworter und Gegner der Impact-Theorie am Ende der Kreidezeit

    26.10.2006

    Zu Dinosaurier-Zeiten floss der Amazonas in entgegengesetzte Richtung

    25.10.2006

    Wurden Brachylophosaurier von Darmparasiten gequält?

    21.10.2006

    Vulkanausbrüchen, Treibhausklima und Meteoriteneinschlag − Führte eine Katastrophenkombination zum Massensterben am Ende der Kreidezeit? Ein internationales Forscherteam um Gerta Keller von der Princeton University ist der Auffassung, dass das Massensterben am Ende der Kreidezeit vor rund 65 Millionen Jahren aus einer Kombination aus Vulkanausbrüchen, Treibhausklima und Meteoriteneinschlag verursacht wurde.

    Den Chicxulub-Asteroiden, der als "Dinosaurier-Killer" bekannt wurde, schloss das Team jedoch als Verursacher aus, da dieser rund 300.000 Jahre zu früh auf die Erde prallte. Stattdessen vermutet die Forschergruppe, dass zum entscheidenden Zeitpunkt ein zweiter Asteroid in Indien auf der Erde aufschlug. Möglicherweise könnte der 500 Kilometer breite Shiva-Krater hierbei eine entscheidende Bedeutung gespielt haben, allerdings fehlen bislang noch die Beweise, dass er tatsächlich mit dem Massensterben in Verbindung steht.

    Nach Ansicht der Wissenschaftler um Keller waren die letzten 400.000 Jahre der Kreidezeit durch eine rasche Klimaveränderung gekennzeichnet, die durch mächtige Vulkanausbrüche in Indien ausgelöst wurde. Mit der austretenden Lava wurden auch Treibhausgase freigesetzt, die das Erdklima schnell erwärmten. Zunächst prallte dann ein Asteroid in Mexiko auf die Erde, 300.000 Jahre später ein zweiter vermutlich in Indien und besiegelte das Massensterben, bei dem unter anderem die Dinosaurier ausstarben.

    Eine Untersuchung von Mikrofossilien ergab, laut Forscherteam, dass die Temperaturen am Ende der Kreidezeit an Land um sieben bis acht Grad Celsius anstiegen, die im Meer um drei bis vier Grad Celsius. Diese Erwärmung führte zu einem großen Evolutionsdruck. Viele winzige Meereslebewesen wurden noch kleiner und produzierten ungeheure Mengen an Nachkommen. "Die Temperaturen stiegen sehr schnell an, innerhalb von 20.000 Jahren. Dann blieb es etwa 100.000 Jahre warm, aber vor dem Massensterben hatten die Temperaturen wieder normale Werte erreicht.", erläutert Keller.

    19.10.2006

    Gogonasus: Ur-Fisch aus dem Devon mit Ohren und Gliedmaßen entdeckt Ein Forscherteam um John Long vom Museum Victoria in Melbourne hat im vergangenen Jahr im Westen von Australien ein unglaublich gut erhaltenes Fischfossil aus dem Devon gefunden, das den Namen Gogonasus erhielt und erstaunlicherweise auch Ansätze von Ohren und Gliedmaßen aufwies, die eher für ein Landlebewesen geeignet gewesen wären.

    Diese neu entdeckte Art, die vor rund 380 Millionen Jahren durch die Meere schwamm, wird als weiteres Bindeglied zwischen Meeres- und Landtieren gesehen und macht deutlich, wie sehr sich die Evolution auf den ersten Landgang der Wirbeltiere vorbereitet hatte, der etwa zu dieser Zeit stattfand: So scheinen sich die ersten Landwirbeltiere zunächst im Wasser entwickelt zu haben und sich erst anschließend aufgemacht zu haben, das Land zu erobern.

    Gogonasus reiht sich somit in die lange Schlange der Übergangsformen ein, zu denen auch Tiktaalik roseae und Panderichthys gehören, die als fischähnliche Tiere ebenfalls in diesem Jahr für Schlagzeilen bezüglich ihrer eher für Landlebewesen geeigneten Organe sorgten.

