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Stegosaurus

"Dachechse"



Systematik:
Ornithischia
Genasauria
Thyreophora
Thyreophoroidea
Eurypoda
Stegosauria
Stegosauridae
Zeit:
Oberjura
(Kimmeridgium bis Tithonium)
vor 155 − 150 Mio. Jahren
Verbreitung:

Nordamerika:

USA (Colorado, Utah, Wyoming)

Europa:

Portugal (?)



Stegosaurus


Dieser bis 9 Meter lange Dinosaurier ist wohl der bekannteste unter den Stegosauriern.



Inhaltsangabe:

  • Der Name und die Rückenplatten
  • Der gefährliche, mit Stacheln besetzte Schwanz
  • Der kleine Kopf mit kräftigen Kiefern
  • Der langsame Gang
  • Das "zweite" Gehirn, das keines war


  • Der Name und die Rückenplatten

    1877 veröffentlichte Othniel Charles Marsh (amerikanischer Paläontologe) zum ersten Mal die Beschreibung der Überreste, die in den Steinbrüchen von Colorado und Wyoming gefunden wurden. Da er annahm, die Platten lägen flach und sich überlappend auf dem Rücken des Dinosauriers, nannte er ihn "Dachechse".

    Später wurden weitere Teilskelette dieses Dinosauriers gefunden und es zeigte sich, dass die Platten nicht auf dem Rücken lagen, sondern standen. So überarbeitete Marsh seine Beschreibung des Stegosaurus und führte im Jahr 1891 an, dass die Platten in einer geraden Linie auf dem Rücken standen. Allerdings wurde auch diese Theorie recht schnell wieder verworfen, weil unklar blieb, wie diese eng beieinander stehenden, sich überlappenden Platten in der Haut befestigt waren.

    Schließlich einigte man sich darauf, dass die Platten in zwei Reihen auf dem Rücken angeordnet waren. Zunächst vermutete man noch, dass sie sich paarweise gegenüberstanden. Doch da man niemals zwei Platten der gleichen Größe finden konnte, setzte sich schließlich die bis heute geltende Theorie durch, dass die Platten des Stegosaurus wahrscheinlich auf Lücke versetzt in zwei Reihen auf dem Rücken angeordnet waren.

    Die größte Platte, die sich in Hüfthöhe befand, konnte bis zu 60 Zentimeter hoch und 60 Zentimeter breit werden

    Über die Funktion der Platten herrschte lange Zeit Uneinigkeit. Früher nahm man an, dass sie der Abwehr von Feinen dienten. Doch ergaben spätere Scans, dass sie dazu viel zu dünn und zerbrechlich waren. Daher wird inzwischen angenommen, dass sie der Zurschaustellung dienten, und den Stegosaurus größer wirken lassen sollten als er eigentlich war. Möglicherweise wurden die Platten auch bei der Partnerwerbung eingesetzt.

    Im Jahr 2015 vermutete ein Forscher aufgrund von fünf an gleicher Stelle gefundenen Stegosaurus-Skeletten, dass unter den Stegosauriern Geschlechts-Dimorphismus herrschte. Er vermuete, dass die männlichen Stegosaurier größere und rundere Rückenplatten besaßen, die weiblichen Individuen hingegen kleiner und länglichere. Allerdings teilten diese Auffassung nicht alle Paläontologen. Sie argmentierten, dass man anhand der Platten nicht ausschließen könne, dass zum einen Jungtiere unter den analysierten Skeletten gewesen seien und zum anderen diese Spezies vielleicht beide Arten von Platten gleichzeitig getragen haben könnten. (vgl. Nachricht vom Apr. 2015)

    Nähere Analysen der Rückenplatten ergaben, dass sie von vielen Blutkanälen durchzogen waren. Daher vermuten die Forscher, dass Stegosaurus hierüber überschüssige Körperwärme abgeben konnte.

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    Der gefährliche, mit Stacheln besetzte Schwanz

    Am Schwanzende besaß Stegosaurus vier 60 bis 90 Zentimeter lange Stacheln, die eine geährliche Abwehrwaffe darstellten.

    Da das Skelett des Stegosaurus an den Wirbeln der Beckengegend und der Schwanzbasis lange, nach oben gerichtete Fortsätze aufweist, die wahrscheinlich als Ansatzstelle für starke Muskeln dienten, vermuteten einige Wissenschaftler ursprünglich, dass dieser Dinosaurier in der Lage war, sich am Baum abgestützt auf die Hinterbeine zu erheben, um weiter höher hängende Blätter abzuweiden. Inzwischen wurde diese Theorie allerdings wieder verworfen. Wahrscheinlich dienten die Muskeln der Beweglichkeit des Schwanzes, der in Gefahrensituationen kräftig hin und her geschwungen werden konnte, um so einem Gegner gefährliche Verletzungen zuzufügen.

    Der Paläontologe Robert Bakker und sein Team fanden im Jahr 2014 bei einem Allosaurus-Skelett eine entsprechende Wunde in Hüfthöhe. Demnach könnte hier ein Stegeosaurus seine Schwanzstacheln bei dem Schlag bis tief in den Knochen hineingetrieben haben. Im weiteren Verlauf scheint sich die Wunde so sehr entzündet zu haben, dass der Raubsaurier an dieser Wunde verendete. (vgl. Nachricht vom Okt. 2014)


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    Der kleine Kopf mit
    kräftigen Kiefern

    Der Kopf des Stegosaurus war etwa 40 cm lang und beherbergte das Gehirn von der Größe einer Wallnuss.

    Obwohl er ein nur relativ kleines Maul besaß, konnte er − wie Wissenschaftler anhand von CT-Scans feststellten − ein breites Spektrum an pflanzlicher Nahrung mit seinen kräftigen Kiefern zerkleinern. Vermutlich besaß er einen ähnlich kräftigen Biss wie Kühe und Schafe, so die Forscher. (vgl. Nachricht vom Mai 2016)

    Der langsame Gang

    Stegosaurus besaß relative kurze Vordergliedmaße und lange Hinterbeine, die auf seine zweibeinig laufenden Vorfahren zurückgehen.

    Die Forscher vermuten, dass er im Normaltempo eine Geschwindigkeit von bis zu eineinhalb Kilometern in der Stunde erreichte und in Fluchtsituationen bis zu sechseinhalb Kilometern in der Stunde schaffte. Dabei wird sein Gang insgesam eher unbeholfen gewirkt haben.


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    Das "zweite" Gehirn, das keines war

    Da der Stegosaurus nur mit einem sehr kleinen Gehirn ausgestattet war und man in der Hüfte eine Verbreitung des Wirbelkanals entdeckte, vermuteten Forscher lange Zeit, dass er in der Hüftnähe eine Art "zweites Gehirn" besaß, das für die Koordination des Hinterleibs zuständig war. Heute vermutet man allerdings, dass sich hier lediglich eine Anhäufung von Nervenleitungen befand und zusätzlich eine Art Speicherort für Nahrungssubstanzen, die dem Stegosaurus dabei halfen, Zeiten, in denen es an Nahrung mangelte, heil zu überstehen.


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    Weitere Informationen zu den Stegosauriern allgemein können im Text der Gruppe der Stegosauria gefunden werden.

    (Letzte Aktualisierung:
    Juni 2018)





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    Literatur zum Thema:
  • Cox (u.a.): Dinosaurier und andere Tiere der Vorzeit
  • Dixon: Dinosaurier − Tiere der Urzeit
  • Natural History Museum, London
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