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Allosaurus

"andersartige Echse"



Systematik:
Saurischia
Theropoda
Neotheropoda
Tetanurae
Carnosauria
Allosauroidea
Allosauridae
Zeit:
Oberjura
(Kimmeridge, Tithon)
vor 154 − 137 Mio. Jahren
Verbreitung:

Nordamerika:

USA (Colorado, Utah, Wyoming, Montana, New Mexico, Oklahoma, South Dakota)

Afrika:

Tansania

Australien:

(keine näheren Angaben)



Allosaurus gilt als der fürchterlichste Räuber im Zeitalter Jura


Inhaltsangabe:

  • Systematik / Zeit / Verbreitung
  • Großer Kopf mit muskulösem, wendigen Hals
  • Hörvermögen am besten in tiefen Frequenzbereichen /
         Frühreife Weibchen
  • Relativ schneller Rudeljäger


  • Der Allosaurus gilt mit einer durchschnittlichen Länge von 12 Metern, einer Höhe von 4,60 Metern und einem geschätzten Gewicht von ein bis zwei Tonnen als der fürchterlichste Räuber des späten Jura.



    Großer Kopf mit muskulösem, wendigen Hals

    Wie die meisten Carnosauria besaß auch Allosaurus kräftige Finger mit starken Krallen und einen großen Kopf auf einem kurzen, muskulösen Hals. Auffallend waren die knöchernen Höcker über seinen Augen und ein schmaler, knöcherner Grat auf der Mittellinie seiner Schnauze. In seinen mächtigen Kiefern saßen gekrümmte, sägeblattartig gezackte Zähne, die äußerst stabil waren und die selbst schon bei den Jungtieren auftraten (vgl. Nachricht vom Juli 2015).

    Im Jahr 2015 ermittelten Forscher, dass Allosaurus sein Maul bis zu einem Winkel von 79 Grad aufreißen konnte und die stärkste Beißkraft bei einem Öffnungswinkel von 30 Grad enwickelte (vgl. Nachricht vom Nov. 2015).


    Nach Erkenntnissen aus dem Jahr 2001 hatte Allosaurus jedoch eine eher geringe Beißkraft und nicht die starke Beißmuskulatur des Tyrannosaurus rex, so dass er vermutlich eher seine Beute durch heftige Stöße zerriss, statt sie durch Beißen zu töten (vgl. Nachricht vom Febr. 2001). Diese Erkenntnis wird durch eine Studie aus dem Jahr 2013 bestätigt, in der ermittelt wurde, dass die Halsmuskulatur des Allosaurus auf eine besondere Wendigkeit schließen lässt und ein plötzliches Zustoßen nach Falken-Technik erlaubte (vgl. Nachricht vom Mai 2013).


    Der Allosaurus verfügte nur über eine geringe Beißkraft.

    Sein Schädel war aufgrund von Schädelfenstern (Öffnungen im Schädelknochen) trotz seiner Größe relativ leicht. Durch ein Netz dünner Knochenverstrebungen wurden die Schädelknochen nur lose verbunden.

    Früher wurde angenommen, dass diese "Leichtbauweise" des Schädels erst mit dem Alter richtig ausgeprägt wurde, doch im Jahr 2005 berichteten Wissenschaftler von der Entdeckung eines in Portugal entdeckten Schädelfragments, das von einem vermutlich gerade geschlüpften Allosaurus stammt. Auch dieses besaß schon die Schädelöffnungen. Darüber hinaus fanden die Forscher heraus, dass auch schon bei den Riesenechsen des Jura das Kindchenschema seine Anwendung fand: So hatte der junge Allosaurus im Vergleich zum erwachsenen Tier eine kürzere Schnauze und weniger Zähne im Maul. Auch lieferte das Schädelfragment Hinweise darauf, dass die Augen relativ groß gewesen sein müssen (vgl. Nachricht vom Mai 2005).


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    Hörvermögen am besten in tiefen Frequenzbereichen

    In einer Studie aus dem Jahr 2007 wurde errechnet, dass Allosaurus fragilis vermutlich am besten in einem Frequenzbereich von 400 bis 700 Hertz hören konnte. (Zum Vergleich: Ein Mensch hört am besten in einem Frequenzbereich von 2000 Hertz.) (vgl. Nachricht vom Juni 2007)

    Frühreife Weibchen

    Bei der Untersuchung eines jungen Allosaurus-Weibchens wurden Hinweise darauf gefunden, dass es unmittelbar vor einer Brut stand, obwohl es noch nicht voll ausgewachsen war. Den Grund für diese frühzeitige Geschlechtsreife sahen die Forscher in einer hohen Sterblichkeitsrate von voll ausgewachsenen Allosauriern (vgl. Nachricht vom Jan. 2008).


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    Relativ schneller Rudeljäger

    Über sein Jagdverhalten gehen die Meinungen der Wissenschaftler auseinander:

    Während die eine Gruppe der Paläontologen der Auffassung ist, Allosaurus sei zu schwer und zu unbeholfen gewesen, um Beutetieren hinterher zu jagen, nimmt eine andere Gruppe an, er sei für seine Größe recht beweglich gewesen und habe möglicherweise in Rudeln Jagd auf die riesigen Pflanzenfresser seiner Zeit (wie zum Beispiel auf Diplodocus oder Apatosaurus) gemacht. So wurden Apatosaurusskelette mit Zahnabdrücken gefunden, die durchaus vom Allosaurus stammen könnten sowie abgebrochene Allosauruszähne neben Apatosaurus-Fossilien.

    Auch Stegosaurier scheinen auf seinem Speiseplan gestanden zu haben. So haben Forscher an einem Allosaurus-Skelett eine Wunde am Hüftknochen gefunden, die sie auf einen äußerst kräftigen Schlag eines Stegosaurus mit seinem Schwanz zurückführen. Dabei sei, so die Forscher, der Stachel des Stegosaurus-Schwanzes bis in den Knochen gedrungen (vgl. Nachricht vom Okt. 2014).

    Die These des schnellen Allosaurus wird in einer Studie aus dem Jahr 2007 untermauert: In einer computergestützten Berechnung der Laufgeschwindigkeit verschiedener Theropoden wurde für Allosaurus eine Höchstgeschwindigkeit von 33,8 Kilometern in der Stunde berechnet (vgl. Nachricht vom Aug. 2007).

    Fußspuren, die im Jahr 2001 in Afrika entdeckt wurden und Allosauriern zugeschrieben wurden, könnten Hinweise darauf geben, dass Allosaurus im Rudel gejagt hat (vgl. Nachricht vom Juli 2001).


    (Letzte Aktualisierung:
    Dez. 2015)





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    Literatur zum Thema:
  • Cox (u.a.): Dinosaurier und andere Tiere der Vorzeit
  • Dixon: Dinosaurier − Tiere der Urzeit


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