    06.10.2006

    Plesiosaurier und Ichthyosaurier: Saurierfriedhof am Nordpolarmeer gefunden Ein Forscherteam um Jörn Harald Hurum vom Naturkundemuseum der Universität Oslo hat auf der norwegischen Svalbard-Inselgruppe am Rand des Nordpolarmeers einen riesigen Saurier-Friedhof entdeckt, der in nur zwei Wochen die Überreste von 21 Plesiosauriern und sechs Ichthyosaurier freigegeben hat.

    In den 150 Millionen Jahre alten Gesteinsschichten lagern so viele Knochen, dass "man keine hundert Meter laufen kann, ohne ein Skelett zu finden", erklärt Hurum.

    Ein besonders großes Exemplar einer kurzhalsigen Unterart der Plesiosaurier, das bereits über die Hälfte ausgegraben ist und von den Paläontologen vor Ort als "das Monster" bezeichnet wird, begeistert die Forscher ungemein: "Wir sehen den Kopf und etwa sechs Meter von der Wirbelsäule, ehe sie im Boden verschwindet." teilt Hurum mit.

    Es sei ein gewaltiges Raubtier, "so lang wie ein Bus", mit "Zähnen so lang wie Gurken", "Rückenwirbeln so groß wie ein großer Teller" und "einem Kopf, der einen erwachsenen Menschen in einem Stück hätte verschlingen können". Hurum und seine Kollegen sind sich sicher, dass das Skelett vollständig erhalten geblieben ist und vermuten, dass es eine Länge von rund 10 Metern aufweist. Genau wissen werden sie es aber erst, wenn das ganze Skelett freigelegt ist. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch groß, dass es eines der am besten erhalten gebliebenen Pliosaurier-Skelette ist, die weltweit bisher gefunden wurden.

    Neben der großen Menge an gefundenen Knochenresten zeigt diese Fundstelle auch noch andere Besonderheiten: So liegen die Knochen hier eben nicht einzeln verstreut herum, sondern meist als komplette Skelette zusammen. Darüberhinaus hat die ungewöhnliche chemische Zusammensetzung des Meeresbodens vor 150 Millionen Jahren dafür gesorgt, dass einige Knochen schneeweiß blieben, obwohl sie in schwarzem Schiefer eingebettet lagen. "Sie sehen aus wie frisch überfahrene Tiere", erklären die Forscher begeistert.

    Auch Hinweise auf einen prähistorischen Kampf konnten die Paläontologen entdecken: Im Halswirbel eines Plesiosaurus steckt noch der Zahn eines Ichthyosaurus.

    Da die Grabungen noch nicht abgeschlossen sind, die Jahreszeit aber weitere Grabungen nicht mehr zulässt, wollen die Forscher im nächsten Jahr an den Fundort zurückkehren und ihre Arbeit beenden.


    25.09.2006

    Maiaspondylus: Fossiler Fischsaurier mit Embryonen im Leib im Labor wiedergefunden Beim Aufräumen in einem kanadischen Laboratorium wurden die Überreste einer neuen Ichthyosaurier-Gattung aus der Kreidezeit entdeckt, die aufgrund der zwei im Leib enthaltenen Embryo-Fossilien Maiaspondylus lindoei genannt wurde.

    Die fossilen Überreste wurden schon einige Jahre zuvor in der Loon-River-Formation in den kanadischen Nordwest-Territorien ausgegraben, in Pappkartons im Labor der University of Alberta gelagert und dann vergessen.

    Als Michael Caldwell mit seiner Arbeitsgruppe im Jahr 2000 an die Universität kam und das Labor aufräumte, wurden die Überreste neu entdeckt. Zusammen mit seiner Kollegin Erin Maxwell von der McGill University, die damals als Studentin an den besagten Ausgrabungen in den Nordwest-Territorien beteiligt war, beschrieb Caldwell jetzt das rund 100 Millionen Jahre alte Fossil.

    Demnach gehörte es aufgrund der Knochenform und -anordnung nicht zur Gattung Platypterygius, der einzigen bislang bekannten Ichthyosaurier-Gattung aus der Kreidezeit, sondern zu einer neuen Gattung.

    Die beiden gefundenen Embryonen im Leib des Ichthyosaurus-Fossils liefern einen weiteren Beweis dafür, dass die Fischsaurier nicht − wie die meisten der heutigen Wasserreptilien − ihre Eier an Land ablegten, sondern lebende Junge zur Welt brachten. Zudem gilt der Fund einer neuen Ichthyosaurier-Gattung als Indiz dafür, dass die Fischechsen auch kurz vor ihrem Aussterben noch eine große Vielfalt aufwiesen.

    25.09.2006

    Klimaumschwung in der frühen Kreidezeit Amerikanische und niederländische Forscher um Simon Brassell von der Indiana University haben Gesteinsproben aus dem frühen Aptium vor 120 Millionen Jahre untersucht und dabei festgestellt, dass es in der frühen Kreidzeit zu starken Klimaschwankungen gekommen sein muss.

    Ein spezielles Bohrschiff war rund 1.600 Kilometer östlich von Japan in eine vulkanischen Formation eingedrungen und hatte aus einer Tiefe von 566 Metern Bohrkerne entnommen. Diese vulkanische Formationen hatte sich kurz vor Beginn der Kreidezeit vor 145 Millionen Jahren gebildet und liegt 3.100 Meter unter dem Meeresspiegel im Pazifischen Ozean.

    Die Analyse brachte einen ungewöhnlich hohen Anteil organischen Materials zum Vorschein, aus deren Zusammensetzung die Forscher die Schulssfolgerung ziehen konnten, dass sich der Kohlenstoffkreislauf und die Verarbeitung des Stickstoffs durch Meeresmikroben in dieser Zeit veränderten und die Wassertemperatur an der Oberfläche um bis zu sechs Grad von 30 bis 36 Grad Celsius schwankte. Darüberhinaus stellte das Forscherteam fest, dass es während des Aptium zudem noch zwei ausgeprägte Abkühlungsphasen mit Temperaturabfällen von ungefähr vier Grad gegeben haben muss.

    Anders als bisher angenommen, fanden die Dinosaurier zu Beginn der Kreidezeit also keineswegs ein gleichmäßiges warmes Klima vor, sondern mussten mit unterschiedlichen klimatischen Bedingungen fertig werden.

    22.09.2006

    Flog Archaeopteryx mit vier Flügeln? Ein kanadischer Wissenschaftler ist davon überzeugt, dass der Archaeopteryx nicht nur zwei Flügel, sondern vier Flügel beim Fliegen einsetzte und entzündet mit dieser Aussage erneut die Diskussion darum, wie die Vögel das Fliegen erlernten.

    Nick Longrich, Paläontologe an der Universität von Calgary untersuchte die Fossilien des in Deutschland gefundenen Archaeopteryx lithographica im Hinblick auf die Flugfähigkeit der Federn an seinen Hinterextremitäten und kam zu dem Schluss: Auch die Federn an den Beinen wiesen eine aerodynamische Struktur auf und hätten durchaus eine Art auftriebsstärkende "Nebenflügel" bilden können.

    Die Idee eines mehrflügeligen Archaeopteryx gäbe es schon seit mehr als hundert Jahren, erklärt Longrich, bisher hätte sie sich aber nicht durchsetzen können, da man bei den gefundenen federähnlichen Strukturen an den Beinen eher von einer Wärmeisolierung ausgegangen war als von einer Rolle bei der Fortbewegung. Erst nach dem Fund des chinesischen vierflügeligen Microraptors gui im Jahr 2003 rückten die Federn an den Hinterbeinen des Archaeopteryx näher in das Blickfeld der Forscher.

    Nun sei es aber eher unwahrscheinlich, dass Archaeopteryx mit diesen "Nebenflügeln" an den Beinen laufend vom Boden hätte abheben können. Daher vermutet Longrich, dass die Urvögel vermutlich Baumbewohner waren und ihre Flügel zunächst zum Gleiten vom Baum herunter einsetzten. Somit sei die "trees down"-Hypothese der "Ground up"-Theorie vorzuziehen, die von einer Entwicklung der Flugfähigkeit aus dem schnellen Laufen heraus ausgeht.

    Bereits 2004 entdeckten zwei dänische Forscher, dass die Federn an den Beinen des Archaeopteryx symmetrisch angeordnet waren, doch beschrieben sie die Federn als kleiner und nicht so gut organisiert wie Flugfedern. Die damaligen Forscher schlossen aus, dass die Beinfedern eine Flügelfunktion besaßen. Möglich wäre jedoch, dass die Federn wi